Pro:
sättigt ein wenig
Kontra:
trockenes Brötchen, extrem scharfe Füllung, viel zu hoher Preis
Empfehlung:
Nein
Schmeckt nicht besonders und ist viel zu teuer!
Ich weiß auch nicht, warum ich immer wieder auf Werbung hereinfalle, meine negativen Erfahrungen mit dem Bifi-Carazza-Snack vor einiger Zeit hätten eigentlich Warnung genug sein müssen. Trotzdem - letzte Woche im Supermarkt kaufte ich wieder mal einen Snack für den kleinen Hunger, und das gleich im Zweierpack, nämlich den Bifi Ranger.
"Der Texas-Pack mit Beef, Beans und Bacon" wurde an einem Regal besonders herausgestellt, die Packung sah ganz interessant aus, zumal der zweite Spruch "Beiss dich durch!" auch etwas zu beißen erhoffen ließ. Und dann natürlich der Euro - für über eine Mark pro Stück hätte ich wahrscheinlich nicht zugegriffen, aber 55 Cent kann man schon mal bezahlen... Schön blöd, wer zu wenig nachdenkt!
Und so kam es, wie es kommen musste, ich hatte zwei Rangers à 50 Gramm im Einkaufswagen, die ich nach dem Einkauf auch sofort verspeiste. Fest steht, dass ich mit einem Hamburger aus dem benachbarten McDonald's sicher besser bedient gewesen wäre, denn was der Ranger zu bieten hat, ist nicht viel mehr als nichts.
Das einzig gute an diesem Produkt ist für mich die Verpackung in dunkelroter und schwarzer Farbe mit gelben und weißen Schriftzügen und einer "Abbildung" des Produkts, die sich dann beim Aufpacken allerdings sehr schnell als geschönt herausstellte. Alles andere kann man nach meiner Meinung vergessen.
Nach dem Aufreißen der Packung entfaltet sich ein intensiver Geruch nach irgendwas Künstlichem, der entfernt an Salami oder scharfe Pizza erinnert. Nicht unbedingt schlecht, aber sicher auch nicht der Renner. Mein Appetit wurde jedenfalls etwas angeregt. Ist die Packungsfolie entfernt, sieht man zunächst nur ein Brötchen ("Weizengebäck"), das seinen texanischen Inhalt geheimnisvoll umschließt, und erst beim Reinbeißen freigibt.
Doch was ist das? Ein herzhafter Biss, und im Mund ist nur - ein Stück extrem trockenes Brötchen, sonst nichts. Wie schon beim Carazza ist offenbar auch beim Ranger die Füllung längst nicht bis an den Rand vorhanden, sondern konzentriert sich irgendwo in der Mitte des Produkts. Der erste Eindruck ist also verheerend, ich muss erst mal mit einem Getränk nachspülen, sonst kann ich nicht weiteressen.
Der nächste Bissen - aha, jetzt kommt auch Füllung. Schnell mal einen Blick riskiert - eine undefinierbare rote Masse, deren einzelne Bestandteile sich auch bei bestem Willen nicht unterscheiden lassen. Glauben wir mal, dass das auch Beef drinnen ist, die Packung spricht jedenfalls von 34% fleischhaltiger Füllung; mein Eindruck ist der, dass der Fleischanteil praktisch nicht vorhanden ist. Dafür gibt es viel Tomatensoße (25%) und ein paar zermatschte Bohnen (5%), dazu natürlich Gewürze, Geschmacksverstärker, Säuerungsmittel und so weiter.
Das Ganze ist dermaßen scharf, dass selbst mir zunächst kurz der Atem stockte. Ist das also ist das "Geheimnis" des Rangers? Wer weiß! Doch zurück zu meinem Geschmackstest. Ich muss zugeben, dass das trockene Brötchen in Verbindung mit der extrem scharfen Füllung durchaus essbar ist und vielleicht sogar einen Teil der Schärfe abmildert. Trotzdem bleibt der Eindruck eines völlig unausgewogenen Produktes, denn am Ende ist natürlich wieder nur trockenes Brötchen und keine Füllung mehr da.
Mein Urteil? Ich empfehle den Bifi Ranger nicht, vergebe aber immerhin noch die Note 4. Ich halte das Produkt für etwas besser als das von mir vor einiger Zeit getestete Bifi Carazza, aber ich halte es keineswegs für gut. Dazu kommt noch ein vergleichsweise hoher Preis von 55 Cent, der nach meiner Meinung nicht angemessen ist. Allerdings gilt das für alle Bifi-Produkte, nicht nur für den Ranger. Wer einen kleinen Snack sucht, wird für einen vergleichbaren Preis sicher etwas Besseres finden.
© Andreas Wilhelm, 21.06.2003 / 01.05.2005
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