Pro:
Liebe, Familie
Kontra:
sie werden groß, man muß sie eines Tages loslassen
Empfehlung:
Ja
Worte an mein Kind – diese neue Aktion ist ein Geschenk, ich finde sie herrlich. Natürlich möchte ich da auch mitmischen. Ich habe ja selbst vier Kinder, die ich sehr liebe, die mir sehr viel bedeuten. Solche Aktionen machen Ciao lebendig, das ist das Herz von Ciao.
Diese neue Aktion von muscle und waldweg soll jedem die Gelegenheit geben, Worte an sein Kind, oder natürlich auch an mehrere Kinder zu geben. Jedem deshalb, weil es reale Kinder sein können, Kinder die bald kommen, Kinder die vielleicht einmal kommen werden, Kinder die nicht kamen, Kinder die nie kommen (werden – warum auch immer), Kinder die klein sind, Kinder die schon erwachsen sind, Kinder die weg sind, Kinder die nicht mehr sind...
Es soll kein interessierte(r) Schreiber(in) ausgeklammert werden, denn wir wollen schon gerne wissen, welche Worte Euch wichtig wären.
Wie dabei geschrieben wird, spielt keine Rolle. Gedichte, Geschichten, Dialog, Wünsche, Trost, Mahnung, Worte fürs Leben, Worte für die Zukunft, Worte für eine andere Welt, Worte des Danks, der Anerkennung... Kurzer Text, langer Text – egal. Kinder sind Persönlichkeiten, sind unterschiedlich, und so werden auch die Worte an die Kinder ganz unterschiedlich ausfallen.
Aus verschiedenen Gründen ist es vielleicht wichtig darauf zu achten, dass Namen und Geburtstage der Kinder nicht erwähnt werden. Wer es dennoch mag, soll es gerne schreiben. Als Schutz für Eure Kinder und für Eure Passwörter könnte es jedoch besser ohne sein...
Wer nun diesen Text für seinen Bericht übernehmen möchte, hat unsere ausdrückliche Erlaubnis dazu. Schön wäre eine kurze Mitteilung in einem unserer Gästebücher, wenn jemand mitmacht. Die Nennung weiterer Berichte zum Thema ist auch erlaubt, doch keine Pflicht.
(Text ist von muscle’s Profil kopiert)
Worte an meine Kinder:
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Mein Großer
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Ich vermisse dich! Es ist so viel geschehen, seit diesem 3. Advent. Ich wünschte mir Du würdest mal wieder bei uns schlafen, oder sonntags mit uns mitgehen.
15 ½ Jahre bist Du nun. Lange ist es her, als Du in meinem Bauch ganz nahe bei mir warst. Damals wachte ich in der Nacht auf, ich sagte zu deinem Vater, mir geht das Fruchtwasser ab. Pitschnass war ich. Er murmelte etwas im Halbschlaf, und wollte nicht aufwachen. Aber ich musste doch zur Klinik. Also rief ich den Krankenwagen an, auf einmal war dein Papa hellwach. Eigentlich wollte er unbedingt bei deiner Ankunft dabei sein. Aber die Ärzte meinten, da Du falsch liegst, müsse man sowieso ein Kaiserschnitt machen, und momentan sei der OP voll, das könne Stunden dauern. Sie sagten zu deinem Vater, er solle ruhig zur Arbeit gehen. Kurz vor Mittag hieß es dann jetzt sei der OP doch frei, Du durftest zur Welt kommen. Ich bekam eine Vollnarkose, und Du wurdest geholt. Du bekamst den schönen Namen Michael, das heißt Gott hilft. Und wer ist wie Gott. Ich kann Dir nicht viel mitgeben, aber einen Namen mit Sinn finde ich wichtig. Damit du weißt , wir haben uns da auch Gedanken gemacht, dein Namen soll Dich ja dein Leben lang bekleiden.
Du wurdest größer, ein lieber süßer strohblonder Bub. Ich arbeitete, und Du warst viel bei der Oma. Sie nahmen Dich überall mit in den Urlaub, so viel Urlaub bekam ich nie. Dort lerntest Du schwimmen bevor Du zur Schule kamst. Du wurdest 7 Jahre, und ich lernte meinen zweiten Mann kennen. Du warst damals so von ihm begeistert. Er hatte damals noch seine Schafherde. Du warst stolz mit ihm Traktor zu fahren, und halfst gerne mit bei den Schafen. Geschickt stecktest Du auch Netze. Und weißt Du noch, als Du das kleine Lämmchen hieltst, in der biblischen Gemeinschaft, als wir da vor Weihnachten eingeladen wurden. Und Lothar 1999, als wir vom gemütlichen Weihnachtsessen aufstehen mussten, und Du mit Fritz und Opa hinausgingst, in diesen starken Wind. Ich sehe Dich noch vor mir, wie es Dich schier wegblies. Aber ihr musstet nach den Schafen sehen.
Und jetzt bist Du größer, wir haben keine Schafe, und ich sitze wieder mal traurig in Deinem Zimmer. Weißt Du eigentlich, das ich Dich ganz doll lieb hab. Ich vermisse Dich so, mein Schatz. Ich hätte früher für Dich stark sein sollen, aber jetzt ist schon alles so gekommen. Ich würde Dich so gerne zurückholen. Wir haben eine Menge gelernt, ich glaube nicht, dass wir die alte Fehler weitermachen. Wir haben alle bitter daraus gelernt. Wir besuchen jetzt die Erziehungsberatung. Lassen die Kinder essen was sie wollen, da man Kinder nicht zum essen zwingen soll. Fritz macht ja nun doch noch den Führerschein, damit er jetzt eine Arbeit suchen kann. Schön finde ich es, dass er nun gemeinsam mit Dir zur Fahrschule geht.
Gut siehst Du aus, auf deinem Roller. Ich bin stolz auf Dich. Fahr vorsichtig, ich sorge mich um Dich. Auch beim Mofas auseinandernehmen macht Dir keiner etwas vor. Hoffentlich findest Du eine Lehrstelle. Das Du nicht mehr weiterhin zur Schule gehen möchtest verstehe ich vollkommen. Obwohl die mittlere Reife schon wichtig wäre. Du schaffst das auch, ganz bestimmt. Ich glaube an Dich.
Deine Leidenschaft für Flieger ist riesig. Wie Du gekonnt dastehst, und nach deinen Modellfliegern schaust. Mich freut es auch, dass Du deinen Bruder immer mitnimmst. Modellfliegen ist deine Welt, da hebst Du ab. Da bist Du selbst leicht und unbeschwert, wie deine Flugzeuge, und lässt Dich von keiner Thermik mitreißen.
Das Du an Gott glaubst, und gerne Kinderkirche hältst beruhigt mich, ich weiß dass Du nicht verloren bist. Du machst deinen Weg im Leben. Deine hilfsbereite Art gefällt mir, ich bin stolz, dass Du mein Sohn bist.
In letzter Zeit habe ich Dir viel zu wenig gezeigt, dass ich Dich liebe. Und dass es mir sehr wichtig ist, wie es Dir geht. Ich vermisse Dich so sehr!
Mein jüngster Sohn:
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In der Schwangerschaft machtest Du mir große Sorgen. Die Ärztin in der Uniklinik meinte, Du hättest eine vergrößerte Niere. Ich lies eine Fruchtwasseruntersuchung machen, dort konnte ich auf dem Bildschirm beobachten, wie Du ängstlich vor der großen Nadel davon schwammst, die Dich fast getroffen hätte. Dann sagte man mir, da seien Bruchteile vom Chromosom 21, das wenn’s fehlt Mongolismus auslöst. Du könntest behindert werden, hieß es. Ob ich Dich den möchte ? Welche Frage, ich wollte Dich doch so sehr, aber behindert ??? Habe ich überhaupt ein recht so etwas zu entscheiden ? Ich hatte Angst, Du könntest Nierenkrank werden, und dein Leben lang an der Dialyse hängen. Aber nichts dergleichen passierte. Du kamst gleich in die Kinderklinik, als Du geboren warst. Ich konnte dich nicht mal gleich sehen. Du kamst mit Kaiserschnitt, und als ich zu mir kam, sah ich keine Schwester. Niemand, aber auch kein Kind. Ich bangte, hatte ich nun ein Kind geboren, gesund oder behindert, oder gar tot ? Dann kamen meine Eltern, sie wollten das Kind sehen. Ich bat sie danach zu schauen. Sie fanden eine Schwester, und erfuhren, dass der Kleine nun in der Kinderklinik nebenan lag. Nur ein paar Schritte entfernt, ein Gebäude gleich neben der Frauenklinik. Du warst so klein und zerbrechlich als Du auf die Welt kamst, und musstest 1 Tag im Wärmebettchen liegen, Du kamst ja viel zu früh zur Welt. Damals trankst Du gerade mal 9 ml als Mahlzeit, aus einer Einwegspritze. So verabreichte dir die Kinderkrankenschwester die Muttermilch. Da das viel zu wenig war hättest Du eine Infusion bekommen sollen. Ich hatte mich aufgerafft und bin trotz der Schmerzen in die benachbarte Kinderklinik gelaufen. Eigentlich wollte ich Dich nun gleich an die Brust anlegen, aber die Kinderschwester meinte, du seiest zu schwach zum saugen. Ich bestand darauf , nahm dich heraus und legte Dich an meine Brust, sofort saugtest Du. Dann waren es 35 ml, die du trankst. Von Mahlzeit zu Mahlzeit wurde es mehr. Du hattest gleich bei deiner Geburt einen Nierenbeutel gelegt bekommen. So konnte sich deine gestaute Niere entspannen. Nach 4 Wochen wurde der Schlauch wieder herausgezogen. Jetzt erinnert nur die kleine Narbe an das Drama damals, und an die Tränen vor deiner Geburt. Als wir Dich von der Klinik mit nach Hause nehmen durften, hattest Du ein Atemüberwachungsgerät dabei. Dieses Gerät begleitete uns das erste Jahr. Du warst total verkabelt. Im Kinderwagen lag dieses Kästchen. Deine Kleidung hatte alle Oma Lina für uns geändert. Links war ein Loch für deine viele Schläuche und Kabel. Mit einem Jahr hast Du dich selbst abgesteckt. Da brachte es das Gerät nicht mehr, Du spieltest damit. In der Klinik hattest Du ja einen Atemstillstand, in den ersten Tagen nach der Geburt. Aber mit dieser Überwachung ging alles gut, bei jedem Alarm, auch wenn es nur Fehlalarme waren, nahm ich Dich hoch, damit Du atmen kannst. Dieses Gerät brachte uns oft um den Schlaf, aber lieber unzählige Fehlalarme, wie wenn es einmal zuwenig angeschlagen hätte.
Mittlerweilen bist auch Du groß geworden, stolze 8 ½ Jahre schon. Das Schreiben fällt Dir leicht, Du mischt ja auch schon ein Jahr bei Ciao mit. Dass Du so gut schreiben kannst erstaunt mich, und erfüllt mich natürlich mit riesigem Stolz. Wenn ich Dir unbekannte schwere Worte diktiere schreibst Du sie mir mühelos und fehlerfrei. Das Schreiben liegt Dir einfach. Über dein Zeugnis warst Du ja so unglücklich. Das waren doch fast lauter zweien. Im Schnitt eine zwei das ist doch nicht schlecht. Mathe könntest du auch, aber da bist Du zu langsam. Deine Langsamkeit hindert Dich oft. Das hast Du von mir, ich bin auch nicht die schnellste. Im Sport hast Du Schwierigkeiten, dein Gewicht hindert dich. Dabei bist Du so mutig. Ich wäre nie vom 5 Meter Brett runtergesprungen, und Du machst es, kaum dass Du die Schwimmflügel losgeworden bist. Ich bin stolz wie Du es im Sommer so schnell gelernt hattest.
Meine große Tochter:
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Auch Du kamst mit Kaiserschnitt zur Welt. Leider konnte dein Papa nicht dabei sein, da ich doch kniff. Der Kaiserschnitt war auf Anraten der Ärzte geplant, aber ich wollte nicht. Dein Vater war dabei, endlich eine Geburt mit ihm, er hätte dich auch gerne zuerst auf der Welt begrüßt, aber es sollte nicht so sein. In der Geburtsanzeige stand: „Hurra unsere kleine Schäferin ist da“. Ich habe mir immer vorgestellt du würdest mal barfuss übers Stoppelfeld um die Schäferkrone rennen, und auch mal eine eigene Herde haben. Aber Du bist wirst sicherlich keine Schäferin, du bist kein Naturkind. Draußen wird es dir schnell kalt, du bist nicht robust, du bist meine kleine Prinzessin auf der Erbse. Jetzt ist es besser, aber als Du kleiner warst, konntest Du nicht mal raus zum Schlittenfahren, Du warst sehr schnell blaugefroren. Auch deine Finger waren schnell blau. Mittlerweilen bist Du nicht mehr so empfindlich und fährst sogar Ski. Du bist überhaupt sehr sportlich, und machst jede Schaukelstange zu einer Reckstange. Du kletterst wo es geht. Bald wirst Du als Tanzmariechen im Rampenlicht stehen, das ist dein großer Traum. Aber noch versteckst Du dich etwas schüchtern hinter mir. Dabei warst Du heute bei den Hexen, beim Fasching so mutig. Sicher tragen sie Dich später auch mal auf den Schultern, du wirst ja eine kleine Schönheit. Deine Figur ist Dir ja so wichtig, Du isst nichts was sie Dir ruinieren könnte. Als Du kleiner warst hattest Du lange an meiner Brust getrunken, fast 2 Jahre. Dann musstest du deinen geliebten Trink- und Kuschelplatz für deine Schwester abgeben. Jetzt bist Du 6 Jahre alt und kannst es kaum erwarten in die Schule zu kommen. Vorschulbücher verschlingst Du in ein paar Stunden, malen kannst Du weltmeisterlich. Jeden Tag malst Du mir die schönsten Bilder. Anhänglich und verschmust bist Du. Du kannst aber auch eine Kratzbürste sein, wehe wenn Dir etwas nicht passt. Schwimmen kannst Du ohne Schwimmflügel, und auch sonst lernst Du alles leicht. Ob Du wohl mal aufs Gymnasium kommst ?
Mein Nesthäckchen:
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Du gehst deinen eigenen Weg. Momentan bist Du noch ein Papa Kind, den magst Du am meisten. Du bist wohl schon 4 ½ Jahre alt, aber Du liebst die Geborgenheit im elterlichen Schlafzimmer, und liegst bequem im Gräbele (in unserer Mitte). Meist liegst Du schräg übers Bett. In der Nacht brauchst Du noch deinen Schnuller, Du schaffst es nicht ihn abzugewöhnen. Du bist sehr widerspenstig, du hast deinen eigenen Kopf, den Du immer durchsetzen möchtest. Und lebhaft bist Du, mal marschierst Du im Unterrock durch die Wohnung, die Hände in den Hüften und stampfst durch die Wohnung, dass die Wände wackeln. Lässig wirfst Du Bonbons durch den Raum, und verkündest stolz, Du seiest Tanzmariechen. Dann kriechst Du am Boden und kommst gebückt wider hervor, gekonnt spielst Du Hexe. Die Welt ist deine Bühne, wenn es auch nur die Aufmerksamkeit deiner Eltern und Geschwister ist, dass stört Dich nicht. Jedem schenkst Du dein Lächeln und um alle sorgst Du dich. Du bewunderst Dein Dede (Patenonkel). Du fängst schon an deinen Namen zu schreiben, aber in deinem Mund steckt immer noch der alte Schnuller. Den bekomme ich Dir einfach noch nicht weg. Du bist halt noch unser kleines Mädchen.
Es ist ein Geschenk Gottes Kinder zu haben, sagte Frau Grauer aus Gomaringen. Sie muss es wissen, sie hat 16 Kinder. Ich empfinde es genauso und freue mich jeden Tag an Euch.
Was wäre das Leben ohne Euch ? Ich wünsche Euch Gottes Segen für Euere Zukunft. Wir lieben Euch !
© Sabine Luz, Kirchentellinsfurt den 23.Februar 2004 für Ciao
26. juli 2004 für Yopi weiterlesen schließen
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