Pro:
gut für Anfänger geeignet
Kontra:
die lieben Preise
Empfehlung:
Ja
Lange, lange hab ich hier schon keinen Bericht mehr geschrieben, aber einen über meinen letzten Skiurlaub vom 09.02. bis 13.02.03 möchte ich trotzdem nochmal zum Besten geben.
Angefangen hat alles mit einem Anruf meiner Eltern: "Möchtest Du im Februar mit in den Skiurlaub fahren?" ... Auf die Frage "Wohin?" antwortete mein Dad mit "Kitzbühel", aber das hätte ich ebensowenig geglaubt wie "St. Moritz". *gg*
Stattdessen ging's dann auf ins Zillertal, genauer genommen nach Ried/Kaltenbach. Ried ist das Dörfchen, wo wir unser Ferienhaus hatten. Sagt jemanden der Name Marc Pircher etwas? Das ist ein volkstümlicher Hitparadenstar oder so? Hatte vorher noch nie etwas von ihm gehört, aber er scheint in Österreich ziemlich bekannt zu sein. Jedenfalls war unsere Ferienwohnung sein Eigentum und ich habe den Typen auch persönlich gesehen. :) Nach Wildecker Herzbuben schaut er jedenfalls nicht aus! *fg*
Aber mein Bericht soll ja über Kaltenbach sein, dem Nachbardorf von Ried, wo auch das relativ große Skigebiet ist.
Entführt hatten uns dahin unsere Nachbarn, die begeisterte Skifahrer sind und sonst immer am Stubaier Gletscher Skifahren, aber meine Family und ich sind ja Anfänger. D.h. Kaltenbach war supergeeignet für uns als Beginner. Es gibt dort viele blaue Pisten.
Für Nicht-Skifahrer:
Blaue Piste = für Anfänger (leicht)
Rote Piste = für Fortgeschrittene (mittelschwer)
Schwarze Pisten = für Profis (schwer)
=== ANFAHRT ===
Ganz genau kann ich Euch das nicht sagen, weil ich die ganze Fahrt über im Auto geschlafen habe, aber vielleicht erbarmt sich mal jemand aus Österreich hier, mir genau zu erklären, wo Kaltenbach im Zillertal liegt. :)
Von Deutschland aus sind wir jedenfalls an München vorbei auf der A9 Richtung Innsbruck gefahren. Kaltenbach liegt meiner Meinung nach etwa 50 km südlich von Innsbruck und etwas nördlich von Kufstein. Oder hab ich die Karte verkehrt herum gehalten?! ;)
Man sollte notfalls immer Schneeketten fürs Auto dabeihaben. Bei uns ging es auch ohne. :)
=== PARKPLATZ ===
Der Parkplatz des Skigebietes Kaltenbach ist relativ groß, aber man sollte doch nicht allzu spät nachmittags kommen (abgesehen davon, dass auch irgendwann am Nachmittag die Lifte schließen). Es ist immer besser, näher zur Liftstation zu parken, denn dann braucht man auch mit den eher unbequemen Skischuhen und den schweren Ski auf der Schulter nicht ewig weit laufen.
Der Parkplatz ist übrigens kostenlos und in Stoßzeiten stehen Parkplatzeinweiser da.
=== SKIPASS ===
Hat man nun das Auto sicher geparkt, läuft man erst einmal zur Kasse, um den Skipass zu kaufen (sofern man nicht schon länger da ist und vorher einen gekauft hat. :) Wer schon mal im Winterurlaub war, weiss, dass dieser oftmals teurer ist als ab in die Sonne zu fliegen. Schon allein der Skipass kostet immens viel Geld. Für 3 Erwachsene und ein Kind haben wir für 3 1/2 Tage um die 400 Euro gezahlt. Vorher noch die Kosten fürs Ausleihen der Ski, was auch in etwa die Hälfte des Skipass-Preises ausgemacht hat. Heftig, heftig!
Da ich nicht alle Preise der diversen Skipassarten im Kopf habe, hab ich für Euch eine Internetseite herausgesucht. Da steht näheres über die Kosten und ein paar schöne Bilder gibt's auch. :)
www.zillertalski.at
Den Skipass braucht man eigentlich nur in die linke Jacken- oder Hosentasche zu stecken und damit die Drehkreuze passieren. Durch einen Sensor muss man also nicht immer die Karte aus der Tasche zerren und so werden die Anstehzeiten an den größeren Liften (nur beim Gondellift und Sesselliften) reduziert. Schlepplifte sind ohne Skipass passierbar.
=== NACH OBEN ===
Auf den Berg und auf die Skipisten kommt man erst, wenn man mit der 8er-Gondel von der Talstation auf die Bergstation gefahren ist. Anhalten tut die Gondel noch mal in der Mittelstation, aber oft können da nur Einzelpersonen zusteigen, da meist alle 8 Plätze in der Gondel besetzt sind.
Um langes Anstehen zu vermeiden, sollte man schon zwischen 9 Uhr (um diese Uhrzeit öffnet der Gondellift) und 9.30 Uhr da sein. Später wird's richtig voll und ich finde es weniger prickelnd mit drückenden Schuhen, eiskalten Fingern und schweren Skiern in einer Masse Leute zu stehen.
Letzte Talfahrt ist von oben aus gegen 16.30 Uhr. So ab 15.30 Uhr wird's dann oben am Lift voll von drängelnden Leuten, die noch rechtzeitig nach unten wollen. Die guten Skifahrer, die die Talfahrt per Ski beherrschen können natürlich noch ein bisschen länger in einer der Almhütten mit der Bedienung shakern! ;)
=== VERPFLEGUNG ===
Ist zwar nicht das Wichtigste, aber wenn man aus der Gondel steigt, hat man zuerst zwei Almhütten und ein Glas-Rondell im Blickfeld, wo man lecker essen kann. Es gibt warmes als auch kaltes Essen, alkoholische und alkoholfreie Getränke. Für eine Fanta 0,33l habe ich 2 Euro bezahlt. Finde ich nicht gerade sehr günstig.
Fährt man eine kurze blaue Piste weiter nach unten von der Gondelstation kommt man zur Marendalm. Dort haben wir 3 Tage lang zu Mittag gegessen. Am 2. Tag an einer Imbissbude, wo ein paar Frankfurter mit Brötchen schon 3,40 Euro gekostet haben und ein Pfannkuchen (Berliner) 1,20 Euro. Euro = Teuro? ;)
Direkt im Almhaus drin, gab es dann eine Mensa. :) ... Empfehlen kann ich das Tagesessen. Ich hab mir mit meinem Bruder einen riesigen Teller Lasagne geteilt. Das ganze für 7,20 Euro, aber selbst Christian und ich haben ihn zusammen nicht geschafft. Es gibt auch Schnitzel, Buttermilchdrinks, Geschnetzeltes, diverse Suppen und Getränke. Alles nicht billig, aber von der Menge her doch ziemlich ausreichend.
Billiger kommt man natürlich weg, wenn man seine eigenen Verpflegung mitbringt. Nur wollte ich als Anfänger und Dauerhinfaller nicht unbedingt ein Leberwurstbrot im Rucksack umherfahren, das beim ersten Sturz schon platt wie eine Briefmarke wird. ;) Eine Capri Sonne in der Bauchtasche der Jacke ist übrigens beim Hinfallen nicht geplatzt, aber ich fall ja eh nur auf den A...! :)
=== PISTEN ===
Wie oben beschrieben gibt es drei verschiedene Schwierigkeits-Levels. Von der Anzahl der Typen halten sich alle die Waage, weshalb dieses Gebiet für alle Skifahrer gut geeignet ist. Über Nacht werden die ganzen Pisten wieder aufbereitet und sind so gut befahrbar. Die blauen Pisten waren jedenfalls hervorragend befahrbar. Mutig wie ich bin, hab ich mich dann am 2. Tag nachmittags auf eine rote Abfahrt (die meiner Meinung nach eher zu einer schwarzen Piste tendiert hat) gewagt und bin peinlicherweise gescheitert. Es gab keinen anderen Weg nach unten und ich bin nach vielen Malen hinfallen, dann mit den Ski in der Hand nach unten gelaufen. :)
Am Ende bin ich aber die roten Pisten ohne Probleme gefahren, und nur hingefallen, wenn mich mal ein Familienmitglied (also mein Dad, oder meine Bruder das Pistenferkel *fg*) umgesenst hat. :)
Die Talabfahrt hab ich nie gewagt. Meine Nachbarn meinten nur, dass sie sehr vereist sei an vielen Stellen und dass das Skifahren so keinen Spass macht.
Einen Pistenplan sieht man ebenfalls auf der Seite:
www.zillertalski.at
=== LIFTE ===
Neben dem Gondellift zur Berg- und Talfahrt existieren noch diverse andere Lifte um ein geeignetes Höhenniveau zu erreichen um dann die schönen Pisten hinabzusausen.
Je steiler und länger die Piste, umso komfortabler ist auch meist der Lift. Für kurze Strecke mit wenig Höhenunterschied waren meist Tellerlifte (man klemmt sich ein Plastikstück zwischen die Beine... :) oder Schlepplifte (für 2 Personen, man klemmt sich ein Plastikteil an einer Leine an den Hinter. Leider wollte ich dieses Plastikteil immer zu früh loswerden und hab es von meinem Po beiseite gerissen. Letztendlich ist es mir dann in der Kniekehle hängengeblieben und hat mich zu Fall gebracht. *gg* )
Dann gibt es noch die Sessellifte für 2 bis 6 Personen. Diese fahren meist über weitere Strecken nach oben und morgens pfeift dann der Wind ganz arg. Also Mütze und Skibrille nicht vergessen.
Apropos Skibrille! Achtung wenn das "Visir" orange ist. Mein Bruder hat sich fast eine schwarze Piste "heruntergestürzt", weil er mit dieser Brille diese mit einer blauen Piste verwechselt hat. Ist gerade noch so gutgegangen, sonst hätte ich mich hinterherwerfen müssen, damit ihm nichts passiert. Obwohl er besser als ich Ski fährt. :)
=== SKISCHULEN ===
Es gibt mehrere Skischulen in diesem Skigebiet. In Erinnerung geblieben sind mir die Skischule optimal und die Skischule Hochzillertal.
Ich habe mit meiner Family auch einen Kurs mitgemacht. Für 4 Personen kostete das ganze um die 200 Euro. :)
=== SONSTIGE FEATURES ===
- kostenloser Skibus von Haltestellen in Kaltenbach und Ried
- Snowboarder-Pisten und Halfpipes
- Apres Ski-Möglichkeiten ohne Ende... ;)
- 2 mal wöchentlich Nachtskilauf (Mi,Fr) von 18.30 bis 22 Uhr
- beleuchtete Talabfahrt
- Beschneiung bis ins Tal
- 92 km Piste bis auf 2.500 m Höhe
- Langlauf-Loipe
Sooo, mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein. Für Fragen, soweit ich sie beantworten kann, stehe ich gern zur Verfügung! :)
Hals- und Beinbruch allen, die dieses Jahr noch in den Winterurlaub fahren wollen! :)
=== FAZIT ===
Hätte ich beinahe vergessen, das Fazit... *gg*
Mir hat mein erster richtiger Winterurlaub sehr gut gefallen und auch das Skigebiet war super. Am letzten Tag waren wir noch in der Zillertal Arena in Zell (ist nur ein paar Kilometer entfernt), aber dort sind die Pisten weniger für Anfänger geeignet, also für mich nicht so interessant.
Für alle die noch nie im Skiurlaub waren: Probiert es einfach mal, wenn Ihr Lust habt. Es war spannend, hat Spaß gemacht und ich hab bestimmt 2 kg Fett in den 4 Tagen verloren... *fg* ;)
Leider ist so ein Winterurlaub ziemlich teuer und auf die Dauer lege ich mich lieber in die Sonne und spare Geld dabei. Aber ab und zu mal ist so ein bisschen Skifahren doch ein Schmankerl. Wohl dann beim nächsten Mal in meiner Heimat...entweder im Thüringer Wald oder im Harz. :) weiterlesen schließen
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