Pro:
wunderschöner Fantasyroman für (fast) jedes Alter, sollte man vor dem "Herrn der Ringe" lesen
Kontra:
wer keine Lust hat oder nicht die Geduld aufbringt, den genauen Beschreibungen von Details zu folgen, der wird teilweise etwas Schwierigkeiten haben
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich ja gestern scheinbar nur schwer verdauliche Kost (ohne Beschränkung der Allgemeinheit eine triviale Aussage, he-he) geliefert habe, möchte ich heute über ein Buch schreiben, welches ich schon zweimal mit Wonne gelesen habe. Ferner will ich dem Meisterwerk "Der Herr der Ringe" einen besonderen Platz einräumen, so dass ich heute zunächst vom chronologischen Vorgänger "Der kleine Hobbit" von John Ronald Reuel Tolkien schreiben möchte.
Die Hauptfigur des Romans ist Bilbo Beutlin und er ist ein Hobbit. Hobbits sind, im Gegensatz zu uns "Großen Leuten" circa halb so groß wie wir, kleiner noch als Zwerge, kleiden sich in leuchtende Gewänder, lieben die Behaglichkeit und haben die wünschenswerte Gabe, sich lautlos und schnell zu verstecken, wenn merkwürdige Zeitgenossen (so wie wir) sich nähern.
Sie leben in Höhlen, pflegen Haus und Hof, essen und feiern gerne, rauchen Pfeife ... und sie hassen Abenteuer!
Eines Tages jedoch kommt der Zauberer und alte Freund der Familie Beutlin, Gandalf, ins Land der Hobbits. Was Bilbo nicht ahnt, ist dass er in ein Abenteuer hineingezogen werden soll, von dem er sich wünschte, nie davon gehört zu haben, denn wie gesagt, Hobbits hassen Abenteuer. Nichts desto Trotz besuchen ihn auf Gandalfs Einladung hin die Zwerge Dori, Nori, Ori, Oin, Gloin, Kili, Fili, Thorin, Bofur, Bombur, Bifor, Dwalin und Balin, die sich nebenbei bemerkt völlig unhobbithaft benehmen und sämtliche Vorratsschränke von unserem armen Bilbo plündern.
Sodann erfährt Bilbo, dass Gandalf ihn den Zwergen als Meisterdieb angepriesen hat und hervorragend für die anstehende Aufgabe geeignet wäre. Der König Thorin Eichenschild berichtet sodann, dass sie aufbrechen würden, einen verlorenen Schatz für die Zwerge wiederzugewinnen. Bilbo, wie bereits gesagt, gar nicht begeistert von dieser Idee, rafft sich schließlich auf und bezeichnet es als eine Aufgabe, das bestanden sein will.
Viele Gefahren lauern auf dem Weg zum Einsamen Berg, wo der Drache Smaug den Schatz bewacht. Immer wieder begegnen sie freundlichen Geschöpfen wie den Elben, vor allem aber sind es widerwärtige Geschöpfe wie Trolle, Orks und gar riesigen Spinnen, die unserer Gesellschaft auf dem Weg durch das Nebelgebirge und den Nachtwald das Leben schwer machen.
Bilbo begegnet auch einem Geschöpf namens Gollum, das an einem Wasserloch lebt und gerät durch glückliche Umstände an den einzigen Schatz Gollums, einen Ring, der magische Kräfte hat. Dieser Ring wird dem Leser nicht nur in diesem Buch, sondern auch noch im "Herr der Ringe" wiederbegegnen ...
Tolkien hat ein zauberhaftes Buch geschrieben. Man hat das Gefühl, jeden Moment könnte ein Hobbit durchs Zimmer huschen, während man es liest. Wortreich und detailverliebt werden uns die verschiedenen Charaktere der verschiedenen Wesen vorgestellt, wobei man aber an jedem doch etwas Menschliches wiederfindet. Und gerade, bevor es langweilig zu werden droht oder man den Beschreibungen überdrüssig werden könnte, so geht die Geschichte weiter, die spannende Geschichte von der Reise zum Einsamen Berg.
Ein sehr schönes Buch, das Kinder ihren Eltern schenken können und umgekehrt, denn gefallen wird sie fast jedem.
Zum Autor dieses wundervollen Buches: Der Mann mit den Vornamen, der wohl vor allem wegen des Names Reuel als Kind gehänselt worden ist, wurde 1896 in Südafrika geboren, wuchs aber in England auf. Er wurde später Professor für germanische Philologie und starb 1973 in Bournemouth. Gelesen habe ich bisher nur drei Werke von ihm. Das hier vorgestellte Buch "Der kleine Hobbit", dann sein wohl bekanntestes Werk "Der Herr der Ringe" und "Das Silmarillion", was aber ehrlich gesagt etwas schwerer Lesestoff war. Aber davon vielleicht ein anderes Mal.
Empfohlenes Lesealter dieses eher als Kinderbuch gedachten Fantasyromans ist 10 bis 12 Jahre, wobei ich mir sicher bin, dass das durchschnittliche Alter der Leserschaft doch wesentlich höher ist. weiterlesen schließen
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