Pro:
teilweise witzig, Abspann, Soundtrack
Kontra:
verhunzter Schluss, DMX als Schauspieler, unrealistische Szenen en masse
Empfehlung:
Nein
Kürzlich bekam ich von einem Kollegen eine email, dass es in Düsseldorf eine Pressevorführung von dem neuen Film mit DMX gäbe und dass er dafür Karten hätte. Da war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, denn umsonst ins Kino kommen und in einem halbleeren Saal sitzen ist schon was Feines. Da hat es mich auch nicht gestört, dass der Film schon morgens um 10 Uhr gezeigt wurde, schließlich hab ich flexible Arbeitszeiten bei meinem Teilzeitjob.
Weniger gefreut hab ich mich allerdings als ich zwei Tage vorher die Vorschau des Films mit dem Titel "Born 2 Die" gesehen habe. Ich sah nur Jet Li und Kämpfe, Kämpfe, Kämpfe.
Na super: ein hirnloser Actionfilm. Da machte es dann auch nichts, dass der Film mal wieder im Original gezeigt wurde. Aber komme ich nun einfach mal zum Inhalt, der leider nicht viel hergibt.
* Die Story
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Tony Faith (DMX) und seine 3-köpfige Crew sind professionelle Diebe, die gerade den Auftrag haben schwarze Diamanten zu stehlen.
Während sie die Steine in einer waghalsigen Aktion mit anschließender noch waghalsigeren Flucht, stehlen, wird ihr Auftraggeber ermordet. Vorher erhielt er allerdings Besuch von dem etwas undurchsichtigen Vietnamesen Su (Jet Li), der wissen will, wo sich die Diebe momentan mit den Steinen aufhalten.
Da der Auftraggeber ja jetzt tot ist, versucht Faith die Steine von dem Schwarzhändler Archie (Tom Arnold) verkaufen zu lassen.
Diesem werden die schwarzen Diamanten allerdings ebenfalls gestohlen.
Nun kommt der Killer Ling (Marc Dacascos) ins Spiel, denn er will die Steine haben und hat deshalb Faiths kleine Tochter Vanessa entführt.
Faith muss also nun versuchen die Steine wiederzufinden und hat dabei die ganze Zeit Su an der Backe kleben, weil er die Steine ebenfalls will und im Gegensatz zu Faith weiß er, dass die Steine keine schwarzen Diamanten sind sondern Klunker mit ungeheuer starker atomarer Energie, die er nach Vietnam zurückbringen und dort vernichten will.
Faith und seinen Leuten bleibt allerdings nicht viel Zeit die Steine zu finden und Vanessa zu retten.
* Meine Meinung
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Kennt jemand das Stück von Michael Mittermeier, wo er sich darüber auslässt, dass man mit einer Frau nie in einen Actionfilm gehen soll? Tja, daran musste ich denken, als ich total fassungslos und unheimlich gelangweilt in meinem Kinosessel sass.
Bisher war ich der Meinung, dass man sehr wohl mit mir in einen Actionfilm gehen kann, aber "Born 2 Die" hat mich da eines besseren belehrt. Vielleicht werde ich langsam zu alt oder anspruchsvoll für niveaulose Unterhaltung?
Dabei hat der Film eigentlich ganz witzig angefangen. Am Anfang versucht nämlich Faiths Partnerin in Crime einen Portier von der Überwachungskamera abzulenken bis sie bei ihm ein Gay-Magazin entdeckt. Dann muss das Schwergewicht Tommy (Anthony Anderson) den Part übernehmen und dabei hab ich mich noch köstlich amüsiert, obwohl ich gegen solche "Witzchen" eigentlich was habe.
Im weiteren Verlauf ist der Film auch ganz witzig und auch durchaus spannend gemacht. Beeindruckend sind die zwei verschiedenen Kampfweisen in dem Film. Su macht seine Gegner mit Geschicklichkeit und Raffinesse platt, während Faith einfach nur draufhaut.
Die Kämpfe sind spritzig, die Verfolgungsjagden rasant (auch wenn sie sich teilweise unnötig in die Länge ziehen) und bis auf DMXs miserabler schauspielerischer Leistung hab ich mich bis 10 Minuten vor Schluss auch eigentlich erstaunlich gut amüsiert, aber dann wurde es nur noch schlecht und ich konnte wirklich nur noch den Kopf schütteln.
Einer Freundin neben mir ging es genauso.
Zum Showdown geht es auf ein Flughafengelände, dort treffen sich potentielle Käufer der atomaren Steinchen. Unter ihnen wie in jedem Film mit solchen Szenen: ein Afrikaner mit afrikafarbendem Hütchen, eine Powerfrau und ein Rollstuhlfahrer.
Gut, so ist halt die potentielle Käuferschicht und darüber hätte ich eigentlich noch hinwegsehen können, nicht aber über die Szene, in der der Bösewicht entkommt.
Er springt auf einen Hubschrauber auf und irgendwie wird dieser Hubschrauber abgeschossen. Er explodiert, titscht dreimal auf dem Boden auf und während der Pilot sofort tot ist, kommt der Superbösewicht frischgestyled und in bester Partylaune aus dem Wrack und stellt sich sofort dem finalen symbolträchtigen Kampf in einem Ring aus Feuer unter der Sprinkleranlage, die alles unter Wasser setzt, aber das Feuer nicht löschen kann. Jaaa, solche Anlagen braucht man am Flughafen.
Gut, das waren jetzt nicht die einzigen peinlichen Szenen, die RegisseurAndrzej Bartowiak verbrochen hat, aber ich will von dem Schluss auch nicht zuviel verraten, weil ich einfach davon ausgehe, dass Männer sich von sowas nicht abschrecken lassen und den Film vielleicht trotzdem noch sehen wollen (kleiner Tipp: bleibt beim Abspann einfach mal in euren Stühlen sitzen - es lohnt sich), was ich Actionfans, denen es um pure Unterhaltung und Mord und Todschlag geht, auch nicht unbedingt abraten möchte, obwohl es auf DVD Weißgott bessere, lohnenswertere Filme des Genres gibt.
Frauen sollten ihren Männern dann wohl mal einen Kinoabend alleine gönnen. weiterlesen schließen
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