Pro:
passable Darsteller, zunächst extrem spannend
Kontra:
08/15-Monster; nach einer halben Stunde wirds langweilig und absurd
Empfehlung:
Ja
Tja, vor über einem Jahr habe ich mal einen Verriss zum Nachfolger "Jeepers Creppers 2" verfasst, da kannte ich den Vorgänger "Jeepers Creepers" schon längst.
Nun lief dieser Streifen am Samstag auf Pro7 und ich habe ihn mir nochmal angeschaut und bin da spontan auf die Idee gekommen, mal einen Testbericht zu dem Film zu verfassen.
Allgemeines
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Originaltitel: Jeepers Creepers
Land: USA (2001)
Regie: Victor Salva
Länge: 86 Minuten
FSK: 16
Story
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Die Geschwister Trish und Darryl haben Collegeferien und sind auf dem Heimweg zu ihren Eltern.
Sie fahren einen abgelegenen Highway entlang, an dem es durchschnittlich alle hundert Meilen ein Haus gibt (ja ja, etwas übertrieben, aber irgendwie habe ich mich an meine Heimat im Landkreis Stade erinnert gefühlt).
Darryl fährt den Wagen seiner Schwester und macht sich ein Spiel, indem er auf vorausfahrende Wagen dicht auffährt und aus den Nummernschildern Wörter ableitet.
Sie überholen ein Wohnmobil und plötzlich sieht man, wie von hinten ein alter Truck angedüst kommt und das Wohnmobil von der Straße abkommt.
Trish und Darryl bemerken das unheimliche, rostige Gefährt erst, als es hupt und ihnen einen Schubst gibt.
Nach einigen wilden Manövern, die den Alltag eines Autofahrers im Hamburger Berufsverkehr widerspiegeln dürften, überholt der Truck mit dem Kennzeichen "Beatnnu" (= Beating You) das Auto von Trish und Darryl und braust von Dannen.
Die beiden drosseln die Geschwindigkeit aus Schreck und kommen einige Zeit später an einer alten, verfallenen Kappelle vorbei, wo sie sehen, wie der Fahrer des alten Trucks aussteigt und einen verschnürten Sack durch ein in die Erde gelegtes Rohr wirft.
Der Mann sieht, wie die beiden vorbeifahren und nimmt die Verfolgung auf.
Der frisierte Truck ist dem Gefährt von Trish und Darryl in Sachen Geschwindigkeit hoffnungslos überlegen.
Er rammt die Geschwister, die schließlich von der Straße abkommen… und glücklicherweise nicht mehr vom Truck verfolgt werden.
Darryl beharrt darauf, zu überprüfen, ob nicht vielleicht eine Leiche in das Rohr geworfen wurde und fährt, unter heftigen Protesten seiner Schwester, zu der Kapelle zurück.
Dort angekommen fällt Darryl eher ungewollt als gewollt das Rohr hinab und landet plötzlich in einer Art Kellergewölbe.
Er findet dort einen beinahe toten jungen Mann, dessen Bauch eine riesenhafte, frisch zusammengenähte Wunde aufweist.
Der junge Mann verstirbt und während Trish am Highway aufpassen soll, dass der Truck nicht zurückkommt, macht Darryl grausame Entdeckungen…
Es stellt sich dann im Verlauf des Filmes heraus, dass der Fahrer des Trucks (und der "Besitzer" des Kellergewölbes) ein unheimliches Wesen ist, dass alle 23 Jahre erwacht und die Körperteile von Menschen frisst, die er sich dann selbst zueignet, um am Leben zu bleiben.
Und, wie sollte es anders sein, werden auch Trish und Darryl gejagt.
Darsteller
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Der Hauptdarsteller dieses Films ist wohl Justin Long, er spielt Darryl.
Er ist einer dieser Typen, die man mal in irgendeinem Film gesehen hat, dessen Gesicht man sich aber partout nicht merken kann.
Er ist ein ganz normaler Durchschnittsamerikaner, unauffällig und teils etwas naiv und weltfremd wirkend.
Seine Rolle besteht eigentlich darin, in einigen Szenen ängstlich und schockiert dreinzuschauen und das macht er ziemlich gut (hat ihm das Film-Team von der Handlung des 2. Teils erzählt?).
Die weibliche Hauptrolle der Trish wird von Gina Phillips gespielt.
Sie spielt eigentlich besser als Justin Long, sie macht nicht so einen naiven Eindruck, sie versucht immer ziemlich lautstark, sich durchzusetzen, auch, wenn ihr das Angesichts der naiven Abenteuerlust ihres Bruders meist nicht gelingt.
Dann hätten wir da noch Patricia Belcher, die Wahrsagerin, die gegen Ende des Films auftaucht.
Sie ist zwar hässlich wie der Creeper selbst (Synchronstimme ist die von Whoopi Goldberg u.a.), liefert aber eine schauspielerisch gute Leistung ab und hat, was das Talent angeht, von allen Darstellern am meisten auf dem Kasten).
Es gibt noch einige weitere Darsteller, aber die müssen nicht erwähnt werden, denn sie fungieren eh nur als Creeper-Fraß.
Meine Meinung
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Um es gleich vorweg zu nehmen:
Dieser Film ist wesentlich besser als sein Nachfolger!
Zu Beginn des Films wird eine ungeheure Spannung aufgebaut, die Szenen mit dem rostigen Truck des Creepers (dem unheimlichen Wesen) erinnern stark an Steven Spielbergs "Duell" und sind sehr nervenaufreibend in Szene gesetzt.
Und wenn die Geschwister zu der Kapelle fallen und die Krähen kreischen, dann erwartet man jeden Moment, dass der Truck kommt und das Ende der beiden gekommen ist.
Ohnehin erzeugen die Krähen mit ihren durchdringenden Lauten noch mehr Spannung, denn ich habe das kollektive, plötzlich einsetzende Schreien immer als Signal empfunden "Jetzt kommt der Creeper". Letztlich ist es dann doch nicht so.
Tja, leider fällt die Spannungskurve des Films dann dramatisch ab, nach dem "Besuch" in der Kapelle schafft es "Jeepers Creepers" nicht mehr an die Spannung der ersten halben Stunde heran.
Spätestens, wenn man den Creeper zum ersten Mal sieht, verfällt der Streifen teils in Lächerlichkeit und schlichte Unlogik.
Beispiele?
Trish und Darryl rufen die Polizei und obwohl bereits Streifenwagen bei der Kapelle (die mittlerweile brennt) anwesend sind, begleiten die Geschwister zwei Polizisten ein Stück weit dorthin (auch wenn die Polizisten nie dort ankommen).
Warum? Nervenkitzel? Dummheit?
Keine Antwort.
Dann halten die Geschwister bei dem Haus einer schrulligen Frau um von dort aus die Polizei zu rufen.
Warum?
Die Polizei ist doch längst alarmiert!
Und spätestens, wenn es ein gesamtes Sondereinsatzkommando der Polizei samt im wahrsten Sinne schwerer Geschütze nicht schafft, dem Creeper auch nur ein einziges Haar zu krümmen, fühlt man sich als Zuschauer doch ein bisschen verschaukelt (zumal man ja im zweiten Teil erfährt, dass man den Creeper einfach harpunieren kann).
Warum Trish und Darryl es schaffen, den ansonsten extrem schnellen und wendigen Creeper vorher aus dem Stand mit dem Auto anzufahren und ihn sogar zum Humpeln bringen, frage ich besser nicht.
Hinzu kommen die übertriebenen Ekelszenen:
Zartbesaitete sollten sich den Film nicht anschauen.
Weder die zugenähten Menschen, noch die Fressszenen, in denen der Creeper etwa in Nahaufnahme die Zunge aus dem abgetrennten Kopf eines Polizisten saugt, sind besonders appetitanregend.
Auch das Monster reißt einen nicht vom Hocker:
Diese Mischung aus bösem Batman und Ork (jedenfalls äußerlich), sorgt eher für Lachen als für schaurige Momente.
Weiterhin verdient der Song "Jeepers Creepers" von Louis Armstrong eine positive Erwähnung.
Denn dieser Song, besonders am Ende, verpasst dem Geschehen einen so ironischen Unterton, dass man einfach lachen muss.
Wer nicht weiß, was ich meine, der schaue sich mal die letzte Szene an und lausche auf den Text.
Ich vergebe hier am Ende drei Sterne und das nur wegen der Spannung, die am Anfang aufgebaut wird.
Diese Spannung entschädigt ansatzweise für die Schwächen im weiteren Verlauf des Films.
Wer ein wenig Nervenkitzel, aber keine Enttäuschung möchte, dem rate ich, die ersten 30 Minuten anzuschauen und dann einfach wegzuzappen. weiterlesen schließen
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