Pro:
Im Prinzip ein guter Film, den man sich ruhigen Gewissens mal anschauen kann
Kontra:
Fans des ersten Teils werden etwas enttäuscht
Empfehlung:
Ja
Wie ihr vielleicht wisst, habe ich vor kurzem über den Film ``Carrie - Des Satans jüngste Tochter´´ aus dem Jahre 1976 berichtet, der mir erstaunlicherweise sehr gut gefallen hat. Wie es der Zufall so will, hat sich Pro Sieben nun aufgemacht und ca eine Woche später den zweiten Teil gesendet. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen und mir den Streifen angesehen. Warum ich im Nachhinein behaupte, dass dieser Film bei weitem nicht an seinen Vorgänger rankommt? Ich bitte euch das selbst herauszufinden und wünsche euch viel Spaß beim Lesen dieses Berichts.
Story
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Wir alle erinnern uns an den ersten Teil 1: Die naive Außenseiterin Carrie White besitzt telekietische Kräfte und diese bekommen ihre Mitschüler auf äußerst brutale Art zu spüren, als sie Carrie auf dem Schulball besonders heftig mobben. Insgesamt sterben ca 80 Menschen in der brennenden Aula und außerdem brennt die gesamte Schule bis auf die Grundmauern ab.
Ca 20 Jahre später:
Der Zuschauer lernt die junge Rachel kennen, ebenfalls wie Carrie damals ist sie eher eine Außenseiterin, auch wenn sie sich nicht ganz so naiv verhält. Sie hat zwar eine gute Freundin, doch nachdem dieser von einem Jungen aus dem Footballteam das Herz gebrochen wurde, stürzt sie sich von dem Dach der Schule und stirbt. Als dies passiert, springen plötzlich alle Schließfächer in dem Schulgebäude wie von Geisterhand auf. Spätestens jetzt wird klar, dass auch Rachel telekenetische Kräfte besitzt, die sie nicht kontrollieren kann.
Die einzige, die das bemerkt ist die Lehrerin Amy, die auch schon Carrie White damals helfen wollte, aber leider versagt hat. Mit dem Gedanken, ihre Schuldgefühle bezüglich Carrie endlich verschwinden lassen zu können, beschließt sie, Rachel zu helfen. Amy bringt in Erfahrung, dass Rachel´s Mutter, die auch gleichzeitig Carrie´s Mutter war, in einer Irrenstalt sitzt und fasst einen tollkühnen Plan: Sie schleußt Rachel´s Mutter heimlich aus der Anstalt aus, dass diese ihre Tochter zur Vernunft bringen kann.
Währenddessen: Rachel hat einen netten Jungen aus dem Footballteam kennengelernt, der sich sogar in sie verliebt, was auf Gegenseitigkeit beruht. Das wollen die anderen Jungen aus der Mannschaft und deren Freundinnen ausnutzen, die Rachel noch nie leiden konnten. Auf der finalen Party, die nach einem großen Footballspiel stattfindet, wird Rachel offenbart, ihr Freund liebe sie angeblich garnicht und habe das ganze nur einer Wette wegen getan. Rachel, die die Geschichte abkauft, dreht durch: Alle Türen schließen sich von selbst und es gibt die ersten Leichen.. Wird sich das grausame Massaker aus Teil 1 wiederholen, oder schreiten Rachel´s Mutter und Amy doch noch rechtzeitig ein?
Schauspieler
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Emily Bergl, die hier die telekentisch begabte Rachel spielt, hatte in dieser Rolle ein schwieriges Erbe anzutreten: Das von Sissy Spacek als Carrie aus dem Originalfilm aus dem Jahre 1976. Meines Erachtens nach eine unmögliche Aufgabe, denn es ist schwer an eine absolut geniale Schauspielerin wie Sissy Spacek heranzukommen. Sowieso, wenn es der erste Film ist, in dem man mitspielt, was bei Emily Bergl hier der Fall war. Was auffällt: Rachel ist viel weniger naiv als ihre Vorgängerin, hat es aber dennoch schwer, Freunde zu bekommen, denn alleine schon durch ihre Aussehen fällt sie auf. Sie hat etwas `Gothic-Artiges´ an sich, hört Musik wie Marilyn Manson und verachtet normale Lebensarten. Ganz nebenbei erwähnt hat sie zudem noch eine telekinetische Veranlagung, aber das stört sie nicht weiter. Nur ihre Lehrerin Amy, die das irgendwoher kennt, erkennt die Gefahr und versucht zu helfen. Richtig schlecht gespielt hat Emily Bergl nicht, denn es war ja schon von vorneherein klar, dass sie nicht an Sissy Spacek rankommen wird.
Eine weitere Schauspielerin, die mir da schon viel besser gefallen hat ist Mena Suvari als Rachels Freundin, die ich schon aus `American Beauty´ kannte. Leider hat sie im Film viel zu wenig Präsenz, da sie sich schon recht früh am Anfang das Leben nimmt. Schade, aber da kann man nichts machen. Und es ist nicht so, dass es im Film keine guten Schauspieler mehr gibt: Posititv in Erinnerung haften geblieben ist mir da nämlich noch Amy Irving, die Fans des ersten Teils auch noch kennen müssten. Damals war sie das einzige Mädchen, das Carrie ernstgenommen hat und in der Fortsetzung ist sie eine Lehrerin, die Carrie´s Stiefschwester helfen will.
Fast außnahmslos alle anderen (männlichen) Schauspieler haben bewiesen, dass sie zwar mit Glatze einigermaßen gut aussehen können, was aber nicht mit schauspielerischen Qualitäten gleichzusetzen ist. Eben das kann nämlich fast keine/r aufweisen.
Weitere Darsteller:
Jason London, Dylan Bruno, J. Smith-Cameron, Zachery Ty Bryan, John Doe, Gordon Clapp, Rachel Blanchard, Charlotte Ayanna, Justin Urich, Realjackass, Elijah Craig, Eddie Kaye Thomas, Clint Jordan
Daten zum Film
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Originaltitel: The Rage: Carrie 2
Alternativtitel: Carrie 2, Say You're Sorry
Land: USA (1999)
Regie: Katt Shea
Länge: 100:23 Min.
Freigabe: 16
Indiziert: Nein
Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD wird vertrieben von dem Label MGM und hat eine Freigabe ab 16 Jahren. Was dem Sprachfetischist als erstes auffällt, sind die vielen verschiedenen Tonformate, die auf der Scheibe vorhanden sind. Wählbar sind folgende: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Wer jetzt meint das wäre alles, der liegt falsch. Dass MGM ein gutes Händchen für das ausgraben von Extras hat, haben sie schon öfter bewiesen und auch hier ist es wieder der Fall: Ein Audiokommentar, gelöschte Szenen, ein Alternatives Ende, ein Trailer sowie ein Booklet warten auf den Fan. Die Bild & Tonqualität kann man hingegen nur als mittelmäßig bezeichnen.
Kritik
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Dieser von Katt Shea gemachte Film hat in meinen Augen ein sehr schweres Erbe angetreten. Der Original `Carrie´ ist ein Film, der von mir die volle Wertung bekommen hat und den jeder Horrorfan gesehen haben sollte. Es entspricht ja allgemein dem Gesetz des Marktes, dass Fortsetzungen schlechter sind und das ist auch hier so, auch wenn es viele Leute gibt, die da anderer Meinung sind. Was war es, dass das Original so gut gemacht hat? Gut gemachte Effekte können es nicht gewesen sein, denn Effektemämißg gab es nicht viel zu bestaunen. Vielmehr war es der Horror, der sich im Kopf abspielt, der den Zuschauer unnwillkürlich erzittern ließ. Leider haben sich die Macher von `Carrie 2´ viel zu sehr auf die Effekte verlassen und dachten sicher, diese hätten die gleiche Wirkung. Nun, falsch gedacht.
Effekte sind wirklich das einzige, das diesem Film einen gewissen Reiz verleiht, denn mit Blut wird zum Schluß hin nicht gespart. Ein Mädchen, dem die Splitter ihrer explodierten Brille das Augenlicht genommen haben, schießt einem Jungen mit einer Harpune daraufhin in die Weichteile, die sogleich an dem Pfeil haften bleiben und sich im hohen Bogen verabschieden. Klar, sowas ist nett anzuschauen, aber ersetzt einfach nicht das, was ich als Carrie-Fan erwartet habe. Wenn ich Blut & Gedärme sehen will kann ich jeden anderen Film schauen - hier bin ich aber mit der Erwartung an ein Horrordrama an den Film ran und wurde enttäuscht.
Was hier nämlich viel zu kurz kommt, ist die Dramatik, mit der der Vorgänger nur so geprotzt hat. Vielmehr hat man bei `Carrie 2´ das Gefühl, eine Mischung aus Teenager-Liebesfilm und Horrorstreifen zu sehen, wobei letztgennantes nur in den letzten 20 Minuten zutrifft und das sind auch die besten Minuten im Film. Das soll nicht heißen, dass der Streifen im großen und ganzen schlecht ist, sondern nur, dass wahre `Carrie´ Fans von dieser Fortsetzung enttäuscht sein werden.
Fazit
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Kurz und knapp: ``Carrie 2 - Die Rache´´ ist bei weitem kein schlechter Film, da gibt es in diesem Genre viel miesere Verteter. Um sich einen netten Abend mit Chips & Popcorn zu machen ist dieser Film wohmöglich sogar sehr gut geeignet. Schade war nur, dass der dramatische & traurige Aspekt viel zu kurz kommt, weswegen Fans des ersten Teils etwas enttäuscht sein werden.
Mfg
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