Pro:
Alex' Stimme kann ab und an durchaus gefallen; 3 gelungene Titel
Kontra:
der gesamte Rest zu eintönig
Empfehlung:
Nein
>>> THE CALLING - CAMINO PALMERO <<<
Kennt ihr den Film "Coyote Ugly"??? In einer Szene des Films ist die Hauptdarstellerin (Hilfe, wie heißt sie nochmal???) in einer Bar, in der sogenannte "OpenMic-Nights" stattfinden, um sich einzutragen. Im Hintergund spielt eine Band gerade ein Lied.
Die Band heißt The Calling und das Lied heißt "Wherever you will go". Und genau dieses Lied veranlasste mich dazu aus reiner Neugierde auch mal in das Album "Camino Palmero" reinzuhören. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Hätte ich es doch lieber bleiben lassen...
=========
DIE BAND
=========
Die beiden Masterminds der Band sind zweifellos der Sänger Alex Band und Gitarrist Aaron Kamin (beide aufgewachsen in der Umgebung von San Fernando Valley in Kalifornien), die sich schon einige Jahre vorher trafen. Und zwar über den Umweg der Schwester von Alex, an der Aaron Interesse zeigte. Da hörte er den etwas jüngeren Alex das erste Mal singen und wußte, der oder keiner. Also rein musikalisch natürlich ;-) Und so begannen beide zusammen zu spielen. "My sister finally said to Aaron, `Do you want to play music with my brother or do you want to date me?' Well, we're still playing together." meint Alex im Nachhinein zu dieser Verbindung.
In den folgenden Jahren war man bemüht eine Band zusammenzustellen, denn nur Sänger und Gitarrist war ja doch ein bißchen zu wenig. So stießen neben Aaron und Alex auch noch Sean Woolstenhulme an der Gitarre, Billy Mohler am Bass und Nate Wood am Schlagzeug hinzu. Und aus den einstigen "Generation Gap" wurde "The Calling", die unter dem Label RCA Records ihr Debütalbum "Camino Palmero" veröffentlichten ...
===========
DAS ALBUM
===========
The Calling machen gemeinhin als normalen Gitarrenrock bezeichnete Musik. Viel Schlagzeug, eine markante Stimme (die Alex Band zweifellos hat) und Texte, die sich vorrangig rund um das Thema Liebe drehen. In all seinen Facetten. Und da gibt es wahrlich viele von. Aber genug gequatscht, kommen wir zur Musik ...
DIE TITEL
"Unstoppable"
Der Opener gibt die Richtung des Albums vor. Langsam wird die Melodie aufgebaut, die durch eine eher im Hintergrund agierende Gitarre und dem Schlagzeugspiel bestimmt wird. Alex Band zeigt hier schon, das er eines auf jeden Fall kann, sehr gut gesanglich die Emotionen und Intentionen des Liedes rüberzubringen. Während er in den Strophen doch recht zurückhaltend bleibt, zeigt sich gerade der Refrain gesanglich und musikalisch lautstark. "Unstoppable" macht Lust auf mehr ...
"Nothing’s changed"
Die Gitarre spielt sich von Anfang an in den Vordergrund mit einer allerdings ziemlich eintönigen Einleitung. Der Charakter ist auch hier unverkennbar: die Strophen leiser, im Refrain lauter. Allerdings gelingt dies hier nicht so gut, wie im Opener. Der Titel ist irgendwie ziemlich langweilig, um es mal einfach und human auszudrücken. Es passiert einfach nicht viel, musikalisch und stimmlich ... "Nothing's changed at all" Wie wahr, es hat sich nichts verändert in diesem Lied!
"Wherever you will go"
Der Mitsinger schlechthin und wohl auch das Lied, das jeder kennen müßte, da man daran im Radio nicht vorbeikam. Das Schlagzeug ist taktangebend, während alle anderen Instrumente sich größtenteils zurückhalten. Eindeutiges Plus dieses Liedes ist Alex Bands Gesang. Dieser Wechsel zwischen leisem schmachtenden und lauten schreienden Gesang setzt genau die richtigen Akzente und hat mit Sicherheit einen großen Anteil am Singleerfolg von "Wherever you will go". Und mittlerweile höre ich ihn auch wieder ganz gern, nach der kurzzeitigen Übersättigung durch diverse Radiostationen. Schade, das ausgerechnet dieser Titel eines der kürzesten des Albums ist.
"Could it be any harder"
Alex' Stimme klingt verloren, traurig und depressiv, was mir der Text auch prompt bestätigt: "You left me with goodbye and open arms. A cut so deep I don't deserve." Die Instrumentierung bleibt im gesamten Stück eher ruhig. Einzig allein die stimmlichen Wechsel im Gesang bringen den Schmerz im Lied zum Ausdruck. Dieses Lied gehört zu den ruhigeren Vertretern auf "Camino Palmero", sprich es besitzt schon einen gewissen Balladencharakter.
"Final answer"
Nur begleitet durch eine Gitarre beginnt Alex' Gesang. In der zweiten Strophe gesellt sich die zweite Gitarre hinzu, ohne den anfänglichen leisen Charakter zu verändern. Das Schlagzeug hält sich verblüffend viel im Hintergrund. Allerdings gefällt mir hier der Gesang wieder nicht sehr gut. Gerade, wenn Alex Band zu seinen Schreiexzessen startet, könnte auch ich schreien - vor Schmerzen ... "So I'll wait here for your final answer!" Genau darauf warte ich, eine endgültige Antwort auf das Warum mußte das Lied so klingen?? Warum??
"Adrienne"
Lieder, die nach Frauen benannt sind, handeln meist von positivem Verliebtsein und stellen somit oft eine Hommage an diejenige Dame dar. Auch in Adrienne ist man hier verliebt. Allerdings will sie davon nichts wissen. "Adrienne, I thought I knew you. Once again you used me!" Das Problem des Liedes?? Eigentlich alles! Alex Gesang ist inakzeptabel, die Gitarren krächzen nur so dahin. Wohl nur um eine durchweg rockige Stimmung zu verbreiten, was jedoch nun überhaupt nicht gelingen will. Und dann denke ich nach 3:40 Minuten ist Schluß, aber Nein!, die müssen natürlich noch eine Minute hintendran klimpern! Ich kann Adrienne verstehen. Bei dem Lied wäre ich auch freiwillig gegangen ...
"We’re forgiven"
Und wieder beginnt das Lied ruhig, um dann im Refrain lauter zu werden und wieder abzuklingen. Nach der zweiten Strophe folgt dann auch wieder eine obligatorische Bridge (hier ein kurzes ruhiges Gitarrengeklimper), um auf den finalen Countdown hinzuarbeiten und den Refrain noch ein-, zweimal zu wiederholen. "We can't laugh, we can't smile!" Neee, echt, da kann ich wirklich nicht mehr drüber lachen!
"Things don’t always turn out that way"
Die letzten 4 Lieder waren alle ca. 4:30 Minuten lang und klangen (außer "Could it be any harder") auch ziemlich gleich. Warum sollte da dieses Stück eine Ausnahme bilden?? Eben! Tut es auch nicht! Jungs, dieses ständige Wiederholen und der gleiche Aufbau zeugt nicht gerade von Einfallsreichtum. Hier kann man wenigstens mal wieder Alex' Gesang positiv hervorheben. Das war es dann aber auch schon mit der Herrlichkeit. Schade, sag ich da nur!
"Just that good"
Hat ich eigentlich schon dieses ständige Wiederholen bemängelt??? Ich weiß es nicht mehr! Muß am Ausschalten meines Gehirns liegen. Denn die Gleichheit lullt doch ziemlich ein. Aber halt, hier ist wenigstens etwas anders. Die Bridge gibt es eigentlich nicht und die Instrumentierung beginnt schon während der Strophen laut aufzuspielen. Das rettet den Titel leider trotzdem nicht sonderlich. Drum auf zum nächsten ...
"Thank you"
The Calling bedanken sich. Ich frag mich Wofür?? Dafür, das ich bis hierher durchgehalten hab?? Aber dann hättet ihr das Lied clevererweise am Ende platzieren sollen. Tja, was soll ich zum Lied sagen?? Wie wäre es mit Gitarre, Schlagzeug, Gesang, alles recht rockig und durchweg laut ... kurze Bridge ... und weiter geht’s mit dem Bedanken. Danke, ich glaub ich habe genug.
"Stigmatized"
Der inoffizielle Rausschmeißer des Albums überzeugt noch einmal und läßt kurz den Beginn wiederaufleben. Kraftvoller, teilweise recht verzweifelter Gesang, begleitet von lautem Schlagzeuggedresche und Gitarrengezupfe und -gerocke. "Stigmatized" klingt recht emotional und dementsprechend auch recht aufgewühlt. Aber leider habt ihr euch das Album dazwischen versaut! Anders kann ich es nicht ausdrücken.
"Wherever you will go (live)"
Und als Zugabe noch einmal der Kracher- und Mitsingtitel schlechthin. Und nachdem ich ja nun das Gesamtalbum kenne, leider wohl auch das wirklich einzig würdige auf "Camino Palmero", eventuell noch "Unstoppable", dann hört es aber schon auf.
Diese Version würde ich zwar eher als Akustikversion bezeichnen, denn als Liveversion. Denn Alex' Gesang wird nur durch Akustikgitarre und leisem Schlagzeug unterstützt. Dadurch geht das Druckvolle des Originals allerdings auch irgendwie verloren. Deshalb überzeugt mich das nun auch nicht mehr. Schluß! Aus!
ANSPIELTIPPS
Da bleibt nicht viel übrig. Natürlich "Wherever you will go" (obwohl das eh schon jeder kennt). Daneben noch "Unstoppable", "Stigmatized" und mit Abstrichen "Could it be any harder". Der Rest klingt gleich, gleich schlecht, um genau zu sein!
CD-INFOS
Das Album "Camino Palmero" von The Calling ist erschienen bei RCA Records und hat eine Spiellänge von 49:24 Minuten.
Das Booklet ist nicht sehr einfallsreich gestaltet, bietet außer allen Texten und den üblichen Danksagungen und Producerinfos nichts weiter. Produziert wurde das Album von Marc Tanner (Hieß der nicht Willie Tanner? *g*).
=====
FAZIT
=====
Starker Beginn, aber leider sehr stark nachgelassen! So läßt sich kurz und prägnant das Album beschreiben. The Calling schaffen es einfach nicht eine gewisse Abwechslung in ihre Stücke zu bringen. Was am Anfang noch gut klingt, wird durch die ständig gleichen, sich wiederholenden Stilmittel von Lied zu Lied schlechter. Da ziehen auch die zwei, drei durchaus hörbaren Stücke wie "Unstoppable" oder "Stigmatized" den Karren nicht mehr aus dem Dreck. Drum bleibt mir nur eins zu sagen: Geht doch, wohin ihr wollt. Hauptsache, ihr lauft mir dabei nicht wieder zufällig über den Weg!
=====
MEHR
=====
ÜBER THE CALLING
www.thecallingband.com
Wer mehr über die Band wissen will, surfe ihre offizielle Homepage an. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben