Pro:
angenehmer Geschmack, preiswert
Kontra:
klebrig
Empfehlung:
Ja
Frühstück ist eine wichtige Mahlzeit, vielleicht sogar die wichtigste des Tages. Jedenfalls muss Frühstück bei mir abwechslungsreich sein. Unter 5-6 Marmeladen und einem Schokoaufstrich geht es bei mir nicht.
Was aber auch dazu gehört, ist Zörbiger Überrübe. Hört sich lustig an, ist aber eigentlich nur ein mit Kandisablauf verfeinerter Zuckerrübensirup.
Lange habe ich einen mir schmeckenden Zuckerrübensirup gesucht. Ich kannte noch den „alten“ Zörbiger Zuckerrübensirup, der war nach 1989 jedoch bald aus den Verkaufsregalen verschwunden. Die adäquaten westdeutschen Sirupe kamen nicht annähernd an den Geschmack heran, den ich mir vorstellte. Und so verzichtete ich irgendwann ganz darauf, bis ich vor ca. 5 Jahren die „Zörbiger Überrübe“ im Kauflandregal entdeckte.
Aussehen/Konsistenz:
Eigentlich ist das Glas einfach zu entdecken, mit seinem gelben Deckel. Durch den Kontrast zum schwarzen Sirup im Glas hat das Ganze fast Signal-Wirkung. Das Etikett ist ebenfalls in Gelb gehalten, eine Papierfahne ist mit dem Deckel als Sicherung verklebt. Das Glas selber ist relativ schlank und hoch, was ich als Manko ansehe. Das erschwert das „Herausfischen“ des Sirups. Daher der Tipp: Glas zum Entnehmen leicht schräg halten, Messer hineinstoßen und zügig herausholen und aufs Brötchen jonglieren.
Der Sirup selber ist, wie auch nicht anders zu erwarten, pechschwarz wie Teer. Hat man ihn an den Händen, merkt man recht bald, dass er sehr klebrig sein kann. Also sollte man bei Essen darauf achten, ihn nicht an die Finger zu bekommen, denn von dort wandert er garantiert an Sachen und Möbel.
Je nach Temperatur kann es recht zäh und dickflüssig sein, jedoch auch dünn und damit schwer auf dem Brötchen zu halten. Am besten kommt man mit der Konsistenz klar, wenn man die „Überrübe“ im Kühlschrank bei den dort üblichen 5-8 °C aufbewahrt.
Der Geruch ist süßlich angenehm, mit einem leichten Touch ins karamellige.
Geschmack:
Wie zu erwarten ist Zuckerrübensirup süß. Durch die Verfeinerung mit Kandisablauf kommt eine würzige Komponente hinzu, die sehr angenehm ist und die „Überrübe“ von anderen Sirupen unterscheidet. Auch fehlt bei der „Überrübe“ der „angebrannte“ oder oft leicht bittere Nebengeschmack vieler Konkurrenzsorten. Ich würde den Geschmack als sehr ausgewogen bezeichnen.
Anwendungsfälle:
Ich selber benutze die „Überrübe“ nur als Brot- oder besser gesagt Brötchenaufstrich. Dazu sollte man den Sirup auf Grund seiner Süße sparsam einsetzen. Mit 270 Kcal je 100 Gramm ist „Überrübe“ jedoch nicht übermäßig kalorienreich.
Weitere Anwendungsfälle werden vom Hersteller mit dem Einsatz als Süßungsmittel in Soßen, in Müslis und Desserts sowie zum Backen genannt. Ich kann mir noch den Einsatz auf Plinsen (neudeutsch Crêpes) vorstellen.
Hersteller:
Der Name Zörbiger stammt aus dem Ort, in dem die Firma beheimatet ist, nämlich aus Zörbig in Sachsen-Anhalt. Bereits 1873 begann die Firmengeschichte des Betriebes, der sich ausschließlich mit der Herstellung von Zuckerrübensirup aus den in der Gegend heranwachsenden Rüben befasste. Später kamen noch Säfte und Marmeladen dazu, bis zum heutigen Tage.
Wo zu kaufen/Preis:
Im Kaufland gibt es die „Zörbiger Überrübe“ leider nicht mehr zu kaufen. Jedoch sehe ich sie regelmäßig bei Netto (Hunde-netto) und bei .-real im Regal stehen. Der Preis bewegt sich um die 1,19 Euro.
Fazit:
Überrübe gehört auf den Frühstückstisch wie die Milch ins Müsli. Überrübe schmeckt, ist bekömmlich, gesund (viel Eisen) und zudem preiswert. Überrübe setzt einige Geschicklichkeit voraus, vor allem am frühen (verschlafenen) Morgen, schult also die Konzentrationsfähigkeit.
Von mir gibt es deshalb wieder mal 5 Sterne oder was auch immer. weiterlesen schließen
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