Pro:
- Konzept/Geschichte
- Herrliche Orchester-Arrangements
- Verschiedene Sänger
- Abwechslungsreich
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Avantasia ist ein Projekt von Edguy-Sänger Tobias Sammet. Viele namhafte Künstler sind beteiligt und alle Texte und Kompositionen wurden von Tobias Sammet geschrieben. Dabei sind 2 CDs herausgekommen, die ein Gesamtwerk bilden und auch einen Handlungsstrang haben.
Hier geht es um den ersten Teil, wobei gleich gesagt sein soll, dass man dieses Gesamtwerk nicht auseinander reißen sollte. Wenn man sich den ersten Teil zulegt, sollte am besten auch der zweite gleich dabei sein!
Über die genaue Story kann man sich über den Link ganz unten informieren, nur erst einmal so viel:
Es geht um einen Mönch im Mittelalter, der ein geheimes Buch entdeckt. Er gerät in ein Fantasie-Land
namens Avantasia und trifft viele interessante und skurrile Charaktere.
Gleichzeitig Gibt es aber noch einen weiteren Handlungsstrang, der von einem Kirchenmann handelt,
der versucht, diese Fantasiewelt zu zerstören.
Die ganze folgende Handlung ist zwar "fantastisch", allerdings lassen sich viele eindeutige Anspielungen und vor allem einige moderne Themen erkennen, wie zum Beispiel Kritik and er Kirche.
AVANTASIA - The Metal Opera. Part. I
Prelude (1:11)
Der Opener, ein instrumentales Orchesterstück, baut sich langsam auf und lässt einen
gespannt auf das Folgende warten. Tobias Sammet zeigt, dass er mit orchestralen Umsetzungen
genauso gut umgehen kann wie mit energiegeladenem Power-Metal bei Edguy.
Reach out for the Light (6:32)
Jetzt geht's richtig los! Dieses Stück stellt den perfekten Anfang da, die Melodie im Refrain ist
extrem eingängig und macht das Stück zu einer richtigen Hymne.
Der Text ist sehr überschwenglich, dieses Gefühl des Erwachens und Erkennens wird sehr gut vermittelt.
Serpents in Paradise (6:16)
Hier hört man ein bisschen mehr Chöre und das Stück ist insgesamt unruhig und enegiegeladen.
Wieder ist die Melodie sehr schön, hat etwas Musical-Einschläge.
Malleus Maleficarum (1:42)
Wieder ein instrumentales Stück, nur leise spielt eine Orgel. In dieser Szene hört man nur eine
Frau schreien und einige Stimmen im Hintergrund. Malleus Maleficarum (auch Hexenhammer genannt)
war im Mittelalter sozusagen der Freibrief der Kirche, um alle "Hexen" verfolgen und bestrafen zu
können.
Wenn man denkt, dass die Kirche damals wirklich mit "Ketzern" so verfahren hat, läuft es einem
kalt den Rücken herunter.
Breaking Away (4:35)
Am Anfang klingt eine lebendige Synthesizermelodie, dann setzt das Schlagzeug ein. Der Refrain ist
kraftvoll, wenn auch von der Melodie her nicht umwerfend. Aber dieses "Breaking away!" bleibt
einem wirklich in den Ohren.
Farewell (6:32)
Die erste Ballade. Der Anfang ist einfach nur schön und klingt irgendwie nach Schottland und
Bergen...Der Refrain fügt sich toll ein und später sind ordentlich Metal-Gitarren drin. Außerdem
hört man die Within-Temptation-Sängerin Sharon den Adel, die dieses Stück wirklich sehr gefühlvoll
umsetzt.
The Glory of Rome (5:29)
In diesem Lied geht es u.A. um einen Bischof, der nach Rom zieht und euphorisch seine gute
Sache, für die er angeblich kämpft, predigt. Hier wird die "Gegenseite" dargestellt; mit einer
überschwänglichen Melodie und pathetisch klingenden Arrangements.
In Nomine Patris (1:04)
Ein kleiner Lückenfüller, wieder nur Orchester.
Avantasia (5:31)
DIE Hymne des Albums schlechthin und auch das bekannteste Stück (Wird selbst auf Edguy-
Konzerten immer gespielt). Ein richtig fröhliches Lied, das von der Ankunft der Hauptperson
im Fantasie-Land Avantasia handelt.
A New Dimension (1:39)
Ein Orchester-Stück, das mich irgendwie an den Anno-Soundtrack erinnert. Passt sehr schön
zum Konzept, man kann sich die "neue Dimension" richtig vorstellen.
Inside (2:24)
Die zweite Ballade bei der Sammet richtig zeigt, was er gesanglich drauf hat. Auch Kai Hansen
von Gamma Ray ist mit von der Partie und zeigt, wozu seine Stimme fähig ist. Hier geht's nämlich
schon in ziemlich hohe Tonlagen.
Sign of the Cross (6:26)
In diesem Song ist schon zu erkennen, worauf das Ende des ersten Teils hinausläuft; Die Musik
beständig und marschiert förmlich vorwärts, textlich kommen sowohl die Kirche als auch die
Bewohner von Avantasia sowie die Hauptperson zu Wort. Der Refrain ist eher langsam, aber
eingängig und erinnert ein bisschen an Battle-Metal-Titel à la Sabaton.
The Tower (9:43)
Das längste und meiner Meinung nach einfach allerbeste Stück des Albums kommt als krönender
Abschluss des ersten Teils daher. Hier stimmt einfach alles: Anfangs ein leises Kalvier-Intro, dann
wird die Story bis hierhin mit wechselhafter musikalischer Story noch einmal auf den Punkt gebracht
und das Finale zeichnet sich ab. Der Refrain ist einfach nur bombastisch, ein totaler "Burner",
aber den absoluten Flash stellen die Verses da. Da muss einfach ein Beispiel her:
[Elderane, Bewohner von Avantasia]
Men have good intentions
on their way to the light.
But some of them are venal
and end up in the night.
Maybe it's better for you, mankind,
not to know what's going on.
[Gabriel, der Mönch]
Sometimes we must go
ways that seem to be wrong.
What a kind of life: Freedom in flesh,
shackles on your mind...
Und hier endet der erste Teil. Ein offenes Ende...
Ich kann diesen Soundtrack nur empfehlen, man kann die CD ganz alleine hören und sich wirklich auf die Musik konzentrieren, aber auch zum Nebenbei-Hören und ab und zu mal mitsingen ist sie bestens
geeignet.
Und wer sich die Geschichte dann noch aufmerksam durchliest, der entdeckt immer wieder kleinere
Anspielungen und interessante Aspekte.
Also, höchste Empfehlung meinerseits!
Links:
http://www.thomasnesges.de/avantasia/ weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben