Pro:
Schauspieler, gute Ansätze
Kontra:
Viele Fragen bleiben offen, nicht sonderlich spannend
Empfehlung:
Nein
Von der Stephen King-Verfilmung "Dreamcatcher" habe ich bislang mehr schlechtes als positives gehört, was mich aber nicht dazu bewegte, abzulehnen, als mir eine Bekannte den Streifen mal ausleihen wollte. Ob dies ein Fehler war oder nicht, werdet ihr in meinem nun folgenden Bericht erfahren.
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+STORY+
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Die vier Freunde Henry (Thomas Jane), Beaver (Jason Lee), Jonesy (Damian Lewis) und Pete (Timothy Olyphant) verbindet ein Erlebnis aus ihrer Jugend, das ihr gesamtes Leben radikal verändern sollte. Dafür, dass sie einst den geistig zurückgebliebenen Duddits aus den Fängen von einigen brutalen Schlägern retteten und sich mit dem Jungen anfreundeten, schenkte ihnen Duddits eine übernatürliche Gabe.
Auch sehr viele Jahre später noch begleitet die Erinnerung an Duddits und die Fähigkeiten, die er ihnen mit auf den Weg gab, die vier Freunde ständig. Um jenen schicksalhaften Tag zu feiern, an dem sie dem Jungen einst begegneten, treffen sich Henry, Beaver, Jonesy und Pete alljährlich in einem verschneiten Waldgebiet in Maine, um dort in einer Hütte zu feiern und Spaß zu haben. In diesem Jahr soll allerdings alles ganz anders kommen. Während Henry und Pete sich auf den Weg machen, um Vorräte zu besorgen, treffen Beaver und Jonesy im Wald auf einen total erschöpften Mann, der schon seit Tagen durch die Wildniss irrt. Die beiden Freunde lassen den Mann in ihre Hütte, damit dieser sich aufwärmen und eine warme Malzeit zu sich nehmen kann. Der Zustand des Fremden verschlechtert sich allerdings von Minute zu Minute. Es scheint, als würde sich der Bauch des Mannes immer mehr aufblähen, was zu seinem sehr penetranten Gestank hinzukommt.
Auch Henry und Pete ergeht es derweil nicht besser. Die beiden müssen auf einer verschneiten Landstraße einer Frau ausweichen, die scheinbar tot auf der Fahrbahn sitzt, und landen im Straßengraben. Währendessen müssen die beiden anderen Freunde mit Entsetzen feststellen, dass ein gefährliches Monster aus dem Leib des unbekannten Mannes geplatzt ist, welches sich sofort sein erstes Opfer holt. Als das Gebiet auch noch von einer äußerst brutal vorgehenden Sondereinheit unter Quarantäne gestellt wird, wird klar, dass sich die Freunde in höchster Gefahr befinden. Noch wissen sie allerdings nicht, dass sie in Ereignisse verstrickt sind, die über den Fortbestand der gesamten menschlichen Rasse entscheiden werden...
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+DATEN ZUM FILM+
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Originaltitel: Dreamcatcher
Herstellungsland: USA, Kanada
Erscheinungsjahr: 2003
Laufzeit: ca. 128 Min.
Freigabe: FSK 16
Regie: Lawrence Kasdan
Buch: William Goldman, Lawrence Kasdan, Stephen King
Produzent: Lawrence Kasdan, Charles Okun
Kamera: John Seale
Schnitt: Raúl Dávalos, Carol Littleton
Originalmusik: James Newton Howard
Casting: Stuart Aikins, Sean Cossey, Ronna Kress
Darsteller:
Morgan Freeman.....Col. Abraham Curtis
Thomas Jane.....Dr. Henry Devlin
Jason Lee.....Joe 'Beaver' Clarenden
Damian Lewis.....Gary 'Jonesy' Jones
Timothy Olyphant.....Pete Moore
Tom Sizemore.....Lt. Owen Underhill
Donnie Wahlberg.....Douglas 'Duddits' Cavell
uvm.
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+BEZUGSMÖGLICHKEITEN+
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Entsprechend dem Bekanntheitsgrad des Filmes wird "Dreamcatcher" von dem Majorlabel Warner vertrieben und von diesem ist man ja eigentlich meist gutes gewohnt. Auch hier hat es der Hauptfilm in sehr guter Qualität auf den Silberling geschafft, während auch ausreichend an das Bonusmaterial gedacht wurde. Etwa eine halbe Stunde an Extras hat es auf die Scheibe geschafft, von nicht verwendeten Szenen und einem alternativen Ende, über ein Interview mit Stephen King, bis zu einer kleinen Doku über die visuellen Effekte ist alles dabei, was man sich wünscht.
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+KRITIK+
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Mit Adaptionen von Stephen King Romanen ist es ja bekanntlich immer so eine Sache für sich. Während manche wenige Streifen durchaus etwas taugen, gelten viele Verfilmungen als grottenschlecht und können den Vorlagen meist nie das Wasser reichen. Im Falle von "Dreamcatcher" ist es sicherlich interessant, anbei zu erwähnen, dass King diese Geschichte nach einem schweren Autounfall schrieb. Laut der Meinung einiger Fans soll sich das anscheinend negativ auf das Buch selbst ausgewirkt haben, was ich allerdings weder dementieren, noch bestätigen kann, da ich den Roman nicht gelesen habe. Allerdings hätte ich einen direkten Vergleich auch dann nicht herbeigezogen, wenn dies der Fall wäre, da ein Film für sich selbst bestehen können muss.
Was mich im Voraus bezüglich des Films hat aufhorchen lassen, war die Wahl des Regisseurs, den mit Lawrence Kasdan fiel die Wahl auf einen Mann, der schon für Streifen wie "Das Imperium schlägt zurück", "Jäger des verlorenen Schatzes" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" als Drehbuchautor tätig war. Ausreichend Erfahrungen im Filmgeschäft sollten also vorausgesetzt sein, doch leider konnte auch jemand wie Kasdan nichts zufriedenstellendes aus King's Vorlage herausholen.
Das hat mich deshalb sehr enttäuscht, da der Anfang des Films und die ersten 25 Minuten durchaus einiges hermachen. Nach einem eindrucksvoll inszenierten Intro geht es gleich zum Kennenlernen der Hauptdarsteller. Dies hat deshalb einen großen Reiz, da Henry, Beaver, Jonesy und Pete über telekinetische und hellseherische Kräfte verfügen. Es dauert nicht lange, bis die vier Freunde einem fast schon symphatisch werden und der Plot des Films auf eine typische Horrorfilm-Handlung zuzusteuern scheint. Eine Hütte tief im verschneiten Wald und einige Freunde, die dort mit einem außerirdischen Wesen konfrontiert werden, lässt sofort Paralellen zu Filmen wie "Das Ding aus einer anderen Welt", "Tanz der Teufel" oder "Alien" aufkommen. Wer sich nun aber einen spannenden Schocker oder gar einen blutigen Survival-Horror erhofft, dürfte enttäuscht werden. Horror und Spannung wird in "Dreamcatcher" leider klein geschrieben, ab einem bestimmten Zeitpunkt wird der Plot immer lächerlicher, unglaubwürdiger und konfuser.
Die Mindestanforderung, die ich an einen Film habe, ist die, dass ich ihn verstehe, ohne dass ich zuerst das Buch dazu lesen muss. Dies ist hier allerdings nicht der Fall, denn die Story um die Alienrasse, die auf der Erde landet und die Menschheit auslöschen möchte, wurde hier in einen reichlich verwirrenden, zweiten Plot gestopft. Die Geschichte um die vier Jungen, die den mysteriösen Duddits retten und dadurch ihr gesamtes Leben verändern ist in der Grundüberlegung nicht schlecht, doch leider wurde sehr vieles in den Film hineingepackt, das einen sehr schnell verwirren kann. Was dabei am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass einfach zu wenig erklärt wird. Darüber, was es mit den titelgebenden Traumfängern auf sich hat, werden wir genauso im Unklaren gelassen wie über Duddits. Am Ende des Films löst sich zwar eine wichtige Frage auf, dennoch ist sehr vieles noch immer ungeklärt und bleibt offen im Raum stehen.
Weniger auf den Aufbau einer Spannung haben sich die Macher von "Dreamcatcher" konzentriert, als vielmehr auf die Erzählung der Geschichte und das hat den Nachteil, dass Horrorfilmfans nicht viel Freude an dem Werk haben werden. Zwar wird hier und da schonmal gesplattert, und auch ein bisschen ekliger darf es mal werden, doch alles in allem reicht das nicht aus, um "Dreamcatcher" das Zertifikat eines überzeugenden Horrorfilms geben zu können. Lustig fand ich die Idee, dass die Aliens aus den Allerwertesten ihrer Opfer platzen. Ist mal was anderes. Wie dem auch sei. Vieles in "Dreamcatcher" wirkt deplatziert, der Streifen alles in allem zu lang, insgesamt zu Fantasy- und Science-Fiction beladen.
Eine der vergleichbar wenig positiven Seiten des Films ist ganz klar den Schauspielern anzurechnen. Mit Morgan Freeman, Tom Sizemore und Thomas Jane finden sich sogar drei bekannte Namen in der Besetzungsliste. Freeman darf dabei für ihn eher ungewöhnlich einen eiskalten General spielen, wohingegen Thomas Jane die auf ihn zugeschnittene Rolle des Helden abgibt. Unbedingt erwähnenswert ist auch Damian Lewis, der von allen fast noch am meisten heraussticht.
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+FAZIT+
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"Dreamcatcher" konnte mich im Ansatz überzeugen, doch das Gesamtbild gestaltet sich leider als zähes, unverständliches Werk, das nicht hätte verfilmt werden müssen. Zwar habe ich das Buch von King nicht gelesen, doch ich kann mir vorstellen, dass vieles darin nicht im Film verwendet wurde. Viele Zusammenhänge sind unverständlich, das einzig wirklich positive an dem Film ist die erste halbe Stunde, sowie die passablen Darsteller.
Von mir gibt es hierfür 4 von 10 Punkten und keine Empfehlung.
Mfg
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