Pro:
sehr schöne Story / wunderschöne Landschaftsaufnahmen / Musik / rührt einfach zu Tränen / Kevin Kline / Hayden Christensen
Kontra:
Klischees / teilweise unrealistisch, was die zu schnelle Entwicklung der Figuren angeht
Empfehlung:
Ja
Willkommen bei der bösen Maus
Heute möchte ich Euch einmal wieder von einem Film berichten, der mich wirklich sehr berührt hat und über den ich noch Tage später nachdenken musste. Einer dieser Filme, nach denen man das Gefühl hat man müsse sein Leben ändern...(kennt das jemand von Euch?)
Und zwar:
"Das Haus am Meer"
+++ Randdaten +++
USA 2001 - Originaltitel: Life as a House - Regie: Irwin Winkler - Darsteller: Kevin Kline, Kristin Scott Thomas, Hayden Christensen, Mary Steenburgen, Jena Malone, Jamey Sheridan, Sam Robards - Prädikat: wertvoll - FSK: ab 6 - Länge: 125 min. - Start: 4.7.2002
Quelle: http://www.filmz.de/film_2002/das_haus_am_meer/
+++ Handlung +++
George (Kevin Kline) steht vor den Trümmern seines Lebens: Seine geliebte Robin (Kristin Scott Thomas) hat ihn verlassen, einen neuen geheiratet und mit ihm zwei Kinder bekommen, sein Chef setzt ihn nach 25 Jahren vor die Tür, sein Sohn Sam (Hayden Christensen), der bei seiner Ex-Frau lebt, ist aggressiv, nimmt Drogen und ist überhaupt nicht mehr zugänglich, da bricht George eines Tages zusammen. Er bekommt die Diagnose Krebs, er hat noch nur wenige Monate zu leben.
Er sieht den Moment gekommen sei Leben zu Ende und wagt sich an den Traum heran, den er schon immer hatte: mit seinen eigenen Händen ein Haus am Meer zu bauen. Dieses Projekt möchte er mit seinem Sohn verwirklichen, der sich nach langem Sträuben auch dazu breitschlagen läßt die Sommerferien bei seinem Vater zu verbringen. Zunächst wird George's Vorhaben von niemandem mitgetragen, auch weiß niemand von der tödlichen Krankheit, doch nach und nach nähern sich Vater und Sohn wieder an und auch Robin schaut immer öfter vorbei...Gibt es für George eine Chance seine Familie noch einmal zurück zu gewinnen und ist er bereit den Preis dafür zu zahlen - eine andere zu zerstören? Und bleibt ihm überhaupt noch genug Zeit, um sein geliebtes Haus fertigzustellen?
+++ Test und Bewertung +++
"Das Haus am Meer" lebt besonders von den wundervollen Landschaftaufnahmen, der Musik und den stillen Momenten. Es braucht nicht vieler Worte, um die Handlung zu verstehen, doch es braucht einer Menge Anstrengung, um die Tränen zurückzuhalten. Die beiden Protagonisten - Vater George und Sohn Sam - sind wunderbar gezeichnet:
George, der alles im Leben verloren glaubt, dass ihm je wichtig war und der dann noch die Diagnose erhält, dass er bald sterben wird muss das tun, was ein Mann tun muss: Seinem Leben eine Wendung geben. Man spürt als Zuschauer in jeder Szene, in jeder Sekunde des Films, wie George all seine Wünsche, Hoffnungen und Träume in dieses Haus am Meer projiziiert. Das Haus ist ein wundervolles Symbol: es steht für Sicherheit, für etwas was über den Tod hinaus beständig ist, für etwas in das man sich zurückziehen kann, ein Haus mit Ausblick auf das Meer, welches mal aufbrausend ist wie der pubertierende Sam und mal ruhig und in sich gekehrt ist wie George, läßt die meisten Menschen zu träumen beginnen...Der 16 jährigeSam macht genau wie George eine Entwicklung durch. Anfangs sieht man ihn schwarz gekleidet, geschminkt und gepierct zu Marylin Manson sein Zimmer verwüsten und seine Mutter anschreien, nach dem Sommer mit George scheint er nicht nur eine Beziehung zu seinem Vater aufgebaut zu haben, sondern auch wahre Werte kennen gelernt zu haben...
Auch ist genügend Konfliktpotential in dem Film vorhanden, so dass auch für Spannung gesorgt ist: George liebt seine Ex-Frau Robin noch immer, doch die ist - wenn auch unglücklich - mit einem reichen Geschäftsmann verheiratet und Mutter zweier weiterer Söhne geworden. Sam ist in schlechte Kreise geraten, prostituiert sich und nimmt Drogen...Mehr wird aber nicht verraten...
Die Schauspieler waren mir allesamt unbekannt, doch vorallem überzeugt hat mich Kevin Kline als George und Hayden Christensen, weil sie wirklich sehr authentisch agieren und die Verzweiflung, aber auch die Liebe die in ihnen steckt so gut zum Ausdruck kommt, dass man sich sehr gut in die die Situation hineinversetzen kann.
"Das Haus am Meer" trieft zwar nicht vor Kitsch, wartet aber hollywood-like natürlich mit bekannten Klischees auf und die Vorstellung, dass innerhalb eines Sommers ein Teenager aus eigener Kraft von den Drogen loskommt, ein karrieresüchtiger Ehemann zum fürsorglichen, emotionalen Mann wird und ein totkranker Mann ohne jeglichen Schwächeanfall ein Haus bauen kann wirkt etwas unrealistisch. Die Lösung der ja doch massiven Probleme der Figuren - vorallem gemeint sind George und Sam - erscheint recht einfach, doch das fällt einem irgendwie erst auf, nachdem der Film vorbei ist und man schon in einem Berg gebrauchter Taschentücher auf der Couch hockt und den Fernseher anstarrt....
Dieser Film berührt einen einfach im tiefsten Inneren und löst die Sehnsucht aus wieder einmal sein Leben ändern zu wollen und für das zu kämpfen, was einem wichtig ist. Es scheinen die Träume zu sein, für dessen Verwirklichung man arbeiten sollte...
Alles in allem vergebe ich 4 Sterne und spreche eine Empfehlung aus.
Vielen Dank für Eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare
Die böse Maus (Mausimausmaus bei Ciao) weiterlesen schließen
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