Pro:
dt. alternativ-Kinofilm fernab von Hollywood, interessante DVD-Beigaben
Kontra:
nichts für den gewöhnlichen Hollywood-Fan
Empfehlung:
Ja
Testbericht „Fickende Fische“:
Wider des provozierenden Filmtitels, der nicht wirklich bedeutsam für die Handlung ist, handelt es sich bei diesem deutschen Film um ein poetisch-bewegendes Jugenddrama über erste Liebe, Lust auf Leben und Angst vor dem Tod. Haupthelden der Geschichte sind zwei jugendliche Außenseitern, von denen einer HIV positiv ist, und deren zarte Liebesgeschichte. 'Fickende Fische' ist jedoch kein Film über AIDS, sondern eine äußerst sensible Betrachtung scheuer Annäherung und starker Gefühle, ohne dabei eine Portion Humor nicht zu vergessen.
Inhalt des Films/Story:
Der schüchterne Einzelgänger Jan (gespielt von Tino Mewes) ist 16 und mit HIV infiziert, das er sich bei einer Bluttranstransfusion „geholt“ hat. Seine Eltern behandeln ihn mit solcher Vorsicht, dass es ihm gewaltig auf die Nerven geht. Seine Krankheit vergessen kann er nur, wenn er seinem Hobby, der Unterwasserwelt, frönt. Neuen Lebensmut schöpft Jan, als er die ebenso spontane wie forsche Nina (gespielt von Sophie Rogall) kennenlernt, die darunter leidet, dass sich ihre Mutter ins ferne Kenia abgesetzt hat. Gemeinsam brechen sie aus dem Alltag aus und genießen für einen kurzen Moment die Leichtigkeit des Seins, tauchen ein in ein kleines, nasses Paradies voller Fische, das nur ihnen gehört. Doch als Sex ins Spiel kommt, reagiert Jan hilflos, verletzt durch seine schroffe Abweisung das Mädchen zutiefst.
Technische Daten der DVD:
Laufzeit: 103 Minuten
Bildformat: 1:1,85 anamorphic
Dolbx Digital 2.0 / 5.1
Sprache/Untertitel: deutsch/englisch
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG FSK
DVD-Specials:
Folgende Szenen sind zusätzlich zum Film mit auf der DVD enthalten:
Audio-Kommentar mit Tino Mewes (Jan)
Audio-Kommentar mit Sophie Rogall (Nina)
Audio-Kommentar mit Almut Getto (Regisseurin des Films)
Audio-Kommentar mit Herbert Schwering (Produzent des Films)
Original Kino-Trailer
Making of 3D-Animationen der Fische
Storyboards
Musik-Video von Naveed “Don´t ask me that“
Epix-Trailer-Show
Ist alle relativ interessant, wenn einem der Film gefallen hat, v. a. der Audio-Kommentar mit Herbert Schwering: Der erzählt, während im Hintergrund der Film läuft, stundenlang, wie der Film produziert wurde, wie viel Geld er gekostet hat (1,3 Mio DM) und do weiter.
Kurzbeschreibung Des Films, wie er vom Hersteller beschrieben wird:
"Ein Fisch und ein Inlineskates-Sturz bringen die ungleichen Teenager Jan und Nina schlagartig zusammen. Jan ist ein schüchterner Einzelgänger, dessen Leidenschaft allein der Unterwasserwelt und den Fischen gehört. Nur hier vergisst er seine lebensbedrohliche HIV-Infektion und seine überbesorgten Eltern. Nina hingegen ist frech und steht seit der Scheidung ihrer Eltern auf eigenen Beinen. Gemeinsam brechen sie aus dem Alltag aus und suchen ihr Paradies - ein Unterwasserparadies, dunkel, ruhig und voller Fische. Um die brennende Frage zu beantworten, ob Fische wirklich Sex haben, übernachten Nina und Jan heimlich im Aquarium. In dieser Nacht wird aus ihrer Freundschaft die erste große Liebe. Doch Jan wird zugleich klar, dass seine Liebe für Nina eine große Gefahr bedeutet....."
Fazit:
Trotz des ernsten Themas gleitet diese bezaubernde Love-Story nie in Larmoyanz ab, sondern macht - nicht nur Pubertierenden - Mut zur Zärtlichkeit und Rigorosität. Den beiden unverbrauchten und überzeugenden Hauptdarstellern Tino Mewes und Sophie Rogall möchte man endlos lange zusehen. Und wenn Jan sagt, es sei beschissen, auf den Tod zu warten und Nina feststellt, es sei genau so beschissen, auf das Leben zu warten, spürt man einen kleinen
Klos im Hals.
'Fickende Fische' gewann diverse Preise: so beim Max-Ophüls Festival und den Publikumspreis beim FilmKunstFest in Schwerin.
Jugendliche sollten diesen ehrlichen, emotional spannenden und manchmal märchenhaften Film lieben, kommt er doch ihren Sehnsüchten sehr nahe.
Einer dieser Filme, die man leider nur im Alternativ-Kino zu sehen bekommt. weiterlesen schließen
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