Pro:
Widescreen(CinemaScope= größere Leinwand), die digitalen Effekte , der Sound , die Aufmachung, die Story
Kontra:
man hätte bei dem Potential mehr draus machen können . . .
Empfehlung:
Ja
...diese Aussage fällt in dem Film einige Male und stammt von einer ziemlich alten Dame, namens Mrs. Packer, die heftigst berlinerisch redet. Aber auch sonst hat der Film an unterschiedlichen Gestalten etwas zu bieten und vor allem eines: Ein Film, der mal nicht für die Kleinsten der Kleinen gemacht ist und ohne jegliche singende Gestaltung auskommt. Keine Figuren, die auf einmal singen und trillern, trallern und schallen, nein nichts davon. Aber macht das nun einen Film wirklich schlechter?...
Atlantis-Das Geheimnis der verlorenen Stadt
...eine Welt voller Animationen, ist es wirklich reine Science Fiction?
"An einem einzigen Tag und in einer einzigen Nacht des Unglücks verschwand die Insel von Atlantis in den Tiefen des Meeres." Plato, 360 v.Chr.
Meine Eindrücke
Der Film beginnt und als allererstes sieht man Milo wie er auf reichlich tollpatschige Art eine Rede hält in denen die Beweise eingespickt sind. Beweise, dass es Atlantis doch gibt und dass das Tagebuch des Hirten, in dem es eindeutige Aufzeichnungen gibt nicht im vermuteten Ireland sondern in Iceland zu finden ist. Man hatte wohl bei der Übersetzung einen Fehler gemacht. Und während er so redet klingelt das Telefon und schwuppdiwupp ist nicht nur Milos aus seinem Traum gerissen, sondern sogleich wird dem Zuschauer klar, dass er hier nicht vor wichtigen Leuten eine Rede hielt sondern sich mehr oder weniger alleine unterhalten hat um sich vorzubereiten....
Leider ist seine Mühe vergebens. Er arbeitet in einem Museumskeller und ist für die Dampfkessel /Heizung zuständig und alle die ihn anhören sollten sind es leid sich seine Theorien über Atlantis anzuhören. Enttäuscht geht Milo in seine Wohnung und hat auch Besuch. Eine mysteriöse, reizende Blondine soll ihn zu ihrem Boss bringen. Und siehe da...
Ein alter Freund seines Großvaters erwartet ihn. Milo hat seinen Fanatismus auch eben von diesem Großvater übernommen und auch schon dieser war dem Geheimnis von Atlantis auf der Spur. Aber was hatte nun dieser alte Mann damit zu tun? Mister Whitmore hat ein Geschenk für ihn ...nein eigentlich mehrere, aber das entscheidende Paket ist ein Geschenk des verstorbenen Großvaters dass Mr. Whitmore aufheben sollte bis Milos soweit ist.
...Tataaaaaa.....der Schlüssel, den Milos so vergeblich suchte liegt nun vor ihm. Das Tagebuch des Hirten. Nach anfänglicher Freude ist Milo aber auch wieder auf den Boden der Tatsachen fast zurück gekehrt bis ihm dann auf anschauliche Art und Weise gezeigt wird, dass Mr.Whitmore alles vorbereitet hat und die Expedition nach Atlantis starten kann. Eine Crew steht bereit und alles, was sonst noch hätte erledigt werden müssen wurde bereits getan. Und somit kann die Reise los gehen ...
Diese Reise ist sicher nicht ohne Spannung und schon gar nicht langweilig und genau deswegen berichte ich davon nicht unbedingt etwas, denn dann ist der Film ja erzählt und keiner geht mehr ins Kino. Aber die einzelnen Figuren und andere Eindrücke des Filmes, darüber will ich schon noch gerne etwas schreiben.
Die letztendliche Crew besteht zum einen natürlich aus Milo und Mr. Whitmore, was ja einleuchtend ist. Aber auch Vincenze ist mit von der Partie, ein äußerst explosiver Mensch, wenn man bedenkt, dass er der Sprengmeister ist, der mal eben etliches an Dynamit, Nitroglycerin und Knallern mit sich schleppt. Aber auch Anna, eine kleine Mechanikerin ist nicht ganz ohne. Und dann haben wir noch den Halbindianer Dr.Sweet, ein Riese, der sowohl Medizinmann als auch bereits kriegserprobter Soldat ist."Buddler" ist ein klein wenig verrückt und wäre nicht nur gern als Maulwurf zur Welt gekommen sondern hat auch sonst äußerst komische Abarten. Ja und mal abgesehen von Mrs. Packer, die eigentlich ständig eine Zigarette im Mund hat und durch die Gegend berlinert (genial sag ich nur *lach) haben wir auch noch die Helga, die Milo zu Mr. Whitmore führte und Commander Rourke, die vielleicht nicht unbedingt aus Abenteuerlust mit bei der Crew sind...
Allesamt einzelne Persönlichkeiten, die jeder eine ganz andere Ansicht haben von dem was sie da tun und doch wieder eine Gemeinsamkeit. Einzig Milo hat nur einen Grund dabei zu sein: Er will den Traum von seinem Großvater und auch seinen eigenen Traum verwirklichen: Atlantis finden. Das Tagebuch soll helfen und nur weil Milo diese Sprache übersetzen und deuten kann ist er eigentlich mitgenommen worden....Bald merkt auch Milo dass er mit seinem Forschergeist wohl alleine da steht, aber wo Atlantis zu finden ist gibt Milo doch nicht auf...
Insgesamt hat der Film rein von den Figurzeichnungen her nicht mehr zu bieten als andere Filme von Disney auch. Wer sich hier beschwert, dass angeblich die Qualität gesunken wäre solle sich bitte nochmal ins Gedächtnis rufen, dass der Film ja auch nicht jetzt spielt sondern im Jahre 1914, was natürlich bedeutet, dass man hier nicht nur bei den Kleidungen, sondern auch bei Fahrzeugen und Ähnlichem, sowohl auch Erscheinungen der Menschen ein wenig mehr darauf achten musste, dass dies im Hinterkopf bleibt. Bei den einzelnen Figuren ist nichts was es nicht schon mal gab, aber schlechter sind sie deswegen noch lange nicht.
Allerdings ist der Film auch nicht unbedingt wegen den Figuren so lebendig und besonders, sondern wegen den Landschaftsbildern, die nicht nur mit Liebe zum Detail sondern auch mit viel Fantasie gestaltet wurden. Wie verwöhnt und realistisch unkindlich muß ein Zuschauer sein um diese Arbeit nicht zu sehen. Nicht nur, dass hier ganz besonders viel Wert darauf gelegt wurde, dass man hier die Möglichkeit des Cinema-Scope nutzte. Dies ist eine weitaus größere Leinwandfläche die natürlich auch mit mehr Animationen gefüllt werden muss da sie ungefähr 28 % größer ist.
Was ich zum Beispiel erst recht für wahnsinnig gelungen und absolut genial gemacht halte sind die 3D-Animationen, die vielleicht ja auch einige gerne übersehen, weil man ja womöglich vergisst, dass dies ein Zeichentrickfilm ist und hier die Möglichkeiten tatsächlich meisterhaft genutzt worden sind. Einen normalen Spielfilm kann man nie mit einem Zeichentrickfilm vergleichen und wenn man dies tut geht der Blick für solche Genialität natürlich auch verloren. Diese Szenen sind auch ziemlich zahlreich vorhanden und machen die Bilder erst visuell effektvoll.Ein Auszug aus einer Zeitung:" Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt ist wahrscheinlich der ambitionierteste Effekt-Film, den Disney Feature Animation jemals produziert hat"
Was man kritisieren könnte wäre natürlich auf der einen Seite, dass es hier keine sprechenden Tiere gibt ...ja, aber hallo, das ist ein Film, der auf der Sage um Atlantis aufgebaut wurde, ich habe zu keinem Zeitpunkt erwartet, dass mir ein Fisch oder Vogel an die Leinwand gekrochen kommt um zu singen: Oh Happy Day, oh happy dayayayay...nein, wirklich nicht.
Natürlich ist der Film nicht für die ganz kleinen, ich meine wann hatte ein Disneytrickfilm mal eine Altersbeschränkung ab 6 Jahren? Das ist nicht immer so und hat hier auch vollkommen Sinn. Wobei ich hier auch gleich einlenken muß, dass einige Gags den Kindern verborgen bleiben, weil diese nur Erwachsene wirklich verstehen, aber das zieht sich nicht durchweg durch den Film.
Kurzum: Der Film ist meiner Meinung nach bei fantasievollen Kindern ab 6 Jahren schon richtig, teils wohl für Kinder ab 8 Jahren etwas verständlicher, aber das bezieht sich wirklich auf kleinere Elemente des Filmes.
Und genau hier liegt nämlich das Übel. Wie kann man kritisieren: Der Film ist nichts für vierjährige, wenn hier der Film sowieso erst ab 6 Jahren freigegeben ist? Und wie kann man bei all der wahnsinnigen Arbeit die in dem Film steckt vergessen, dass hauptsächlich Kinder Ziel eines solchen Filmes sind, ABER auch Erwachsene, die kindlich sein können und sich erfreuen bei so was? Ich kann und will einen solchen Film nicht mit normalen Filmen vergleichen, denn das ist nicht nur eine Ohrfeige an die Tricktechniker, sondern auch ein Vergleich der absolut hinkt.
Und zu den Wortlauten: Der Film wäre für Kinder gar nichts weil dort Figuren sterben und Waffen benutzt werden...*grübel, also bitte berichtigt mich, wenn ich das falsch sehe, aber ist es nicht auch in Märchen so, dass Schwerter benutzt werden (sind das keine Waffen?) und auch dortige Figuren sterben? Es gibt zahlreiche Beispiele in Kinderfilmen und Märchen wo dies der Fall ist. Man sollte die Relation nicht vergessen denke ich. Der Film besticht nicht durch Aggression, das möchte ich gerne nochmal betonen.
Die einzige Kritik die ich unterschreiben würde wäre: Man hat bei dem Potential des Themas einfach nicht genug gefeilt und es nicht ausgenutzt ....aber auch das verleitet mich nicht im Geringsten den Film nicht als genial zu bezeichnen *zwinker
Kurzum: Wer hoppelnde Häschen und singende Ovationen von Tieren und Figuren erwartet in denen sie verkünden, was hier im Film die dargestellten Charaktere lieber sagen, wird garantiert enttäuscht sein, denn solchen Kitsch hat man hier bewusst weggelassen, schließlich ist es ja auch das Genre des Abenteuerfilmes.
Übrigens wurde eigens für den Film eine Sprache entwickelt. Dies tat Marc Okrand, der einigen vielleicht bekannt ist, da er bereits bei StarTrek die Sprachen entwickelte und zum Beispiel Urheber der Klingonensprache ist. Hier wurde sogar diese Feinheit wohl bedacht.
Wer noch ein wenig Kind in sich hat und weiß dass Zeichentrickfilme nicht mit "Live"Filmen zu vergleichen sind und darüber hinaus Abenteuer und Fiktionen nicht verschmäht wird sich diesen Film eigentlich nicht entgehen lassen ...wer es trotzdem tut ist selber Schuld. Mir bleibt nur eine Empfehlung für dieses Meisterwerk der digitalen Animationen und genialen Sounds sowie einem Hintergrund der ein Mythos ist.
Eure
Elli-Spirelli weiterlesen schließen
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