Pro:
Oasis, \\\"Sunday Morning Call\\\"
Kontra:
Eingängigkeit, nicht viel neues
Empfehlung:
Nein
Einleitung:
Das Ende Februar 2000 veröffentlichte Album "Standing on the shoulder of giants" sollte nun das fünfte Album der BritPop Band Oasis werden und zugleich auch eines ihrer abwechslungsreichsten.
Schon allein der Titel beweist mit dem Titel sehr viel Hintergrund. Sir Isaac Newton sagte einmal "If I've seen farther than others, it is because I was standing on the shoulders of giants", um damit eine Ursache zu erklären, weshalb er viel schlauer ist als alle anderen. Und genau dieses Ego spiegelt auch Oasis wieder.
Das Cover:
Sehr schön wie ich finde ist hier mal wieder das Cover gelungen, aber auch wieder ganz Oasis untypisch.
Wir sehen einen Ausschnitt von Manhatten am frühen Abend aus der Luftperspektive. Im Mittelpunk hier ganz deutlich das Empire State Building.
Das ganze Cover ist in einem ziemlichen Blauton gehalten.
Überhalb des Panoramabildes natürlich das bekannte Oasis Logo, sowie der Titel des Albums.
Die Rückseite ist ähnlich gestaltet, nur mit einem anderen Ausschnitt Manhattens, sowie Songlist.
Die Songs:
1. Fuckin' in the bushes
Länge: 4:05
Ganz Oasis untypisch geht's auch gleich mit dem ersten Titel los. Kurz nach Beginn des Songs hören wir ein sehr kräftiges und imposantes Zusammenspiel von Drums, Bass und natürlich Gitarre in einem recht schnellen Rhytmus, der zum Tanzen animiert.
Das ganze zieht sich instrumental über den ganzen Song hinweg.
Bis auf ein paar Stimmen im Hintergrund, die die Lyrics wie etwa "Kids are running around naked, fuckin’ in the bushes" zum besten geben.
Wertung: 4/5
2. Go let it out!
Länge: 4:37
Gleich am Anfang hören wir ein kleines Schlagzeugsolo, wo nach kurzer Zeit die Gitarren einsetzen und man wenig später schon Liam Gallagher den Song singen hört.
Der ganze Titel ist sehr melodisch und eher durchschnittlich schnell.
Die Lyrics sind sehr eingängig und man kann mit dem Refrain "Go let it out" schon nach kurzer Zeit mitsingen.
Song, sowie Songtext ist bei dem Lied nicht wirklich abwechslungsreich und auch sehr Oasis-typisch.
Dieses Lied war die erste Single-Auskopllung des Albums und als solche auch sehr ausgewählt wie ich finde.
Wertung: 4/5
3. Who feels love?
Länge: 5:42
Gleich nach Beginn des Songs setzt Liam Gallagher sofort mit dem Gesang und der ersten Strophe los. Im Hintergrund eingängige Gitarrensounds und das fortwährende Schlagzeugrhytmus.
Ich persönlich finde, dass der Song sehr familiär wirkt, so als würde man ihn schon seit Ewigkeiten kennen.
Wieder ein wirklich ruhiger Oasis Titel und mehr popbeladen als rockig.
Auch mal wieder sehr poetisch mit dem Text "Thank you for the sun the one that shines on everyone who feels love (...) I'm leaving all that I see, now all my emotions fill the air I breath "
Wertung: 5/5
4. Put yer money where yer mouth is
Länge: 4:25
Wieder ein Lied mit anfänglicher instrumentalen Phase, bis der Gesang einsetzt. Jetzt beginnt die Platte auch langsam endlich damit zu rocken. Die Rhetorik mit beispielsweise "Put yer money where yer mouth is, yer mamma sez that you was real" ist genau auf die Melodie abgestimmt und passt deshalb perfekt, auch wenn es gelesen ein wenig komisch aussehen mag. Aber darauf kommt es schließlich nicht an, sondern nur wie der Klang ist, nicht wahr?
Text mäßig besteht der ganze Song eigentlich nur aus 2 verschiedenen Strophen, die zwei Mal wiederholt werden. Hier leider wieder die Eingängigkeit ein wenig, aber zum Song passt es sehr gut!
Wertung: 4/5
5. Little James
Länge: 4:15
Was eine schöne Ballade! Gleich am Anfang geht es wieder sehr melodisch und ruhig zu. Ja schon fast akkustisch hört sich dieser Song an. Wie immer ein wenig kratzig hört man bei dem Lied die Stimme von Liam Gallagher sehr gut raus und genießt es, einfach mal nur zuzuhören.
Der Songtext passt so perfekt zu der Stimmung, die von den Instrumenten grandios vermittelt wird.
"Little James, we're all the same
They always seem to look to us
But we weren't meant to be grown ups
Thank you for your smile
You make it all worthwhile to us"
So lieben wir Oasis!
Wertung: 7/5 ;)
6. Gas Panic!
Länge: 6:08
Immernoch hin und weg von "Little James" wir man gleich weitergeführt zu "Gas panic!", einem ebenfalls recht ruhigen Song, der aber eine komplett andere Wirkung hat.
Sicher einer der Songs, die ich vom Album am wenigsten mag.
Wenn "Cos my family don't seem so familiar" erklingt, hört es sich sehr gequält an. Auch das ganze Lied klingt so, als würde die Band schon gar keine Lust mehr haben, etwas ordentliches zu spielen, also spielen sie einfach nur irgendwas.
Das ganze Lied kommt die ganzen 6 Minuten über nicht wirklich in Fahrt, obwohl es vom Anfang bis zum Ende natürlich schon ein wenig über verändert. Vor allem ab der 5. Minute sehr viele verschiedene instrumentale Einflüsse, die vereinzelt auch recht elektronisch wirken und sich bis zum Ende hinziehen.
Wertung: 2/5
7. Where did it all go wrong?
Länge: 4:26
Wahrscheinlich das bekannteste Lied des Albums. Im bekannten Oasis Stil geht es wieder instrumental los, gefolgt von dem gesanglichen Einsatz Noel Gallaghers.
Das ganze Lied im Refrain ein wenig monoton, aber wie ich finde eines der besten Lieder dieses Albums.
Der sehr tiefgründige Text wird sehr gut von dem Melodie und demn Rhytmus wiedergegeben und vermittelt die Stimmung wirklich sehr gut.
Das Lied gewinnt von Anfang bis zum Ende recht an Geschwindigkeit, so als würde man sich in das ganze hineinsteigern.
Gerade der Refrain bleibt einem sehr gut im Gedächtnis und hat so zugleich einen Ohrwurm Effekt. Alles in allem ist dieses Lied ein tolles Zusammenspiel aus Stimme, Instrumente und Text. Perfekt.
Wertung: 5/5
8. Sunday Morning Call
Länge: 5:11
DAS ist definitiv eines meiner liebsten Oasis Titel überhaupt!
Wieder mal eine sehr schöne Ballade, zu der man am liebsten mitheulen möchte. Nicht unbedingt weil der Text so traurig ist, oder das Lied so ruhig. Nein. Einfach nur weil es einfach "schön" ist. Die Schönheit eines Liedes könnte man sagen.
Das ganze Lied beginnt sehr ruhig, beschleunigt sich dann aber zum Refrain hin, um dann zur zweiten Strophe wieder abzuklingen. Diese ganzen Höhen und Tiefen des Liedes sind so wahnsinnig perfekt aufeinander abgestimmt.
Vor allem der Fakt, dass diesmal wieder Noel Gallagher singt und nicht der Bruder mit der kratzigen Stimme, macht das Lied noch einmal um einiges hörenswerter.
Liam Gallaghers Stimme hätte die Stimmung des Lieder nie im Leben so gut rüberbringen können.
"And in your head do you feel, what you're not supposed to feel?" Ein Wahnsinnstext, der wahrscheinlich nicht nur Verliebten Gänsehaut bekommen lässt.
Wertung: 10/5 Mindestens!
9. I can see a liar
Länge: 3:12
Nach der einfühlsamen Ballade "Sunday morning call" geht es gleich wieder schnell und rockig mit "I can see a liar" weiter. Einer der wenigen Songs des Albums, die wirklich rocken. Aber dieses Lied tut es auf jeden Fall! Wieder hören wir die Stimme von Liam Gallagher, die zu diesem Song natürlich wieder sehr gut passt. Allerdings nuschelt er in diesem Lied ungewöhnlich oft, sodass man den Text teilweise gar nicht ordentlich versteht.
Sicher kann man in den Lyrics eine gewisse Moral finden, wie der Titel sogar vllt. sogar schon vermuten lässt.
Allerdings wirkt das ganze Lied auf mich zwar schon sehr rockig und unter Umständen kann man dazu auch sehr gut tanzen.
Doch in meinen Augen stimmt an diesem Song etwas nicht, oder es fehlt sogar etwas. Vielleicht das bekannte i-Tüpfelchen, ich weiß es nicht.
Wertung: 2.5/5
10. Roll it over
Länge: 6:41
Der krönende Abschluss? Na-ja ...
Wieder ein sehr ruhiges Lied. Vielleicht meinte Oasis damit auszusagen "Wenn das Album schon nicht rockig, dann auch nicht das Ende!" So kommt es einem jedenfalls vor.
Ich möchte den Song damit nicht schlecht machen, es ist ein wirklich sehr schönes, ruhiges Lied. Allerdings hätte ich als Abschluss eher etwas anderes gewählt.
Das Lied hat einen sehr tollen Refrain, der einen träumen lässt. Aber der Songtext ist wieder einer von Oasis' kürzesten. Zum Schluss, wo die Hälfte Lyrics schon verbraucht ist, wieder ein sehr langes instrumentales Stück. Der Chor im Hintergrund lässt das Lied sehr pompös und eindrucksvoll wirken.
Wieder ein sehr "schönes" Lied, ein sehr Oasis-typisches.
Wertung: 4.5/5
Fazit:
Ich bin nun schon sehr lange Oasis Fan, aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass ich deshalb auch nicht kritisch an ein Album rangehen darf.
Wenn man sich die Lieder einzelt ansieht und dazu meine Wertung könnte man ja meinen, dass das Album eines von Oasis' "guten" ist. Aber da liegt man falsch. Wenn man sich die Songs alle einzelt anhört, kann man vereinzelt wirklich schon sehr begeistert sein, aber alle auf einem Album zusammen wirkt nicht so ganz, wie ich es mir beim Kauf erhofft habe.
Alle Songs sind sehr Oasis typisch und die meisten wirken schon sehr bekannt auf einen.
Wie ich finde wirklich kein Vergleich zu Alben wie "Heathen Chemistry" oder "Morning Glory".
Bis auf "Sunday Morning Call" und "Where did it all go wrong?" (beide wohlgemerkt von Noel gesungen!) sind auf diesem Album keine Oasis Klassiker zu finden. Zu recht.
Natürlich erwartet man, dass wo Oasis drauf steht, auch Oasis drin steht, aber ein wenig Abwechslung hat noch niemanden geschadet.
Desweiteren find ich, dass "Standing on the shoulder of giants" recht viel Ähnlichkeiten mit dem kürzlich veröffentlichten Album "Don't believe the truth" hat. Dass ich persönlich da Parallelen sehe und beide Alben nicht besonders mag, kann aber auch nur Zufall sein ;)
Ich vergebe durch genannte Gründe nur 3 Sterne und die Empfehlung, sich "Heathen Chemestry" zu kaufen.
"Standing on the shoulder of giants" würd ich mir nur als eingefleischter Oasis Fan kaufen, der Wert darauf legt, seine CD Sammlung zu vervöllständigen.
Für mich persönlich war allerdings allein schon der Song "Sunday Morning Call" der Grund dieses Album zu kaufen. Ich hab dafür im örtlichen Media Markt 8,99 Euro bezahlt, was noch ganz akzeptabel für ein Oasis Album ist wie ich finde.
Der Preis kann allerdings von Geschäft zu Geschäft variieren. weiterlesen schließen
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