Pro:
Die Leistungen der Darsteller und die Ausstattung des Films
Kontra:
Der Grusel in "Deatchwatch" kommt etwas verkopft daher
Empfehlung:
Ja
„Deathwatch“ ist ein Schauerfilm – aber kein gewöhnlicher. „Deathwatch“ ist ein Kriegsfilm – aber kein gewöhnlicher. Ich würde „Deathwatch“ als einen Kriegsfilm mit Elementen des Übernatürlichen bezeichnen. Und um auch das gleich vorauszuschicken: „Deathwatch“ ist nicht so schlecht, wie man es angesichts der kitschigen Gestaltung des Covers befürchten könnte, aber auch nicht so gut, dass man ihn unbedingt gesehen haben müsste.
Das Jahr der Handlung: 1917. Der Ort des Geschehens: Irgendeines der killing fields des Ersten Weltkrieges. Ein versprengter Trupp britischer Soldaten irrt nach einem Scharmützel orientierungslos durch den Nebel. Dabei stoßen die Landser auf eine Anlage von Schützengraben, die von Deutschen anscheinend aufgegeben wurde. Bis auf zwei deutsche Soldaten ist in dem Graben niemand mehr am Leben; einer davon wird von den Briten erschossen, der andere wird gefangengenommen.
Der befehlshabende Offizier verfügt, den deutschen Graben zu besetzen und dort solange auszuharren, bis Entsatz eintrifft. Obschon man mit massiven Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen hat, ist offensichtlich, dass der deutsche Gefangene von den Plänen alles andere als angetan ist. Zum Glück ist der Benjamin unter den britischen Soldaten, ein 16-Jähriger mit dem schönen Namen Charlie Shakespeare (Jamie Bell), des Französischen mächtig. Der Junge betätigt sich als Dolmetsch und übersetzt seinen Kameraden die Warnungen des Deutschen: Irgend etwas Böses stecke im Boden rundum, und den Briten werde es, wenn diese den Graben nicht aufgäben, so ergehen wie den Deutschen, die schließlich einander massakriert hätten.
Tatsächlich ereignet sich alsbald die eine oder andere schaurige Merkwürdigkeit, und während das Trüppchen verzweifelt versucht, Kontakt zur Außenwelt herzustellen und so die ersehnte Rettung aus misslicher Lage herbeizuführen, dezimiert irgendwer oder irgend etwas das britische Häuflein.
Na, wie klingt das als Exposé für einen Schauerfilm? Doch gar nicht mal so schlecht, oder?
Wie gesagt: „Deathwatch“ ist auch gar nicht schlecht. Die Leistungen der Schauspieler sind sehenswert (bis auf Andy Serkis, der in Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Filmen das Wesen Smeagol/Gollum spielen durfte, kam mir kein Gesicht bekannt vor; die Darsteller machen ihre Sache jedoch ausnahmslos gut), und auch die Optik des Films überzeugt – als ein Film über die Trostlosigkeit eines nervenzermürbenden Stellungskrieges in von Dauerregen in eine Schlammhölle verwandelten Schützengräben funktioniert „Deathwatch“ allemal. Zum Ende hin gibt es sogar einen ziemlich gruseligen Spezialeffekt zu sehen, als irgendeine unheimliche Macht einen Berg von Leichen in den regendurchnässten Untergrund zu saugen scheint. Trotzdem ist Michael J. Bassetts „Deatchwatch“ aus dem Jahr 2002 hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: „Deatchwatch“ war nicht der Film, den ich erwartet hatte. Erwartet hatte ich wohl einen etwas konventionelleren Gruselstreifen, bekommen habe ich einen Kriegsfilm, dessen Horror eher psychologischer Natur ist. Wenn ich der Wahrheit die Ehre geben soll: Für mich hätte es die Ausflüge ins Reich des Phantastischen gar nicht gebraucht – „Deathwatch“ hätte für mich mindestens genauso gut als Film über einen Fall von Grabenkoller funktioniert.
Vielleicht aber soll „Deatchwatch“ ja auch genau das sein? Ich denke, ich werde mir den Film beizeiten ein zweites Mal ansehen. Summa summarum tut’s mir um das Geld, das ich für die DVD bezahlt habe, nicht leid (ich habe „Deatchwatch“ als eine von vier DVDs gekauft, für die ich zusammen EUR 17,99 bezahlt habe).
Ton und Bild der DVD lassen keine Wünsche offen, neben der deutschen Synchronfassung gibt's wahlweise das englische Original. Zu beiden Sprachfassungen werden Untertitel angeboten; ein wenig Bonusmaterial gibt's auch (das ich mir allerdings noch nicht angesehen habe und das zu wenig wäre, als dass es bei einer Kaufentscheidung das sprichwörtliche Zünglein an der Waage sein könnte).
R e s ü m e e
Der Schrecken, der sich in „Deathwatch“ entfaltet, ist eher psychologischer Natur, wie überhaupt der Film eher „character driven“ als „plot driven“ ist.
Wer die Filme von Alejandro Amenabar („The Others“, „Abre los ojos“; neu verfilmt als „Vanilla Sky“) mag, sollte sich „Deathwatch“ ruhig ansehen. Auch Fans des intelligenten Horrorstreifens „Cube“ oder des SciFi-Horror-Crossovers „Event Horizon“ dürfen ein Auge riskieren. weiterlesen schließen
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