Pro:
Für alle Sinne!!!
Kontra:
Bei Regen nicht so schön.
Empfehlung:
Ja
Vorgeschichte
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Als mein Herzallerliebster Geburtstag hatte, bekam er von mir - wie jedes Jahr - kein normales Geschenk. Von der Einfallslosigkeit seiner Mutter bestraft, ist er gewohnt, Geld in die Hand gedrückt zu bekommen, nach dem Motto *kauf dir was Schönes*. Aus Mangel an Phantasie, macht sie sich nämlich nicht die Mühe, darüber nachzudenken, welches Geschenk ihm gefallen würde. Nun, das kommt nicht in die Tüte und so habe ich eine neue Art des *Beschenkens* eingeführt: das Erlebnisgeschenk!
Tja, ich hole heute etwas weiter aus. Seht es mir bitte nach. Das muss so sein. Denn ein Erlebnis der besonderen Art bekam mein Schatz dieses Jahr von mir geschenkt. Ich hatte geplant, nach München zu fahren, um dort mit ihm ein besonderes Gastronomieerlebnis zu haben. Ich wollte mit ihm.... HALT, das wird nicht verraten. Das schenke ich ihm vielleicht nächstes Jahr. *g* Meine Kollegin machte mich dann jedoch darauf aufmerksam, dass im Dezember das *Tollwood*-Festival stattfindet, welches ein besonderes Ereignis sei. Na, das war doch das Richtige für uns, weshalb ich alle meine Pläne über den Haufen warf und dieses Ziel ins Auge fasste.
Tollwood, was ist das?
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So, und jetzt bin ich da, wo ich hin wollte. *Tollwood* findet zweimal im Jahr in München statt. Das Sommerfestival auf dem Olympiagelände - die Winterveranstaltung auf der Theresienwiese, welche wir im vorweihnachtlichen Dezember 2003 besuchten. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung, die vielseitiger nicht sein kann. Auf der Homepage *www.tollwood.de* kann man sich ausführlicher darüber informieren und sich ein genaueres Bild machen.
Kurz erklärt: Tollwood besteht aus mehreren *Zelten* und einem umfangreichen Freigelände. Dort findet man zahlreiche Firanten, die ihre außergewöhnlichen Waren anbieten. Vom Didgeridoo und Tropenhelm, über orientalische Schleier, bayerische Holzschuhe, Holzspielzeug und Duftkerzen aller Art - hier findet man alles, was sinnvoll und auch -los ist. *Los* ist übrigens auch in Sachen Veranstaltungen einiges. So finden Konzerte statt, die eine große Kulturvielfalt widerspiegeln. Ob Jazz oder African Music, ob Folklore oder Moderne - die Zelte sind abends gerammelt voll. Karten hierfür kann man entweder über Internet oder beim Veranstalter selbst reservieren lassen. Dieses Jahr habe ich leider keine dieser Veranstaltungen besuchen können, weshalb ich auch keine Erfahrungen wiedergeben kann. Doch habe ich mir vorgenommen, nächstes Jahr ein Theaterstück zu besuchen.
Sowohl auf dem Freigelände, als auch in dafür vorgesehenen Zelten findet man leckere Spezialitäten aus Allerherrenländer. Vom bekannten Döner und der beliebten Pizza über indische Fleischgerichte, asiatische Nudeltöpfe, Falafel und Couscous, Suhsi oder auch bayerischem Leberkäs - hier gibt es wirklich alles. Wer’s Süß mag, kommt auch auf seine Kosten: Waffelstände konkurrieren mit Crepes-Buden, süße Tortillias und Türkischer Honig oder ausgefallenen Marzipanvariationen. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben - es ist so unfassbar umfangreich, dass mir jetzt noch die Spucke im Mund zusammen läuft.
Wie bringe ich diese Informationen auf einen Nenner? Wie erkläre ich Tollwood anschaulich. Puh, das ist wirklich schwer. Die Tollwood-Veranstalter haben den richtigen Weg dafür gefunden. Sie beschreiben Tollwood mit acht einfachen Regeln:
T wie - Theater hat keine Grenzen.
O wie - Ohne Visionen geht es nicht.
L wie - Lust am Leben ist Lebenskunst.
L wie - Leben ist Lust an jeder Kultur.
W wie - Werte kennen keine Nationen.
O wie - Offenheit heißt, keine Grenzen akzeptieren.
O wie - Organisation ist, wenn man sie nicht spürt.
D wie - Die Liebe zum Bleiben bewegen, heißt, Glück zu schaffen.
Na, ich hoffe, ihr wisst jetzt, worum es geht.
Dotti erlebt *TOLLWOOD*
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Wir kamen also in der U-Bahn-Station der Theresienwiese an und ließen uns von der Rolltreppen dem Erlebnis entgegen fahren. Als erstes sahen wir die großen Zelte in den Himmel ragen, die sehr orientalisch aussahen. Wie riesige Beduinenzelte in der Wüste. Das Wetter hatte leider keinen Wüstencharakter - es regnete und stürmte leider sehr. Wir hielten unsere Regenschirme fest und steuerten sofort ein Zelt an. Ich empfehle jedem, die Wettervorhersage genau zu beobachten und einen Tag zu wählen, der schönes Wetter verspricht. Den Winter-Tollwood sollte man - wenn möglich - im weißen Winterwonderland erleben oder wenigstens trockenen Fußes. Bei Regen kann man sich zwar in die Zelte flüchten - aber es zerstört etwas das Gesamtbild.
Die Zelte sind gut beheizt, was nicht zuletzt von den vielen Kochgelegenheiten unterstützt wird. Überall machen sich leckere Düfte breit, die aus Backöfen und riesigen Pfannen kommen. Aber auch die einzelnen Waren haben ihren ganz besonderen Duft. So richt man Aloe Vera oder Anistee, diverse Kräuter und Gewürze am nächsten Stand, Duftkerzensortimente oder -Öle.... Ich war ganz fasziniert von den vielen Gerüchen, die auf einen einstürmen. Hier riecht man gegerbtes Leder, drei Meter weiter strömt einem der Wachsduft in die Nase. Dann plötzlich Fenchel, Honig und Koriander oder nochmals drei Schritte glaube ich, in einem Heuhaufen zu stehen, weil Hanfgerüche mich umgeben. Sogar mein Schatz, der für solche Sinnlichkeiten kein ausgeprägtes Gespür hat, war von den vielen Gerüchen begeistert.
Aber nicht nur die Nase bekommt bei Tollwood viel zu tun. Auch die Augen werden gereizt. Was es hier alles zu sehen gibt.... Leute, das glaubt ihr nicht! Bunte Papierlampions hängen an der Decke, buntes Holzspielzeug und ein riesiger Tisch voll bunter Kerzen. Rot, grün, blau, gelb, ocker, lila, orange, pink, gold..... endlose Farbenpracht. Da hängen orientalische Schleiher an überladenen Kleiderhaken oder lange Tische biegen sich unter glitzernden Glaswaren. Ich interessierte mich vor allem für Duftlampen und Glaslichter und blieb immer wieder an einem dieser Stände stehen. Zwischen 4.- und 12.- EUR kostet ein bemaltes Glaslicht, was ich nicht zu teuer finde. Sicherlich, in meiner Heimatstadt kriege ich ein solches Licht schon ab 3.- EUR. Doch ob ich dann genau das Richtige für mich finde, sei dahin gestellt.
Ich glaube, ich habe bei unserem Tollwood-Besuch drei Kilo zugenommen. Puuuuh, war das eine Schlemmerei. Angefangen hat alles mit vegetarischen Tortillias, die mit roten Bohnen, Mais, Zwiebeln und Paprika gefüllt waren. Schön heiß und scharf waren sie. Nur das Essen machte ein bisschen Probleme. Wie bekommt man diese Teigfladen nur heil aus der Serviette raus, ohne deren Inhalt über den ganzen Tisch zu kleckern?! Apropos! Es stehen überall Tische und Bänke, so dass man sich zum Essen hinsetzen oder einfach nur so ein Päuschen einlegen kann. Ein Tortillia kostete übrigens zwischen 3.- und ca. 4.70 EUR. Man kann ihn auch süß füllen lassen - mit Schokosoße oder Früchten. Diese sind jedoch ziemlich klein und mein Schatz, der *Süße* war etwas enttäuscht, dass er für viel Geld nur wenig *Leckeres* bekommt. Hey, was soll’s. Dieser Tag war etwas Besonderes und außerdem hielt ich ihn ja frei. Darüber sollte er sich an diesem Tag wirklich keine Gedanken machen..
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Tja, im Laufe des Tages aßen wir dann noch frische Waffeln (nicht sehr groß) für 1.50 EUR mit Puderzucker oder für 3.50 EUR mit Sahne und Amaretto. Ein Capuccino kostete 2.50 EUR, den man jedoch als *Haferl* bezeichnen kann. Irgendwann gab’s dann noch Falafel für 3.70 EUR, die sehr gut gewürzt, aber leider etwas lauwarm waren. Am arabischen Stand hätte man auch noch Minztee für 1.50 EUR trinken können, was wir aber nicht machten. Wir tranken überhaupt sehr wenig, was ein Fehler ist, denn auch hier ist die Auswahl sehr groß. Es gab natürlich alle nichtalkoholischen Getränke, wobei - wie der Minztee - auch exotische Sachen dabei waren. Im *Palast der Morgenröte* gab es verschiedene asiatishe Leckereien, wie thailändische Nudelsuppe oder Nudeltöpfe mit Tofu oder Hühnchenbrust. Aber auch frittierte Scampi oder Calamari (4.50 EUR) wurden angeboten, die jedoch schon eine Weile auf der Warmhalteplatte lagen und deshalb wahrscheinlich ziemlich gummiartig waren. Wir haben sie nicht probiert und waren mit unseren Nudeltöpfen auch bestens bedient. Diese waren zwar etwas teurer als in unserer Heimatstadt, aber mit 6.90 EUR lagen sie noch im akzeptablen Bereich. Aufgefallen ist mir, dass alle Gerichte sehr gut gewürzt sind und nicht, wie in Deutschland allgemein üblich, recht *fad* sind.
Oooh, da läuft mir schon wieder der Sabber im Mund zusammen. Vielleicht sollte ich lieber über die technische Organisation sprechen. Eines der Mottos, die von den Veranstaltern aufgestellt wurde, heißt: *O wie - Organisation ist, wenn man sie nicht spürt.* Das ist ihnen gelungen. Die Zelte, die Verbindung zwischen diesen, das Freigelände, die Toiletten, das Personal - alles war bestens organisiert. Man konnte teilweise trockenen Fußes zwischen zwei Zelten wechseln, die Toiletten waren sauber und die Wege dorthin gut beschriftet. Einziges Manko: betrat man ein Zelt vom Freigelände aus, so rann dass Wasser einem schon mal in den Kragen. Die Türen waren leider nicht abgesichert, so dass der Regen vom Dach hinab lief und unweigerlich seinen Weg zur Türoberkante fand. So war es ratsam, den Regenschirm schon im Zelt aufzuspannen, oder - umgekehrt - ihn schon im Zelt aufzumachen, bevor man ins Freie trat.
Die einzige terminliche Veranstaltung, die wir kurz besuchten, war die Märchenstunde im kleinen Zelt. Ihr braucht jetzt nicht zu lachen. Man konnte - wenn man die Zuhörer beobachtete - nicht erkennen, wer begeisterter war. Die Kinder oder die Erwachsenen, die vor dem Märchenerzähler saßen und angestrengt lauschten. Es war ein tolles Bild: ungefähr 40/50 große und kleine Menschen saßen im Schneidersitz oder mit ausgestreckten Beinen auf dem Teppichboden und waren mucksmäuschenstill. Leider bekam ich nur noch die letzten fünf Minuten mit, aber ich fand die Stimmung total gemütlich.
Da wir noch Karten fürs 3D-Kino reserviert hatten, mussten wir am späten Nachmittag zum IMAX-Kino aufbrechen. In der U-Bahn hingen wir noch lange unseren Gedanken nach und ließen die Eindrücke Revue passieren. Als der Kinofilm vorbei war, überlegten wir, ob wir noch auf den Christkindlsmarkt fahren sollten. Doch da waren wir ja eigentlich schon viel zu oft und es ist immer das gleiche, also.... zurück zur Theresienwiese. Denn: Tollwood macht süchtig.
Fazit
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Wer in der Nähe zu München lebt, sollte unbedingt mal eines der Tollwood-Festivals besuchen. Da ich bis jetzt nur auf der Winterveranstaltung war, kann ich nur von ihr berichten. Doch das, was ich da gesehen habe, hat mich so fasziniert, dass ich natürlich volle Punktzahl vergebe. Es ist auf jeden Fall ein kulinarisches Erlebnis, denn man kann sich durch sämtliche Nationen schlemmen. Außerdem bietet es viele neue Gerüche und optische Eindrücke aus Allerherrenländer. Einen großen Geldbeutel sollte man auch mitnehmen, denn es gibt viele schöne und außergewöhliche Dinge zu kaufen... Also: Ihr müsst da unbedingt hin!!!
In diesem Sinne... alles bleibt anders... Eure Dotti weiterlesen schließen
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