Pro:
herrliche Computereffekte, lustige Einfälle, toller Film !
Kontra:
manchmal etwas fehlende 3D - Effekte, aber das fällt kaum weiter auf
Empfehlung:
Ja
Ein Film aus der Rubrik Kinderfilme, der aber für alle Altersgruppen uneingeschränkt empfehlenswert ist. So kann das Kurzfazit des Films "Das große Krabbeln" ("A bug's life") von 1998 lauten. Der Trickfilm ist in einem Atemzug mit "Toy Story" zu nennen, denn die Verbindung aus Zeichentrickfilm und Computeranimation ist wohl selten so realistisch über die Fernseher geflimmert wie in diesem Fall.
Flik ist die Hauptfigur in dem computeranimierten Film und er ist eines der tolpatschigsten Mitglieder der Ameisenkolonie auf der Ameiseninsel. Eigentlich meint er es ja nur gut, wenn er seine Erfindungen zum schnelleren Sammeln von Futter ausprobiert, aber meist geschieht ein Unglück. So auch an dem Tag, an dem die Ameisen die Körner und Früchte am großen Opfersetin zusammentragen, die sie auf Befehl der Grashüpfer unter Leitung ihres schrecklichen Anführers Hopper sammeln müssen, von denen sie auf das Übelste unterdrückt werden. Wieder mal als letzter im Bau, gelingt es ihm vorher noch, den Opferstein versehentlich umzustoßen und so das ganze Futter in die nächste Pfütze zu kippen. Die Grashüpfer sind darüber natürlich so dermaßen sauer, dass sie nun das Doppelte an Futter verlangen. Flik schlägt vor, dass er in der weiten Insektenwelt nach Kampfkäfern suchen könnte, die den Ameisen bei ihrem Kampf gegen die Grashüpfer unterstützen und sie sich so von deren Joch befreien könnten.
Für die Ameisen ist dies eine gute Gelegenheit, den Tolpatsch für eine Weile los zu sein, und so macht er sich auf in die große weite Welt. Schon bald ist er in der nächsten Insektengroßstadt und gabelt eine Zirkustruppe auf. Der bunte Insektenhaufen denkt bei Flicks Erzählungen sofort an ein Engagement, während besagter Flik denkt, er hätte die gefährlichsten Insekten im ganzen Mittelwesten gefunden und so ziehen sie gemeinsam zurück zur Ameiseninsel. Dort angekommen, wird der Irrtum natürlich irgendwann offensichtlich und die Zirkustruppe will eigentlich das Weite suchen. Doch letztendlich sind sie bereit zum Kampf gegen die Grashüpfer ...
Sowohl die Ameisen, die Grashüpfer als auch die Zirkustruppe mit ihrem Marienkäfer, der Gottesanbeterin, der Raupe und all den anderen Tieren sind prinzipiell simpel, aber sehr liebevoll gezeichnet und animiert. Die Ameisen sind mal wieder blau geraten, dass tut der guten Computeranimation aber keinen Abbruch. Die Bewegungen aller Figuren sind flüssig und jedes Gelenk scheint für jede einzelne Bewegung genauestens untersucht und realitätsnah umgesetzt worden zu sein. Manchmal wirken die Figuren etwas zweidimensional, aber insgesamt kann man den Machern nur ein gelungenes Meisterwerk bescheinigen. Die vierhundert Angestellten der Pixar Studios haben neben diesem Film auch schon den Kinoerfolg Toy Story auf die Leinwand gebracht und können durchaus als Meister ihres Faches betrachtet werden. Die Landschaftsaufnahmen würde ich als "typisch" Disney betrachten, wenn zweidimensionale Landschaftsbilder so gegeneinander verschoben werden, dass insgesamt ein dreidimensionaler Eindruck entsteht. Für einige Landschaftsaufnahmen wurden Minikameras eingesetzt, am Computer wurden dann die Figuren hineinretuschiert. Und die Illusion ist perfekt gelungen, denn hier fühlt man sich wirklich in die Fauna der Insekten integriert und ist als Zuschauer hautnah dabei!
Die Geschichte ist nichts Außergewöhnliches, weiß aber durch Humor, Gefühl und sogar ein bisschen Moral zu gefallen. Der für Kinder gedachte, aber auch für Erwachsene durchaus empfehlenswerte Film ist wirklich eine schöne Geschichte zum Entspannen und Lachen. Viele der Gags sind einfach köstlich und lassen mit den Ameisen und Insekten der Zirkustruppe mitfühlen. Und sogar Spannung kommt auf, wenn die bösen Grashüpfer die eine oder andere Ameise in die Finger kriegen oder die Zirkustruppe mal wieder einen waghalsigen Stunt (meist ungewollt) durchführt.
Die Stimmen sind fast durchgängig sehr schön anzuhören. Dies liegt vor allem an Kai Wiesinger, der dem Tolpatsch Flik seine Stimme leiht und wir bei jeder Gefühlslage der kleinen Ameise mitfühlen können. Die Stimme des Anführers der Grashüpfer - Rufus Beck - kennen viele wahrscheinlich schon als Stimme aus Hörbüchern wie "Harry Potter" oder "Der Herr der Ringe". Sowohl das Sprechen als auch die Synchronisation lässt einen die Welt des Trickfilms vergessen und wir sind mittendrin im Geschehen auf der Ameiseninsel.
Zum Schluss sei euch noch der Schluss des Films empfohlen. Nein, nicht das Ende der Filmgeschichte, sondern der Abspann. Ich habe Tränen gelacht, als ich diese kleine Zugabe sehen durfte! Viel Spaß dabei ... weiterlesen schließen
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