The Village - Das Dorf (VHS) Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Soziologie-Drama das zu denken geben sollte.
- überzeugende Darsteller, gelungene Inszenierung, nachhaltige Wirkung, Spannung
- Großartig die Farbfotografie von Roger Deakins
- Schauspielerische Leistung, Gesprächsstoff nach der Vorstellung
- fesselnde Story, anrührende Liebesgeschichte, hervorragende Schauspieler
Nachteile / Kritik
- Gaugelt im Trailer vor ein Fantasy-Mystery Film zu sein.
- kein echter Schocker ;), Idee nicht die neuste, falsche Erwartungen
- nichts
- Werbung versprach was ganz anderes
- manchmal etwas langatmige Dialoge
Tests und Erfahrungsberichte
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Hier werden Grenzen gesetzt :-)
23.05.2006, 19:51 Uhr von
Skywalkeratwork
Hauptsächlich bei Ciao zu finden, aber auch hier werden meine Berichte natürlich gepostet und mei...3Pro:
Die Schauspieler allesamt ! Die Atmosphäre des Films und die Handlung wie immer ! Ein paar kleinere Überraschungen am Ende des Films ! Kostüm des Unaussprechlichen : - )
Kontra:
Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt ! Hatte zum Schluss hin wie gewohnt etwas richtig Überraschendes erwartet, aber leider nichts : - (
Empfehlung:
Ja
Vorwort
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Ich kenne ja bereits die 3 Filme vor diesem 4. Streifen von M. Night Shyamalan, nämlich The Sixth Sense, Unbreakable und Signs auch in dieser Reihenfolge und war jedes Mal begeistert, egal welcher Streifen. Daher hatte ich genauso hohe Erwartungen auch beim 4. Film und wollte ihn mir schon immer auf DVD kaufen, konnte es mir jedoch bei 20 Euro immer verkneifen und so hatte ich das Glück solange gewartet zu haben, das er nun auf Premiere gezeigt wurde. Und von daher möchte ich nun darüber berichten und mal sehen, ob er genauso empfehlenswert ist, wie die vorigen Filme dieses Regisseurs!
Kurze Infos zum Film
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Also bei Amazon.de ist der Film nun nach einiger Zeit auch nicht mehr so teuer, er liegt nun bei 10 Euro und ich denke das ist ein ordentlicher Preis, im Gegensatz zu fast über 20 Euro beim Saturn. Freigegeben ist er ab 12 Jahren, das auch zurecht wie ich finde und die Laufzeit beträgt 103 Minuten. Produziert wurde er 2004 und erschien dann am 1. September 2005 auf DVD. Die Musik stammt von James Newton Howard und Regie führte halt Shyamalan, der mit diesen inklusive The Village 4 Filmen eine richtig tolle Kollektion schon gebildet hat. Wie immer wurde er in den USA produziert und ist einzuordnen in das Genre Thriller!
Die Schauspieler
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William Hurt
Sigourney Weaver
Joaquin Phoenix spielt Lucius Hunt
Adrien Brody
Brendan Gleeson
Judy Greer
Cherry Jones
Jayne Atkinson
Bryce Dallas Howard
Fran Kranz
Große Namen, aber das war ja schon immer der Film, ich erinnere da an Bruce Willis oder Samuel L. Jackson und auch Mel Gibson, wo auch schon bei Signs Joaquin Phoenix mitgespielt hat. Also es passiert oft auch bei Shyamalan das er große Namen öfters nimmt, wie Bruce Willis und halt dieses Mal Joaquin Phoenix, jedoch auch neue große Namen, angefangen ganz oben mit William Hurt. Er hat schon in Filmen wie Lost in Space, A.I. Künstliche Intelligenz oder Dune mitgespielt, also auch in seinem Alter noch sehr begehrt, er hat halt viel Erfahrung. Sogar Sigourney Weaver spielt sogar mit, richtig bekannt wurde sie aus der Alien Quadrilogy oder auch Filme wie Ghostbusters oder Columbus. Weiter geht es dann mit Adrien Brody, zuletzt gesehen in King Kong oder auch der schmale Grat und Brendan Gleeson aus Harry Potter oder Königreich der Himmel. Joaquin Phoenix dagegen habe ich zum ersten Mal in 8mm an der Seite von Nicolas Cage gesehen oder auch in Gladiator. Ich denke das reicht um kurz andere Filme zu erwähnen der Schauspieler dieses Films, viele bekannte Namen und schon deshalb im Grunde empfehlenswert. Aber bei Filmen dieses Regisseurs kommt es immer stark auf die Handlung an trotz großer Namen, vor allem das Ende der Filme war immer besonders aufregend und regte zum Nachdenken an und genau das habe ich hier auch erwartet!
Die Handlung
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Der Film spielt im Jahr 1897 und zwar genauer gesagt in den Wäldern von Pennsylvania, wo nämlich ein Dorf entstanden ist. Hier leben die Menschen noch friedlich und von der Außenwelt quasi abgeschottet, was aber einen gewissen Grund hat. Denn die Ältesten im Dorf wollten dies so, weil sie teilweise schon schreckliche Erlebnisse dort gemacht haben und wichtige Menschen verloren haben, meist durch Schusswaffen. Und all dies gibt es in diesem kleinen Dorf nicht, weil die Ältesten auch alles dafür getan haben. Denn das Dorf ist quasi abgegrenzt zu den "Unaussprechlichen", Kreaturen die im Wald lauern und wo sich niemand hintraut. Alle Menschen in diesem Dorf bleiben auch in diesen Grenzen und somit ist man gegen Vieles geschützt, denken die Ältesten zumindest...
Doch sehr bald wird dies ein Ende haben, denn es gibt jemandem im Dorf, der keine Angst zeigt auch außerhalb der Grenze nicht und zwar ist dies Lucius Hunt. Er würde so gerne in die nächste Stadt gehen um Medikamente zu holen und somit könnte man einem Freund von ihm helfen. Doch es ist ihm verwehrt und eines Tages lernt er eine Frau kennen, in die er sich verliebt und beide haben vor zu heiraten. Alles scheint seinen gewohnten Gang zu gehen, bis plötzlich Lucius Hunt mit einem Messer von einem anderen Dorfbewohner fast erstochen wird. Aber nur fast, die Wunden sind geheilt und er lebt noch, bleibt nur die Frage wie lange er noch durchhalten kann ohne Medikamente. Und aus dem Grund macht sich seine große Liebe auf, um in die nächste Stadt zu gehen, selbst obwohl sie blind ist und das ohne Hilfe, denn niemand anderes traut sich mit ihr zu gehen...
Und so nimmt sie die Gefahr auf sich und will zur nächsten Stadt laufen, um dort Medikamente zu holen für Lucius, der sonst sicherlich sterben wird. Doch auf diesem gefährlichen und spannendem Weg passieren nicht nur geheime Dinge, sondern es kommen auch die verschiedensten Lügen-Geschichten zu Tage. Aber die vorrangige Frage ist erst einmal, ob sie es überhaupt bis zur Stadt schafft, denn im Wald lauern die "Unaussprechlichen"...
Mehr wird nun aber von mir nicht verraten, denn wie immer ist vor allem das Ende spannend wo alles aufgelöst wird, wenn auch nicht ganz am Schluss wie gewohnt, sondern schon kurz vor und das nicht so überraschend wie sonst. Aber die Inszenierung ist wieder einmal super gelungen, denn die Spannung und Atmosphäre kommt wieder einmal mehr als gut rüber, vor allem bei mir im Wohnzimmer mit meiner Surround-Anlage. Aber im Kino sicherlich noch einen Tick besser, aber nur einen kleinen Tick :-)
Meine Meinung
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Also ich muss sagen, ich bin zwar nicht so richtig enttäuscht über diesen Film, doch meine Erwartungen waren doch wie auch bei den vorigen 3 Filmen recht hoch und die konnten absolut nicht erfüllt werden. Und aus dem Grund kann ich ihn zwar noch weiterempfehlen, jedoch reicht es in meinen Augen leider nicht mehr als für ein "Mittel" was die Bewertung angeht. Sicherlich sind die 3 Filme vorher in meinen Augen gleichwertig sehr gut, ist aber sicher auch Geschmackssache, dieser fällt also ab, aber das wurde ja auch mal Zeit, nicht das ich es mir gewünscht habe, doch so ein hohes Niveau zu halten ist sicherlich absolut schwer, denn jedes Mal wurde der Zuschauer aufs Neue überrascht, vor allem am Ende eines Filmes. In diesem Film leider nicht, zum Schluss hin gibt es zwar etwas wo man sagt Oh, aber nichts Aufregendes wie ich finde, durchschaubar halt. Und das hat der Regisseur hier leider nicht ganz so geschafft, auch wenn die Besetzung dafür wieder einmal grandios war. Aber wie ich oben schon erwähnt habe, kommt es bei Filmen dieses Regisseurs nicht auf die Schauspieler an, die tragen dazu bei, aber nur zu der genialen Handlung mit vielen Überraschungen und die fehlen hier einfach. Klar ist das Thema wieder interessant und ab und zu gibt es ein paar "Schockmomente", doch nichts was mich vom Hocker reißen würde. Sicherlich würde ich ihn mir noch ein zweites Mal ansehen, doch viel Geld ausgeben dafür würde ich nun nicht. Muss sicherlich jeder selber wissen, ich habe schon viele sehr gute Meinungen über diesen Film gelesen, aber auch Schlechtes darüber gehört. Also für mich ein durchschnittlicher Streifen, von daher muss jeder selbst entscheiden ob er ihn sich ansehen möchte oder nicht. Wer die vorigen 3 Filme kennt, hat sicherlich wie ich auch, hohe Erwartungen. Daher danke für das Interesse an meinem Bericht und bis dann, euer Unaussprechlicher Sky :-) weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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anonym, 30.05.2006, 17:29 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
hab im Fernsehen einen Teil gesehen und dann umgeschaltet - irgendwie fand ich den Film langweilig
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Betthuepfer, 30.05.2006, 14:56 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Erst keine Infomails und dann gleich 130 auf einmal TZTZ
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anonym, 30.05.2006, 13:47 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
sehr hilfreich
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Und wenn sie nicht gestorben sind ...
23.05.2005, 01:43 Uhr von
Elli-Spirelli
direktsagend - zickig - ironisch - musikliebend - duftgeniessend - manchmal sogar lieb - kinolieb...Pro:
Schauspielerische Leistung, Gesprächsstoff nach der Vorstellung
Kontra:
Werbung versprach was ganz anderes
Empfehlung:
Ja
... dann leben sie noch heute.
So oder so in der Art könnte man das Ende eines Filmes in Worten ausdrücken, der einen in eine märchenhafte Zeit versetzt hat und es trotzdem geschafft hat im heute zu bleiben.
The Village - das Dorf, so der Titel des Films, verhieß mit einem grandiosen Trailer einen gruseligen Film, annähernd Horror, ein bißchen Paranormales und eine Prise Schreck. Das Komische aber ist, daß dieser Trailer eine ganz andere Vorstellung hervorruft, als der Film erfüllt hat bzw. erfüllen kann.
Ich persönlich hatte ein reges Interesse an dem Film seitdem ich die erste Vorschau gesehen hatte, gerade weil der Trailer (großes Lob) so genial ist. Am Ende muß ich gestehen, daß es einen Punkt Abzug für diesen geben wird. Das ist allerdings nicht so widersprüchlich, wie man vielleicht denken mag. Denn der Trailer versprach etwas anderes, als der Film mir geliefert hat. Einzig und allein, daß er so interessant und sehr bedacht war läßt ihn grandios erscheinen, für einen Filmeliebhaber aber kann dieser Trailer wie ein Pickel sein, den man versucht auszudrücken, aber am Ende hat man eine größere Geschwulst im Gesicht als zuvor.
Worum es nun eigentlich ging möchte ich natürlich sagen, was mir die Story letztendlich sehr erschwert, schließlich gehe ich ja immer davon aus, daß diesen Bericht jemand liest, der den Film noch nicht kennt und mich somit eine Gradwanderung erwartet.
Das Dorf - sehr einleuchtend, spielt die Hauptrolle in diesem Film - trotz Star-Besetzung gelingt es nicht das Hauptaugenmerk vom Dorf abzulenken. Es liegt inmitten eines Waldes - nein inmitten von Wäldern, um es mit den Worten der dort lebenden Erdenbürger zu nennen. Nun verhält es sich so, daß kein Dorfbewohner diese Wälder betritt. Im ersten Moment hätte ich ja ganz logisch gedacht: Klar, denn die haben ja Angst, was mir natürlich die Vorschau auch schon gezeigt hat. Das ist wohl richtig, aber wohl auch nicht. Im Prinzip kann ich schreiben, was ich will - es gibt immer zwei Seiten dazu. Ich bitte also vermeintliche Widersprüche als Folge des Films und der Story zu betrachten.
Es gibt in diesen Wäldern durchaus etwas, was den Bewohnern das Fürchten lehrt - man nennt sie die “Unaussprechlichen” und spätestens bei diesem Wort denkt man an den Anfang des 19. Jahrhunderts und unweigerlich auch an Filme wie “Sleepy Hollow” und “Der Pakt der Wölfe”. Und so ähnlich wie in den dortigen Besiedlungsgegenden ist dieses Dorf in diesem Film zu sehen. Brave Dorfbewohner verfolgen ein friedliches Leben, sorgen selbst für ihre Nahrung und was sie so zum Leben benötigen, sind füreinander da und haben ein paar Regeln, die den Frieden natürlich sichern. Eine dieser Regeln ist, daß keiner der Bewohner in die Wälder gehen darf, basierend auf dem vermeintlichen Wissen, daß man eine Vereinbarung hat mit den “Unaussprechlichen”, daß man sie nicht stört und diese dafür das Dorf und deren Menschen in Ruhe lassen.
Diese kaum vorstellbare Absprache findet ein jähes Ende, was auch immer der Grund dafür sein mag - es liegt nicht daran, daß jemand diese Regeln nicht befolgt hat. Schon vor dem ersten Brechen dieser Regel hinterlassen die “Unaussprechlichen” Zeichen , Warnungen.... In meinen Augen ein schier ekliges Bild, wenn man sich vorstellt einen bis auf den Kopf gehäuteten Hund vorzufinden und dann auch noch ein Fundstück von Kindern. Mit welcher Härte dann allerdings im Unterricht über die Feinheiten der Tötung und Häutung geredet wird ist nach betrachten des ganzen Filmes einfach nur grausam. In dem Moment selber empfand ich es nicht so schlimm: Man nehme an, man lebe mit einigen Menschen zusammen in einem Ort, der zwar friedlich ist, dessen Friede aber bedroht wird durch “unaussprechliche” Kreaturen....ein “Etwas” - da wächst man als Kind so hinein, daß es mit zum Leben gehört zu wissen, wer da dem Tier etwas zugefügt hat und vor allem auch wie ... Schließlich sind gerade Kinder diejenigen die naiver und unbedachter an Gefahrensituationen rangehen wie ein Erwachsener es tun würde. Da aber am Ende alles ganz anders wirkt, wirft das Filmende nicht nur Fragen auf, sondern vor allem auch das Wissen, daß einiges mehr schlecht als recht umgesetzt wurde.
Nun gibt es einen jungen Mann inmitten der Dorfbewohner, der etwas Gutes tun will. Da die Dorfbewohner ein sehr eingeschränktes Leben führen und sich bewußt dort von den Wäldern zurückhalten befinden sich zumeist notwendige Medikamente nicht vor Ort. Der mutige Lucius (Joaquin Phoenix) möchte nun gerne sein Leben aufs Spiel setzen und die Wälder durchqueren um in die nächste Stadt einzukehren, alles Notwendige zu besorgen und dann natürlich auch zurückkehren. Einzig und allein der “Ältestenrat” muß davon überzeugt werden. Dieser setzt sich - wie unschwer dem Namen zu entnehmen aus den Ältesten zusammen, die wenig zu tun, aber doch etwas zu sagen haben. Unter anderem zählt zu ihren Aufgaben die Einhaltung des Abkommens zu sichern, damit die “Unaussprechlichen” nicht in das Dorf kommen. Sie sind also - logisch - nicht schwer begeistert von Lucius´s Idee.
Und als hätten die “Unaussprechlichen” diese Idee gehört gehen die Warnungen weiter - in roten Mänteln gehüllte Kreaturen mit Stacheln auf dem Rücken und Klauen wie von 12 Meter großen Adlern machen Dorfspaziergänge in der Nacht um die Dorfbewohner zu ängstigen und ihre Türen zu markieren ... Mit roter Farbe! Und daß die rot ist, das ist gar nicht gut - denn rot ist eine böse Farbe - nein: Es ist DIE böse Farbe. Alles, was rot ist in diesem Dorf wird sogleich vergraben oder was auch immer -hauptsache, es ist nicht zu sehen - denn: Die “Unaussprechlichen” werden von dieser Farbe angelockt.
Lucius geht übrigens nicht in die nächste Stadt, denn seine Angebetete Ivy (Bryce Dallas Howard) kommt in die Bedrängnis es für ihn tun zu müssen, aber auch zu wollen. Denn einen noch viel größeren Fürchtenichts als Lucius findet man in Noah (Adrien Brody), der geistig gestört im Dorf lebt und weder die Wälder noch deren Kreaturen zu fürchten vermag. Und da er keinerlei Reue kennt, da sein Geist dieses Wort schon mal gar nicht verarbeiten kann ist er ein Mensch, der sicherlich lustig ist, aber nicht immer weiß, was er tut. Aus diesem Grund bringt es ihn völlig aus der Fassung daß seine Ivy, mit der er doch so viel “spielt” und tolle Zeiten verbracht hat nun mit Lucius vereint werden soll. Er begeht ein Verbrechen und genau das ist der Punkt!
Es stellt sich nun so langsam aber sicher heraus warum sich die Menschen in diesem Dorf überhaupt angesiedelt haben ... na ja eigentlich auch wieder nicht - aber das ist einer der unvermeintlichen Widersprüche, wenn man über diesen Film schreibt. Denn alle Ältesten haben in der vermeintlich schlechten Stadtwelt erlebt, wie einer ihrer Liebsten durch Verbrechen starb. Einmal war es eine Schwester die vergewaltigt und getötet wurde, das andere Mal der Vater und beim Nächsten war es wieder etwas anderes und natürlich auch das Geld - denn Geld gibt es in dem Dorf nicht - Geld ist nämlich schlecht! Jawoll!
Im Großen und Ganzen kommt ein bißchen Verständnis dafür auf, daß es Menschen gibt die aus solch einer Umgebung entfliehen und sich da ansiedeln, wo sie zwar nicht wieder wegkönne, aber wo sie sicher sind. Aber sind sie das denn nun, wenn auf einmal der Noah doch ein Verbrechen begeht? Da wechselt im Film das Gefühl von Verständnis zu einem Gefühl heran, in dessen Ausartungen man den Dorfbewohnern zurufen möchte: Das habt ihr nun davon - seht ihr - es passiert überall ...
Und wissen wir nicht auch, daß es überall passiert? Wußten die das denn etwa nicht? Im Grunde kein schlechter Denkansatz für die reale Welt außerhalb des Kinosaals - aber leider wird auch dieser Denkansatz wieder ein wenig umgeschmissen - nicht zuletzt weil der Film so endet wie er eben endet ...
Überraschend ...
Die Story ist nicht schlecht, sie ist mit Sicherheit sogar lebendig, aber das Ende ist mehr als Mystery und schon gar kein Drama-Element ... Um mal nebenbei zu erwähnen daß dieser Film als “Mystery-Drama” verkauft wird. In Wirklichkeit ist das nicht annähernd Mystery oder übersinnlich - es ist eine Verkettung vom “Staatsfeind Nr.1” und “Jurassic Park” - natürlich in nicht so ausschweifenden Sequenzen, aber durchaus mit dem weitwinkligen Blick eines denkenden Endverbrauchers - dem Zuschauerauge entkommt vielleicht einiges - dem Geist aber letztendlich doch nicht. Pluspunkte hat die Story auf jeden Fall verdient - was es aber soll mit der Werbung darauf hinzudeuten, daß der Film wie Unbreakable, The Sixth Sense oder Signs ist - das möchte ich schon gerne wissen - denn ich kann The Village nur ganz entfernt mit diesen Filmen vergleichen - ich will es nichtmal, weil mir ganz andere Filme bei dem Film eingefallen sind, wie man ja dem Text entnehmen kann.
Ich mag Filme, die ein überraschendes Ende haben und ich mag Filme, die mich nicht langweilen - alles das hat mir “The Village” auch gegeben. In all den 2 Stunden habe ich mich schließlich nicht wirklich gelangweilt, wenn ich das behaupten würde, würde ich lügen. Trotzdem war der Film nicht wirklich das, was ich erwartet hätte und ist am Ende nur halb so faszinierend, wie erhofft. Ernüchternd wäre ein Wort, was beschreibt wie ich empfand. Rätselnd passt allerdings auch, denn eins muß ich dem Regisseur M. Night Shyamalan lassen: Das Ende regt nicht nur zum Nachdenken an, sorgt nicht nur für Gesprächsstoff und verbirgt sogar aufwerfende Fragen, die in der heutigen Welt so manchen Platz verloren haben. Gleichzeitig schafft er es fast 1 ½ Stunden vorzutäuschen um dann erst ganz langsam umzulenken, aufzudecken und erst in den letzten Minuten Wahrheit zu zeigen. Alleine diese Umsetzung verdient mehr als ein Lob, denn das war gekonnte Kunst - in Perfektion. Was allerdings nichts damit zu tun hat, daß der gesamte Film Ernüchterung gebracht hat und für mich irgendwas gefehlt hat - Vielleicht war es auch ein Tick zu wenig Klarheit - zu viel Stoff zum Grübeln oder einfach nur zu viele ungeklärte Fragen. Das mochte Absicht sein, muß aber deshalb noch nicht jedem gefallen.
Schauspielerische Leistungen findet man aber auch - gute und sogar sehr gute. Ich muß sagen daß Bryce Dallas Howard sogar mehr Glanz und Können besaß als Sigourney Weaver (was diesen Film anbelangt natürlich) - auch Adrian Brody vollbrachte eine wahrlich gute Leistung - es bedarf bei beiden Figuren (Ivy und Noah) viel Können und ich muß wirklich sagen: Glückwunsch für diese Schauspielerauswahl. Wieder andere vermochten mich nicht so zu überzeugen, fallen aber nur mehr oder minder ins Gewicht.
Ich weiß nicht, was ich zum Thema Empfehlung ja oder nein sagen soll. Einerseits ist es lohnenswert sich den Film anzusehen, allerdings sollte man dann wohl auch andere Erwartungen haben, als die, die beim Sehen des Trailers geschürt werden und man sollte Filme mögen, die nur beim ersten Schein allzu leichte Kost darstellen. Für Zuschauer, die ausschließlich mit Action, Blut oder auch klarer Story zu kriegen sind will ich gar keine Empfehlung geben, auch nicht für Liebhaber des “Zusammenzuck-Schreck-Effects” - da dieser eigentlich nur an zwei kleineren Stellen zu erhaschen ist. Im Grunde ist der Film scheinbar genau richtig für die, die bei der Vorschau denken: Das ist nichts für mich.
Eingeschränkt empfehlenswert.
Am Ende bleibt mir ein “Schade” ....
Schade, daß man für den Film mit den anderen Erfolgen wirbt, die wirklich mit dem Paranormalen glänzen ... Denn DAS ist in diesem Film rein gar nicht der Fall - es ist auch deswegen eher ernüchternd - Das Mystische - Das Übersinnliche - eigentlich wird es mit dem Film beendet - Shyamalan hat in meinen Augen damit eine durchgehend mystische Filmreihe beendet und hat nun scheinbar eher Gefallen an Verschwörungen, Geheimnissen und Komplotten gefunden.
Sei es wie es sei - Pro und Contra halten sich dann doch die Waage:
3 Sterne
Eure
Elli-Spirelli weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Unsere kleine Farm mal anders...
Pro:
überzeugende Darsteller, gelungene Inszenierung, nachhaltige Wirkung, Spannung
Kontra:
kein echter Schocker ;), Idee nicht die neuste, falsche Erwartungen
Empfehlung:
Ja
Tja, nach Sichtung der Trailer war klar, dass ich mir den neusten Streifen von M. Night Shayamalan unbedingt anschauen musste. (Wem dieser Name nix sagt, wird sicher mit seinen Werken wie SIGNS oder THE SIXTH SENSE was anfangen können). Ein mysteriöser Horror-Thriller ließ sich erahnen. Doch wie das meist so ist, sind Film-Previews nur die halbe Wahrheit und vermitteln einen falschen Eindruck. Bei THE VILLAGE ist das nicht anders...denn was als Thriller angepriesen wird, entpuppt sich schnell als.... na lest selbst.
UNSERE KLEINE FARM
Inmitten eines Tals, welches von Wäldern umgeben ist, lebt eine kleine Gemeinde, die sich dort angesiedelt hat. Eine friedliche Gemeinschaft, abgeschottet von der Aussenwelt, deren 'Ältesten' für innere Ordnung sorgen.
Das Besondere an diesen Dorfbewohnern ist, dass sie nicht allein in ihrer selbst kreierten Idylle sind, denn in dem angrenzenden Wald, leben die Unaussprechlichen. Riesige, furchterregende Kreaturen, welche die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Angezogen werden sie von der bösen Farbe, was zur Folge hat, dass alles was rot ist, von den Bewohnern schnellst möglich vergraben wird. Jedoch herrscht eine Art Waffenstillstand zwischen ihnen: die Unaussprechlichen verlassen den Wald nicht, solange die Dorfbewohner den Wald nicht betreten. Somit, haben die Bewohner keine Möglichkeit ihr Dorf zu verlassen ohne den Groll der Kreaturen auf sich zu ziehen.
Der Film startet mit der Szene einer Beerdigung...dieses Unglück veranlasst den furchtlosen Lucius (Joaquin Phoenix) den Ältesten-Rat darum zu bitten, die nächste Stadt aufsuchen zu dürfen. Er will Medizin besorgen. Die Bitte wird ihm jedoch verwährt...schließlich müsste er dafür den Wald durchqueren. Lucius, findet heraus, dass der geistig zurückgebliebene Noah (Adrien Brody) jedoch schon öfter im Wald war, ohne dass die Unaussprechlichen das Dorf angegriffen haben, daraufhin versucht er selbst sein Glück und betritt den Wald. Jedoch nicht ohne Folgen. Prompt läutet in der Nacht die Glocke des Dorfes: die Unaussprechlichen greifen an. Sie versehen die Türen der Bewohner mit der Bösen Farbe...eine Art Warnung.
Die Gemeinde verzeiht Lucius sein unbedachtes Verhalten und die Dinge nehmen ihren gewohnten Lauf. Doch scheinen die Unaussprechlichen weiterhin erzürnt zu sein...immer öfter finden sich, gehäutete Tierleichen im Dorf, diese können nur von den Unaussprechlichen getötet worden sein...oder?
- SPOILER -
Lucius und Ivy (Bryce Dallas Howard), die blinde Tochter des Dorfältesten, beschließen bald zu heiraten, jedoch ist Noah ebenfalls in Ivy verliebt. Kurzerhand greift er Lucius mit dem Messer an. Schwerverletzt wird er von Ivy gefunden... daraufhin bittet sie ihren Vater die Stadt aufsuchen zu dürfen um Medikamente zu holen, damit Lucius gerettet werden kann.
Ihr Vater gewährt ihr diese Bitte....
Dadurch nimmt die Geschichte zugleich ein gutes und dennoch sehr tragisches Ende.
SCHAUSPIELER
Joaquin Phoenix meistert seine Rolle gut. Er spielt den ruhigen und dennoch furchtlosen Lucius überzeugend, da er diese ruhige, gefasste Ausstrahlung hat. Man kennt den Bruder von River Phoenix schon aus SIGNS und GLADIATOR. Zu Anfang wirkt er auf den Zuschauer noch verunsichert und irgendwie unbedeutend. Doch übernimmt er zusehends eine tragende Rolle im Filmgeschehen und schließlich bringt er die Dinge ins Rollen. Stille Wasser sind tief...
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Bryce Dallas Howard, welche die wohl schwierigste Rolle der Ivy spielt. THE VILLAGE ist ihr Leinwanddebüt weshalb ihre Leistung um so bemerkenswerter ist. Überzeugend stellt sie die Blinde Ivy dar. Alles andere als schicksalsergeben ist Ivy eine der tragenden Figuren, die trotz ihrer Blindheit Dinge 'sieht' die anderen verborgen bleiben. Sie besitzt Stärke, Intelligenz und wirkt manchmal fast unheimlich. Bryce Howard ist die ideale Besetzung, da man ihr jederzeit als Sehende die Rolle der Blinden Ivy abnimmt.
Eine ebenfalls schwere Bürde trägt Adrien Brody, welcher schon einen Oscar für DER PIANIST einheimsen konnte. Er spielt den geistig behinderten Noah. Eigentlich wirkt Noah zwar überdreht aber dennoch liebenswert...dass er jemand ein Haar krümmen kann, hätte man nicht vermutet...schließlich legt er als Erwachsener das Verhalten eines Kleinkindes an den Tag. Dass Adrien Brody die geistige Verwirrung so authentisch rüberbringen konnte, hat ihm sicherlich einiges abverlangt. Als Zuschauer ist man zwischen Sympathie und Abneigung für Noah hin und her gerissen.
Sigourney Weaver, William Hurt und Brendan Gleeson, lassen den jungen Schauspielern den Vortritt und fungieren eher als Nebenrollen. Zwar wird ihnen als Einzelpersonen keine wirklich tragende Bedeutung im Film beigemessen...dennoch sind ihre Rollen das tragende Gerüst, auf welchem die Geschichte aufgebaut ist.
Die INSZENIERUNG...
...des Films ist große Klasse und rettet den Gesamteindruck. Im ganzen Film, gibt es keine störenden Elemente a lá Hollywood-Wahn. Keine schnellen Schnitte, wechselnde Bilder, farbenfrohe Aufnahmen...nichts hektisches was von der Story ablenken könnte. Allein die Handlung und die Figuren stehen im Vordergrund. Regisseur Shayamalan schafft es eine bedrückende Stimmung aufzubauen, von der ersten Minute an wirkt alles sehr düster und geheimnisvoll. Die Atmosphäre lässt gleich darauf schließen, dass der vermeintliche Frieden täuscht.
KRITIK
Nun, was das mysteriöse angeht wird man nicht wirklich enttäuscht. Gänsehaut bleibt dagegen eher aus - das höchste der Gefühle sind kurze Schreck-Momente. Gruseln aber wird sich nicht mal meine 6-jährige Nichte bei THE VILLAGE. Jedoch...
...bin ich mir nicht sicher was ich von dem Werk halten soll. Einerseits wurden meine Erwartungen sehr enttäuscht, da THE VILLAGE ins Genre des Horror so gar nicht passen mag. Dennoch herrscht eine bedrückende und düstere Atmosphäre. Durch die Idee eine Legende von finsteren Kreaturen wahr werden zu lassen baut sich eine gewisse Spannung auf, welche sich aber an keinem Punkt wirklich entladen wird. Zugegeben ist die Idee des Filmes an sich nicht neu. Seltsame Ungeheuer, welche die Menschen in Schrecken versetzen. Ein alter Hut, nicht wahr? Die Umsetzung dagegen aber ließ auf Gutes hoffen. Sie ist gelungen...und eigentlich faszinierend. Gerade der Kontrast zwischen der aufkommenden Trostlosigkeit gegenüber der friedlichen Idylle verfehlen nicht ihre Wirkung. Aber ein fader Nachgeschmack bleibt.
Das eigentliche Kernstück des Filmes bilden die Erfahrungen der Dorfältesten, welche sie dazu bewegt haben das Dorf zu gründen. Obwohl man ihnen keine große Bedeutung im Film beimisst, erfährt man am Ende welche tragende Rolle sie eigentlich spielen. Zumindest der Schluss des Filmes dürfte für Überraschungen sorgen, da man sich fast überrumpelt fühlt von dieser Wendung. Interessant in dem Zusammenhang ist natürlich, dass die Farbe des Blutes als Böse Farbe deklariert wird. Betrachtet man den Hintergrund der Dorfgründer so scheint selbige Symbolologie einleuchtend. Was ich nicht näher erörtern kann ohne das Geheimnis zu lüften.
Eine gelungene Sequenz hingegen ist Ivy´s Durchquerung des Waldes. Als Zuschauer weiß man nun schon um das Geheimnis des ganzen Spektakels...und auch Ivy weiß Bescheid. Doch gerade deshalb ist ihre Begegnung mit einem ‚Unaussprechlichen‘ besonders unheimlich und zerrt vielleicht bei dem ein oder anderen an den Nerven. Diese Verfolgungsjagd, ist in Hinblick auf die Lösung des Rätsels um die Legende der Waldbewohner besonders tragisch – bedenkt man, dass sie tödlich endet. Nicht jedoch für Ivy. Zudem sichert die tödliche Begegnung den Fortbestand des Dorfes..weiterhin abgeschnitten von der Aussenwelt. Welches zugleich Fluch und Segen ist.
Wer das nun verwirrend findet, wird sich THE VILLAGE wohl anschauen müssen.
Anschauen sollte man sich den Film vielleicht auch deshalb, da Regisseur Shayamalan auf unkonventionelle Art und Weise Kritik an der Gesellschaft übt. Worauf er eigentlich hinaus will wird zwar erst nach und nach klar, dafür aber mit nachhaltigem Eindruck. Er findet mit THE VILLAGE einen Weg sich gegen die sich entwickelnden Strukturen unserer heutigen Zeit auszusprechen und prangert die Missstände an. Zumindest fand ich es sehr aufschlussreich, dass er die Figuren seines Films eigentlich vor der Realität flüchten und sie statt dessen in ihrer eigens geschaffenen Welt leben lässt.
Paradoxerweise schaffen sie sich ihre eigenen Dämonen statt sich den realen zu stellen. Ich fand es sehr gelungen, dass man sich für diese indirekte Art der Kritik entschieden hat. Denn trotz der falschen Vorstellungen bezüglich der Handlung, hatte der Film einen gewissen Unterhaltungswert und hinterlässt kein Gefühl von Umsonst-gesehen. Eher ein Aha-Effekt.
Aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass es ein ernster Film ist..und mit Unterhaltungswert nicht gemeint ist, dass man sich entspannt zurücklehnen kann um die Dinge auf sich wirken zu lassen.
FAZIT
Ein Film der an die Empfindungen der Zuschauer apelliert und mit selbigen spielt.
Aber nicht ganz so gekonnt wie man es vom Regisseur erwartet hätte. Teilweise vermag er es einen in seinen Bann zu ziehen, jedoch bleibt der große Knaller aus. Meine Erwartungen wurden enttäuscht, denn THE VILLAGE ist nicht der Gruselschocker, als welcher er angepriesen wird...eher entpuppt er sich als gesellschaftskritisches Werk, der zum Nachdenken animiert.
Dennoch geht etwas faszinierendes von dem Film aus und rettet ihn. Obwohl ich in den Film mit falschen Vorstellungen gegangen bin, wurde ich auf unerwartete Weise teilweise positiv überrascht. Denn die Klasse des Filmes macht gerade das aus, was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt und vielleicht im verborgenen von den meisten übersehen oder nicht verstanden wird.
Letztendlich ist THE VILLAGE vielleicht doch ein verkanntes Meisterwerk ?
©ChopSuey weiterlesen schließen -
Geh nicht in den Wald, iß keine roten Beeren, und liebe deinen Nächsten!
19.10.2004, 16:36 Uhr von
frorgy
Hallo, um euch Anregungen für lange regnerische Herbstabende zu geben, werde ich immer mal wieder...Pro:
interessante Sozialstudie, gute Darsteller
Kontra:
kein klares Genre, schwacher Schluß
Empfehlung:
Nein
Ein einsamer Reiter blickt über die weite Prärie. Sein Pferd tänzelt ungeduldig mit den Hufen. Der Cowboy schnalzt mit der Zunge, und das Tier setzt sich in Trab, während der Mensch sich genüßlich eine Zigarette ansteckt, auf die schneebedeckten Berge in der Ferne blickt und den grasenden Mustangs in der Ebene zusieht. Kein Zweifel, wir befinden uns mitten in Marlboro Country...
Aber eigentlich wollte ich euch ja gar nicht über die Werbung im Kino berichten, sondern über den Film, der im Anschluß lief: "The Village" von M. Night Shyamalan (Drehbuch und Regie).
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Der Film spielt in einem Dorf mitten in Pennsylvania. Wir lernen zunächst die Dorfbewohner und ihre Bräuche kennen. Gemeinsame Mahlzeiten auf der Dorfwiese gehören dazu, ebenso die Versammlung der Ältesten, auf der über die Belange des Dorfes entschieden wird, zum Beispiel über die wichtige Frage, ob die Schulkinder beim nächsten Dorffest den "Vogelflug-Tanz" aufführen. Fröhliches Verandafegen gehört dazu, und Wettläufe der Jugendlichen. Und schon bei den ersten Bildern fühlen wir uns doch wieder an die Marlboro-Werbung erinnert: Ganz im Gegensatz zu den weiten Prärien bekommen wir hier die Enge des Dorfes zu spüren, die sich nicht nur im engen Zusammenrücken der Dörfler beim Mahl, sondern auch in der Landschaft widerspiegelt, ein enges Tal, begrenzt von Wäldern und Hügeln, abgeschottet von der Umwelt.
Die Wälder um das Dorf bergen ein Geheimnis, das offenkundig die Ursache für diese Abschottung ist. Dort leben die, deren Namen man nicht ausspricht. Sie haben eine Art Pakt mit den Dörflern geschlossen: Sie dringen nicht ins Dorf ein, wenn die Bewohner des Dorfes den Wald meiden. Außerdem sind alle roten Gegenstände verboten, denn Rot ist die böse Farbe, die die Unaussprechlichen anlockt. Darum haben die Dorfbewohner an den vordersten Bäumen gelbe Fähnchen als Grenzmarkierungen aufgehängt. Dem Wald nähert man sich nur in gelben Umhängen, denn das ist die Schutzfarbe. Und nachts muß einer der Dorfbewohner auf einem Turm Wache halten.
Die Jungen haben ein eigenes Spiel ersonnen: Einer muß sich mit dem Rücken gegen den Wald aufstellen und die Arme ausbreiten. Die anderen halten sich versteckt und messen die Zeit, wie lange er das aushält, ohne vor Angst wegzulaufen. Rekordhalter bei dieser Mutprobe ist der stille und zurückhaltende Lucius Hunt.
Lucius ist der Schwarm der Walker-Sisters. Nachdem er die lebenslustige, aber recht naive Kitty abgewiesen hat, macht sich deren blinde Schwester Ivy an Lucius heran. Ivy hat trotz ihrer Blindheit großes Charisma, unter anderem ist sie die einzige, die den ungestümen, geistig zurückgebliebenen Noah Percy zur Ruhe bringen kann. So hat denn auch Noah eine tiefe Zuneigung zu Ivy, und als Ivy und Lucius ihre Verlobung bekanntgeben, kommt es zu einem Eifersuchtsdrama: Noah sticht Lucius mit einem Messer nieder.
Es gibt nur eine Möglichkeit, den schwer verwundeten zu retten. Jemand muß durch den Wald, um Medikamente aus der Stadt zu besorgen. Ivy nimmt diese Bürde auf sich, die blinde junge Frau begibt sich in den Wald, in dem die Unaussprechlichen hausen...
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Seit "Blair Witch Project" wissen wir, daß kahle Äste und raschelndes Herbstlaub äußerst gruselig sein können. In "The Village" setzt Shyamalan ebenfalls auf solch subtilen Aufbau von Grauen. Auf ekeliges verzichtet er - abgesehen von ein paar gehäuteten Tierkadavern, die die Unaussprechlichen als Warnung im Dorf verteilen - vollständig. Dementsprechend hält sich der Grusel allerdings in Grenzen, die auch eher zart besaiteten Naturen den Besuch des Films erlauben. In meinen Augen ist der Film denn auch eher Sozialdrama als Horrorfilm. Das Schicksal und die Beziehungen der Dorfgemeinschaft stehen im Mittelpunkt, insbesondere die Dreiecksbeziehung Noah - Ivy - Lucius. Diese drei, großartig verkörpert von Adrien Brody (der dem Dorftrottel ebenso kindlich-verspielte wie diabolische Züge verleiht), Bryce Dallas Howard (die Ivy als selbstbewußte junge Frau gibt, jedoch auch in ihrer Angst allein im Wald überzeugend wirkt) und Joaquin Phoenix (als stoischer und zugleich schüchterner und zupackender Lucius), ziehen den Zuseher in ihren Bann. Dagegen wirken die Nebenfiguren, obwohl zum Teil prominent besetzt (zum Beispiel mit William Hurt und Sigourney Weaver) sehr eindimensional. Shyamalan verzichtet allerdings dankenswerter Weise darauf, allzu viele Hinterwäldler-Klischees zu verwenden, das Leben der Dorfgemeinschaft wird mit einiger Sympathie betrachtet.
Anders als in "Blair Witch Project", wo vieles offenbleibt, führt Shyamalan die Story zu einem Ende, in dem alles eine natürliche Erklärung findet – eher ernüchternd als spektakulär.
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Ich zögere, ob ich für den Film eine Empfehlung aussprechen soll, weil ich nicht weiß, welchem Personenkreis ich das Werk empfehlen soll. Die Story wird routiniert erzählt, manchmal sehr vorhersehbar, aber logisch; die Kameraführung (Roger Deakins) bietet einige interessante Einstellungen, wenn die Figuren in einer Perspektive von unten oder in der Verfolgerperspektive gefilmt werden; die Schauspieler können überzeugen. Liebhaber von Horrorfilmen oder Thrillern kommen kaum auf ihre Kosten; für Freunde des Beziehungsdramas bleiben die psychologischen Strukturen vielleicht zu sehr an der Oberfläche, insbesondere fehlt eine Ausarbeitung der Nebenfiguren. Es bleibt ein solider, aber nicht besonders origineller Film, der die soziale Komponente stärker in den Mittelpunkt rückt als Action oder Horror. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Meyerhoffsche, 12.11.2008, 13:15 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Goldene Herbstgrüße von der Meyerhoffschen :)
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Shayamalan lädt in den Wald der Unaussprechlichen
Pro:
Adrien Brody; Bryce Dallas Howard; Story; Message
Kontra:
Umsetzung; Auflösung kommt viel zu schnell; zu wenige Überraschungen / Wendungen, die typisch für M. Night Shayamalan sind
Empfehlung:
Ja
1. Story
2. Schauspieler
3. Regie
4. Eigene Meinung
==== Story ====
Ein kleines Dörfchen mitten im Wald von Pennsylvania. Die Bewohner, kaum mehr als 50 – 60 Stück, sind mit ihrem Leben zufrieden. Sie haben was sie wollen, jeder kennt jeden und jeder kann jeden leiden.
Das Dorf liegt auf einer riesigen, freien, Fläche und ist von Wald umgeben. Von schönem, dichten Wald. Doch dieser verbirgt eine Legende, welche die Bewohner bei jedem Glockenschlag in Angst versetzt.
Einer Legende nach hausen in dem Wald Kreaturen, die einst einen Pakt mit den Menschen geschlossen hatten. Niemand betritt den Wald und die Kreaturen betreten nicht das Dorf.
Dennoch gibt es Regeln bezüglich dieser Geschichte. Nirgendwo darf auch nur einen winzige Blume, ein Farbtropfen etc. sein, was die Farbe Rot trägt – Rot ist „die Böse Farbe“ – denn sie lockt die „Unaussprechlichen an. Wenn die Glocke schlägt, kommen sie, dann muss jeder in sein Haus, in einen Untergeschoss-Raum, welcher Extra für diesen Zweck angefertigt wurde.
Das es sich hierbei um alles andere als eine Legende handelt ist den Bewohnern klar, denn die Kreaturen hatten sie schon öfters „besucht“. Doch bei ihren letzten Besuchen markieren sie die Gebäude mit roter Farbe, legen zerfetzte Tierleichen im Dorf aus und Kinder berichten das die Kreaturen möchten dass die Menschen verschwinden – für immer!
Für die Menschen gibt es dafür aber keinerlei Erklärung, wieso die Kreaturen auf einmal so böse sind, bis sich herausstellt, dass 2 Bewohner den verbotenen Wald betreten haben.
Lucius Hunt ist einer von ihnen. Dadurch, dass er gesteht und selbst in Schuldgefühle versinkt, weil durch sein Handeln die Kreaturen aggressiver wurden, ist man ihm im Dorf nicht weiter Böse.
Alles geht seinen weiteren Weg, die Kreaturen werden ruhiger und die Bewohner sicherer. Somit ist es auch kein Wunder, wenn sich Bewohner näher kommen und so verliebt sich Lucius in die blinde Tochter des Dorfältesten, Ivy, was auf Gegenseitigkeit beruht. Die beiden beschließen zu heiraten.
Allerdings lebt in dem Dorf auch eine Art „Schwarzes-Schaf“, welches den Namen Noah trägt. Er ist etwas geistig verstört und somit leicht aggressiv, aber zugleich ein sehr liebenswerter Mann, er wird eigentlich von allen Bewohnern gemocht und man verzeiht ihm den ein oder anderen Ausrutscher, da er ja etwas geistig behindert ist.
Noah ist heimlich in Ivy verliebt, weshalb er ihr auch jeden Gefallen tut und nicht von der Seite weicht. Als Noah von der bevorstehenden Hochzeit hört, ist er sich seines Handelns nicht bewusst und sticht Lucius nieder, welcher den Angriff aber knapp überlebt.
Lucius droht zu sterben und es gibt nur eine Rettung … die Stadt … dazu müsste aber der verbotene Wald durchquert werden, welcher nicht gerade einladend ist …
==== Schauspieler ====
Ivy Walker wird von der 23 Jährigen Bryce Dallas Howard gespielt. Für mich spielte sie einfach nur perfekt! Sie hatte die Rolle der blinden, klugen und sehr sympathischen Ivy zu spielen. Ivy kann seid ihrer Geburt nicht sehen, aber dennoch findet sie sich besser zurecht als manch Anderer, der das Tageslicht erblicken kann. Diese Rolle erfordert natürlich sehr viel Talent, da es zum einen für einen Menschen, dessen Augenlicht ok ist, sehr schwer ist, sich in jemand Blindes rein zu versetzen. Zudem konnte sie nicht einfach die Augen schließen, um somit quasi Ivy selbst zu sein, nein, Blinde haben die Augen geöffnet und das erschwert die Rolle natürlich ungemein. Und so etwas so authentisch darzustellen wie es Bryce Dallas Howard getan hat grenzt an eine Leistung, wie sie kaum ein Oscardarsteller hätte besser machen können. An keiner Stelle hätte ich gezweifelt dass Ivy´s Augen ok sind, so sehr hat Bryce Dallas Howard die Rolle rübergebracht, so überzeugend! Sie alleine macht schon einen Ganzen + Punkt für den Film aus!
Noah Percy wird von Adrien Brody gespielt. Er spielte den geistig behinderten Noah mit einer Bravour, welche nur durch Bryce Dallas Howard in diesem Film übertroffen wurde (was einzig und alleine daran lag das Brody´s Part nicht ganz so vertieft und groß war wie der von Bryce Dallas Howard). Er hatte die, für mich sehr schwere, Aufgabe einen jungen Mann zu spielen, der in seiner geistigen Verwirrung nicht immer weiß was er tut und somit, unmittelbar nach dem Angriff auf Lucius, nicht weiß, ob er sich nun über sein Handeln freuen soll oder ob er auf seinen, menschlichen, Verstand hören und die Tat als abscheulich empfinden soll. Solch eine Rolle zu spielen erfordert viel Geschick und vor allem ein ausgeprägtes Mimik- und Gestikspiel, welches perfekt eingesetzt werden musste und von Adrien Brody auch perfekt eingesetzt wurde. Auch bei ihm kam mir nie der Zweifel auf, dass es sich dabei um einen Darsteller handeln könnte, so sehr hat Adrien Brody die Rolle authentisch dargestellt, so sehr hat er einen Geisteskranken „gelebt“. Somit reißt auch er einen Ganzen + Punkt für den Film!
Lucius Hunt wird von Joaquin Phoenix gespielt. Filminteressenten werden seinen Namen schon mal gehört haben und wenn nicht werden sie zumindest die Verbindung zu seinem Bruder River Phoenix kennen. Er hatte die Aufgabe den sehr schweigsamen, aber dennoch klugen und sympathischen Lucius zu spielen. Joaquin hatte von den 3 Hauptdarstellern die „einfachste“ Rolle, da sein Charakter weder körperlich noch geistig behindert ist und auch sonst nicht gerade Anspruchsvoll ist.. Anfangs wirkte er für mich doch recht unsicher, ob ihm die Rolle steht und wie er sich verhalten sollte, was sich aber im Laufe des Filmes gebessert hat und man die anfängliche Unsicherheit schnell vergessen und somit auch verziehen hat. Er brachte die Rolle des Lucius´, welcher immer wieder versucht die Ältesten davon zu überzeugen dass ihn die Kreaturen passieren lassen und er in der Stadt diverse, nützliche, Dinge besorgen kann, gut rüber. Er spielte nicht so souverän, wie ich es mir erhofft hatte, was aber an seiner Rolle liegt, da diese ihm nicht die Möglichkeit gibt sein Talent unter Beweis zu stellen. Alles in allem hat er einen guten Job gemacht und stellt den Zuschauer, und auch seine Fans, zufrieden.
In weiteren Nebenrollen, welche nicht selten eine Schlüsselfigur sind, sind noch Sigourney Weaver und William Hurt zu sehen. Jeder dürfte um das Können der Beiden bescheid wissen und somit ist es auch weniger tragisch das sie dieses in diesem Film eigentlich kaum unter Beweis stellen können, da die gespielten Rollen es nicht erforderten, aber für den Zuschauer ist es dennoch schön zu sehen das es die beiden noch gibt und das sie, nach wie vor, Spass an ihrer Arbeit haben.
==== Regie ====
Regie führte der Neu-Meister des mysteriösen Filmes, M. Night Shayamalan (was ein Name ;-)). Er war für, ich würde sogar schon Klassiker sagen, Filme wie The Sixth Sense, Signs und Unbreakable verantwortlich. Wer diese Filme kennt und liebt (wer findet schon „The Sixth Sense“ langweilig und dumm?) weiß, was er bei M. NS zu erwarten hat. Er weiß das er für „böse“ Überraschungen ein Händchen hat und den Zuschauer, wie in Signs, das Fürchten lehren kann. Er hat einfach ein Händchen für mysteriöse Filme und ein Geschick für Wendungen, mit denen der Zuschauer nicht rechnet. Natürlich war „The Village“ unter diesen Voraussetzungen weit oben in den Charts gehandelt. Letztendlich kommt es dann aber nicht auf die Zuschauer an ob er dort landet, sondern auf M. NS ob er dessen (noch) würdig ist und die Besucher anlocken kann. Mit „The Village“ hat er einen Film geschaffen, dessen Atmosphäre noch alle seine Filme (mit Sixth Sense kann man hier keinen Vergleich ziehen, ich ziehe hier eher zwischen „The Village“ und „Signs“ einen Vergleich, da man das ohne Wenn und Aber machen kann und auch sollte!) übertrifft und er hat wieder sein glückliches Händchen bewiesen. Allerdings sollte ich hier nicht zu viel erzählen, sonst bleibt mir für die Meinung gleich nix mehr übrig ;-) Ich kann nur abschließend sagen, dass er seine Arbeit nicht ganz so ordentlich gemacht hat wie z.B. in Sixth Sense!
==== Eigene Meinung ====
„The Village“ hatte bzw. hat einen großen Nachteil: Der Regiesseur ist M. Night Shayamalan! Dieser Name ruft bei Fans des Genres große Vorfreude hervor, hat er doch bei „The Sixth Sense“ ein Knaller Ende gebracht, bei „Signs“ für eine grandiose Stimmung und Spannung, sowie für Unwissenheit bis zum Schluss gesorgt und bei „Unbreakable“ nur langsam Licht in die Story gebracht, was der Spannung zugunsten kam. Somit war für die Zuschauer klar: Wir erwarten etwas von all dem in „The Village“. Und der Trailer lies auf solche Wendungen, Spannungsphasen und eine grandiose Stimmung bzw. düstere Atmosphäre hoffen. Aber, wie wir Kinofreunde ja wissen, schafft ein Regisseur mit seinem Team selten das, was man sich als Zuschauer in solch einer Situation erhofft (als Negativ Beispiel: Matrix; als Positiv Beispiel: Herr der Ringe) und somit stand eigentlich einer Enttäuschung nichts mehr im Wege. Dennoch hoffte ich, dass das Beispiel Herr der Ringe eintreffen würde und machte mir weniger Gedanken darüber sondern schaute mir den Film an. Was dabei raus kam, ob er eher Matrix oder Herr der Ringe Status in dem Sinne der Erwartungen erfüllen kann, das lest ihr in den nachfolgenden Abschnitten.
Fangen wir mal bei der Story an. Diese ist nicht ganz das Neuste, Monster im Wald, kleines Dorf, das kennt man schon (erinnert mich auch ein bisschen an „American Werewolf“, in dem kleinen Dorf, wo sich die Bewohner Nachts in der Kneipe treffen, um dem Werewolf nicht über den Weg zu laufen), aber die Umsetzung der Story ist immer das Entscheidende, wenn die Umsetzung super ist, ist es dem Zuschauer im Endeffekt egal, ob er die Story schon zum x-ten Mal gesehen hat.
Allerdings ist dies auch ein neues Gebiet für M. Night Shayamalan. In „The Sixth Sense“ sah ein Junge tote Menschen, in „Signs“ machen Aliens Zeichen in ein Korn/Maisfeld und in „Unbreakable“ ist jemand unsterblich. Diese Geschichten gibt es in ihrer Ausführung noch nicht so oft bis überhaupt noch nicht. Das erleichterte es M. NS seinen Film zu drehen, da der Zuschauer kaum oder keine Erwartungen rein gesteckt hatte, da die Story ja ganz neu ist und somit für die Meisten schon reizend genug war.
Bei „The Village“ allerdings schaut das Ganze etwas anders aus. Hier ist die Story bekannt und man zieht (zumindest an vielen Stellen des Filmes) Vergleiche zu anderen Filmen, die solch einen Part auch schon mal bearbeitet hatten oder gar ganz ähnliche Storys als Material hatten. Somit hatte M. NS die Aufgabe die Story sehr gut umzusetzen und zugleich darauf zu achten, dass seine allseits bekannten Wendungen / Überraschungen, Schockmomente und Atmosphäre nicht zu kurz kommen.
Klar, wer diese Dinge allesamt in einen Film stecken kann ohne etliche Logikfehler, Wiederholungen und langatmige Passagen zu schaffen, ist wirklich ein Meister des Regiewerkes und ich meine sagen zu können, dass so etwas noch kaum einem Regisseur gelungen ist. Spontan fällt mir nur Mel Gibson mit seiner Passion Christi ein, die Story ist allseits bekannt, dennoch schafft er es eine starke Spannung aufzubauen, welche von der „düsteren“ Atmosphäre unterstützt wird und auch so seine Schockmomente hat, allerdings, und hier kommt der große Unterschied, ist die „Geschichte“ wie sie Mel Gibson verfilmt hat, auf reeller Basis, somit hatte er keine Möglichkeit daran noch etwas zu „drehen“ (musste er im Endeffekt auch nicht mehr). M. NS hatte aber die Möglichkeit seine Geschichte noch zu überarbeiten um somit gewisse Effekte einzubauen, abzuändern oder zu löschen.
Allerdings hat er sich diese Chance nicht zunutze gemacht, er hätte die Auflösung nach hinten verschieben sollen, verschiedene Szenen wären in anderen Momenten „gruseliger“ gekommen und die Überraschungseffekte waren auch nicht gerade richtig gut platziert. Gut, mag ja sein das ihm diese Endfassung sehr gut gefiel, aber solche Dinge (vor allem die Auflösung!) müssen ihm doch auch aufgefallen sein!
Zudem kommt noch, dass die Kulisse etwas billig wirkt. Für mich wirkt es so als hätte man auf einer Festwiese gedreht, die zufällig von einem Wald umgeben ist. Dies mache ich daran aus, da in verschiedenen Kameraeinstellungen der Wald recht weit von den Häusern entfernt ist, aber wenn die Bewohner um die Häuser laufen ist der Wald näher als vorher, quasi als hätte man für die Weitaufnahmen die Häuser „schrumpfen“ lassen (mit so genannten Modellen, wie sie schon Peter Jackson für HdR eingesetzt hat, solch eine Technik ist nicht unbekannt und wird auch viel genutzt, allerdings sollte man darauf achten das sich dabei dann keine Fehler einschleichen) und bei den Aufnahmen im Dorf selbst dann wieder Größere genommen. Auch der Wald wirkt nicht sonderlich Angst einflößend. An der Grenze stehen die Bäume noch dicht beieinander, aber wenn man 3-4 Meter weiter im Wald ist, sind die Bäume weit auseinander und die gruselige Atmosphäre ist verschwunden, da er zu hell ist und eher wie ein gewöhnlicher Wald im Park wirkt.
Gehen wir mal zu einem anderen Punkt. Der Atmosphäre. Ein sehr wichtiges Thema beim Genre Horror-Thriller. Wenn man die Story liest, erwartet man vorwiegend einen Film im dunklen, mit Nebel, kaum Licht und Gestalten die nicht gerade nett aussehen. Die Atmosphäre besteht allerdings nicht nur aus dunklen, gruseligen Bildern sondern muss auch mit einer düsteren Musik untermalt werden, damit auch das richtige „Feeling“ entsteht. Dies gelang M. NS relativ gut, die Musik setzt stets zum richtigen Zeitpunkt ein, allerdings ist sie teilweise zu hoch gegriffen bzw. lässt den Zuschauer zu stark erahnen das etwas passiert und somit ist die Spannung dann auch wieder fast ganz erloschen und der „Schockmoment“ kann seine Wirkung nicht so treffen wie geplant.
Zur Atmosphäre gehören natürlich noch tolle Bilder, welche von der Kamera eingefangen werden müssen. Man erwartet, dass die Kamera nicht zu viel einfängt, um nicht zu viel zu verraten, aber dennoch soll sie gut im Bild stehen und auch nicht zu hektisch sein, aber dennoch gute Schnitte beinhalten. M. Night Shayamalan gelang dies auch gut, zwar nicht sehr gut (manchmal war es mir doch etwas zu langsam bzw. zu schnell) aber gut genug um durch die Kameraführung an einigen Stellen eine düstere Atmosphäre einzufangen, allerdings hätte man auch hier viel mehr draus machen können ...
Dennoch bietet „The Village“ teils eine sehr gute Atmosphäre, vor allem als der Zuschauer zum ersten Mal einen „Unaussprechlichen“ zu sehen bekommt.
Der nächste Abschnitt schildert sehr genau die Begegnung mit einem „Unaussprechlichem“. Wer sich diese Szene gerne mit voller Atmosphäre und Spannung ansehen möchte, sollte diesen Abschnitt meiden. Einen Abschnitt weiter geht der Bericht dann ohne Spoiler weiter! Einen Tipp, wie man Spoiler am besten überspringt: Scrollt soweit nach unten bis auch der letzte Satz des Spoilers am oberen Bildschirmrand versunken ist oder haltet euch ein Blatt davor. Jetzt zum Spoiler:
---------------------------------------------- SPOILER -----------------------------------------------------
Es ist Nacht und der Aufseher auf dem Hochstuhl sitzt vor Müdigkeit auf dem Boden, als er plötzlich ein Geräusch hört. In der Annahme es sei Lucius öffnet er die Luke zum Hochstuhl und sieht, wie schnell ein „Unaussprechlicher“ unter dem Hochstuhl vorbeigeht. Er zögert kurz und schlägt dann Alarm (er muss an der Glockenschnur ziehen, dann weiß jeder Bewohner bescheid das ein „Unaussprechlicher“ im Anmarsch ist). Diese Szene ist eine der Besten im ganzen Film, eine Atmosphäre, sehr düster und der Zuschauer wirkt mehr oder weniger starr vor Anspannung.
------------------------------------------- SPOILER ENDE ------------------------------------------------
Dann gibt es natürlich noch diverse andere Szenen, allerdings kann keine von denen den Zuschauer so sehr fesseln wie o.g. Schade eigentlich, das Potenzial war auf jeden Fall da und die Story erlaubt es auch, allerdings hat es dann am Filmteam gelegen, das diese Chance nicht genutzt hat.
Jetzt kommen wir wohl zu dem wichtigstem Punkt, den sich jeder Zuschauer beim Ansehen von M. NS Filmen wünscht. Die Wendungen und Überraschungen.
Der Film hat einige Wendungen, die allerdings nicht unerwartet kommen. Vieles ist vorhersehbar und so wirklich überrascht war ich zu keinem Zeitpunkt des Filmes. Klar, es gab Szenen da hatte ich nicht mit diesem Ausgang gerechnet, allerdings lag ich mit meiner Vermutung nie weit weg.
Hier mal ein Beispiel:
(Vorsicht, wieder Spoiler Alarm, nächsten Abschnitt überspringen, sofern ihr nicht zu viel verraten bekommen wollt!)
---------------------------------------------- SPOILER -----------------------------------------------------
Anfangs, besser gesagt als ich den Trailer zu dem Film sah und wusste er sei von M. NS dachte ich mir schon das mit den „Unaussprechlichen“ etwas nicht stimmt. Ich erinnerte mich kurz an Sixth Sense und mir war klar: Das sind keine Monster! Was es war, wurde mir erst nach rund 15 – 20 Minuten des Filmes klar. Dadurch das sich die Bewohner so negativ gegenüber der Stadt und deren Bewohner geäußert hatten kam mir als erster und bis zur Auflösung erhaltener Gedanke das sich hinter den „Unaussprechlichen“ Bewohner der Stadt verbergen die die Leute auf dem Land nur in Schach halten möchte damit diese bloß nicht wieder zurückkommen. Die Auflösung war ja das die Dorfältesten selbst die Kreaturen sind, um die Bewohner davon abzuhalten in die Stadt zu gehen, so falsch lag ich eigentlich nicht!
------------------------------------------- SPOILER ENDE ------------------------------------------------
Dann gibt es da noch ein paar Szenen, mit denen man weniger gerechnet hat. Eine Szene überraschte mich vollkommen, da ich die Story anders im Kopf hatte und somit keinerlei Ahnung (was ich positiv fand). Ich dachte vorher, dass Lucius sich vergiftet hätte und war somit sehr überrascht als Noah ihm das Messer in den Bauch stach.
Es gab eine Sache die hat mich doch schwer beeindruckt. Allerdings kann diese, dem ein oder anderen, auch schon zu viele Informationen beinhalten, und geht ein klein wenig auf das Ende ein, daher nur weiterlesen, wenn es euch nichts ausmacht, eine Hilfe beim Finden des Endes zu bekommen. Außerdem nimmt es euch einen Gedanken, denn wohl jeder beim Sehen des Filmes gehabt hat :-)
----------------------------------------- Mini SPOILER ----------------------------------------------------
Als Ivy, Noah und Lucius zusammen an der Grenze zum Wald sitzen, sagt Ivy das neben Noah Lucius sitzt, obwohl dieser noch nichts gesagt hat. Sie sagt, sie erkenne ihn an seiner „Farbe“, die er ausstrahlt. Ivy will Lucius auf Teufel komm raus nicht sagen, welche Farbe er hat. Mein Gedanke war: Lucius strahlt die „Böse“ Farbe rot aus und lockt somit die „Unaussprechlichen“ ins Dorf. Zwar stand das im Widerspruch mit meiner Vermutung das es die „Unaussprechlichen“ nicht wirklich gibt, aber daran dachte ich die Zeit nicht, war schon ein komisches Gefühl und als die Auflösung kam, war ich schon überrascht das es mit meiner Vermutung nichts zu tun hat, das war aber auch das einzige im ganzen Film, wo ich komplett falsch lag.
-------------------------------------- Mini SPOILER ENDE ----------------------------------------------
Großartige Wendungen gab es allerdings keine, außer der oben Angesprochenen. Demnach kann man sagen, dass das Feeling der ersten M. NS Filme nicht auf „The Village“ überging, was ich persönlich sehr schade finde. Es gibt Wendungen, die nicht unbedingt „natürlich“ sind und somit für den 08/15 Zuschauer, das sind diejenigen die sich beim Gucken keine Gedanken machen und auch überrascht sind, wenn Schwarzenegger mal keine Kanone in der Hand hat, evtl. überraschend. Es gibt Szenen, die konnten einfach nicht mehr überraschend sein, da sie in (fast) jedem Film zu sehen sind, sei es jetzt Action, Komödie oder sonst was, sie waren einfach kopiert und somit nicht mehr überraschend.
Aber was mich positiv überrascht hat, (ja, das widerspricht jetzt dem Abschnitt davor ;-)) war, dass man auch lachen kann bzw. muss. Es gibt Szene die wollen zum Lachen animieren und dann gibt es wieder welche, die sind unfreiwillig komisch. Zudem gibt es am Ende eine Szene, die ist auf ihre eigene Art und Weise komisch, zwar sehr makaber, aber komisch. Man sollte sie eigentlich nicht komisch finden, aber in der Situation kommt es einfach raus der Lacher, man kann tun, was man will ;-)
Die Schauspieler spielten allesamt sehr gut und wie oben schon angesprochen gefielen mir Adrien Brody und Bryce Dallas Howard am besten. Die Schauspieler reißen an dem Film einiges rum, denn wie ich schon im Bericht erwähnt habe konnte mich der Rest nicht wirklich überzeugen. Die Schauspieler lassen durch ihre Spielweise denn ganzen Film viel authentischer wirken, können aber im Endeffekt die misslungene Umsetzung nicht reißen.
Allerdings ist „The Village“ kein gewöhnlicher Horror-Thriller, denn hinter der Story verbirgt sich weit mehr als mysteriöse Wesen im Wald. Der Film gibt auch viel Stoff her, über den man nachdenken kann und der auch eine Message mit sich bringt. Zum einen wäre da die Tatsache, dass den Dorfbewohner vorgegaukelt wird es gäbe kein zivilisiertes Leben und das was sie haben ist das Zivilisierteste. Kein Telefon, kein Auto etc. die Bewohner (bis auf die Flüchtlinge aus der Stadt) kennen solche Dinge nicht einmal. Das Ganze kann man etwa mit der dritten Welt in Verbindung bringen, da die Menschen dort auch nichts Besseres kennen als das was sie haben, und was sie haben, ist das Unterstes aller Zivilisation! Man kann sich viele Gedanken darüber machen, wieso es so was noch gibt und der Film bringt das in etwa so rüber: Die naiven Dorfbewohner (vergleichbar mit den Menschen der dritten Welt) trauen sich nicht in die Stadt und haben somit auch nicht das Verlangen nach neuem, höherem Wissen, da die „Grenze“ von unheimlichen Kreaturen bewacht wird (das könnte man in etwa damit in Verbindung gebracht werden dass den Menschen der dritten Welt niemand sagt, was für Möglichkeiten sie haben. Sie wollen mehr, aber da ihnen kaum bzw. nicht genug geholfen wird/kann lässt das Verlangen nach mehr bei ihnen nach).
Die Message, die der Film mit sich bringt, ist nicht so einfach erklärt, da man hierzu zur Auflösung des Ganzen gehen muss. Ich würde deswegen hier ein letztes Mal bitten den nächsten Abschnitt zu überspringen, wenn ihr ihn nicht lesen möchtet. Aber ich würde euch bitten euch den Abschnitt wieder durchzulesen, wenn ihr den Film gesehen habt, da er mir sehr wichtig ist und ich gerne euer Feedback dazu hätte.
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Die Message bezieht sich, meiner Meinung nach, auf die Korruption der Dorfältesten und der „Falschheit“, die sie den Bewohnern einreden. Dadurch das diejenige, die in dem Dorf geboren wurden oder aus anderen Gründen nichts anderes als das Aktuelle kennen, können die Ältesten ihnen alles einreden und es wird geglaubt … ohne Wenn und Aber. Hierbei denke ich geht M. NS auf die aktuelle Politik ein. Jemand sagt dem, großteils naiven, Volk „Dies und das ist so und wird so sein“ und das Volk sagt, ohne groß zu Fragen, „ja“, nur weil es sich nach dem Richtigen anhört. Die Ältesten sagen den anderen, dass die Stadt schlecht sei und sie glauben es. Politiker sagen „wir wollen XYZ verbessern“ und das Volk glaubt es, weil es sich doch so wunderbar anhört. Was dabei rauskommt, sehen wir alle und ich glaube M. NS will den Menschen zeigen das man nicht alles Glauben soll, was man hört (die Kreaturen sind nur erfunden, sie konnten die Geschichte aufrecht erhalten, weil es jeder geglaubt hat. Die Städter sind nicht so schlecht, was wir daran erkennen das der Parkwächter am Ende Ivy ohne Wenn und Aber die Medizin gibt, aber die Ältesten sagten „Jeder in der Stadt ist schlecht“ und auch das wurde geglaubt). Und um ehrlich zu sein, hätte ich dem Film keine solche Ader zugetraut, aber wenn ich jetzt mal etwas denke, fallen mir auch solche Stränge in den anderen M. NS Filmen auf, was mich jetzt doch wieder etwas positiver stimmt.
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Im Gesamten ist „The Village“ gute Abendunterhaltung, die leider nicht die Qualität der ersten M. NS Filme hat und auch sehr vorhersehbar ist. Man darf seine Erwartungen nicht so hoch ansetzen (was leider durch den Trailer und den Namen M. Night Shayamalan unvermeidbar ist), dann wird man gut unterhalten. Von mir bekommt „The Village“ 3 Sterne, die Unterhaltung war ok, aber mehr auch nicht und enttäuscht war ich leider auch maßlos :-/
Zu guter Letzt möchte ich noch auf die Altersfreigabe eingehen. Der Film bekam eine Freigabe von 12 Jahren, was ich als zu niedrig halte. Da nach neuem Gesetz auch Kinder ab 6 (in Begleitung der Erziehungsberechtigten) Filme ab 12 sehen können, finde ich das Ganze untertrieben. Da man doch erschrickt und die Jüngeren evtl. nachts nicht schlafen können, weil die „Unaussprechlichen“ für Kinder nicht gerade freundlich aussehen und so ein Wald doch auch recht gruselig ist, hätte ich dem Film eine Freigabe von 16 Jahren erteilt. Aber letztendlich muss sowieso jeder Elternteil entscheiden, was für das Kind das Richtige ist.
Zum Schluss noch ein paar Daten zum Film:
Produktionsjahr: 2004
Produktionsland: USA
Spielzeit: 108 Minuten
Regie: M. Night Shayamalan
Schauspieler: Bryce Dallas Howard, Joaquin Phoenix, Adrien Brody
FSK: ab 12
Entschuldigt bitte die vielen Spoiler, aber es ist schwer näher auf diesen Film einzugehen, ohne sich mit den „Hauptmerkmalen“ von M. NS zu beschäftigen … und diese verraten nun mal viel vom Film. Ich hoffe aber es hat euch dennoch Spass gemacht den Bericht zu lesen und ich hoffe konnte euch weiterhelfen.
© by Manuel Wünsch 2004 weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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klukklukkluk, 14.10.2004, 02:17 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Vorhersebar oder nicht; mir hat er bis zum Ende gefallen ;-)
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Phlegma, 14.10.2004, 00:26 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
...finde ich gut. Niocht jeder will sich überraschen lassen und sie sind ja auch sichtbar markiert. Ne Menge Stoff zu lesen *g
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Böse neue moderne Welt oder The Village
Pro:
Handlungswandlungen, Regt zum Nachdenken an
Kontra:
Erwartet wurde ein völlig anderes Genre, Ende wird teilweise zu schnell vorweggenommen
Empfehlung:
Ja
Die meisten kennen wohl den kurzen TV-Spot, in dem Jemand in einem gelben Anzug den Wald betritt und gleichzeitig eine Stimme sagt "Gehe niemals in den Wald" oder so ähnlich! Mit entsprechender Gräusch- und Musikkulisse wird neben diesen wenigen Bildern direkt der Eintrug vermittelt, es handelt sich um einen Horrorfilm der höchsten Güte. Um es schon einmal vorweg zu nehmen, es ist eigentlich kein Horrorfilm, aber warum das so ist, könnt ihr im folgenden lesen:
Infos:
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The Village - Das Dorf
D-Start: 9.9 2004
FSK: ab 12
Darsteller: Joaquin Phoenix, Sigourney Wever, William Hurt, Bryce Dallas Howard
Story:
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Die Geschichte spielt sich 1897 in Pennsylvania
ab. Das kleine Dorf Convingtons liegt beinahe vollständig isoliert vom Rest der Außenwelt. Nur ein Wald trennt die Bewohner der friedlichen Idylle von der nächsten Stadt. Doch laut vieler Legenden existieren dort Wesen die Böses in sich tragen und von allen nur "die unaussprechlichen" genannt werden.
Daher ist es niemanden erlaubt das Dorf zu verlassen.
Dennoch stellt ein junger furchtloser Mann namens Lucius Hunt (gespielt von Joaquin Phoenix) häufig den Antrag den Wald durchqueren zu dürfen um dem geistig behinderten Percy zu helfen mit Medizin aus der Stadt. Sein Antrag wird allerdings ständig zurückgewiesen vom Ältestenrat, in dem auch Bürgermeister Edward Walker (William Hurt) ist.
Dessen blinde Tochter Ivy (Bryce Dallas Howard) ist an Lucius interresiert und auch er erwidert seine Gefühle, kurz nach einem Angriff auf das Dorf von den "Unaussprechlichen". Allerdings empfindet auch der geistig zurückgebliebene Percy mehr für Ivy und so sticht er mit einem spitzen Gegenstand mehrmals auf Lucius ein.
Schnell wird klar, dass Lucius nur überleben kann, wenn jemand Medizin aus der Stadt holt.
Ivy ist für ihre große Liebe bereit ihr Leben aufs Spiel zu setzen und den Wald trotz ihres Sehdefizits zu durchqueren.
|||ACHTUNG AB HIER KOMMT DIE AUFLÖSUNG||||
Nachdem Ivy ihrem Vater den Beschluß mitteilt, weißt der sie in ein Geheimnis ein. "Die Unaussprechlichen" sind nur eine Erfindung des ältesten Rates um zu verhindern, dass irgendjemand in die Stadt reist.
Seine begründete Angst liegt darin, dass die Leute in der Stadt nur aus niederen Motiven handeln, wie etwa aus Habgier und Neid.
Jeder der im ältesten Rat ist, hat zuvor in der Stadt gelebt und dort einen oder mehrere geliebte Menschen durch Verbrechen verloren.
Daher hat der ältesten Rat diese friedliche Idylle weit weg von der Gewalt der Stadt geschaffen.
Während Ivy den Wald durchquert öffnen einige der ältesten Bewohner eine Truhe, welche eigentlich verschloßen bleiben solte. Darin enthalten sind Zeitungsausschnitte, welche über die Schicksalsschläge der Ältesten aus der Stadt
berichten. Außerdem erfährt der Zuschauer, dass Ivy`s Vater ursprünglich Proffessor an einer Uni war im Bereich Historik.
Nachdem Ivy der Wegbeschreibung durch den Wald des Vaters gefolgt ist, trifft sie auf einen Ranger. Ganz recht ein Range, welcher darüber hinaus auch noch mit einem Geländefahrzeug ausgestattet ist.
Der Ranger hilft Ivy und besorgt ihr die Medikamente in der Stadtion. Aus dem darauffolgenden Gespräch mit dem Chef des Rangers, wird klar dass der Wald und alles was dahinter ist, schon seit einiger Zeit abgeriegelt ist und niemand Zugang dort hat.
Selbst den Zuschauer, welche bei der Szene mit der Truhe noch nicht gemerkt haben, dass man sich in einer ganz anderen Zeit als zu erst angenommen befindet, dürften spätestens jetzt erkannt haben, dass man sich ungefähr in unserer Zeit mit dieser Geschichte befindet. Wahrscheinlich befinden wir uns sogar sehr genau in unserer Zeit, da ein paar Meldungen in der Rangerstation in den Nachrichten über den Irakkrieg darauf schließen lassen.
Charaktere:
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Alles in allem kann man sich über die Darsteller nicht beklagen. Einen konkreten Hauptdarsteller gibt es nicht, da mehrere Personen hier enorm wichtig sind. Wenn es denn doch eine geben sollte, so würde ich sagen, ist das die Ivy, da sie die Handlung am meisten vorran treibt.
Die Schauspieler sind gut gewählt und passen in die Rollen dieser vorgetäuschten Welt.
Lucius:
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Zu Begin der Geschichte ist scheint es als sei die wichtigste Person Lucius, der furchtlos den Kreaturen entegegensieht und sogar ohne Hemmungen den Wald betritt. Auf der anderen Seite ist er aber ein Mensch voller Geheimnisse, so scheint es zunächst dem Zuschauer. Er spricht nicht viel und in einer Erklärung vor Ivy, spricht er nur dann wenn er es wirklich muss und macht sich nicht so sehr über die Folgen Gedanken als über die Gegenwart.
Dennoch bringt er es Zustande Ivy seine wahren Gefühle zu offenbaren und ist somit ganz klar ein Sympathisant der Zuschauer.
Er scheint eine Art Held zu sein, der aber nicht aus oberflächlichen Gesichtspunkten eine Frau liebt (nicht zu vergessen, Ivy ist immerhin blind) sondern aus inneren Beweggründen. Das zeigt das der Charakter des Lucius sehr rein und ehrlich mit allem und sich selber ist.
Diese Charakterzüge und die Darstellung solch eines Menschen werden von Joaquin Phoenix gekonnt in Szene gesetzt.
Demnach kommt die Figur des Lucius sehr glaubwürdig rüber, nicht auch zu letzt durch die trockene selbstverständliche Art wie er mit allem merkwürdigen Ereignissen in seinem Dorf umgeht.
Ivy:
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Sie ist im Grunde die Schlüßelfigur des Films. Ivy ist zwar seit ihrer Kindheit blind, kann aber ,so sagt sie es zumindest, die Aura in bestimmten Farben eines Menschens sehen. Somit sieht sie vielmehr als manch andere Menschen.
Auch wenn sie mit ihrem Stock sehr hilflos erscheint, ist sie während der ganze Geschichte nicht auf Hilfe von anderen angewiesen.
Daher sieht der Zuschauer sieh als starke Persönlichkeit, die selbst in einer aussichtlosen Situation, wie die der Lebensgefahr Lucius` , nicht so einfach aufgibt.
Eigentlich drehen sich alle Menschen im Dorf um sie. Ihre Schwester ist diejenige, die eigentlich Lucius heirraten sollte. Und Percy empfindet mehr für sie, kann es aber nicht zuletzt durch seine Behinderung nur schwer ausdrücken, außer in Form einer Verzweiflungstat.
Somit ist sie die Figur die im Mittelpunkt steht und von der alles abzuhängen scheint.
Auch hier kann man mit der unbekannten Bryce Dallas Howard sehr zufrieden sein. Sie kann sich in die Rolle der blinden und doch starken Ivy optimal hineinversetzen, so dass auch dieser Charakter dem Zuschauer glaubhaft erscheint.
Die Beschreibung der anderen Charakter spar ich mir, da diese zwar auch wichtig sind, aber es sich bei den obigen beiden um zweifelsfrei die wichtigsten Personen in der Geschichte handelt.
Meine Meinung:
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Um es einmal direkt vorweg zu nehmen, dieser Film ist keinesfalls ein Horror-Thriller. Ebenso ist er weit davon entfernt einer zu sein.
Leider wird dies sehr schnell klar, da die "Unaussprechlichen" so selten vorkommen, dass sie nicht mehr im Mittelpunkt der Handlung stehen. Im Mittelpunkt der Handlung steht eindeutig die Liebe zwischen Lucius und Ivy und die Gemeinschaft im Dorf.
Wenigstens könnte man an der Stelle ein paar Schockmomente erwarten, aber davon ebenfalls keine Spur. Der Film ist keineswegs einer dieser Filme, von deren man Angst hat sie abends alleine zu gucken.
Spannung und Aufregung kommt hier nur selten zum Zug. Das heisst man hat mit der Werbung und der Promotion ein ganz anderes Zielpublikum in die Kinos gelockt. Leute die auf Horror stehen, sind in jedem Fall enttäuscht. Ob es die Absicht war, Leute die auf brutale oder schockende Mitternachtsaction stehen mal ein wenig zum Nachdenken anzuregen? Wohl kaum, denke ich. Es wurden einfach nur ein paar der wenigen gruselwirkenden Szenen herrausgeschnitten ein wenig schauderhafte Musik untermalt und das ganze auf so wenig sekunden reduziert, dass man sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte worum es in dem Film geht.
Aber spätestens seit der Mumie oder The Ring weiss man, dass es sich lohnt solche Werbungen ernst zu nehmen. Auch wenn es sich bei diesen beiden Filmen um untersichtliche Filme im Bereich des Horrorgenres handelt, so haben sie eins gemeinsam. Sie versprachen dem Zuschauer durch diese kurzen Werbespots einen spannenden Film und den bekamen die Zuschauer auch.
Anders bei "The Village". Hier werden die Erwartungen uneimlich hochgesteckt und dann wird der Fand des Horrorfilms aufs bitterste enttäuscht.
Aber genug von der negativen Kritik, man muss den Film auch von einer anderen Seite aus sehen. Man begint nach diesem Film einmal wirklich nachzudeken. Ist unsere Welt wirklich so schlimm? Sind wir alle geizig und gierig? Kommt es uns wirklich auf die inneren Werte an?
Der Film zeigt 2 wesentliche Gesichtspunkt in denen er unsere Gesellschaft kritisch ins Fadenkreuz nimmt.
Zum einen ist das der Aspekt der wahren Liebe. Gibts es die wahre Liebe noch oder kommt es einem nur noch aufs Aussehen und anderen Oberflächlichkeiten an.
Viel wichtiger ist aber der Punkt, in dem es um Gier und Macht geht. Ivy`s Vater wendet in einer der Szenen einen passende Geschichte an, in der er von Ivy`s Großvater erzählt. Diesre war sehr begabt als Geschäftsmann und konnte wirklich das große Geld machen. Wenig später wurde aufgrund seines Geldes überfallen.
Eine andere Frau erzählt von der Geschichte wie ihre Schwester, welche unheimlich hübsch war, von einer Horde Männer vergewaltigt und getötet wurde.
Man wird hier also mit dem Elend das hier und da und vor allem nicht zu knapp in unserem mordernen Zivilisation herscht konfrontiert. Moderne Zivilisation ist deshalb so wichtig zu erwähnen, weil man zu Begin des Films von einer ganz anderen Zeit und Lebensweise ausgeht. Es erinnert ein wenig an die AmishLeute, welche ebenfalls abseits von der übrigen bösen Welt leben und doch sehr gut ohne diese moderen Welt auskommen.
Zudem erfährt man, dass Ivy`s Vater Historiker war und sich daher wohl die beste Zeit für ein funktionierende Miteinander ausgesucht hat, da er zusammen mit ein paar anderen aus der Stadt diese Welt erschaffen hat.
Doch damit diese Welt funktioniert musste man die friedlichen Leute mehr oder weniger durch Angst und Schrecken von Fabelwesen ausgehend, dazu zwingen im Dorf zu bleiben.
Aber kann es der Sinn sein, eine friedliche Welt auf Kosten von Angst und Verzweiflung zu schaffen.
Am Ende der Geschichte sind die Zweifel der Ältestens zum Glück nicht bestätigt worden, da die Welt weiterhin unberührt von der Außenwelt bleibt. Dennoch ist klar, dass die Menschen nicht ewig in einer Lüge leben können, da nur die Ältesten von dieser Lüge wissen und auch diese einmal sterben werden. Doch damit vorrerst diese Lüge bestehend bleibt, wird ganz bewußt Ivy in die moderene Welt geschickt, da sie schließlich nichts sehen kann und nur vom Vater darum gebeten wird nicht zu verraten, wo sie her kommt. So merkt sie und kein anderer was von der komplett falschen Zeit in der sie angeblich leben.
Welche Welt jetzt wirklich perfekt ist, weiss wohl keiner und vermutlich gibt es keine perfekte Welt. Aber wenn die Welt perfekt wäre, wäre sie eintönig. Dennoch sollten Menschen wirklich weniger auf den eigenen Vorteil bedacht sein und mehr in einem Miteinader schwälgen. Das soll vermutlich auch die Botschaft des Films an den Zuschauer sein.
Schade von der filmtechnischen Seite her finde ich allerdings, dass die Illusion die der Film dem Zuschauer vermittelt zu schnell gebrochen wird. Gegen Mitte des Films wird schon verraten, dass die Kreaturen ein Schwindel sind. Ich finde man hätte alle Ereignisse zum Schluß wie ein Gewitter auf den Zuschauer niederprasseln lassen sollen. Dadurch hätte der FIlm viel mehr Reiz und weniger große Enttäuschungen mitsich geführt.
Dennoch ist der Film anspruchsvoll, was man nicht erwartet hätte, so dass man nicht völlig enttäuscht aus dem Kino spaziert.
Fazit:
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Nichts ist wie es scheint, das macht der Film nicht nur mit der Verfehlung des Genres deutlich sondern auch mit dem anspruchsvollen Inhalt der versucht wird zu übermitteln. Mehr oder weniger überraschend geht der Film zu Ende und vor allem regt gerade dieses Ende zum Nachdenken an. Enttäuschte Gesichter von Seiten der Horrorfans dürfte man in den nächsten Wochen im Kino öfter beobachten. Dennoch ist meiner Meinung nach schon benannten Gründen der Film empfehlenswert und durchaus einen Kinobesuch wert.
Ich hoffe ich konnte euch helfen,
bis dann zeru2002
Dieser Bericht wurde für CIAO und YOPI verfasst. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Leise Gesellschaftskritik statt Horror-Thriller
Pro:
gesellschaftskritisch, regt doch zum Nachdenken an
Kontra:
wurde fälschlicherweise als Horror-Thriller angepriesen, Lösung wird zu schnell verraten
Empfehlung:
Ja
Willkommen bei der bösen Maus
Voller Spannung erwartete ich den Kinostart von „The Village – Das Dorf“, dem neuen Film von M. Night Shyamalan. Die Vorschau versprach einen „Thriller, der Erwartungen auf den Kopf stellt“ – also nichts wie ins Kino.
/// Randdaten ///
The Village – Das Dorf
108 Minuten
freigegeben ab 12 Jahren
Start: 9.September 2004
Darsteller:
Joaquin Phoenix,Sigourney Wever,William Hurt,Bryce Dallas Howard und andere
/// Handlung ///
Man wird in das Pennsylvania 1897 versetzt und wird Zeuge wie die kleine, friedliche Gemeinschaft Convingtons fern ab der Städte ihren Alltag meistert. Doch die Menschen dort fühlen sich bedroht, sie leben in ständiger Angst vor den „Unaussprechlichen“, furcht erregenden Kreaturen, die im angrenzenden Wald ihr Unwesen treiben. Der Rat der Ältesten im Dorf, die für jegliche wichtigen Entscheidungen die Gemeinschaft betreffend zuständig sind, haben entschieden, dass es niemandem erlaubt ist das Dorf zu verlassen.
Doch der junge Lucius Hunt (Joaquin Phoenix), der einzige Sohn von Alice (Sigourney Wever) trägt dem Ältestenrat immer wieder seine Bitte vor den verbotenen Wald zu betreten. Edward Walker (William Hurt), Bürgermeister des kleinen Dorfes und Vater der blinden Ivy (Bryce Dallas Howard), in die sich Lucius verliebt hat rät ihm von seinem Vorhaben ab, doch allmählich scheint die Situation eine gefährliche Eigendynamik zu entwickeln... Nicht nur Lucius ist an Ivy interessiert, auch der körperlich und geistig etwas zurückgebliebene Percy (Adrien Brody) bewundert Ivys außergewöhnliche Art die Welt zu „sehen“...Und „die Unaussprechlichen“ haben längst die Grenzen zum Dorf nach Jahren der Ruhe wieder überschritten....
/// Bewertung ///
Wer sich „The Village“ unter dem Aspekt anguckt, einen spannenden Horror – Thriller zu schauen, der wird das Kino völlig enttäuscht wieder verlassen – soviel steht fest! Zwar ist der Film von der Thematik, wie sich oben erkennen lässt, durchaus so konzipiert, doch bewegt er sich nach kurzer Zeit bereits auf einer anderen Ebene. Im Mittelpunkt stehen nicht die „Unaussprechlichen“, sondern es ist diese kleine Dorfgemeinschaft, deren Leben und Zusammenleben fern der Industrie hier analysiert wird.
Unter dem Einfluss des Ältestenrates spinnen sich in Covington, im Rahmen einer wunderschönen Landschaft Geschichten um Liebe und enttäuschte Liebe, um Angst, Verlust und der Hoffnung, dass doch das erarbeitete und selbst aufgebaute niemals in sich zusammenbricht. Man fragt sich schon recht früh, weshalb der angepriesene Horrorfaktor – eben die Kreaturen im Wald – so kurz kommen. Meiner Meinung nach versucht der Regisseur und Drehbuchautor hier zwar über die sprachliche Ebene und Metaphern die Angst vor eben diesen „Unaussprechlichen“ zu etablieren, so dass die wenigen Momente, in denen diese überhaupt gezeigt werden kaum schocken. Letztlich erfährt der Zuschauer schon in der Mitte des Films die Lösung des Rätsels und ich muss sagen, dass meine Freunde und ich uns in diesem Moment einfach nur irritiert anschauten und uns fragten, ob das nicht der mieseste Horrorfilm des Jahres ist.
M. Night Shyamalan hätte „The Village“ nicht als Horror – Thriller ankündigen dürfen, denn um mal den Vergleich zu seinem Film „The Sixth Sense“ zu ziehen kommt das Gruseln einfach viel zu kurz. Nicht umsonst ist der Film wohl ab 12 Jahren freigegeben.
Stattdessen erinnerte mich der Film doch tatsächlich an einen Filmausschnitt über die Amish People, den ich im letzten Semester in meinem Pädagogik – Seminar gesehen habe. Die Dorfgemeinschaft, um die es sich hier dreht lebt fernab der Städte, d.h sie verabscheut alles, was modern und neu ist. Sie zielt darauf ab einen alternativen Lebensstil zu etablieren, einen besseren und erzieht die Kinder des Dorfes in diesem Sinne.
Gerade Ivy, die blinde Tochter des Bürgermeisters besticht auf der einen Seite als Ebenbild eben dieser Vorstellung, bricht aber auf der anderen Seite wieder mit den Traditionen, als das Leben ihres Verlobten Lucius in Gefahr ist. Sie ist meiner Auffassung nach ohnehin der eigentliche Protagonist des Films. Seit früher Kindheit blind, sieht sie nur die Aura eines Menschen und daher viel mehr als die meisten anderen. Die junge Bryce Dallas Howard, mir eine völlig unbekannte Schauspielerin, überzeugt hier durch Lebenslust gepaart mit einem Blick für die Welt, nach dem man sich selbst sehnt. Ihr Zusammenspiel mit Joaquin Phoenix alias Lucius wirkt an manchen Stellen etwas holperig, doch gelingt ihnen dennoch eine authentische Darstellung einer Liebe, die sich nicht auf Oberflächlichkeiten gründet, sondern aus wahrer Liebe erwachsen ist. Es ist diese Liebe, die die Macht hat Grenzen zu überwinden und diese Grenzüberschreitung – im realen Sinne durch das Passieren der Grenzen zum verbotenen Wald als auch die Grenzen des eigenen Glaubens, der durch ihre Erziehung in Schule und Elternhaus gesetzten Grenzen...In „The Village“ werden traditionelle Werte aufgegriffen, um menschliches Verhalten zu erklären und Urantrieb ist immer die Liebe.
Dennoch hat der einstige Horror – Thriller gesellschaftskritische Tendenzen aufzuweisen, die sich in der Diskrepanz zwischen dem Stadtleben (welches nicht bildlich dargestellt wird, aber wohl in den Köpfen der Zuschauer mehr als lebendig ist) und dem isolierten Dorfleben zeigt. Die Menschen von Convington verteufeln das Stadtleben, da sie mit ihm nur negative Ereignisse – insbesondere Verbrechen und durch diese den Verlust von Verwandten und Freunden - verbinden, leben aber auf dem Dorf dennoch in ständiger Angst: in Angst davor, dass ihre mühevoll aufgebaute Gemeinschaft bald der Vergangenheit angehört (wer den Film und die Lösung kennt, dem wird hier deutlich, um welche Projektion es sich handelt)
Als ich das Kino verließ, hat der Film von mir erstmal den Stempel „schlecht“ bekommen, da ich mir einfach Horror und Thriller erhofft habe, doch im nachhinein muss ich sagen, dass „The Village“ mich zum Nachdenken angeregt hat. Daher bekommt er von mir noch 3 Sterne und eine Empfehlung.
Vielen Dank für Eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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nickvonzoehner, 13.11.2004, 21:28 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Du hast den Sinn des Filmes sehr gut erkannt ähnlich so ähnlich habe ich das auch interpretiert.
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