Pro:
lustig, speziell für Kinder, recht gute DVD-Ausstattung
Kontra:
teure DVD, nur für 6-8jährige empfehlenswert
Empfehlung:
Ja
Die Story:
(Kinderfilm, daher Inhaltsangabe für Eltern, einschließlich Schluss! – Wer keinen Spoiler will, sollte erst unter der nächsten Leerzeile weiterlesen.)
Die preisgekrönte Milchkuh Maggie muss ihren Hof verlassen, nachdem ihr Besitzer von Viehdieben ruiniert wurde und seine Farm versteigern muss. Doch Maggie scheint Glück zu haben: Sie landet auf der Farm „Patch of Heaven“, wo die Besitzerin Pearl glücklich gemeinsam mit ihren Tieren lebt.
Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer: Auch Pearl ist verschuldet, ihre Farm soll versteigert werden, wenn sie nicht innerhalb von drei Tagen 750 Dollar zurückzahlt. Ihren Tieren droht die Schlachtbank.
Maggie zieht gemeinsam mit ihren Kuh-Kollegen, nämlich der alten Kuh-Dame Mrs. Calloway und der verträumten New Age-Kuh Grace, in die Stadt, zunächst nur, um einen Aufschub zu bewirken. Doch als das nicht klappt und das Pferd des Sheriffs, dem Möchtegern-Gangsterjäger Buck, ihnen nicht helfen will, erfahren sie, dass auf Almeda Slim, dem Viehdieb, der Maggies Heimatfarm ruiniert hat, ein Kopfgeld von just 750 Dollar ausgesetzt ist. Maggie überzeugt ihre Kolleginnen, den Viehdieb zu fangen und damit das Geld für die Rettung der Farm zu verdienen.
Buck macht währenddessen Karriere als Pferd eines berühmten Kopfgeldjägers, so dass er zum Konkurrenten der drei Kühe wird. Doch der Kopfgeldjäger wechselt Buck bald gegen ein besseres Pferd. Buck will ihm beweisen, dass er doch ein heldenhaftes Pferd ist und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Viehdieb.
Die Kühe finden zunächst heraus, dass sich der Viehdieb in einer Höhle versteckt hat und dort nicht nur das gestohlene Vieh verhökert, sondern noch viel weitreichendere Pläne hat: In Verkleidung kauft er sämtliche Farmen auf, die aufgrund seiner Überfälle Bankrott gehen. Damit will er in seinem Größenwahnsinn das ganze Land aufkaufen. Seine nächste Neuerwerbung soll Pearls Farm sein. Mehr noch: Er steckt mit dem Kopfgeldjäger unter einer Decke.
Als Buck alleine nicht mehr weiterkommt und noch dazu sein Idol in einen Gauner verwandelt sieht, macht er doch noch mit den Kühen gemeinsame Sache. Doch die Zeit wird knapp, der Viehdieb kann sie abhängen und ersteigert Pearls Farm. Doch im letzten Moment kommen Buck und die Kühe doch noch dazu, können den Viehdieb entlarven und die Belohnung einstreichen. Das Leben auf der Farm kann jetzt glücklich weitergehen, und sogar Maggie und Mrs. Calloway, die sich bisher immer angezickt haben, vertragen sich jetzt.
„Die Kühe sind los“ gehört zu den Filmen, die bei Disney noch im alten Stil produziert wurden. Das heißt: überwiegend gezeichnet (nur mit etwas Computerunterstützung bei den Hintergründen) – und mit einer relativ konventionellen Geschichte, wie man sie seit Jahrzehnten von Disney kennt.
Während mich der alte Zeichenstil und auch die zweidimensionalen Bilder überhaupt nicht stören (beides finde ich im Gegenteil zauberhaft, wenn es so hübsch gemacht ist wie hier), ist die konventionelle Geschichte heutzutage doch ein Problem: Seit Filmen wie „Monster AG“, „Ice Age“ und „Shrek“ ist man nun einmal mehr gewöhnt.
Was allerdings in diesem Zusammenhang positiv auffällt, ist, dass der Film eindeutig ein Kinderfilm ist, nicht ein Film, der vorwiegend auf ein erwachsenes Publikum abzielt, aber eben auch Kinder in die Kinos locken soll (wie das bei den meisten neuen Animationsfilmen von Pixar und Dreamworks der Fall ist). Kinder werden daher hier besser bedient, als in diesen anderen Filmen, wo sie doch häufig einen großen Teil der Gags nicht verstehen können. Außerdem ist der Film mit rund 75 Minuten auch kurz genug für Kinder, so dass ihre Aufmerksamkeitsspanne nicht überfordert wird.
Was die Kinder aus meinem Bekanntenkreis an diesem Film so lieben, sind die liebevollen Charakterzeichnungen der vielen Tiere – es sind viel mehr, als ich in meiner Zusammenfassung genannt habe, weil ich dort nur die aufgeführt habe, die für den Fortgang der Geschichte von Bedeutung sind. Auch zwischen den Hauptfiguren gibt es witzige Verwicklungen, etwa zwischen Maggie und Mrs. Calloway, die den reinsten Zickenkrieg aufführen. Und Buck, der Möchtegernheld, kam bei den Kindern immer riesig an.
Allerdings ist der Altersbereich, für den dieser Film geeignet ist, relativ klein. Ich würde sagen, ideal ist der Film zwischen 6 und 8, je nach Kind vielleicht auch noch bis 10 Jahre. Für kleinere Kinder ist die Handlung letztlich zu komplex, weil es eine ganze Reihe von Figuren gibt, die ein Geheimnis haben (der Kopfgeldjäger), sich verkleiden (der Viehdieb), ihre Einstellung ändern (Buck) oder sonst mehrdeutig sind. Ältere Kinder empfinden meiner Erfahrung nach die Handlung ebenso wie Erwachsene insgesamt als zu simpel, auch wenn sie immer noch über die Mehrzahl der Gags gerne lachen.
Beachtenswert sind bei diesem Film die Sprecherstimmen, die sowohl im englischsprachigen Original als auch in der deutschen Synchronisation teilweise hervorragend sind!
In der englischen Fassung möchte ich vor allem Judi Dench (in den letzten Jahren u.a. Queen Elizabeth in „Shakespeare in Love“, Mrs. Henderson „Mrs. Henderson Presents“ und Lady Catherine in „Stolz und Vorurteil“) als Kuh Mrs. Calloway, Roseanne als Maggie und Cuba Gooding Jr. als Buck hervorheben, die alle ihren Charakteren große Komik und Tiefe geben.
In der deutschen Fassung sind es – unverkennbar! – Hella von Sinnen als Maggie, Christiane Hörbinger als Mrs. Calloway und Marie Bäumer als Grace, die zwar teilweise ein wenig andere Assoziationen hervorrufen als die Originalstimmen, aber nichtsdestotrotz ebenso interessant und liebenswert sind.
Es lohnt sich auf jeden Fall, beide Fassungen anzuhören!
Der Film ist in Deutschland ohne Altersbeschränkungen freigegeben, aber wie ich schon oben angeführt habe, empfehle ich ihn nur zwischen 6 und maximal 10.
Die DVD-Ausstattung:
Die DVD beginnt (typisch Disney-DVDs) mit Trailern zu „Heffalump – Ein neuer Freund für Winnie Puuh“, „Die Unglaublichen“, „Alice im Wunderland Special Edition“, „Aladdin Trilogie“, „Bambi Special Edition“ und „Disneyland Resort Paris“, die sich aber problemlos abbrechen lassen.
Danach wird das Menü durch eine Art Sketch, passend zum Film, eingeleitet, der sich aber ebenfalls überspringen lässt.
Der Film liegt auf der DVD in englischer Originalfassung sowie deutscher und türkischer Synchronfassung vor. Untertitel gibt es auf Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch, Türkisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.
„Extras“:
„Zusätzliche Szenen“:
Hier gibt es eine Einführung und vier Szenen (als Storyboardfilmchen oder in frühen Animationsstadien), die im endgültigen Film nicht mehr vorkommen und die man hier einzeln oder komplett abspielen kann. Interessant sind die Erläuterungen in der Einführung und vor den einzelnen Szenen, die – allgemeinverständlich, also für Normalpublikum erklärt – auf die dramaturgischen Gründe eingehen, warum die Filme geplant waren und warum sie es doch nicht in den endgültigen Film geschafft haben.
Schön daran ist, dass die Sprecher (das Drehbuch- und Regieteam Will Finn und John Sanford) sogar synchronisiert sind. Ebenfalls synchronisiert sind die Szenen mit Ausnahme des Lieds (in der Szenen „Helden, Schufte und Kühe“).
„Musik und mehr“:
Hier gibt es das Musikvideo zur Filmmusik „Anytime you need a friend“. – Ganz hübsch anzusehen, aber da es nicht die Art von Musik ist, die ich mir ohne den Film ansehen würde, ist das kein Feature, auf das ich allzu großen Wert lege.
„Spiele & Aktivitäten“:
„Witze-Weide“:
„Einen Witz anhören“: Hier gibt es jede Menge einzeln aufzurufende Tierwitze, die allerdings fast alle extrem platt und blöd sind.
„Eine Herde von Witzen“: Hier gibt es die ganzen Witze aus dem vorherigen Menüpunkt in Folge. Leider auch nicht besser ...
„Erzähle deinen eigenen Witz“: Hier kann man sich Lacher (auf den eigenen Witz hin oder auch nicht) einspielen lassen. Naja, wer’s nötig hat ...
„Jodel-Fieber!“:
„Jodel-Memory“: Das ist eine Variation des bekannten Spiels, bei dem man sich eine immer längere Folge von Farben und/oder Tönen merken und dann nachdrücken muss, nur dass es hier farbige Scheunentore und jodelnde Figuren/Tiere aus dem Film sind. Das eigentliche Spiel ist furchtbar einfach, nicht auch, sondern gerade für Kinder. Das Bonusspiel, das man spielen kann, wenn man das eigentliche Spiel durch hat, wird dann schwieriger, weil hier endlich auch Tiere mehrfach vorkommen können. Trotzdem: Es kommt immer wieder dasselbe, so dass man dieses Spiel maximal einmal durchspielt und dann nur noch gelangweilt ist.
Zitat aus dem Intro dieses Features: ,Du heiliger Kohlkopf, was lassen die sich als nächstes einfallen?’
„Jodel Leicht“: Hier wird erklärt, wie Jodeln eigentlich funktioniert. Ganz interessant, gerade für Kids.
„Backstage Disney“:
„Audio-Kommentar“:
Das ist der Kommentar von Produzentin Alice Dewey und dem Regie- und Autorenteam Will Finn und John Sanford.
Der Audiokommentar bietet für Fachzuschauer ein paar Hintergründe darüber, wie sich die Story im Laufe der Zeit verändert hat und zu Überlegungen in Richtung „gezeichnet“ versus „computeranimiert“. Für die Normalzuschauer gibt es einige Hintergründe und Anekdoten beispielsweise zu den Synchronsprechern. Obwohl beides für sich genommen recht interessant ist, ist die Mischung ein wenig unglücklich, weil es für beide Zuschauergruppen immer wieder Abschnitte gibt, in denen gar nicht auf ihre Interessen eingegangen wird.
„Hinter den Kulissen von ,Die Kühe sind los’“:
Hier geht es noch stärker um die Hintergründe des Films. Anfangs erfährt man noch mehr darüber, wie der Film ursprünglich konzipiert war und wie sich die Geschichte noch geändert hat. Weiter geht es dann um den Einfluss, den die Originalsprecher auf ihre Figuren hatten (wobei leider eine genauere Erläuterung fehlt, warum das bei Trickfilmen oft so ist – nämlich weil üblicherweise zunächst die Dialoge aufgenommen werden und danach die Szenen nach dem gesprochenen Text animiert werden). Weiter geht es mit den Recherchen zum visuellen Stil des Films, und schließlich zur Musik für den Film.
Insgesamt eine gute Mischung, die in gut einer Viertelstunde eine Menge Hintergründe zum Film rüberbringt.
„Der Stil des Films“:
Hier wird genauer erklärt, wie das grafische Design eines solchen Films vorbereitet und erstellt wird. Das ist zwar nicht gerade mein Fachgebiet, aber die Darstellung ist gut verständlich und recht interessant. Außerdem sind schöne Bilder realer Wildwest-Landschaften und ebenso tolle Zeichnungen dazu zu sehen.
„Extra-Kurzfilm: Ein Molkerei-Märchen: Die drei kleinen Schweinchen“:
Naja, noch ein Extra. So berauschend finde ich den Film nicht ...
Insgesamt sind die Extras also durchaus recht gut – allerdings ist die DVD, die vollmundig als „Special Collection“ verkauft wird, auch mit immer noch fast 20 Euro verdammt teuer und bietet trotzdem nur eine DVD.
Fazit:
Der Film ist nett, aber längst kein must-see. Kinder haben ihren Spaß daran, und Lacher gibt es auch für Erwachsene. Die DVD ist recht gut ausgestattet, aber für eine Single-DVD eines nicht mehr ganz neuen Films eindeutig zu teuer. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben