Pro:
Sound, Grafik, Atmosphäre, Charaktere, Spielwelt, Langzeitspaß
Kontra:
Systemanforderungen, Ladezeit, BUGS
Empfehlung:
Nein
Lange Zeit haben alle auf den Release von Gothic 3 hingefiebert. Doch kurz nach der Goldmeldung für die Fans dann der Schreck: Gothic 3 ist zu verbuggt und sei doch nicht Gold. Doch trotz dieser Meldung hat es Piranha Bytes geschafft, Gothic 3 rechtzeitig fertig zu bekommen.
Es geht los!
Kurz nach dem Starten von Gothic 3 und nach einer unglaublich langen Ladezeit (trotz 1Gb RAM) erscheint das Intro auf eurem Bildschirm. Dieses ist nicht nur Filmreif inszeniert, es verspricht auch Gothic-Feeling pur. Nach dem Intro befindet Ihr euch in einem Dorf, mitten in einem Kampf zwischen Orks, einigen Sklaven und euren Freunden welche natürlich wieder mit dabei sind. Gorn, Lee, Leister und wie sie alle heißen, nahezu jeder Gothic Spieler wird sich über das wieder sehn freuen. Die Anfangsszene soll euch in das neue Kampfsystem einweihen. Dieses ist, nach der herben Kritik am alten Kampfsystem, ganz neu gemacht worden. Doch hier fangen die Probleme in Gothic 3 schon an. Das neue Kampfsystem ist einfach. Mit der linken Maustaste schlagt Ihr hart zu, mit der rechten dafür schnell. Haltet Ihr die rechte Maustaste gedrückt, so pariert Ihr die Schläge eurer Gegner, mit gedrückt halten der linken Maustaste führt Ihr einen Wuchtschlag aus. Ein Ausdauerbalken zeigt euch an, ob Ihr für den gewollten Schlag noch Kraft habt oder nicht. Leider wurde dieser Aspekt der Ausdauer allerdings nicht wirklich mit ins Spiel einbezogen, vor allem mit den schnellen Schlägen kann man selbst stärkste Gegner innerhalb kurzer Zeit töten, ohne selber auch nur einen Kratzer abzubekommen. Vorausgesetzt man schlägt als erster zu. Bei wild herumlaufenden Tieren ist dies manchmal nicht so einfach. Diese sind unserer Meinung nach noch viel zu stark, vor allem am Anfang des Spiels hat man gegen eine Horde von 4 Wildschweinen keine Chance.
Wie Tag und Nacht
Der Wechsel von Tag zu Nacht und umgekehrt verläuft in Gothic 3 reibungslos. Leider geht das so das ganze Spiel durch. An vielen Stellen glänzt das Spiel, zeigt klasse Ansätze. So ist die Spielwelt noch besser als in allen anderen Rollenspielen. Die Welt sieht anders als bei Oblivion nicht zufallsgeneriert aus und zeigt wirklich, dass der Entwickler hier mit viel Liebe dabei war. So schöne Hügel, Täler und Flussläufe haben wir bisher noch nie gesehen. Die Dörfer wirken unglaublich lebendig, jeder Mensch und jeder Ork geht seinem eigenen Tagesablauf nach, einige Leute mögen einen lieber als andere, es wirkt einfach alles in sich stimmig. Das ist die Tagseite von Gothic 3, die Nachtseite sieht leider ganz anders aus. Wieso wird die so tolle Spielwelt durch extreme Clippingfehler kaputt gemacht? Warum sieht das Wasser so komisch aus?
Questen wie in Gothic 2
Doch wollen wir über diese Fehler erstmal großzügig hinweg sehen. Erstmal. Dann entdecken wir in Gothic 3 wirklich eines der besten Rollenspiele unserer Zeit. Sehr toll geraten sind in Gothic 3 erneut die Quests, welche schon wie in Gothic 2 dafür sorgen, dass einem nach einiger Zeit ein paar Leute wirklich ans Herz wachsen. Schade ist dabei das äußerst misslungene Questlog welches nur die Hälfte aller wichtigen Informationen speichert. Oft genug ist es vorgekommen, dass wir einen Ort für eine Quest gesucht haben und diesen einfach nicht gefunden haben, weil die Beschreibung einfach aus dem Log geschnitten wurde.
Das Inventar wurde in Gothic 3 ebenfalls komplett erneuert. Aufgeteilt in fünf Kategorien habt Ihr nun eine wesentlich bessere Übersicht als dies noch beim Vorgänger der Fall war. Waffen und Rüstungen lassen sich mit einem einfachen Klick aktivieren. Per Drag&Drop könnt Ihr auch verschiedene Waffen in die Schnellleiste packen und so während des Kampfes schnell zwischen Bogen, Armbrust, Schwert oder Axt wechseln. Alles möglich. Ebenso können in diese Leiste Heiltränke oder andere Gegenstände gezogen werden, für Zauber gilt natürlich das gleiche. Das erleichtert das Leben in Gothic 3 enorm und ist wohl eine der wichtigsten Spielerischen Neuerungen. Das Charaktermenü wurde auch komplett überarbeitet. Wie schon in den Vorgängern bekommt man für jeden Levelanstieg zehn Lernpunkte welche man dann bei Trainern in verschiedene Fertigkeiten investieren kann. Neu ist hierbei auch, dass man sich nicht mehr auf eine Klasse beschränken muss. Ein reiner Magier ist genauso möglich wie ein Charakter welcher sowohl Kämpfen als auch Zaubern und mit dem Bogen umgehen kann. Neben diesen Haupteigenschaften gibt es natürlich noch die Nebeneigenschaften wie das Schmieden, die Alchemie oder die Diebeskunst. Diese werden ebenfalls mit Lernpunkten bei Lehrern weiter ausgebaut.
Die Spielwelt
Myrthana heißt das neue Reich in dem Ihr euch nun aufhalten werdet. Das Festland auf welches Ihr in Gothic 2 übergesetzt habt ist nun allerdings von Orks besetzt. Ihr als Spieler habt nun die Möglichkeit euch einer der verschiedenen Fraktionen anzuschließen. Die Rebellen etwa sind Königstreue Krieger welche den Orks weiterhin den Kampf ansagen. Anfangs hat man kaum eine andere Möglichkeit als den Rebellen zur Seite zu stehen, erst nach kurzer Zeit kommen dann die Entscheidungen welche euch entweder näher in Richtung Orks oder eher in Richtung Rebellentum bringen. Zusätzlich gibt es noch die Assassinen welche eher auf Seiten der Orks sind und sich für diese als Sklavenjäger einsetzen.
Unterteilt ist die Spielwelt in drei Teile, das Nordreich welches aus Schnee und Eis besteht, der mittlere Teil mit viel Gras, Bäumen und Flüssen sowie der südliche Teil welcher den Assassinen zuzuschreiben ist. Hier gibt es nichts weiter als Sand und Steine. Eine typische Wüste halt. Um von einem Ende der Spielwelt zum anderen zu kommen brauch man selbst wenn man ununterbrochen läuft so lange, dass wir diesen Versuch gar nicht erst in Anspruch genommen haben.
Grafik und Sound Top, KI mittelmaß
Eigentlich war Gothic bisher noch nie ein Spiel welches wirklich mit Grafik protzen konnte, mit dem dritten Teil hat sich hier aber einiges geändert. Wie oben schon beschrieben sind die Landschaften und die Städte einmalig und sehen wirklich toll aus. Auch die Figuren, egal ob NPC oder Wildtier, sehen super aus und haben größtenteils sehr gute Animationen. Was den Sound und die Musik angeht übertrifft Gothic 3 hierbei alles bisher da gewesene. Der Soundtrack wirkt ein wenig traurig, versetzt den Spieler aber in eine epische Stimmung und geht dabei nie auf die Nerven. Immer passend wird ein anderes Stück eingespielt. Die Vertonung der Charaktere ist auch klasse geworden. Jeder Charakter hört sich sehr realistisch an, keiner der Sprecher wirkt gelangweilt, es sei denn die Spielfigur stellt diesen Zustand gerade dar. Auch die Soundeffekte sind immer passend und nerven nie, nur die Gesprächsfetzen welche man in einer Stadt zwischen verschiedenen Bewohnern mitbekommt erinnern einen doch stark an Gothic 2.
Die KI der Gegner ist hier noch mal gesondert zu nennen. Das ganze Spiel durch wird es euch immer wieder passieren, dass ein Gegner plötzlich an einer Wand hängen bleibt oder schlicht und einfach vergisst euch anzugreifen obwohl Ihr diesen Gegner bereits mit Pfeilen gespickt habt.
Fazit
Gothic 3 ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist das Spiel einfach Gothic, die Spielwelt, die Charaktere, die Quests, die Story und vor allem auch die Detailverliebtheit des Entwicklers. Auf der anderen Seite wirkt das Spiel leider nicht ganz fertig. Immer mal wieder treten Grafikfehler auf, gelegentlich bleibt das Spiel hängen oder stürzt ganz ab. Und manchmal ist es einfach nur nervig wenn ein Gegner irgendwo hängen bleibt. Trotzdem kann man über diese Fehler meistens hinwegsehen, auch die Tatsache, dass viele Gegner nur mit Klickorgien zu besiegen sind sorgt zwar für Abwertungen, allerdings nicht für den Fall in die Mittelklasse. Gothic 3 bleibt einfach ein Gothic Teil und ist ein würdiger Nachfolger. Jetzt bin ich erstmal wieder weg, Myrthana ruft wieder nach mir!
Danke fürs lesen. weiterlesen schließen
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