Pro:
Die Story von King
Kontra:
Bild und Ton, umfangreiche Schnitte
Empfehlung:
Nein
Eine DVD für wenig Euro - und dazu noch von einem Film, der nach einer Vorlage meines favorisierten Autors entstand.
Normalerweise bin ich eher zurückhaltend, wenn es sich um derart kostengünstige Angebote handelt. Diesmal aber siegte die Leidenschaft, und mein Verstand hatte in dieser Situation nicht mehr viel zu melden, als ich besagte Scheibe kurzerhand käuflich erwarb.
Als schließlich das auf der Vorderseite mit blutrotem Aufdruck versehene Objekt meiner Begierde, in dem Schacht meines Players verschwand, hatte ich eine Art Vorahnung die sich dann auch schnell bestätigen sollte.
Wer jetzt neugierig geworden ist, muss sich wohl auf folgenden Bericht einlassen.
Filmhandlung
In Gatlin, einem kleinen Nest in Nebraska, beobachtet Isaak, der jugendliche Anführer einer religiös motivierten Gruppe Halbwüchsiger, die Szenerie mit einer teuflischen Genugtuung durch eine Schaufensterscheibe. Soeben wurde in einem Coffeeshop der Gemeinde, sämtliche Erwachsene von seinen Jüngern richtiggehend abgeschlachtet.
Drei Jahre später:Burt Stanton und seine Freundin Vicky fahren mit dem Wagen auf den unendlich weiten, von Maisfeldern flankierten Straßen im Norden von Nebraska, Richtung Seattle. Dort will der angehende Arzt eine Assistentenstelle antreten. Mit der Zeit langweilt die Fahrt durch die monotone Landschaft die beiden, so versucht Vicky über das Radio ein wenig Musik einzufangen. Doch nur die ekstatische Stimme eines Predigers ist über den Äther zu vernehmen, der seine Zuhörerschaft auf den richtigen, gottesfürchtigen Weg bringen will.
Als die beiden noch Witze über den Bibelsprücheklopfer reisen, steht wie aus dem Nichts ein Junge auf der Fahrbahn. Burt versucht zwar noch auszuweichen, doch er kann nicht verhindern, dass der Körper dennoch erfasst wird. Als er den Jungen untersucht merkt er gleich, dass ihm schon vorher die Kehle durchgeschnitten wurde, und dieser sich mit letzter Kraft auf die Straße geschleppt haben muss.
Die beiden Reisenden versuchen schnellst möglich in die nächste Ortschaft zu kommen, um den Vorfall den Behörden zu melden.
Als sie nach einer Irrfahrt schließlich in Gatlin ankommen, wirkt der Flecken wie ausgestorben. Burt und Vicky untersuchen die verlassenen Häuser, die mit seltsamen heidnischen Symbolen aus Mais geschmückt sind.
Als sie schon aufgeben wollen, entdecken sie einen kleinen Jungen und ein kleines Mädchen, die sich in den Häusern versteckt haben.
Burt und Vicky erfahren von den Kindern, dass in der Stadt nur noch Jugendliche wohnen. Isaak ihr Anführer hetzt sie auf, alle Erwachsenen einem Dämonen der im Maisfeld haust zu opfern.
Zunächst reagieren die Durchreisenden ungläubig, bis Vicky von den anscheinend völlig verrückt gewordenen Jugendlichen überwältigt wird, während Burt nach einem Telefon Ausschau hält.
Vicky wird in der Zwischenzeit in Issaks Auftrag an ein Kreuz gebunden, und mitten im Maisfeld aufgestellt. Sie soll dem Ungeheuer geopfert werden, dass sich unter der weitläufigen Oberfläche des Maises verbirgt.
Burt und die Kinder beobachten die Szenerie, während die Sonne untergeht. Jetzt ist für den angehenden Mediziner Eile geboten, denn wenn es erst einmal dunkel ist wird es zu spät sein, denn dann holt sich die Kreatur sein wehrloses Opfer...
Kritik
Nach den relativ erfolgreichen King-Adaptionen „Shining“, „Cujo“ und „Christine“, machte sich New Word Pictures daran diese Kurzgeschichte 1984 zu verfilmen, nachdem sie sich die Rechte praktisch für ein Butterbrot ergattert hatten.
Kings Story wurde etliche Male überarbeitet, bis sie den Filmemachern genehm war und in ihr Konzept passte. Denn schließlich musste aus einer 20 Seiten kurzen Geschichte eine auf Spielfilmlänge ausgeweitete, publikumstaugliche Fassung entstehen.
Gleich zu Anfang spiegelt der Streifen die Horrorfilmmentalität jener Zeit - der 80er - wieder: Es wird ohne Umschweife drauflosgemetzelt was das Zeug hält.
Auf Glaubwürdigkeit wurde allerdings weniger Wert gelegt. Dieser plumpe Stil zieht sich leider wie ein roter Faden auch durch den restlichen Film. Ein weiteres offensichtliches Merkmal des Streifens, ist eine durch die Handkamera eingefangene Optik, die eine beobachtende Position einnimmt und dadurch eine besonders beunruhigende Stimmung schafft. Dies ist alles relativ gut gelungen, wie auch schon der zumindest recht leidliche Erfolg des Filmes zeigt, der noch weitere diverse Fortsetzungen nach sich zog.
Immerhin ist es einigermaßen aufregend zu verfolgen, wie das in Not geprachte Pärchen sich gegen die religiös verblendeten Jugendlichen verzweifelt zur Wehr setzt. Die Dialoge wiederum sind teilweise aber so schlecht, dass sie fast schon wieder einen eigenen, unfreiwilligen Unterhaltungswert bekommen.
Das Finale birgt keine größeren Überraschungen, genretypisch martialisch und etwas konstruiert wurde es mehr schlecht als recht über die Bühne gebracht.
Resümee
Ganz klar eine der schlechteren King-Umsetzungen, die den Weg auf die Leinwand fanden zeigt sich hier. „Kinder des Zorns“ kommt nie über typische B-Movie Qualitäten hinaus. Trotzdem kann man der Produktion eine gewisse, trashige Faszination nicht absprechen.
Auch wenn jemand sämtliche King-Verfilmungen unbedingt haben muss, wird hier wohl zugreifen müssen.
Schließlich kann man auch noch einer sehr junge Linda Hamilton dabei zusehen, wie sie durch die kostengünstigen Kulissen rennt, noch bevor sie Bekanntschaft mit einem gewissen „Terminator“ gemacht hatte.
DVD-Version:
Das Äußere der DVD verspricht eine saubere Umsetzung. Vorder- und Rückseite, wurde mit neuer Grafik aufpoliert. In großen Lettern wird z.B. der Dolby Digital -Ton und ein Special Bonus Part angepriesen. Auf der Vorderseite prangt ein Button mit dem Schriftzug: Neue Version - ganz ähnlich einem Gütesiegel.
So, das waren auch schon die guten Nachrichten; denn jetzt will ich auf meine schon erwähnte Vorahnung vom Anfang zurückkommen, die sich grausam bestätigte.
Bild und Ton
Abgesehen vom neu erstellten, mit Musik unterlegten und auf den aktuellen Stand gebrachte Menü, ist der eigentliche Film in einem Zustand auf dieser Scheibe enthalten, der eigentlich jeder Beschreibung spottet.
Dass der Streifen in einem 4:3 Format vorliegt wäre ja noch zu verkraften, dass die Qualität der Bilder Gerademahl VHS Standart entspricht, ist schlichtweg eine Frechheit.
Nichts, aber auch gar nichts wurde unternommen, um dieses grobkörnige und schon arg verblasste Bild ein wenig aufzupolieren. Als wäre das nicht schon schlimm genug, hatte ich auch noch das zweifelhafte Vergnügen die Akustik, die ja anscheinend in Dolby Digital 5.1 vorliegen soll zu bewundern. Sollte der Ton tatsächlich in diesem Format abgemischt worden sein, merkte ich rein gar nichts davon. Bei dem lautstarken Tonrauschen, dass nervig aus den Lautsprechern drang, eigentlich auch kein großes Wunder.
Sorry, aber der Punkt der mich fast zur Weisglut gebracht hat, habe ich ähnlich eines makaberen Desserts bis zum Ende aufgehoben.
An den Film wurde trotz einer Altersfreigabe von 18 Jahren kräftig rumgeschnippelt - das entging mir freilich nicht. Trotzdem staunte ich nicht schlecht als sich nach sorgfältiger Prüfung eine Diskrepanz von nicht weniger als 8 Minuten zur ursprünglichen Kinofassung ergab. Weitere Unmutsäuerungen meinerseits, die sich ob solcher Niedertracht mir geradezu aufdrängten, will ich mir und anderen hier allerdings ersparen.
Wirklich weiterempfehlen kann ich deshalb diese DVD-Fassung nicht. Wenn erst einmal ganze Passagen der Schere zum Opfer fallen, sodass ein großer Teil der Handlung nicht mehr logisch nachzuvollziehen ist, dann hört der Spaß wirklich auf und der wahre Horror dieser Scheibe beginnt sich dann wirklich abzuzeichnen.
Extras
Biografien und Filmografien von Schauspielern, Autor und Machern.
Einige Trailer die im Original, und in noch schlechterer Qualität als der eigentliche Film daherkommen.
Filmdaten
Laufzeit: 85 Minuten
Bildformat: 4:3
Tonformat: Dolby Digital 5.1 / Deutsch
Untertitel: Keine
Label: „Best Entertainment“
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi weiterlesen schließen
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