Pro:
Schauspieler, Handlung, \"das gute Alte\"
Kontra:
für eine DVD zu wenig Material
Empfehlung:
Ja
• Vorwort
"Hallo..., hier ist Edgar Wallace"
Oh wer kennt sie nicht, diese unheimliche, gar mystische Stimme aus dem Verborgenen, mit denen sich dieser Exzellente Schriftsteller schon vor über 40 Jahren zu Beginn eines jeden seiner Filme vorstellte: „Hallo, hier ist Edgar, Edgar Wallace.“ (Er sagte es schon vor James Bond in dieser Form...)
Und auch heute noch haben diese Krimis der Extraklasse für mich nicht an ihren Reiz verloren. Selbst, oder gerade deshalb, weil die Krimis der ersten Stunde immer noch in schwarz weiß zu sehen sind.
Nun möchte ich euch einen dieser nach meinem Geschmack besten „Straßenfeger“ versuchen, etwas näher zu bringen bzw. was an dieser DVD so besonderes ist.
• Der Krimistoff und die Besetzung
Edgar Wallace selbst hatte sein ursprüngliches Theaterstück „Der Hexer“ sehr schnell in einen Roman umgeschrieben, woraus das Material von insgesamt 6 Hexer Versionen entstanden. 4 Versionen davon erschienen in den sechziger Jahren in reiner Englischen Fassung, eine in einer deutsch-/österreichischen Koproduktion und die sechste Version verfasste Horst Wendtlands, welche auch die weltweit Berühmteste wurde. So nahm sich Drehbuchautor Herbert Reinecker das Material vor und verpasste diesem fenomenalen Krimi einen etwas moderneren Schliff. Nicht zuletzt durch die perfekt umgesetzte Rolle durch Eddie Arent erhält der Film eine gesunde Portion an Humor und Witz.
Neben Schauspielern wie Klaus Kinski leistete sich der eigentliche Autor Horst Wendland für die damalige Zeit zwei außerordentliche Stardarsteller. Mit Joachim Fuchsberger, der damals schon als Quiz- und Showmaster zu Ruhm gekommen war, glänzte Heinz Drache als Kommissar vom anderen Kontinent. Da eigentlich Inspektor in Australien, er nur als Besucher der „schönsten Stadt der Welt“ (O-Ton von Scotland Yard) verweilte. Heinz Drache verkörperte bereits zu dieser Zeit die gute Seite in Kinohits wie „Der Zinker“ oder „Das indische Tuch“, welcher ebenfalls aus der Feder von Edgar Wallace stammte.
• Was ist denn nun der Hexer?
Der Hexer bekam seinen Namen durch sein mehr unsichtbares Auftreten als Rächer zwischen Gut und Böse. Einst selbst als reiner Verbrecher zu Ruhm gelangt, verschrieb sich der Hexer als eine Art Robin Hood, der unschuldigen zu helfen vermochte und so gegen Böse antrat. Wobei ich erwähnen sollte, dass „die Bösen“ meistens umgebracht wurden. Da der Hexer als Mörder logischer Weise gesucht wurde, verstand er sich perfekt zu tarnen und sich durch hervorragende Inszenierungen stets durch den Zugriff durch Scotland Yard zu erwehren. Auf gut deutsch gesagt, man hat ihn nie erwischt. Er war immer schneller als die Polizei, was den Kriminologen mit der Zeit dann doch Kopfzerbrechen verursachte.
• In diesem Film / Story
Zur Story verhalte ich mich jetzt ganz bewusst als Diplomat, um niemanden hier die eventuell aufkommende Spannung zu nehmen werde ich einen Teufel tun und euch alles bis ins letzte Detail erzählen.
Die Sekretärin eines Rechtsanwaltes in London kommt ihrem Chef auf die Schliche, das dieser mit einer Art Syndikat den Machenschaften eines Mädchenhandels verstrickt ist.
Diese Sekretärin wird daraufhin von dem Syndikat eiskalt ermordet, da man lästige Zeugen ja nun gar nicht gebrauchen kann.
Das Fatale an diesem Mordfall ist jedoch, das der Bruder der ermordeten Frau von dem Tod seiner Schwester erfährt und nun auf Rache sinnt. Der Bruder ist rein zufällig „der Hexer“.
Jedes mal, wenn der Hexer eines seiner Opfer erledigt hat, ist es eine Art Handschrift, dass er seine Visitenkarte am Tatort zurück lässt. Die Restlichen Anhänger dieses Syndikates werden zunehmend nervöser, als sie merken, dass sich der Hexer ein Mitglied nach dem anderen „holt“. Parallel zu seinem Rachefeldzug legt er die Polizei indes mit immer neuen und immer raffinierteren Tricks herein, um so die Ermittler durch falsch gelegte Spuren in die Sackgasse zu führen. Als der Hexer eines Tages auch das letzte „seiner“ Opfer gelyncht hat, will er in einem großen Show-down seine Identität preisgeben...
Ob er es tut...? Nun, dazu müsst ihr euch diese DVD/Film schon selber ansehen. Die Leser aus meiner Generation sollten aber diesen Film sicherlich kennen und wissen, von welcher Spannung ich in diesem Film rede. Alle die der jüngeren Generation angehören kann ich nur empfehlen, kauft euch eine große Tüte Chips, ein paar Salzstangen, macht kleines Licht im Wohnzimmer an, vielleicht ein paar Kerzen und zieht euch diesen wirklich spitzen Krimi in aller Ruhe rein.
• Warum eine DVD?
Nun, da ich als Fan der alten Wallace Filme solche guten Schätze auch noch in dreißig Jahren sehen möchte, bietet sich bis zum heutigen Stand der Technik nur eine DVD an. Es gibt zwar alle Edgar Wallace Filme auf den üblichen Videokassetten zu kaufen, doch wie die Filmqualität nach mehrmaligen Abspielen inklusiver jahrelanger Verwahrung aussieht, kann sich jeder wohl vorstellen. Mittlerweile kommt auch ein wenig Schwung in diese Krimireihe, wenn man es überhaupt als Reihe bezeichnen kann, schließlich bildet jeder Film eine für sich geschlossene Handlung dar. Ich nenne sie aber einmal so, da sie alle von einem Autor stammen. Ich habe heraus gefunden, das es bis jetzt insgesamt 4 dieser tollen Krimis auf DVD zu kaufen gibt.
„Der Hexer“, sowie „Neues vom Hexer“ habe ich mehr durch Zufall beim Weltbildverlag für magere 9,99 Euro das Stück erworben. Ein wirkliches Schnäppchen. Jedoch nur im Onlineshop, da der Laden bei uns in der Stadt ihn nie vorrätig hatte.
Jetzt bin ich noch hinter den zwei anderen Erscheinungen her. Einmal „Der schwarze Abt“ sowie „Der Hund von Blackwood Castle“, die ich unbedingt mein eigen nennen will.
• Diese DVD
Klar, man darf auf dieser DVD nichts Außergewöhnliches erwarten. Zum eigentlichen Film gesellt sich der original Trailer, eine Fotogalerie sowie eine Starinfo über Edgar Wallace in Form einer Texttafel. Der Film kommt dafür im Original Kinoformat vor und ist in schwarz weiß. Und genau das ist das Original!
Für alle Techniker sei interessant, dass es nur ein Mono Tonformat gibt.
Klar, damals kannte man Dolby & Co. einfach noch nicht und die Welt war sowieso in Ordnung. ;-)
Die Spielzeit des Films beträgt 81 Minuten und als Sprache steht Deutsch zur Verfügung.
Zu meinem Erstaunen gibt es ja sogar eine Altersbeschränkung von FSK 16 Jahren.
Ich staune...
• Mein klares Fazit
Ein Krimi der Superlative, weil man früher Filme noch mit einfachsten Mitteln herstellte und damit Millionen Zuschauer in einen wahren Bann zog.
Für alle Edgar Wallace Fans sowieso ein absolutes Muss. Selbst für diejenigen, die diesen Film bereits als Videotape vorliegen haben, sichert man sich mit dieser DVD das kostbare Material für Jahrzehnte in seinem Archiv. Und da der Preis von knappen 10 Euro nun wirklich keinen in den Ruin treibt, kann ich jeden das Teil nur empfehlen.
In diesem Sinne
Euer Micha
Remscheid, 10.09.04
© Michael-at-Home für Yopi & Ciao
(Bereits 2003 auf Ciao veröffentlicht...) weiterlesen schließen
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