Pro:
ein erstklassiger Anbieter im Regionalverkehr,Teil der Star Alliance.
Kontra:
keine, wenn man von den aktuellen technischen Problemen absieht.
Empfehlung:
Ja
Ich fliege in letzter Zeit öfter auf Regionalstrecken mit den Tyrolean Airways. Somit möchte ich über das Unternehmen und meine Erlebnisse mit den Tyrolean Airways berichten.
*** Das Unternehmen ***
Das Unternehmen wurde 1978 von Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger als "Aircraft Innsbruck" gegründet. Erst am 1. April 1980 wurde es in Tyrolean Airways umbenannt. Tyrolean Airways haben sich als Anbieter in Regional- und Nischenmärkten etabliert und sind dabei in ganz Europa tätig. Vor allem im Alpenraum haben sie eine starke und bedeutende Marktposition. Durch die Mitgliedschaft in der Star Alliance (der weltweit größten Airline Allianz) bietet Tyrolean Airways seinen Passagiere den Zugang zu mehr als 815 Destinationen auf 5 Kontinenten.
Die Flotte umfasst derzeit 33 Flugzeuge. Das durchschnittliche Alter der Flugzeuge beträgt 3,5 Jahre. Derzeit sind folgende Flugzeugtypen im Einsatz: 6 Fokker 70: max. Reichweite 1.900 km, max. 80 Passagiere, 10 Canadairjets: max. Reichweite 2.639 km, max. 50 Passagiere und 17 Dash 8: max. Reichweite 1.860 km, max. 50 Passagiere. Bis Ende des Jahres soll die Flotte auf 38 Flugzeuge anwachsen. Somit kann man schließen, dass es sich um ein wachsendes Unternehmen handelt.
Die Airline wurde 1998 mit dem Titel "weltweit beste Regionalfluglinie" ausgezeichnet. Ich gehe davon aus, dass sie diesen Titel zurecht erhalten haben.
*** Das Flugpersonal ***
Das Flugpersonal ist fachlich kompetent, sehr aufmerksam, hilfsbereit und immer freundlich. Das klingt wie in einem Werbeprospekt, ist aber so. Zugleich gibt sich das Personal inkl. der Piloten bescheiden, was man von größeren Fluglinien nicht immer sagen kann. Die Kleidung ist, passend zu Tirol, "ländlich" und "trachtig" ausgerichtet. Das macht erstens einen netten Eindruck und unterstreicht zugleich das Image. Die Piloten sind in ihren Durchsagen nicht so cool wie oft bei der Lufthansa, aber dafür sprechen sie ein einfaches a
ber deutliches Englisch. Was vor allem für internationale Fluggäste von Vorteil ist.
*** Das Service ***
Das Service finde ich sehr gut. Man wird auf den Regionalflügen gut versorgt und somit vergeht die Zeit auch ?wie im Fluge?. Vor allem der servierte Rotwein macht das enge Sitzen in einem Jet doch wieder zu einem angenehmen Erlebnis. Dazu gibt es meist ein "Brotweckerl" mit Schinken oder Käse. Bsp: ab Klagenfurt Schinken, ab Zürich Käse.
Zudem gehen die Flugbegleiterinnen auf die nicht immer einfachen Wünsche der Passagiere ein. Ein Geschäftspartner von mir wünscht sich immer Früchtetee, der zwar extra zubereitet werden muss, aber dennoch serviert wird.
Besonders aufmerksam finde ich, dass Kindern jede Menge an Spielzeug geschenkt wird. Das ist einerseits praktisch, weil die Kinder dann beschäftigt sind und andererseits großzügig, weil es meist ein Kartenspiel, Malstifte, ein Malbuch und oft noch weitere Teile sind. Aber die Kinder sind die Kunden von morgen!
*** Aktuelle Probleme ***
In der letzten Zeit hat es mit den Flugzeugen des Typs Dash 8 einige technische Probleme gegeben. Darunter hat das Image des Unternehmens ein wenig gelitten. Die Tyrolean Airways denkt zwar über den Einsatz einer Fokker F 70 anstatt der Dash auf der Strecke Salzburg-Frankfurt-Salzburg nach, aber ein kompletter Ersatz der Dash 8 durch Fokker 70 steht derzeit aber nicht zur diskussion. Die technischen Probleme lagen unter anderem darin, dass eine Dash 8 während des Flugs ein Rad verlor, weil eine Radmutter am Fahrwerk gebrochen war. Dazu kommen Probleme durch computerbedingte Fehlanzeigen.
*** Meine persönlichen Erfahrungen ***
Ich bin sicherlich nicht der mutigste Passagier und habe immer ein wenig Herzklopfen, zumindest beim Starten und Landen. Die Dash 8 ist eine Turbopropellermaschine und da staunt man beim Anlassen des Motors schon ein wenig, welche Kräfte da frei werden. Die gesamte Maschine beginnt zu vibrieren und zu rütteln. Nach dem Start fliegt das Flugzeug aber sehr ruhig und erst der Landeanflug verläuft dann wieder ein wenig unruhiger.
Den Canadairjet kenne ich schon länger und habe mir sagen lassen, dass es sich hier um ein sehr gutes Flugzeug handelt. Der Flug verläuft in diesem Jet sehr ruhig. Die Fokker 70 ist ebenso ein anerkanntes Regionalflugzeug.
Mit dem Service war ich sehr zufrieden und der Rotwein an Board hat mir sehr gemundet. Auf dem Flug von Klagenfurt nach Frankfurt ist die Flugbegleiterin einmal ganz besorgt zu mir gekommen und hat gemeint, dass es jetzt die letzte Flasche sei, aber wir würden zum Glück in wenigen Minuten landen. Jetzt dürfen meine Leser nicht denken, dass wir es auf dem letzten Flug übertrieben hätten, aber es waren überdurchschnittlich viele Rotweintrinker ab Board und das wirkt sich dann eben auf die Bestände aus.
Der Sitzkomfort ist in der Dash 8 sehr hoch. Vor allem die Kopffreiheit ist gewährleistet. Im Canadairjet ist für mich der Fensterplatz ein wenig zu nieder. Ich denke, man darf hier max. 1,75 sein, um nicht an der Biegung von der Seitenwand zur Decke anzustreifen. Ebenso ist der Sitzabstand wohl auch für mittelgroße Menschen bemessen. Die Sitze selbst waren in der Dash "schöner" und angenehmer als im Canadairjet.
Ansonsten bin ich ein einfacher Fluggast ohne Sonderwünsche, der sich freut, wenn er wieder gesund und munter nach Hause kommt. Tyrolean Airways kann ich allen Lesern ohne Einschränkung weiterempfehlen, weil bisher einfach alles gepasst hat. Die aktuellen Probleme werden sie sicherlich in Griff bekommen.
Weitere Information unter www.aua.com weiterlesen schließen
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