Pro:
Spannend, gute Kostüme bei den wenigen Gore-Effekten, britischer Humor, kaum horrorgenretypische Schnitzer
Kontra:
nichts besonderes, zu gradlinig, Werwölfe in Komplettaufnahme wirken lächerlich
Empfehlung:
Ja
Solider Horrorfilm, der mit seinem B-Movie-Charme zu fesseln weiß.
Die schottischen Highlands, ein idealer Übungsplatz, so zumindest die Vorstellung von Sergeant Harry Wells (Sean Pertwee), der dort mit seiner Truppe von Soldaten ein kleines Übungsmanöver abhalten soll. Die Moral der Truppe ist zu Beginn nicht besonders, denn während sie hier durch die Wälder streifen müssen, würden die meisten lieber vor dem Fernseher sitzen und das Fußballspiel Deutschland gegen England sehen.
Doch schon am zweiten Tag wird die Moral der Truppe auf eine harte Probe gestellt. Sie finden einen weiteren Soldatentrupp, dessen Mitglieder allerdings fast alle tot sind. Nur einer lebt noch: Captain Ryan (Liam Cunningham), der einem von Wells Männern wohl bekannt ist. Private Cooper (Kevin McKidd) hatte sich vor einem Monat für Ryans Einheit beworben. Dieser ließ ihn allerdings durchfallen, da sich Cooper weigerte einen Hund zu erschießen. Für die Beantwortung der Frage, was Ryan mit seiner streng geheimen Spezialeinheit in den Wäldern wollte, bleibt den Soldaten keine Zeit, denn just nach dem Fund der toten Truppe von Ryan, werden sie selbst von unheimlichen Bestien angegriffen. Einer der ihren wird getötet, Sergeant Wells schwer verletzt. Gerade noch rechtzeitig kommt ihnen die Zoologin Megan (Emma Cleasby) zur Hilfe. In ihrem Auto schaffen sie vorerst die Flucht in ein einsames Landhaus.
Doch dort hört der Horror nicht auf. Als sie nach kurzer Verpflegung und Versorgung des Verletzten Wells wieder aufbrechen wollen, müssen sie feststellen, dass das Haus von Kreaturen, die halb Mensch halb Wolf zu sein scheinen, umstellt ist. Nur spärlich mit Munition ausgestattet müssen Cooper, der aufgrund der Verletzung von Wells mittlerweile das Kommando hat, und seine Männer nun versuchen die Nacht zu überleben. Doch was sind das für Kreaturen gegen die sie ankämpfen und was wissen Ryan und Megan über diese?
„Dog Soldiers“ ist ein geradliniger und spannender Horror-Streifen, der zwar etwas schleppend beginnt, dann aber spätestens mit der Ankunft im Landhaus seine volle Wirkung entfaltet. Regisseur und Drehbuchautor Neil Marshall hat bei seinem Regiedebüt auf Schnörkeleien völlig verzichtet und seinen Film ohne große Wendungen und Überraschungen inszeniert. So weist der Film in diese Richtung keine großen Highlights auf, kann aber wegen seiner dauerhaften Grundspannung überzeugen.
Die klaustrophobische Enge in dem Landhaus und das relativ rationale Verhalten der Soldaten kann dabei vor allem überzeugen. So wird der typische Horrorfilmfehler, dass sich die potentiellen Opfer von einander trennen, hier - von wenigen Ausnahmen abgesehen - größtenteils vermieden. Stattdessen wird ein gutes Zusammenspiel der Soldaten gezeigt. So ist es nicht immer Meilen gegen den Wind zu riechen, wo die Werwölfe zuschlagen, wie es in anderen Genrevertreten oftmals der Fall ist. Das sorgt für Spannungs- und Schockmomente.
Durch die geradlinige und insgesamt doch wenig innovative Inszenierung verschenkt „Dog Soldiers“ aber die Möglichkeiten auf höhere Weihen. Alles ist doch schon einmal da gewesen, nix weiß zu überraschen, richtig große Höhepunkte sind rar gesät.
Diese zeigen sich - neben dem hin und wieder eingesetzten britischen Humor - vor allem in den brutalen Attacken der Werwölfe, die für einige blutige Szenen und heraushängende Gedärme sorgen, so dass die Entscheidung für eine FSK 16 - Freigabe schon recht knapp ausgefallen sein dürfte. Denn für den schwachen Magen wird hier wirklich nichts geboten. Überzeugend ist dabei vor allem, wie gut die blutigen Effekte für ein wohl mit einem relativ niedrigen Budget ausgestatten B-Movie gelungen sind. Deutlich schwächer schneidet die Maske bei den Werwölfen ab, bei denen man zu deutlich erkennen kann, dass es sich hier um Menschen mit einem übergezogenen Kostüm handelt und die in Komplettaufnahme und vor allem in Bewegung recht lächerlich aussehen. Besser und bedrohlicher wirken sie da schon, wenn man sie nur teilweise beim Angriff sieht.
F A Z I T
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Sicher kein Höhepunkt des Genres, aber ein interessanter und recht spannender Streifen, der vor allem für Genre-Fans zu empfehlen ist. Sechs von zehn Punkten.
Die Leih-DVD kann mit ordentlichem Bild und Ton (sowohl Deutsch als auch Englisch) überzeugen, weist aber keinerlei Extras auf. Im Gegensatz zu der am 16.12.2003 erscheinenden Kauf-DVD, die da wohl deutlich üppiger ausgestattet sein wird.
D A T E N
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Titel Deutschland: Dog Soldiers
Originaltitel: Dog Soldiers
Genre: Horror
USA/Großbritannien/Luxemburg 2002, FSK 16, Laufzeit: 101 Minuten
Sean Pertwee (Sergeant Harry Wells), Kevin McKidd (Private Cooper), Emma Cleasby (Megan), Liam Cunningham (Captain Ryan), Thomas Lockyer (Corporal Bruce Campbell), Darren Morfitt (“Spoon” Witherspoon), Chris Robson (Private Joe Kirkley), Leslie Simpson (Private Terry Milburn)
Regie: Neil Marshall
Produktion: David E. Allen, Christopher Figg, Tom Reeve
Drehbuch: Neil Marshall
Kamera: Sam McCurdy
Musik: Mark Thomas
Schnitt: Neil Marshall
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0280609/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=20044
© Björn Becher 2003 weiterlesen schließen
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