Pro:
gute Kameraführung, schauspielerische Leistung
Kontra:
\"Verniedlichung\" des Themas
Empfehlung:
Ja
In Italien Ende der dreißiger Jahre möchte Guido (Roberto Benigni, der auch Regie führte und am Drehbuch mitgewirkt hat), der Filmheld, in Arezzo einen Buchladen eröffnen und so zieht er mit seinem Freund Ferruccio los. Auf der Reise von der Toskana nach Arezzo lernt Guido Dora (Nicoletta Braschi) kennen. Sie fällt ihm regelrecht in die Arme. Er verliebt sich sofort in sie und nennt sie fortan nur noch seine Prinzessin.
In Arezzo angekommen beziehen die beiden Freunde das Haus von Guido’s Onkel. Mit der Eröffnung des Buchladen’s klappt es nicht so, wie Guido sich das gedacht hat, und so kellnert er im Hotel des Ortes, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dort lernt er auch Dr. Lessing kennen, einen deutschen Arzt – gespielt von Horst Buchholz – der nichts anderes im Kopf hat, als Rätsel zu lösen, die ihm seine Kollegen aufgegeben haben.
Immer wieder trifft er auf Dora, er stellt alle möglichen verrückten Sachen an, um seine Prinzessin auf sich aufmerksam zu machen. Dora, eine Lehrerin, ist aber mit einem faschistischen, engstirnigen Bürokraten liiert. Doch Guido gibt nicht auf. Mit Witz, Mut und List stellt er für Dora die Welt auf den Kopf, mit Phantasie und Einfallsreichtum gelingt es ihm, Dora in sich verliebt zu machen. Er sieht sie auf der Straße, grüßt sie, rennt einmal um den Block und steht wieder vor ihr, um sie zu grüßen. Er schlüpft schnell mal in die Rolle eines Schulinspektors, der die Schule, in der Dora arbeitet, inspizieren soll. Er demonstriert den Schülern die Überlegenheit der arischen Rasse, muß aber ohne Hosen fliehen, weil der richtige Schulinspektor eintrifft. Sein Ziel, Dora auf sich aufmerksam zu machen, hat er dennoch erreicht. Auf ihrer Verlobungsfeier im Hotel entführt er sie schließlich.
Ein paar Jahre später: Guido und Dora sind verheiratet, sie haben einen kleinen Sohn, Giosuè. Guido hat seinen Traum vom Buchladen doch noch verwirklichen können. Der Faschismus in Italien trifft auch die kleine Familie: Guido ist Jude, sein Sohn dadurch Halbjude. Die Anfeindungen, die sie als Juden treffen, versucht Guido seinem Sohn auf humorvolle Art zu erklären. Ausgerechnet am Geburtstag des kleinen Giosuè werden die beiden abgeholt und auf einen Transport geschickt. Dora sucht sie, findet Vater und Sohn in einem Transportzug und besteht in ihrer Liebe darauf, auch mitzufahren. Guido erklärt seinem Sohn die Fahrt in dem Zug als Geschenk zu seinem Geburtstag.
Und so landet die Familie im Konzentrationslager. Männer und Frauen sind in unterschiedlichen Baracken untergebracht, Vater und Sohn können zusammenbleiben. Mit immer neuen verzweifelten und phantastischen Einfällen erklärt er ihm, dass dies alles nur ein Spiel sei: Man müsse auf Marmelade verzichten, dürfe nicht gesehen werden und könne auf diese Weise Punkte sammeln. Wer als erster 1000 Punkte hat, hat den Hauptpreis gewonnen: einen Panzer. Giosuè glaubt seinem Vater und verhält sich dementsprechend. Guido zieht alles, was im Lager geschieht, ins Lächerliche und begründet es immer wieder als Teil des Spieles. Er tut zum Beispiel so, als könne er eine Rede eines SS-Mannes übersetzen, erklärt aber letztendlich die „Spielregeln“ nur für seinen Sohn. Guido gelingt das scheinbar Unmögliche: sein Sohn bleibt unentdeckt und hält sich an die Spielregeln, die sein Vater ihm erklärt hat. Er hat damit seinen Sohn vor den schrecklichen Tatsachen der Zwangsarbeit und des Todes im Lager geschützt und ihm das Überleben ermöglicht.
Guido muß schwer körperlich arbeiten. Er trägt mit seinen Leidensgenossen Ambosse an Schmelzöfen. Bei einer Selektion trifft er Dr. Lessing wieder. Guido darf fortan als Kellner im Offizierscasino arbeiten und erhofft sich natürlich Hilfe von dem Arzt, die er aber nicht bekommt.
Als die Nachricht vom Ende des Krieges im Lager die Runde macht und alliierte Truppen sich dem Lager nähern, versucht Guido in der allgemeinen Hektik mit seinem Sohn zu fliehen. Er versteckt den Jungen und begibt sich selbst als Frau verkleidet auf die Suche nach Dora. Noch bevor er sie findet wird er von einem deutschen Soldaten entdeckt und exekutiert. Giosuè bleibt in seinem Versteck, bis er nichts mehr hört – so wie es ihm sein Vater gesagt hat. Als er sein Versteck verlässt rollen die ersten amerikanischen Panzer ins Lager. Auf einem dieser Panzer darf Giosuè das Lager verlassen und findet auf dem Weg in die Freiheit seine Mutter wieder.
Meine persönliche Meinung:
„Das Leben ist schön“ besteht aus zwei Teilen, im ersten Teil lernen sich die Filmhelden kennen und lieben. Der erste Teil endet, indem Guido und Dora in ein Gewächshaus gehen. Der zweite Teil beginnt damit, dass der mittlerweile 6jährige Sohn der beiden aus ebendiesem Gewächshaus herauskommt. Dieser Schnitt ist eigentlich gut gelungen.
Der erste Teil des Filmes ist sehr märchen- und klamottenhaft, erinnert an manchen Stellen an Slapstick der zwanziger/dreißiger Jahre. Ich hätte mir hier bei dem Ernst der Thematik gewünscht, einige Szenen auch ernsthafter darzustellen. Die Bedrohung durch den Faschismus wird in diesem Teil leider nicht deutlich.
Den zweiten Teil fand ich besser, realistischer. Ich kann mir vorstellen, dass einem eine ganze Menge einfallen muß, um sein Kind vor solchen Gefahren, nicht nur in körperlicher, sondern auch in psychischer Hinsicht, zu schützen. Es ist „rührend“ anzusehen, mit welchen Lügengespinsten der Vater versucht, seinem Sohn Angst zu nehmen, Mut zu machen, auf die geliebte Marmelade zu verzichten usw.
Aber richtig erschüttert hat mich eigentlich nur eine Szene: Guido kellnert im Casino, Dr. Lessing sitzt am Tisch und man hat immer das Gefühl, als ob der Arzt Guido sprechen möchte. Er macht mehrere Ansätze, wird aber immer wieder gestört. Als es Dr. Lessing endlich gelingt, Guido alleine zu sprechen, stellt er Guido nur ein Rätsel, mit dem er selber nicht klar kommt. Guido’s Hoffnung, in der Hölle des Lagers einen Helfer gefunden zu haben, wird bitter enttäuscht.
Ich habe schon viele Filme zum Thema Holocoust gesehen, über KZ’s wie Auschwitz und Buchenwald. Wahrscheinlich hatte ich mir deswegen mehr von diesem Film versprochen.
Immerhin hat der Film 1998 drei Oskars erhalten, als Bester Auslandsfilm, für den Hauptdarsteller, Roberto Benigni, und für die Musik. weiterlesen schließen
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