Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- 200 min. Filmgenuss, toller Soundtrack, geniale Schauspieler, das Warten hat ein Ende
- mega-eindrucksvoll und grandios, spannend, unterhaltsam, humorvoll, tolle Musik und Effekte
- mir fehlen die Worte ...
- Kulisse, AUfmachung, Charaktere, SChlachten
- einfach alles, die Charaktere, die Handlung, die Leute, die Gesichter, die perfekte Choreographie, die Frauen, einfach zu viel
Nachteile / Kritik
- einige kleinere Änderungen gegenüber der Buchvorlage, es wird definitiv keinen vierten Teil geben, der Statthalter von Mordor fehlt
- so vieles fehlt - nicht nur im Film selbst, sondern auch gegenüber dem Buch
- leider einige krasse Kürzungen - einige Buchszenen sind doch ziemlich verfälscht...
- Es hat ein Ende
- das er zu kurz war, und das Saruman gefehlt hat
Tests und Erfahrungsberichte
-
RING FREI... Die dritte Runde!
19.01.2005, 16:45 Uhr von
ZordanBodiak
I'm just a dreamer... But you're just a dream.... carpe diem - JENS4Pro:
Trotz Abwandlungen eine gute Umsetzung der Romanvorlage... Auf visueller Seite atemberaubend... Ian McKellen ist und bleibt ein Naturereignis sondergleichen... Die restliche Cast ist auch nicht ohne... Einfach GROSS...
Kontra:
Irgendwie ist man trotz alledem etwas enttäuscht... Ob es am definitiven Abschluss der Trilogie liegen mag???
Empfehlung:
Ja
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkle zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein erneutes Jahr ist dahingestrichen. Ein Jahr, das mit kleinen unbedeutenden Kinoproduktionen überbrückt werden musste - und nun endlich seinen Höhepunkt gefunden hat. "The lord of the rings: The return of the king" [zu deutsch: "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs"] sollte seinen weltweiten Kinostart am 17. Dezember 2003 erleben. Ein Ereignis, das nicht nur in Fan-Kreisen für großes Aufsehen sorgte. Bei der Weltpremiere in Wellington feierten knapp einhundertfünfundzwanzigtausend Fans eine Parade, die sich durch die neuseeländische Hauptstadt zog. Und auch die zahlreichen offiziellen Premieren-Vorstellungen sollten schneller ausverkauft sein als man "Hobbit" sagen kann.
Kurz gesagt ein filmisches Phänomen, das seinesgleichen sucht! Ob aber die hochgesteckten Erwartungen nach den beiden äußerst gelungenen Vorgängerfilmen erfüllt werden könnten? Würde man erneut derartig tief in die ferne Welt Mittelerdes entschwinden können? Würde man sich erneut kein freudestrahlendes Lächeln verkneifen können, wenn Ian McKellen als Gandalf nur mit der Augenbraue zuckt? Und würden die finalen Schlachten wahrlich den atemberaubenden Kampf um Helms Klamm in "the two towers / die zwei Türme" überbieten können? Die ersten Bilder des Trailers versprachen einiges - doch wie oft haben schon die ersten Bilder falsche Erwartungen geweckt...
Ein knapper Rückblick auf die vorhergegangenen Runden
Um nicht den geneigten Leser, für den "Lord of the rings" Neuland ist, wie in der filmischen Vorlage gänzlich ohne Rückblick der Geschichte im Regen stehen zu lassen, sei gesagt, dass Mittelerde ein phantastischer Kontinent ist, der ungefähr dem weltlichen Mittelalter entspricht. Frodo, ein Hobbit, bekommt von seinem Onkel einen Ring vermacht, der eine große Gefahr in sich birgt: Sauron, der dunkle Herrscher, benötigt diesen Ring um seine Macht zu vervollständigen und Mittelerde gänzlich unterjochen zu können. Einziger Ausweg aus dieser misslichen Lage ist, dass der Ring im Schicksalsberg - dem Ort seiner Herstellung - zerstört wird.
So machen sich vier Hobbits [Frodo, Sam, Merry und Pippin], ein menschlicher Magier [Gandalf], ein Elb [Legolas], ein Zwerg [Gimli] und zwei menschliche Krieger [Boromir und Aragorn] nach einer Besprechung der "Guten" auf den Weg die gefahrvolle Aufgabe zu bewältigen. Ihre Reise ist lang und wird von Schicksalsschlägen überschattet. Boromir verstirbt, die Gruppe der Gefährten wird gespalten, ehemalige Freunde entpuppen sich als Verräter und Sauron startet langsam seinen Angriff auf die letzten menschlichen Bastionen. Während nun Frodo und Sam sich auf dem Weg ins ferne Mordor befinden - angeführt von Gollum, dem ehemaligen Besitzer des Ringes, der vehement hofft seinen "Schatz" wieder zu erlangen -, versuchen die anderen Verbündeten tatkräftig die verbleibenden Menschen in ihren Schlachten gegen Sauron zu unterstützen...
Der Inhalt - Die Geschichte geht in die dritte Runde
Frodo und Sam kommen dem dunklen Reiche Saurons immer näher. Die Strapazen der Reise nagen immer mehr an den beiden Hobbits. Unterstützt wird diese schwierige Lage durch ihren Führer Gollum, der düstere Pläne hegt. Immer wieder spricht er von "ihr", die ihm helfen soll seinen "Schatz" wieder zu erlangen. Listig und intrigant sorgt so Gollum dafür, dass die Vertrautheit zwischen den beiden Freunden langsam zerbricht. Schwerfällig kraxeln sie die Gebirge, die Mordor wie eine Festungsmauer umgeben, empor und dank der Schwächung durch die lange und beschwerliche Reise zeigen die Versuche der Gefährtentrennung erste Wirkungen - bis letztlich Frodo nach einem von Gollum angezettelten Streit Sam nach Hause schickt...
Nach der erfolgreichen Schlacht um Helms Klamm und dem Sturze Sarumans müssen sich die anderen Gefährten erneut trennen. Der neugierige Pippin konnte es nicht unterlassen und hat einen Blick in einen Palantír - ein magisches Auge Saurons - geworfen und in selbigem den bevorstehenden Angriff auf Gondor, die letzte Bastion der Menschen vor den Toren Mordors, erkennen können.
So bricht Gandalf mit dem kleinen Hobbit im Schlepptau zu einem Ritt nach Gondor auf. Die Warnung Denethors, dem Truchsess von Gondor, soll noch vor den ersten Schritten Saurons erfolgen. Doch Denethor ist nach dem Tode seines Sohnes Boromir verbittert, glaubt nicht mehr an einen möglichen Sieg im Kriege gegen Mordor. Als dann auch noch Faramir - sein anderer Sohn - mit Osgiliath einen entscheidenden Stützpunkt gegen die feindliche Übermacht verliert, scheint das Schicksal der Menschen besiegelt.
Die einzige Hoffnung wurzelt in der Reiterschaft der Rohirrim, doch deren König Théoden will aufgrund vergangener Streitigkeiten jegliche Hilfe versagen. Ob Aragorn und seine verbleibenden Gefährten den Throninhaber umstimmen können? Und wird Frodo noch die Kraft aufbringen können den Ring in die Flammen des Schicksalsberges zu zerstören? Derzeit scheint eine rosige Zukunft der Menschen zumindest äußerst unwahrscheinlich zu sein...
Die Inzenierung - Träume werden wahr
Man befindet sich im GESCHICHTLICHEN Finale einer Trilogie, in dem der Untergang der Menschheit entschieden werden muss. So sollte es nicht verwundern, dass ein Großteil der Spielzeit von zweihundert Minuten für die atemberaubende Inszenierung von Schlachten verbraucht wird. Die entscheidenden Charakter konnte man schon in den vergangenen sieben Stunden Filmmaterial äußerst gelungen darstellen, so dass man sich nicht den Umstand machen muss und selbige Entwicklungen erneut darbieten muss. So verliert Peter Jackson keine Zeit und prescht in seinem neusten Werke ohne jegliche Rückblicke los.
Sicher, in einem Mammutwerk wie "the lord of the rings" verkommen auch in den entscheidenden Stunden die Figuren nicht zu seelenlosen Schablone. Immer noch erfahren einige von ihnen entscheidende Entwicklungen, die ihr Wichtigkeit und ihr Ansehen in der Gesamtbetrachtung verändern werden. Dank dieser dezenten Charakterentwicklungen kann sich "the return of the king" glücklicherweise nicht zu einem seelenlosen Schlachtengemälde entwickeln, das gänzlich seine Figuren vernachlässigt, sondern hinterlässt beim Betrachter einen äußerst stimmigen Eindruck.
So bietet die Beziehung zwischen Sam und Frodo - dank der Einwirkung des intriganten Gollums - großen Spielraum für charakterliche Veränderungen: Während der treuergebene Sam [der immer noch "Herr Frodo" sagt] versucht, seinem Herren zu verdeutlichen, dass Gollum sie in einen Hinterhalt locken wird, zweifelt Frodo immer mehr an der Loyalität seines Gefährten. Der Ringträger leidet unter den Strapazen und erkennt nicht die offensichtlichen Listen Gollums. Zwar weicht Frodo im Verlauf des Filmes nicht von seiner eigentlichen charakterlichen Gewohnheit ab, aber in Bezug auf Sam ereignen sich wichtige Veränderungen und Weiterentwicklungen. Er wächst über sein eigentlich gewöhnliches Hobbit-Gemüt heraus, gibt sich für seinen Herren nahezu gänzlich auf und wird so zur vermutlich wichtigsten Figur in der gesamten Handlung.
Ebenso interessant ein Zwist, der sich eigentlich zwischen Nebenfiguren entwickelt: Denethor ist nach dem Verlust seines geliebten Sohnes Boromir verzweifelt, entgegnet gar gegenüber seinem anderen Spross Faramir, dass er es lieber gesehen hätte, wenn dieser gestorben wäre. In der folgenden Niedergeschlagenheit versucht Faramir mittels eines Himmelfahrtkommandos die Liebe seines Vaters zurückzugewinnen. Ein Konflikt, der einer klassischen Tragödie entsprungen sein könnte und trotz aller Klischees äußerst gelungen zum Gesamtbild passt. Sicherlich auch für das Gelingen äußerst zuträglich: Die imposante Bebilderung des Himmelfahrtkommandos - dazu aber später mehr.
Dass aber gerade im Finale der Filmreihe die minimalen Frauenrollen ihre stärksten Momente erhalten sollten, verwundert zunächst. Bisher erschienen die Filme als purste Phantasie einer männlich dominierten Welt, in der Frauen nahezu keine Bedeutung haben. Arwen konnte zwar schon mit ihren Reitkünsten Frodo in "the fellowship of the ring / die Gefährten" vor den Ringgeistern retten und Éowyn konnte in "the two towers" ihr Kampfeslust anklingen lassen - wirklich große Momente gab es trotz alledem nicht und auch die ersten Minuten des dritten Teiles bestätigen die Erwartungen: Arwen soll auf Verlangen ihres Vaters in die ewigen Lande übschiffen. Éowyn hingegen soll zwar nach dem Ableben ihres Onkels Théoden den Thron Rohans besteigen - bis zu diesem Zeitpunkt soll sie aber den Schlachtfeldern fernbleiben. Doch die beiden Figuren emanzipieren sich von der Männerwelt, widersetzen sich ihren Bestimmungen.
SPOILER
Zwar verbleibt Arwen als einfaches Beiwerk, deren einzige Aufgabe scheinbar nur noch die Hochzeit mit Aragorn ist, aber Éowyn wird wahrlich zur großen Kämpferin. Kann dank ihrer Weiblichkeit als einzigen den Hexenkönig - den obersten Nazgûl - besiegen. Zwar wird hierbei die Emanzipation durch Éowyns kurzen "Dialog" mit dem Hexenkönig etwas zu dick aufgetragen - aber irgendwie kann man diesem filmischen Moment eine gewisse Faszination nicht absprechen
SPOILER-ENDE
Mittlerweile konnten sich die Liebhaber der Bücher sicher sein, dass auf der VISUELLEN SEITE die Mannen um die Hobbit-Inkarnation Peter Jackson ganze Arbeit leisten würden. Hatte man bisher nur in Rückblicken und Visionen einen Blick auf das düstere Mordor werfen können, müssen nun Frodo und Sam in das finstere Land begleitet werden. Beherrscht wird die karge Gegend von Saurons emporragender Festung Barad-Dûr und dem feurigen Schicksalsberg. Immerzu wird Mordor von dem flammenden Auge Saurons, das auf der "Spitze" Barad-Dûrs "steht", überwacht. Düster, ungemütlich, bedrohlich - so wie man sich das schlimmste Feindesland in seinen Phantasien vorstellt.
Doch nicht nur die dunklen Gefilde Mittelerdes wurden atemberaubend in Szene gesetzt, so sticht vor allem die letzte große Menschenfeste Minas Tirith aus der Szenerie hervor. In das Gebirge "eingearbeitet" ragt sie in die Höhe. Bestehend aus sieben Festungsringen ist sie die letzte Bastion der Menschen, sollte sie fallen, würde Sauron die verbleibenden Länder Mittelerdes im Sturm erobern können. In akribischer Kleinstarbeit wurde dieses Monument erschaffen. Die dicken Mauern der jeweiligen Festungsmauern, kleine Straßenzüge, die Tage Gondors waren vor dem Ringkrieg offensichtlich äußerst rosig.
Und all diese hervorragend arrangierten Kulissen werden von der agilen KAMERA Andrew Lesnies [Oscar für "the fellowship of the ring"] perfekt eingefangen. Schwelgerisch verweilt er in den harmonischen Panoramaaufnahmen, bietet "ruhende" Bilder in den wenigen erholsamen Szenen und entfacht bei den zahllosen Schlachten ein wahres Feuerwerk, das herrlich vom schnell-rasanten Schnitt Annie Collins' und Jamie Selkirks unterstützt wird.
Und auch einer der am schönsten bebilderte Momente wurde für das Finale gefilmt: Nachdem Pippin einen Berg nahe Minas Tirith empor gekraxelt ist und ein Leuchtfeuer entzünden konnte, "rast" die Kamera über schneebedeckte Gipfel bis hin zum entfernten Rohan. Immer wieder sieht man wie kleine Feuer entzündet werden, die das Hilfebitten Gondors weiterleiten. Wahrlich schwelgerisch wie hier die phantastische Naturkulisse eingefangen wird. Eigentlich sollte man derartig grandiose Panoramaaufnahmen schon von den Vorgängerfilmen gewöhnt sein - aber scheinbar kann man sich an der Landschaft Mittelerdes niemals satt sehen.
Und natürlich wieder ein Schmaus für die Lauscher: Die MUSIKALISCHE UNTERMALUNG des epochalen Orchesters unterstützt die Szenen grandios. Howard Shore greift auf einige schon bekannte Themen der Vorgängerfilme zurück, variiert selbige und fügt neue Melodien hinzu. Ohrenbetäubend werden so die Schlachten zu einem Fest für die Ohren. Einziger Wehrmutstropfen verbleibt der schwächere Titelsong "into the west" von Annie Lennox - der nicht wirklich den Weg in das Ohr des Zuschauers finden will und schnell wieder in Vergessenheit gerät.
Vielleicht drängt sich Shore mit seinen Kompositionen in dem ein oder anderen Moment zu sehr in den Vordergrund - und versucht zu aufdringlich die Emotionen des Zuschauers zu dirigieren -, dies stört aber bei einem pathetischen Heldenepos wie "the lord of the rings" nur in einem äußerst geringfügigen Maße und wird durch zwei äußerst gelungene Gesangseinlagen der Schauspieler gekonnt in Vergessenheit gedrängt: Während Aragorn [ohne zu viel zu verraten] bei seiner Krönungszeremonie ein Liedchen anstimmt, ist es vor allem Pippins Gesang, der einen der stimmigsten Momente der Trilogie einleitet: Zur Erheiterung Denethors soll der Hobbit ein Liedchen singen - zeitgleich startet Faramir seinen Kamikaze-Angriff auf die Ork-Armee. Das folgende Kreischen der Orks und das Klirren der Waffen wird magisch untermalt von Pippins klagenden Gesang. Immer wieder wird zwischen den Schauplätzen hin- und hergeschnitten. Eine göttlich inszenierte Szene. Besser kann man einen aussichtslosen Angriff nicht "vertonen".
Peter Jackson - Der Mann mit den Fäden in den Händen
Peter Jackson darf sich nun wohl "von" schreiben. Mit unvergleichlicher Leidenschaft hat er in einem siebenjährigen Marathon die wohl gelungenste Trilogie der Filmgeschichte auf die Beine gestellt. Konnte gar die Masse der Bücherliebhaber von seinem Schaffen überzeugen. Und so wird dem Betrachter mit "the return of the king" erneut eine Meisterleistung von dem dickbäuchigen Neuseeländer vorgesetzt. Dass er mit dieser Leistung endgültig in den Filmolymp einziehen konnte, soll nicht verwundern. Selten zuvor konnte man ein Projekt auf der Leinwand begutachten, das mit derartig viel akribischer Kleinstarbeit verwirklicht worden ist. Jackson als (scheinbar) versessener Fan der Buchvorlage wollte alles perfekt gestalten - und ist bei diesem Unternehmen nur selten gescheitert. Dass hin und wieder seine filmische Vergangenheit im blutigen Splatter-Genre [erinnerte einer der Orks nicht frappierend an den Oberaußerirdischen aus seinem Debütwerk "Bad Taste"?] durchschimmert soll da nicht stören.
Erstaunlich - wenn man die Vergangenheit Jacksons bedenkt - ist jedoch, dass sich die wahre Brutalität der Filmreihe immerzu im Kopf des Zuschauers abgespielt hat. Sicher, zahllose Kämpfer treten in die Welt der Toten über und hier und da wird einem Opponenten auch mal ein Körperteil abgetrennt. Jedoch sieht man in diesen Szenen zu keinem Zeitpunkt Blut spritzen. In der Gesamtbetrachtung sicherlich erstaunlich - aber so wird der "the lord of the rings"-Trilogie einen leicht unrealen Charakter verliehen, der mit einem (wirklich) stark zugedrückten Auge noch eine FSK-12 honoriert werden kann.
Die Hauptdarsteller - Die Gefährten
Es fällt schwer die Leistungen der Darsteller richtig zu bewerten, als Freund der vorherigen Filme ist man mit den Gesichtern der Akteure vertraut, kann sich keinen anderen Schauspieler mehr in dieser Rolle vorstellen. Über kleinere qualitative Mängel sieht man nach diesem gelungenen Gewöhnungsprozess sicherlich leicht hinweg. Doch auch mit kritischem Auge betrachtet, kann man erneut feststellen, dass das gesamte Ensemble gänzlich überzeugend aufspielt.
Zwar weiß Elijah Wood (FRODO) erneut nur mit einem schwachen, ausgelasteten Blick in die Kamera zu gucken - dieser verdeutlich aber gänzlich die auf ihm lastende Bürde. Und dank des intensiven Spiels Sean Astins (SAM) kann das Agieren Woods noch aufgewertet werden. Die beiden harmonieren auf ihrer Reise gänzlich und ergänzen sich hervorragend. Während der Ringträger zumeist seine Emotionen verloren zu haben scheint, ist die Mimik seines Dieners immerzu aussagekräftig und gefühlsbetont.
Ebenso die beste freundschaftliche Harmonie verkörpern die beiden anderen Hobbits Dominic Monaghan (MERRY) und Billy Boyd (PIPPIN). Waren sie bisher nur kleine Randerscheinungen, die mit ihrer sympathischen Trotteligkeit und ihrem "jugendlichen Leichtsinn" Spaß zu bereiten wussten, können sie nun als wahre Helden in das Geschehen eingreifen. Ein Wandlungsprozess, der von der Mimik der beiden britischen Akteure gelungen umgesetzt wird. Dass Boyd und Monaghan zudem großartig harmonieren, dürfte sich wohl schon im ersten Teil der Trilogie herauskristallisiert haben - und so ist die Wiedervereinigung auf den Schlachtfeldern der Pelennor erneut eine warmherzige Szene, die perfekte Freundschaft darbietet.
Natürlich ist der Auftritt des zukünftigen Königs ARAGORN erneut äußerst glanzvoll - gänzlich seiner Bestimmung entsprechend. Schon in den Vorgängerfilmen war Viggo Mortensen eine Wucht, die die ursprünglich geplant Verpflichtung von Stuart Townsend ohne Probleme vergessen machte. Mortensen ist ein geborener Kämpfer, zeigt aber auch seine schauspielerischen Qualitäten in den ruhigen Momenten des Filmes. Mit seiner dunklen Mähne und den nachdenklichen Blicken erkennt man seine Zweifel an seiner Bestimmung.
Dass die Spielzeit von John Rhys-Davies (GIMLI) und Orlando Bloom (LEGOLAS) erneut äußerst gering ausfällt, kann man glücklicherweise verkraften. Während man zwar die brummeligen Kommentare Gimlis vermisst, erscheint Orlando Bloom ein weiteres Mal in gewissem Maße austauschbar. Seine Mimik fällt erneut kühl und spartanisch aus, wirkliche Regungen in seinem Gesicht gibt es leider viel zu selten zu begutachten. Vielleicht kann man das auf seinen elbischen Charakter zurückführen - vielleicht aber auch auf das noch unausgegorenes Talent: Bloom ist zwar äußerst filigran im Umgang mit den Waffen, in den ruhigeren Momente droht er aber immer wieder der Schwachpunkt des Ensembles zu werden.
Ein Grund zur Freude ist die erneut länger ausfallende Spielzeit für Sir Ian McKellen. Nach GANDALFS Rückkehr von den (scheinbar) Toten ist das Agieren des geadelten Briten erneut unbeschreiblich. McKellen verkörpert mit jeder Pore die Vorstellung, die man von einem weisen Magier hat, kann mit seinem göttlichen Mienenspiel seinem Charakter erneut gekonnt Leben einhauchen. Ein kurzer Kameraschwenk auf die Augenpartie des ursprünglichen Shakespeare-Darstellers reicht gänzlich aus, um das Gefühlsleben des Magiers zu offenbaren. Ganz klar und eindeutig die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des (nahezu) perfekt gecasteten Ensembles.
Die Nebendarsteller - Die Freunde und Feinde der Gefährten
Auf der feindlichen Seite fällt "the return of the king" leider schwach aus. Christopher Lees (Saruman) Szenen wurden ersatzlos für die Kinoversion gestrichen und die restlichen Widersacher verstecken sich unter metallenen Masken [die Ringgeister] oder imposanten Latexgebilden [die Orks].
Aber im Rahmen der Verbündeten gibt es erneut einige schauspielerische Lichtblicke zu betrachten. Dass Bernhard Hill (THÉODEN) und Miranda Otto (EOWYN) große Klasse sind, haben sie schon in ihren ersten Auftritten zeigen können. Ebenso war schon David Wenham (FARAMIR) auf der Leinwand zu begutachten. Zwar war dessen Auftreten aufgrund der knappen Rolle bisher noch nicht richtig bewertbar, der jetzige Konflikt mit John Noble (DENETHOR) ist jedoch absolut gelungen.
Unter den Teppichen sollen letztlich zwei bekannte Namen nicht fallen: Sir Ian Holm darf im Finale nochmals kurz als ergrauter und leicht seniler BILBO BEUTLIN über die Leinwand huschen und Liv Tyler agiert als ARWEN. Ungünstig, dass ihr Auftritt nur kurz und fast schon unbedeutend ausfällt - mit ihren zarten Gesichtszügen ist sie eine perfekt erwählte Elbin.
Die Tricktechnik - Und wenn Träume nicht wahr werden, muss mit Computern nachgeholfen werden
Ohne Zweifel, eine Welt wie Mittelerde kann man auch nicht mit den perfektesten Miniaturen, Masken und Kulissen verwirklichen. Hier und da muss die Rechnerleistung der Computer in die Arbeit einbezogen werden. Zwar konnte man einen überaus großen Teil der Techniken schon in den beiden Vorgängerfilmen betrachten, dies mildert ihre Perfektion aber in keinster Weise. Mittels der Special-Effects-Schmiede WETA Digital werden die Schlachten zu monumentalen Kriegsschauplätzen aufgeblasen, die monströsen Nazgûl erlernen das Fliegen, die gigantischen Olifanten stampfen über die Schlachtfelder und Zwerge und Hobbits wurden ein weiteres Mal auf die richtige mittelerdische Größe geschrumpft.
Ebenso bekannt ist die grandiose Animierung Gollums - des einzigen Hauptcharakters, der nicht im Film von einem realen Schauspieler dargeboten wird. Dank eines aufwendigen Ganzkörper-Anzuges wurden die Bewegungen Andy Serkins [der auch Gollum seine Stimme leiht] virtuell zum schizophrenen Gollum umgearbeitet. Ein Prozess, der auch nach der zweiten Sichtung zu begeistern weiß.
So verbleiben als wirkliche Neuerungen nur noch zwei Dinge: Die Animierung Kankras, eine überdimensionalen Spinne, die Jagd auf den Ringträger macht. Dieser zentrale Moment des Filmes wurden von den Computerspezialisten wahrlich brillant eingefangen. Mit gewohnter Liebe zum Detail wurden die Feinheiten einer Spinne ausgearbeitet und lassen das agile Monstrum äußerst bedrohlich mit dem Hobbit kämpfen. Und ebenso beeindruckend wurde die Visualisierung der Untotenarmee getroffen. In grünem Licht gehüllt, ziehen sie als geisterhafte Skelette durch die Gegend und [SPOILER] zerstören jegliche Gegner wie eine rasant dahinziehende Seuche. Man glaubt auf dem Schlachtfeld vor Gondor nur noch einen grünen Schwarm erkennen zu können, der innerhalb weniger "Sekunden" jegliche Bösewichte vernichtet hat. Eine atemberaubende Inszenierung, der eine gewisse Komik nicht abgesprochen werden kann. [SPOILER-ENDE]
Dass es hin und wieder kleine Schwächen in der Visualisierung gibt, soll hier nicht weiter stören. Es war schon in den Vorgängerfilmen bei genauer Betrachtung manchmal zu erkennen, dass die wiedereingefügten und minimierten Darsteller den Eindruck erweckten, dass sie über dem Boden schweben würden. Und auch der Einsatz des Blue Screens erscheint in wenigen Momenten etwas gewöhnungsbedürftig. Doch trotz dieser marginalen Mängeln ist die Computertechnik der "der Herr der Ringe"-Trilogie wohl die beste, die man bisher auf der Leinwand betrachten konnte. Und glücklicherweise wird selbige nicht zum Selbstzweck auf ein einziges Effekte-Bombardement ausgedehnt - sondern perfekt in die erzählte Geschichte eingebunden. Der nächste Oscar wird wohl auch zum dritten Mal nach Neuseeland wandern...
Der Vergleich: Drehbuch versus Romanvorlage - Waren meine Träume nicht zuvor etwas anders?
Auch im abschließenden Finale der Trilogie kann man als begeisterter Leser der Romanvorlage einige Änderungen erkennen. Doch diese Veränderungen sind dank des gelungenen Drehbuches [Fran(ces) Walsh, Philippa Boyens und Peter Jackson sind erneut die Verantwortlichen] nicht entscheidend. Man hat versucht das Bild auch für Nichtkenner der Bücher verständlich aufzubauen. Ein Unternehmen, das im dritten Teil erneut gelungen ist. Zwar scheint das Fehlen von Saruman nach der Übernahmen von Isengard äußerst befremdlich [die Szenen werden wohl in der Extended-Version wieder eingefügt], es hinterlässt für den unwissenden Zuschauer jedoch keine größere Wissenslücken. Und ebenso ist es einem unbedachten Betrachter gänzlich egal, ob nun erst im dritten Teil Kankra über die Leinwand huscht - oder wie eigentlich von Tolkien geplant im Cliffhanger-Finale des zweiten Teiles. Zwar hätte man sich als bekennender Ian McKellen-Verehrer noch gewünscht, dass der Kampf zwischen Gandalf und dem Hexenkönig auch den Weg in die Verfilmung gefunden hätte, aber mit einem reumütigen Blick und schweren Herzens kann man auf dieses Detail sicherlich verzichten - obwohl so der großartige Ian McKellen noch ein paar weitere Sekunden auf der Leinwand hätte verbringen können.
SPOILER
Dass Peter Jackson schon im Vorfeld zu erkennen gab, dass er das Ende der Romanvorlage abändern wollte, wurde von vielen Fans als Akt der Blasphemie aufgenommen. Betrachtet man hingegen im Nachhinein das Fehlen der Besetzung des Auenlands durch Saruman, erscheint es als äußerst gelungen und ebenso aussagekräftige: Die vier Helden haben den Weg zurück in ihre Heimat gefunden. Sitzen ohne Aufmerksamkeit der anderen Hobbits in einer Wirtsstube und trinken schweigend aus ihrem Humpen Bier. Eine kurze Szene, die wundervoll die Abgeschottenheit des Auenlandes in Mittelerde verdeutlich. Die Außenwelt interessiert die Hobbits nicht, ihre Heimat ist noch immer das kleine Paradies mit den kleinen grasbewachsenen "Hügelhäusern". Dass aber die vier Helden, die entscheidenden an der Rettung Mittelerdes beteiligt waren, nun ohne jegliche Auszeichnungen ihre Tage fristen müssen, ist mindesten ebenso eine Demontage der heilen Hollywood-Welt wie Tolkiens eigentliche Besetzung des Paradieses.
In keinster Weise ändert jedoch Peter Jackson die zahllosen Enden der Romanvorlage ab. Immer wieder wird ein großer Moment visualisiert, der als Schlussstrich dienen könnte, doch Jackson lässt sich Zeit, setzt noch einen weiteren "Themenkomplex" obendrauf. Vermutlich will er die von ihm mühsam erschaffene Welt nicht so schnell verlassen und schließt so geruhsam jeden Kreis der Erzählung für sich. Vielleicht mag es dem ein oder anderen so negativ aufstoßen, dass so sich der Abschied äußerst langgezogen daher kommt - hat man jedoch einmal seine Liebe für Mittelerde entdeckt, genießt man jeden dieser kleinen Momente.
SPOILER-ENDE
Fazit - This Christmas the journey ends.
Etwas Enttäuschung macht sich breit. Man verbleibt leicht unbefriedigt in seinem Kinosessel. Irgendetwas fehlt! Eine Kleinigkeit! Aber was? Erneut war die Detailverliebtheit der Macher in jeder einzelnen Einstellung zu erkennen. Es war ein Fest für die Augen die am Fels erbaute Stadt Minas Tirith zu betrachten. Erschlagend waren die langen Kamerafahrten über das Schlachtengetümmel. Beeindruckend die ausdrucksstarken Schauspieler, die erneut die Entwicklung ihrer Charaktere gut [bis göttlich] herausgearbeitet haben.
Was hinterlässt dann den schalen Beigeschmack, den man nach dem Fallen des Vorhanges verspürt? Sind es die kleinen Änderungen, die Jackson an der Romanvorlage hat vornehmen lassen? Oder die manchmal etwas schwachen Computeranimationen? Oder vielleicht nur die Tatsache, dass man als großer Liebhaber der Bücher schon das Ende kennen zu glaubt?
Man weiß es nicht genau - aber vermutlich ist es nur die wehmütige Gewissheit, dass in den nächsten Jahren nicht noch ein weiterer Teil den Weg in die Kinos finden wird. Einzige Möglichkeit Mittelerde erneut für den Kinogänger zu beleben wäre die Verfilmung des "Hobbits" - und selbige hat Peter Jackson schon in dem ein oder anderen Nebensatz in Aussicht gestellt. Erneut ein Grund zur Freude? Eine Frage, die leider noch in den Sternen steht, aber in ersten Interviews hat Sir Ian McKellen schon dezent angedeutet, dass er unter Umständen eine weitere Reise nach Mittelerde unternehmen wird. Hoffen wir nur, dass er dann nicht zu alt für die Rolle Gandalfs ist. Es wäre eine Tragödie einen anderen Schauspieler in seinem Gewand zu sehen...
Wertung: 8 ringtragende Punkte auf meiner 10er-Skala
Internet: http://www.lordoftherings.net/
PS: In der Bestenliste der internationalen Moviedatabase hat "Lord of the rings: The return of the king" einen phänomenalen Einstieg geschafft: Platz 3 nach fünf Wertungstagen! Unglaublich!
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Oscar-Update:
Man hätte es eigentlich nicht für möglich gehalten, aber bei der diesjährigen Oscar-Verleihung konnte Peter Jacksons Abschluss der Ring-Trilogie mit den bisherigen Rekord-Gewinnern "Ben Hur" (1960) und "Titanic" (1998) gleichziehen und 11 Goldjungen ergattern. Was aber im Gegenzug keiner der beiden Abräumer geschafft hat: "Lord of the rings: The return of the king" konnte in allen Kategorien, in denen der Film nominiert war, das Feld als strahlender Gewinner verlassen!
Vielleicht ist das unter dem Strich der ein oder andere Oscar zuviel - aber gesamtbetrachtet haben sich Jackson und sein Team die Auszeichnungen für ihre akribische Detailarbeit in den vergangenen Jahren hochverdient.
Die Auszeichnungen:
bester Film [Barrie M. Osborne, Peter Jackson und Frances Walsh]
beste Filmmusik [Howard Shore]
beste Kostüme [Ngila Dickson und Richard Taylor]
beste Kulissen [Grant Major, Dan Hennah und Alan Lee]
bestes Makeup [Richard Taylor und Peter King]
bester Regisseur [Peter Jackson]
beste Roman-Adaption [Frances Walsh, Philippa Boyens und Peter Jackson]
bester Schnitt [Jamie Selkirk]
bester Song [Annie Lennox - "Into the west"]
bester Sound [Christopher Boyes, Michael Semanick, Michael Hedges und Hammond Peek]
beste visuellen Effekte [Jim Rygiel, Joe Letteri, Randall William Cook und Alex Funke]
Die vorliegende Rezension bezieht sich auf die Kinofassung. Im Extended Cut erhält auch der finale Teil der Ringtrilogie die Höchstpunktzahl weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Malde23, 07.02.2005, 19:43 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
genau so wie dieser Bericht! Weiter so mfg Malde
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marion_b, 26.01.2005, 11:05 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
noch immer nicht einmal das Buch gelesen geschweige denn einmal in die Filme reingezappt...
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Tom_Araya, 19.01.2005, 15:22 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
hab mich ähnlich gefühlt wie du am Ende, lag an 2 Sachen glaub ich: dem übertrieben sentimentalen Ende, das so gar nicht zu den pompösen Schlachten davor passen will. Und der Tatsache das mir Frodo diesmal nicht besonders zugesagt hat
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awassa, 17.01.2005, 20:36 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
...ein richtig GUTER und vorallem AUSFÜHRLICHER Bericht!!! *TOP* LG Karo
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Es ist vollbracht ....
28.12.2003, 12:17 Uhr von
Prisca
Ich schreibe z.Z. unter anderen Sean Astin Film (-und Co) Berichte, um euch diesen tollen Schausp...Pro:
mir fehlen die Worte ...
Kontra:
leider einige krasse Kürzungen - einige Buchszenen sind doch ziemlich verfälscht...
Empfehlung:
Ja
Zweimal gesehen – zweimal geheult … und nun wird´s zeit, das ich mich mal hier drüber auslasse. Obwohl ich euch nicht gerantieren kann, das dies ein üblicher Bericht wird, denn wenn ich an diesen Film denke, gehen schon die Pferde mit mir durch, sorry!
Wovon ich eigentlich rede? Na, von dem dritten Teil der Herr der Ringe Trilogie – von
DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS
Ein Film, der erst letzte Woche in den deutschen Kinos angelaufen ist, der jetzt schon alle Kinorekorde zu sprengen scheint und der einfach nur überwältigend ist. Aber fangen wir doch lieber am Anfang an. Obwohl, so ein typischer Anfang … Achtung, jetzt kommt der Inhalt … das will mir hier gar nicht so leicht fallen. Wie schon erwähnt, Die Rückkehr des Königs (RdK) ist der dritte Teil der Herr der Ringe Filme – und man kann diesen Film eigentlich gar nicht für sich allein betrachten. Denn anders als z.B. in der Starwars Trilogie (sorry für diesen Vergleich – ich mag ihn eigentlich auch nicht, denn hier handelt es sich um völlig verschiedene Filmgenres, die man einfach nicht vergleich sollte – aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme – ich vergleiche ja nicht inhaltlich!) in der jeder Film für sich abgeschlossen ist gehen die Filme von Herr der Ringe unmittelbar ineinander über und bilden schließlich einen großen Film von 10 Stunden Lauflänge. Trotzdem werde ich mich bemühen, mich in diesem Bericht hauptsächlich auf RdK zu beschränken.
Also, jetzt aber kurz zum Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte von dem kleinen Hobbit Frodo und seinen Gefährten weiter. Durch einen Zufall ist er an den Ring der Macht gekommen (ein Ring mit dessen Hilfe des böse Herrscher Sauron die Welt unterjochen kann) – und es steht schnell fest, das dieser Ring vernichtet werden muss – vernichtet in den feuern des Schicksalsberges, wo er einst geschmiedet wurde. So macht sich Frodo mit 8 Gefährten auf den Weg …
Inzwischen ist einiges Schicksalhafte geschehen und wir landen in RdK. Der Bund der Gefährten ist zerfallen. Frodo ist mit seinem Freund und Diener Sam allein auf dem Weg nach Mordor, während sich die anderen Gefährten ihrem Schicksal = dem Krieg an den unterschiedlichsten Fronten stellen …
So, nun ist das sicherlich die kürzeste und unzureichendste Inhaltsangabe, die ich jemals in einem Filmbericht gemacht habe – aber ganz ehrlich: Ich gehe davon aus, die meisten werden diese Geschichte (zumindest in groben Zügen) kennen … und außerdem hat Tolkien über 1000 Seiten gebraucht um dem Leser seine Geschichte nahe zu bringen, wie sollte ich es da in ein paar Zeilen schaffen. Gehen wir also lieber ins Detail des Filmes.
Der Film wurde gedreht nach dem Roman Der Herr der Ringe von J.R.R.Tolkien – ein Buch, das lange Zeit als absolut unverfilmbar galt – bis sich eines Tages ein kleiner, unbekannter Regisseur aus Neuseeland (sein Name: PETER JACKSON =PJ) in den Kopf setzte, sich an dieses Meisterwerk zu wagen. Lange Zeit musste er einen Filmverleih suchen, die das finanzielle Risiko für dieses Projekt tragen würden, denn PJ wollte nicht irgendeinen Film – er wollte ein Mammutprojekt von drei Teilen drehen – und niemand konnte wissen, wie die Fans des Buchs das aufnehmen würden …
Die ersten zwei Teile wurde ein voller Erfolg, zwar hagelte es auch Kritik, aber viele waren begeistert. Nun war also die Premiere von RdK – und die Fans (auch ich) strömten bereits um Mitternacht in die Premieren. Was ich zu sehen bekam hat mich überzeugt. Mittelerde – das Land das Tolkien für Jahrzehnten in seinem Roman erwachen lies, hat Gestalt angenommen. Wie in den anderen Filmen stimmt die ganze Umgebung (Neuseeland scheint wie geschaffen zu sein für dieses Fanatsieland), aber auch die Städte und Häuser, die PJ in mühevoller, oft monatlanger Arbeit hat aufbauen lassen sind einfach stimmig. Ich möchte hier als Beispiel einfach mal die weiße Stadt Minas Tirith erwähnen – wunderschön, wie sie da am Berg liegt – eine ruhige, schlichte Schönheit ausstrahlt. Als Filmzuschauer vergisst man, das man sich hier nur in einer Filmwelt befindet, so wirklich und real ist das alles.
Die Schauspieler:
Frodo = Elijah Wood
Sam = Sean Astin
Aragorn = Viggo Mortensen
Gandalf = Ian McKellen
Legolas = Orlando Bloom
Gimli = John Rys-Davis
Das sind jetzt wirklich nur ein paar der Namen die im Film auftauchen – alle wichtigen Personen hier aufzählen zu wollen würde den Rahmen eines Berichts sprengen. Ich wollte euch damit eigentlich nur eines zeigen: es sind bekannte Namen genauso darunter wie unbekannte „Lichter“ die in HdR ihre erste Rolle bekamen …. Aber sie alle machen ihre Sache nicht nur gut, es ist überwältigend, wie sehr sie alle in ihre Rolle hineinzuwachsen scheinen. (na ja, eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, das die Dreharbeiten zu allen drei teilen über drei Jahre dauerten – dazu noch Vor- und Nachbearbeitungszeit). Da hat sich PJ bei der Auswahl der Charaktere wirklich größte Mühe geben, den richten Schauspieler für jede Rolle zu finden.
Natürlich begeistert mich nicht jeder gleich: Frodo z.B. habe ich anfangs mit etwas Skepsis betrachtet – in RdK hat er aber auch seinen schauspielerischen Höhepunkt erreicht und überzeugt mich vollkommen.
Legolas als kühler, unnahbarer Elb – ich verfalle da nicht in Teenyschwärmerei (sorry, ich will hier auch niemandem auf die Füße treten – jedem das seine!!!), aber ich gebe zu, seine Gesicht ist schon beeindruckend, besonders wenn sich da in manchen Szenen so ganz still und leise ein kleines Lächeln rein schleicht. Klasse!
Viggo Mortensen = Aragorn – ein echter Waldläufer und für mich auch ein echter König – obwohl die Entwicklung vom einen zum anderen im Film ein wenig kurz kommt (aber dafür kann Mr. Mortensen nichts, das ist Sache von PJ und vom Schnitt im Film – dazu später mehr).
Mein persönlicher Favorit: Sam – ich habe diese Rolle im Buch geliebt – und ich liebe sie im Film. Besonders die Gesichtsausdrücke – vom lachen bis hin zum Weinen … das ist Sam wie ich ihn mir vorgestellt habe!
Kommen wir jetzt aber mal zu etwas anderen, was hauptsächlich für den Buchleser interessant sein dürfte: Wie sind diese Bücher, die ja eigentlich als unverfilmbar galten denn überhaupt umgesetzt? Wie PJ selbst einmal sagte: Ich verfilme nicht das Buch „Der Herr der Ringe“ – sondern ich verfilme MEINE Vorstellung davon! Tcha – eigentlich logisch, das die Vorstellung von PJ nicht immer mit den Vorstellungen der Buchleser übereinstimmt. Er hat sich die Freiheit von Änderungen herausgenommen, auch im dritten Teil (RdK). Vieles kann ich nachvollziehen, weil es einfach im Interesse des Films ist. Manche Personen, die ich im Buch sehr gern mochte hat er herausgeschnitten, weil sie für den Filmablauf einfach unwichtig sind! Einige Szenen hat er stark abgeändert, weil sie so im Film einfach für mehr Spannung sorgen. Einiges hat er hinzugedichtet bzw. stark erweitert: ich denke da mal an Arwen, eine Elbenprinzessin, die Aragorn liebt. Im Buch in einigen Sätzen erwähnt, nimmt sie im Film einen ganz anderen Stellenwert ein. Einen Stellenwert, den viele PJ übernehmen, ich vermag das eigentlich nicht – PJ hat diese Liebesgeschichte schön und gefühlvoll umgesetzt, sie passt in die Atmosphäre des Films – und so kann ich gut damit umgehen.
Ich weiß, dass viele Fans die Filme sehen und nach Änderungen zum Buch suchen – um sich drüber aufzuregen! Auf der einen Seite verstehe ich das – auch ich bedauere, das ich im Film die einen oder andere Szene nicht so vorfinde wie im Buch – aber ich habe mir von Anfang an gesagt: Buch ist Buch – Film ist Film! Es ist PJ´s Herr der Ringe, den wir auf der Leinwand zu sehen kriegen! Er hat Mittelerde für uns zum Leben erweckt – und das hat er klasse gemacht!
Trotzdem – und das muss ich an dieser Stelle zugeben: ich habe an keinem Teil von HdR soviel zu mäkeln gehabt wie an RdK. Oh nein – der Film ist nicht schlecht – beileibe nicht! Er enthält wunderbare und vor allem auch sehr buchnahe Szenen! Allein wenn ich an die Schlussszene denke (die viele alle ein wenig kitschig empfinden … aber, DAS ist original Tolkien! Besser konnte PJ das nicht umsetzen!). Nun habe ich wohl den Fehler gemacht und gerade erst letzte Woche das Buch noch einmal zu Ende gelesen – es war mir also noch sehr deutlich vor Augen. Umso stärker sind mir die Änderungen und Weglassungen aufgefallen, die PJ in diesem Teil gemacht hat. Aber: NEIN, das MEISTE davon sind Kleinigkeiten – Kleinigkeiten, um die es mir zwar leid tut, die aber den Film nicht wirklich schlechter machen und mit denen ich spätestens nach dem dritten Mal sehen dann leben kann!
Etwas mehr liegt es mir da am Herzen, das ich gerade von meiner absoluten Lieblingsstelle aus dem Buch etwas enttäuscht bin (für die Buch- und Filmkenner unter euch: Kankras Lauer und die Szenen danach) – eine Stelle, die die meisten Filmseher sehr gut umgesetzt fanden. Und ja, ich gebe ihnen recht: die Stelle ist spannend und wenn man sich darauf einlässt auch recht gefühlvoll umgesetzt … ich kann mich da nur leider nicht fallenlassen, weil ich ständig MEIN Bild von dieser Szene vor Augen habe. Ich glaube, da liegt der Fehler nicht einmal so sehr in der Umsetzung von PJ – sondern einfach daran, dass ich diese Szene wirklich genauso haben wollte, wie ICH sie sehe! Und ich fühle mich wieder einmal bestätigt: Wenn man den Film wirklich genießen will, dann muss man sich von dem Buch lösen können – dann muss man sich einfach fallenlassen können in den Film…
Themenwechsel – Kinofassung = geschnittene Fassung! Leider ist es so, das auch RdK unter demselben Problem leidet wie die anderen HdR Filme auch: sie wurden fürs Kino zusammengekürzt! Nein, der Film ist mit seinen 190 Minuten nun wirklich nicht kurz zu nennen – aber man bedenke, die ursprüngliche Fassung von PJ hatte eine Länge von über 240 Minuten! Dann kann man sich vorstellen, dass hier doch einiges fehlen muss. Leider sind dabei einige Szenen der Schere zum Opfer gefallen, die ich persönlich nicht nur gern gesehen hätte – sondern die ich einfach für zu wichtig halte, als das man einfach auf sie verzichten kann (wieder mal für die Buchkenner: ich denke hier besonders an die Häuser der Heilung!). So enthält der Film einige unschöne Brüche, die ich als Buchleser zwar ausfüllen kann – aber das ist ja eigentlich nicht der Sinn eines Filmes.
Auch sonst kommt der ganze Film ziemlich gehetzt rüber – man merkt einfach die Sprünge in der Handlung zu sehr – manchmal, besonders an so richtig traurigen Szenen ging es mir so, das ich das Gefühl hatte: Jetzt möchtest du mal richtig drüber heulen – aber dazu bin ich eigentlich gar nicht gekommen – denn …. Schwupps … schon waren wir in einer ganz anderen Szene. Das ist ein bisschen schade, finde ich – und hoffe einfach mal auf die erweiterte Kinofassung, die irgendwann Ende nächsten Jahres als DVD zu erhalten sein wird!
Ich weiß, eigentlich sollte ich jetzt langsam zum Ende kommen, aber ein paar winzige Worte möchte ich schon noch zum Soundtrack verlieren, denn der ist einfach wieder klasse. Was Howard Shore da wieder geschaffen hat kann durchaus mit Werken großer Komponisten wie Beethoven konkurrieren. Die Musik unterstützt die Handlung in jeder einzelnen Szene – besonders gelungen finde ich auch die von den Darstellern gesungenen kurzen Lieder: Pippin in Minas Tirith (und dann die Filmblende zum Kampf … das ist Gänsehautfeeling!) – aber auch das „Gebrumme“ von Aragorn am Schluss ( **gg** hört sich jetzt vielleicht ein wenig seltsam an – klingt aber wirklich klasse!) Und dann natürlich das Schlußlied „Into the West“ gesungen von Annie Lennox. Seltsam – als ich dieses Lied auf CD gehört habe, dachte ich nur: Was soll das denn? Das gefällt dir aber nicht! … und dann im Kino: der Abspann mit den Bleistiftzeichnungen von Darstellern und Handlungsorten im Hintergrund – und darüber dieses Lied … da fehlen mir doch glatt die Worte … es passt einfach!
Keine Angst, ich komme jetzt wirklich zum Schluss, obwohl ich sicher noch seitenweise Weiterschreiben könnte, so viele Gedanken und Gefühle habe ich zu diesem Film –andererseits wurde über diesen Film schon Bücher geschrieben – und die würde hier ja wohl doch den Rahmen sprengen. Ich denke, eines konnte ich in diesem Bericht trotzdem gut rüberbringen: Ich bin begeistert von dem Film – auch wenn ich dabei einige kleinere Abstriche machen muss!
Meine Wertung ist eine 2++ so, wie der Film jetzt in den Kinos läuft. Ich denke, mit der erweiterten DVD Version wird sich das dann zu einer klaren 1 auswachsen!
@ Prisca – Dezember 2003 – ich schreibe bei Ciao, Dooyoo und Yopi weiterlesen schließen -
Mega-eindrucksvoll & grandios: Film-Meisterwerk mit Mängeln
Pro:
mega-eindrucksvoll und grandios, spannend, unterhaltsam, humorvoll, tolle Musik und Effekte
Kontra:
so vieles fehlt - nicht nur im Film selbst, sondern auch gegenüber dem Buch
Empfehlung:
Ja
Dieser lang erwartete Film hat mich sowohl begeistert als auch tierisch geärgert. Denn ich weiß zuviel: vor allem über das, was in der Kinofassung nicht gezeigt wird. Ich weiß das nicht nur - wie viele andere - aus dem Internet, sondern auch aus den bereits darüber veröffentlichten vier Büchern.
Filminfos
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O-Titel: The Lord of the Rings: The Return of the King (USA/NZ 2003)
FSK: ab 12
Länge: 201 Min.
Regisseur: Peter Jackson u.a. (auch Andy Serkis!)
Drehbuch: Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Bpyens
Musik: Howard Shore
Kamera: Andrew Lesnie u.a.
Darsteller: Elijah Wood, Sean Astin, Viggo Mortensen, Orlando Bloom, Liv Tyler, Cate Blanchett, Hugo Weaving, Ian McKellen, John Rhys-Davies, John Noble, Miranda Otto, David Wenham, Bernard Hill u.a.
Handlung
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Das Heer Sarumans, das Helms Klamm erobern wollte, ist geschlagen, und sogar Isengart selbst wurde zerstört. Die Getreuen um Gandalf sehen es mit Genugtuung: Die Ents haben ganze Arbeit geleistet. Was aus Saruman und Schlangenzunge wurde, erfahren wir nicht - die Szene wurde zwar gedreht, aber gekürzt. Aber anscheinend befindet sich der Zauberer in Baumbarts Obhut. Zeit also, weiterzuziehen und in Edoras einen draufzumachen.
Doch weil der vorwitzige Pippin den Feind mit Hilfe eines der Sehenden Steine informiert und alarmiert, muss Gandalf pronto nach Minas Tirith, um in Gondor nach dem Rechten zu sehen: Denn dort wird Sauron als erstes zuschlagen. Vor seiner Abreise drängt er jedoch König Théoden, Gondor mit seinen Rohirrim zu Hilfe zu eilen. Der denkt aber im Traum nicht daran, da er ja von Gondor im Stich gelassen (die Westfold!) und zudem gerade selbst eine Schlacht erfolgreich geschlagen hat.
In Minas Tirith stehen die Dinge nicht zum Besten, wie Gandalf und Pippin bald erkennen müssen. Der Statthalter der Könige, Truchsess Denethor (John Noble), denkt gar nicht daran, einem dahergelaufenen, abgerissenen Waldläufer, der Anspruch auf den Königsthron erhebt, die Machtstellung dieses uralten Reiches zu überlassen. Doch um die Festung zu verteidigen, opfert er gerne seinen einzigen, ihm nach Borormirs Tod noch verbliebenen Sohn, Faramir (Wenham).
Osgiliath, die alte Stadt im Strom Anduin, ist den Orks und Uruk-hai, in die Hände gefallen, nachdem angreifende Nazgul auf ihren Flugbestien die Menschen in Angst und Schrecken versetzt haben. Wie Stukas fallen sie auch über die nach Minas Tirith Fliehenden her, bevor Gandalf sie mit seinem Zauberstab und dem Licht Anors vertreiben kann. Doch das ist nur die Vorhut Saurons, und schon bald ist Minas Tirith eingeschlossen und belagert.
Ganald und Pippin entzünden das Leuchtfeuer, das die Hilfe Rohans herbeirufen soll. Das Signal wird über die gesamte Bergkette des Weißen Gebirges gen Westen weitergegeben, bis man es auch in Edoras erblickt: Es ist ausgerechnet Aragorn, der Théoden diese Nachricht bringt und ihn um Beistand für sein eigenes Königreich bittet. Théoden macht einen George-Lucas-Stunt um 180 Grad und befiehlt seinem Heer, auszurücken und nach Minas Tirith zu reiten: Es sind drei Tagesritte vom Sammelpunkt Dunharg aus. Frau Eowyn und Merry sollen zwar daheim bleiben, schaffen es aber irgendwie, unerkannt mitzureiten. Werden sie rechtzeitig eintreffen, um die Festung zu retten?
Aber die zahl der Rohirrim wird nicht ausreichen. Nachdem Aragorn von Elrond das wiederhergestellte Schwert Elendils, das jetzt "Flamme des Westes" (Andúril statt Narsil) heißt, erhalten hat, reitet er mit Legolas und Gimli in die Unterwelt, um dort wie Odysseus Hilfe zu suchen. Anders als der Ithaker jedoch sucht er nicht Rat, sondern den beistand der Untoten, die vor 3400 Jahren seinem Vorfahren die Lehnstreue versagt hatten und dafür den Tod im Leben erdulden müssen. Als Lohn für ihre Gefolgschaft verspricht ihnen Aragorn Erlösung von ihrem Fluch und endlich Seelenfrieden. (Die Reise zum Stein von Erech sowie der Angriff auf die Piratenschiffe aus Umbar werden nicht gezeigt. Daher kommt Aragorn Auftauchen auf dem Schlachtfeld umso überraschender.)
Der wichtigste Handlungsstrang betrifft wohl die gefahrvolle Reise von Frodo und Sam. Denn alle Siege wären nutzlos, wenn dem Feind der Eine Ring in die Hand fiele. Ihr Führer Gollum/Sméagol, den der Prolog gezeigt hat, offenbart nun seine ganze Heimtücke. Erst bringt er die Freunde Frodo und Sam auseinander, weil er Frodos Misstrauen, das ihm der Ring einflößt, nach Kräften schürt. Als Folge eines vermeintlichen verrats schickt Frodo Sam nach Hause. Nun hofft Gollum, dass die Riesenspinne Kankra, die in den bergen hinter Minas Morgul haust, sich Frodo schnappt und er, Gollum, den Einen Ring zurückerobern kann. Gollums Plans scheint aufzugehen.
Mein Eindruck von der Kinofassung
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**Die Effekte
Wurden für den 1. Teil nur 400 Effektaufnahmen angefertigt, waren es im 2. Teil schon an die 800. Für "Die Rückkehr des Königs", den strahlenden Höhepunkt der Trilogie, müssen wohl mindestens 2000 Effektaufnahmen angefertigt worden, denn die Panoramen und Kampfszenen, die dem Zuschauer geboten werden, sind ebenso atemberaubend wie zahlreich. Im Vergleich zu dieser dreistündigen Material-Schlacht nehmen sich die ersten beiden Teile nur wie harmlose Vorgeplänkel aus. Und das ist nur die gekürzte Kinofassung. Die Extended-Fassung auf der DVD, die in einem Jahr auf den Markt kommt, dürfte noch wesentlich mehr solche Aufnahmen vorweisen. (Mehr dazu unter "Was fehlt".)
Absolute Höhepunkte gibt es im Dutzend billiger. Natürlich ist die zentrale Schlacht auf den Pelennor-Feldern vor Minas Tirith gespickt mit solchen Szenen, und auch die finale Apokalypse, die Mordor erleidet, sorgt für etliche offenstehende Münder.
Doch es sind vielleicht die kleinen Vignetten, die am meisten für Begeisterung sorgen. Da ist zum Beispiel jene Szene, in der Legolas im Alleingang einen der riesigen Olifanten der Haradrim (Südländer) in die Knie zwingt und besiegt - dafür gab es Szenenapplaus, obwohl doch schon der Kampf gegen den Höhlentroll in Teil 1 die Vorlage geliefert hatte. Trolle und Warge dringen in das siebenstufige Minas Tirith ein und verbreiten Angst und Schrecken.
Nazgul stoßen mit ihren Flugbestien diesmal durchdringend schrille Schreie aus, dass sich sogar der Zuschauer die Ohren zuhalten muss, aus Furcht, auf der Stelle taub zu werden. Das kann einem glatt das Blut erstarren lassen. (Ein Mädchen im Nachbarsitz versteckte sich unter ihrem Umhang und kuschelte sich an ihren Freund.)
Ganz besonders hart aber wurde es, als Frodo, Sam und Gollum in den Schicksalsklüfen des Mordor-Vulkans stehen und es darum geht, den Einen Ring zu vernichten. Allerdings sorgen hier sowohl Frodo als auch Gollum für Überraschungen. Denn der Eine Ring treibt ja beide in den kompletten Wahnsinn. Im Kampf beißt Gollum dem unsichtbaren Frodo den Finger ab, um an seinen "Schatzzzz" zu gelangen. Beim Angesicht dieses blutigen Fingerstumpfes wandte sich meine Sitznachbarin mit Stöhnen und Grausen ab. Peter Jackson hätte sich ob dieser Wirkung seiner Bilder gefreut.
**Das Grundthema
Die Reiter von Rohan bekommen von ihrem König vor dem Angriff auf das Heer Saurons die Parole ausgegeben: Sie lautet schlicht und ergreifend "Tod!" Das deutet bereits auf das zentrale Thema dieses Kriegsfilms hin: Tod und Erneuerung. Szene um Szene wird das Thema verarbeitet und immer neue Antworten auf die alte Frage geliefert, der sich einst Tolkien selbst auf den Schlachtfeldern Frankreichs gegenübersah: Wofür kämpfen wir überhaupt? Und wenn wir schon sterben müssen, gibt es dann ein Danach, für das es sich zu sterben lohnt und das wir nicht fürchten müssen?
Tolkien liefert Antworten, und Jacksons Drehbuchschreiber sind so rücksichtsvoll, sie fast alle werkgetreu in überzeugende Szenen umzusetzen. Wenn Rohans König stirbt, dann mit Würde und Genugtuung: Rohan hat seine Treuepflicht erfüllt. Wenn der König der Totengeister aus seinem Eid entlassen wird, um endlich "sterben" zu können, dann mit Erleichterung: Er und seine Heer haben ihre Treuepflicht endlich, nach 3400 Jahren (so lange dauert das 3. Zeitalter bereits), erfüllt.
Auch Gandalf hat Antworten zu liefern: Pippin fragt ihn ganz direkt nach dem Jenseits und ob er den Tod fürchten müsse. Gandalf beschreibt Valinor in sehr einfachen Worten. Und wenn die Elben Bilbo und Frodo am Schluss dorthin mitnehmen, wissen ihre Hobbitgefährten, dass es keinen Grund für Furcht gibt, denn dort liegt das Paradies. [Dieses Versprechen erhalten allerdings auch die Kämpfer des Heiligen Krieges Dschihad, die Al-Kaida, Hammas und wie sie alle heißen losschicken.]
**Die Darsteller
Alle Rollen, die wir bislang aus den ersten beiden Teilen kennen, sind nun stark reduziert: Sie sind lediglich Akteure, um die Story voranzutreiben. Und es gibt kaum noch Dialogszenen für sie. Ausnahmen bilden die Konfrontation mit der neuen Figur des Denethor sowie Aragorns Eintreffen in der Stadt der Toten. Selbst Miranda Otto hat nur einen kurzen, wenn auch entscheidenden Auftritt im Zweikampf mit dem Fürsten der Nazgul. Sie sieht dann einfach toll aus.
Am besten und überzeugendsten agieren wieder die Hobbits. Pippin fällt eine einigermaßen wichtige Rolle in Minas Tirith zu, und Frodo findet zu seiner endgültigen Jesus-mäßigen Bestimmung: Er erkennt, dass er seine Mission nicht überleben wird. Dennoch schleppt er sich weiter, oder er wird sogar von Sam getragen (das treibt ihm stets die Tränen in die Augen, sagte Wood im Interview).
Höchst interessant ist die Wandlung der Gollumfigur. Errang er mit der berühmten Shizophrenie-Szene in Teil 2 unser Verständnis und Mitgefühl, so erleben wir nun mit einigem Grausen, wie die böse Gollum-Seite die Oberhand gewonnen hat. In der Mordszene, in der Sméagol in den Besitz des Ringes gelangte, begann der Niedergang dieses Wesens. Erst als Gollum/Sméagol wieder in den Besitz seines Schatzes gelangt ist, ist er vollkommen glücklich. Leider dauert sein höchstes Glück nur etwa zwei oder drei Sekunden. Und darin offenbart sich eben der Verrat, den der Eine Ring, das Symbol höchster Macht, an jedem begeht, der ihn nicht "rechtmäßig" trägt.
**Die Musik
Howard Shore hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Egal, welcher Art Intonierung die jeweilige Szene gerade erfordert, er liefert stets die entsprechende musikalische Untermalung dazu. Geschickt weiß er die in den beiden ersten Teilen eingeführten Leitmotive wiederzuverwenden und abzuwandeln, so etwa das Auenland/Hobbit-Thema, das nun reichlich tragisch-traurig klingt. Solche leisen Töne gehen beinahe unter in dem Schlachtenbombast, den er beim Angriff Rohans auf Saurons Heere entfesselt.
Von besonderer Bedeutung waren bislang stets die Abspannlieder. Sie stellen eigenständige Kunstwerke dar. In Teil 1 war es Enya mit "May it be", in Teil 2 Emiliana Torrini mit "Gollum's Song", die mit ihrem Lied der bedeutung dieser neuen Hauptfigur Rechnung trug. Den dritten Teil beschließt Annie Lennox mit ihrem schönen Lied "Into the West".
Ich fand diesen Song, wiewohl ein wenig leise, so doch sehr passend zur vorletzten Szene des Films: Die Elben, der Maia-Zauberer Gandalf und zwei Hobbits - Bilbo und Frodo - segeln mit dem letzten Elbenschiff von den Grauen Anfurten ab, um die Gestade Mittelerdes hinter sich zu lassen. Sie segeln nach Valinor, in die Unsterblichen Lande.
**Was fehlt: Quellen für Ärger und Verwunderung
Wo ist Saruman abgeblieben? Man wundert sich, reibt sich die Augen - und kann Christopher Lee ganz und gar verstehen. So sang- und klanglos ging noch selten eine Hauptfigur unter. Das ist schon keine "Bauenopfer" mehr zu nennen - um den raschen Fortgang der Handlung zu gewährleisten -, sondern Raubbau.
Auch König Théodens Figur liefert Anlass zu Ärger und Verwunderung. Noch eben war ein standfester Gegner Gondors, eine halbe Stunde später befiehlt er seinen Mannen, Gondor zu Hilfe zu eilen, und am Schluss meint er zufrieden und erleichtert: "Nun kann ich mit Würde [oder etwas Ähnlichem] zu meinen Vätern gehen." Das nenne ich einen George-Lucas-Stunt. Der Regisseur hatte auch behauptet, er würde nie wieder einen Star-Wars-Film drehen - nun macht er deren drei, nämlich die ersten drei Episoden der Saga. (Episode III soll 2005 fertig sein.)
Aragorn verschwindet mit Legolas und Gimli im Dwimmorberg, wo sich die Stadt der Toten bzw. Untoten befindet. Ich habe etliche Bilder gesehen und Zitate gelesen, in denen es vor Totenschädeln wimmelt. Davon ist kaum etwas zu sehen. Vor dem Eintritt hält Aragorn eine rede, doch in der Kinofassung sagt er nur mannhaft: "Ich fürchte den Tod nicht." Sprach's und verschwand im Berg.
Auch seine weitere Reise mit dem Heer der Toten bleibt völlig im Dunkeln. Die Hintergründe der ganzen Aktion blieben im Dunkeln, würde uns nicht ausgerechnet Legolas, der Waldelb, aufklären. Warum er und nicht Aragorn, der doch Gondors Geschichte viel besser kennen müsste? Dass Aragorn mehrtätiger Heeresritt vom Dwimmorberg zum Anduin, seine Gefechte mit den Piraten und die Weiterfahrt den Anduin hinauf nach Minas Tirith nicht dargstellt werden, kann man verstehen: Das wäre zu teuer geworden und hätte nichts Wesentliches zur Story beigetragen.
Von allen Handlungssträngen musste wohl die Frodo-Sam-Gollum-Story die wenigsten Kürzungen hinnehmen, und das sorgt für tiefe Befriedigung beim Zuschauer. Denn wenn diese Story nicht klappt, dann der Rest auch nicht - der erschiene dann reichlich witzlos. Aber nein: Diese drei Schicksalsgenossen sorgen für hohe Spannung. Darunter nimmt die Auseinandersetzung mit Kankra eine Sonderstellung ein. Selten hat man ein so überzeugend auftretendes Monster derart agil in Aktion gesehen. Kankra ist der neuseelandischen Tunnelwebspinnen nachgebildet. Kein Wunder, dass sie so realistisch wirkt.
Es gibt auch am Schuplatz Minas Tirith einiges, das durch Abwesenheit glänzt. Die häufig im Internet zu findende Szene, in der Gandalf dem Früsten der Nazgul gegenübertritt, fehlt in der Kinofassung. Das fand ich ziemlich schade. Daher bleibt die einzige direkte Auseinandersetzung mit diesem Hexenkönig von Angmar jene Eowyns und Merrys auf der Walstatt. Und wie schon in Teil 2 mit dem "Marsch der Ents" gibt es auch diesmal einen deutlichen Hinweis auf Shakespeares Drama "Macbeth", von dem der jugendliche Tolkien bekanntlich maßlos enttäuscht war - in England eine geradezu ketzerische Haltung. Sein "Herr der Ringe" ist nicht zuletzt sein Versuch, es besser zu machen als Shakespeare. Über seinen Erfolg ließe sich trefflich streiten. (Auf der Extended-DVD zu Teil 2 weist der Gelehrte Tom Shippey direkt und leicht amüsiert darauf hin.)
Die stärkste Abweichung vom Buch besteht sicher im Fehlen des Kampfes im Auenland, den die Hobbits gegen Saruman und dessen Raufbolde bestehen müssen und der in der Schlacht um Wasserau gipfelt. Denn dieser Kampf zeigt, dass auch das idyllische Auenland nicht außerhalb der Welt liegt, sondern, wenn es unsere Heimat wäre, sie genauso anfällig für Angriffe und ebenso heftig zu verteidigen wäre. So aber endet der Film mit einer geradezu sprach-losen, um nicht zu sagen hilf-losen Szene, in der Sam Gamdschie zu seiner Frau und seinen zwei (von später sechs) Töchtern zurückkehrt. "Doch der erste Selbstmordattentäter ist bereits auf dem Weg ins Auenland", schrieb ein Journalist in der "Süddeutschen Zeitung". Dem kann ich mich nur anschließen.
Unterm Strich
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Der Abschluss der Trilogie ist ein Höhepunkt des Filmschaffens in diesem Jahr und im Werk Peter Jacksons sowieso. Es ist schwierig, sich einen grandioseren Fantasy- oder Kriegsfilm vorzustellen, der den Zuschauer auf gleiche Weise ergreift, fesselt und zu Tränen rührt. Der Eintrittspreis an der Kinokasse ist zumindest hundertprozentig gerechtfertigt.
Als jemand, der zuviel weiß, bin ich aber nicht zufrieden, was mir hier bislang geboten wird. Ich weiß ja, dass Dutzende von Szenen fehlen, die woanders schon zu sehen waren oder angedeutet wurden. Die Logiklöcher, die die Kürzungen (vergleiche dazu die Normal-DVD von "Die zwei Türme") aufreißen, verwundern nicht nur, sie ärgern nun auch. Gottseidank treten sie fast alle in der ersten Filmhälfte vor der Pause auf, so dass die zweite Hälfte praktisch uneingeschränktes Vergnügen bereitet.
Hinweis zum Kinoerlebnis:
Extrem wichtig ist ein guter Sound der Kinoanlage. Wenn die Nazgul kreischen, Mordor untergeht oder Rohan angreift, muss der Zuschauer mitten ins Geschehen transportiert werden, und das gelingt eben in erster Linie mit dem Sound. Hier kommen Dolby Digital, DTS und THX voll zur Geltung.
Auch die breite Leinwand ist hilfreich, um die Schlachtenpanoramen, die Jackson hier massiert ausbreitet, voll zur Geltung kommen zu lassen. Später, auf einem 16:9-Fernseher, mögen sie zwar auch noch gut dargestellt werden, aber die Frage ist eher, wer schon so ein TV-Gerät besitzt. Meistens schneidet ja die 4:3-Darstellung eine Menge Bild links und rechts weg. Wenn es also einen Film gibt, der als Weihnachtsgeschenk einen 16:9-Fernseher rechtfertigt, so dürfte es unter anderem "Die Rückkehr des Königs" auf der DVD sein.
Michael Matzer (c) 2003ff weiterlesen schließen
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