Pro:
Zum Berieseln lassen bestens geeignet
Kontra:
Sehr viele Handlungsfehler
Empfehlung:
Ja
Mein heutiger Bericht handelt von einer DVD, die mein Mann ausgesucht und gekauft hat, wobei er ein großer Fan der Schauspieler Denzel Washington und Whitney Houston ist, wobei diese unter anderem auch noch dazu eine grandiose Stimme hat. Ich wusste bis dato nichts von einer DVD-Bestellung, bis der Postbote dieses besagte Päckchen bei uns abgab. Neugierig wie ich schon mal bin, musste ich es gleich vorab auspacken, wobei mich doch fast der Schlag traf, als ich diesen doch recht schmalzig und kitschig klingenden Titel der DVD las „Rendezvous mit einem Engel“. Au Mann, schon wieder so ein amerikanischer, auf heile Welt machender Film, was man aus dem Cover schon erkennen kann. Na ja, so sind nun mal unsere Geschmäcker verschieden, wobei er jedoch auch nicht meckert und sich mit mir vor den Fernseher setzt, wenn ich einen total „kranken“ Film daher bringe. Also legten wir an diesem besagten Abend diese DVD in das Abspielgerät, und warteten gespannt, wie so ein Rendezvous mit einem Engel beginnt und endet.
Jedoch zunächst die Kurzbeschreibung dieser Geschichte, die auf der Rückseite der DVD-Hülle abgedruckt ist.
Hollywoods Traumpaar, Oscar®-Preisträger Denzel Washington („Hurricane“, „Gegen jede Regel“) und Megastar Whitney Houston („Bodyguard“), in einer romantisch-schwungvollen Komödie mit einem phantastischen Soundtrack. Erleben Sie die stimmgewaltige Whitney Houston in der Rolle der bezaubernden Chor-Sängerin Julia, in deren Ehe mit Henry, dem Reverend einer kleinen Gemeinde, es gewaltig kriselt. Da greift der „oberste Vorgesetzte“ des Priesters ein und schickt – wie könnte es auch anders sein – einen Engel: den mysteriösen aber auch attraktiven Dudley (Denzel Washington). Und dieser hilft Henry nicht nur, den Glauben an Gott wiederzufinden, sondern auch dessen Ehe zu retten. Tolle Schauspieler, eine wunderbare Stimme und ein hinreißendes Happy End, wie es schöner nicht sein könnte. Eine Komödie die jeden in gute Laune versetzt.
Na ja.
Und nun gleich zu meiner Meinung zu diesem Film
Rendezvous mit einem Engel, ist meiner Meinung nach eine sehr schöne und sanftmütige Komödie, die wunderbar in die Vorweihnachtszeit und Weihnachtszeit passt, wenngleich ein kleinwenig Spannung darin nicht fehl am Platz gewesen wäre. Die Geschichte handelt von einem Pastor, der irgendwie schon entmutigt, ja beinahe verzweifelt ist, da die Gelder für die Kirchenrenovierung vorne und hinten fehlen. Er bittet daraufhin Gott um Hilfe, worauf er ihm von oben einen Engel schickt, der ihm zur Hand gehen soll.
Der Pastor, Henry Biggs (Courtney B. Vance), ist glücklich mit seiner Sandkasten- und Jugendliebe Julia (Whitney Houston) verheiratet, die zusammen einen bezaubernden kleinen Jungen haben, der Jeremias heißt, welcher nun die ganze Geschichte erzählt. Jeremias und sein bester Freund, spielen kurz vor Weihnachten im Schnee vorm Haus, als plötzlich ein Engel der mit einem hellgrauen Anzug bekleidet ist und Dudley (Denzel Washington) genannt wird auf die Erde fällt, wobei er nur ein Engelhandbuch dabei hat. Julia schaut nach den Kindern, wobei ihr dieser Fremde, durchaus recht gut aussehenden Mann im Garten auffällt, der sich mit den Kindern unterhält. Sie bittet die Kinder und diesen Fremden Mann ins Haus, wobei er sich schon kurze Zeit später in Julia verliebt.
Viele verschiedene Theologen haben sich mit der Materie bereits auseinander gesetzt und sich gefragt, wie und ob sich ein Engel verlieben kann. Sie haben daraufhin unseren Glauben in Frage gestellt, denn Dudley ist nicht ausschließlich, wenn überhaupt ein Engel, jedoch ein Mensch, der vor 30 Jahre starb und jetzt vom Himmel auf diese Himmelsdienstreise gesendet worden ist. Aber er nennt sich ein Engel, wobei eins der drei Gesetze von Engeln heißt, dass Engel nicht lügen können.
Sicher glauben die Macher dieses Filmwerkes nicht, dass Menschen in den Himmel kommen und Engel werden. Wie wir alle wissen erschuf Gott Engel als seine ersten Begleiter, wobei er vermutlich erst viel später die Menschen erschaffen hat, nachdem er von ihnen genug hatte, diese ihn langweilten, da sie ohne Sünden sind.
Ambrosius sagt: ,,Jedes Geschöpf ist durch die festen Grenzen seiner Natur umschrieben." Umschrieben sein aber ist eine Eigentümlichkeit der Körper. Also ist jedes Geschöpf körperlich. Die Engel nun sind Gottes Geschöpfe, wie aus Ps 148, 2 hervorgeht: ,,Lobet den Herrn alle Seine Engel." Und nachher (V. 5) wird hinzugefügt: ,,Denn Er hat gesprochen und sie sind geworden, Er hat befohlen und sie wurden geschaffen." Also sind die Engel körperlich.
http://www.himmelsboten.de/Engel/KirchL/StThom/Sumth050.htm#50.
Auf jeden Fall ist dieser Film herzerweichend, da alle Darsteller, ob nun Mensch, Engel oder was auch immer, immer gut, herzlich, liebenswürdig und entschlossen sind, einen Beitrag in der Welt beizusteuern. Der sogenannte Immobilienhai Joe Hamilton (Gregory Hines) ist ein reiner Schurke, auch wenn er ein Mitglied des Kirchengemeinderats von Henry' s-Kirche ist, möchte er diese abreißen um Eigentumswohnungen und Einkaufs- und Sportzentren zu bauen. Um dem Pastor Henry die ganze Sache schmackhaft zu machen, präsentiert er mit einem schönen und vielversprechenden Modell die neue Vorstadtkirche mit Jugend- und Seniorenzentrum, in welcher er der neue Pastor sein wird. Joe Hamilton als Immobilienhändler passt genau in den Film als der qualifizierte Schuft, zumal in sehr vielen Filmen gerade Immobilienhaie als reine Schurken oder Gauner dargestellt werden, die im Pakt mit dem Satan ihr Spiel betreiben.
Courtney B. Vance, der Henry darstellt, spielt seine Rolle als Pastor wirklich sehr überzeugend, zumal er die Aufgaben als Seelsorger sehr ernst nimmt, dass heißt, Kranke besucht, wobei er sehr viel Zeit opfert, Lebensmittelkörbe verteilt, und sogar einen jungen unschuldigen Mann gegen welchen Strafanzeigen erhoben wurde verteidigt. Seine wöchentliche Kirchenkollekte beläuft sich gerademal nur um die 96$, wobei die Heizung des Kirchengebäudes langsam seinen Geist aufgibt, wenngleich er dieses Anliegen immer in sein Gebet mit einschließt.
Henrys Frau Julia hat an Dudley gefallen gefunden, da sie denkt, dass er vom Kircherat geschickt worden ist, um ihren Mann zu unterstützen. Freundlich wird er in ihrem Haus aufgenommen, wobei sie bald darauf viel Zeit mit ihm verbringt, sprich eislaufen und tanzen geht, und einen Jazzverein besucht. Dieser Verein ist eine von vielen Gelegenheiten in diesem Film, um Whitney Houston grandiose Stimme zu gehör zu bringen, zumal sie ansonsten mehr als Chorleiterin in der Kirche fungiert, was jedoch nicht heißt, dass man dort nicht auch ihre gewaltige Stimme zu hören bekommt.
Julia' s-Mutter (Jenifer Lewis) hat es schnell gecheckt, dass Julia in Dudley eine neue Liebe gefunden hat, wobei sie sie inständig warnt und mahnt, und dabei schon das schlimmste ahnt, ihre Beziehung, ihre Familie, nicht aufs Spiel zu setzen. Obwohl Julia weiß, dass sie mit dem Feuer spielt, lebt sie nach dem Grundsatz: Ich weiß, dass Dudley für mich unerreichbar ist und sein wird, weil ihr Mann, den sie liebt, dazwischen steht. Sehr schön wird dies ausgedrückt mit einer Schaufensterauslage, nach der Julia sehnsüchtig blickt, obwohl sie genügend Mittel in der Tasche hat, sich jedoch diese „Sünde“, Vergnügen verkneift.
Klar, und auch Dudley ist in Julia verliebt, obwohl er sich einfach einmalig, würde ich dies schon nennen, im Griff hat. Seine Augen sprechen wahre Bände was er für Julia empfindet, wobei sich das ganze nur mit zusammen schön ausgehen, eislaufen und tanzen beschränkt. Gut, Dudley hat nur vorgehabt, dass Henry mehr mit Julia unternimmt, jedoch da er ein viel beschäftigter Mann ist, trieb er im wahrsten Sinne des Wortes, Dudley in Julias Arme.
Okay, wenn es sich nicht gerade um einen Weihnachtsfilm handeln würde, hätte ich doch gern gemocht, dass Dudley und Julia sich mehr verlieben, sodass irgendwie ein größeres, effektiveres „knistern“ zwischen den beiden zu hören ist, wobei Henry um seine Liebe zu kämpfen gehabt hätte. Aber so löste sich das ganze mehr oder übel in einem Wohlgefallen auf, der Engel Dudley verabschiedet sich zum Schluss, und alles läuft wieder in seiner geordneten Bahn. Sie sehen ihn wohl noch, grüßen sich, aber kennen sich nicht mehr, da Dudley die Macht gehabt hat, sich aus ihren Gedächtnissen zu streichen, wobei nur noch der kleine Jeremia Dudley erkennt, zumal nach „Engelgesetz“ nur Kinder „Engel“ sehen können. Irgendwie Schade, dass eine Familie so einen guten Freund verloren hat, denn nicht nur Julia mochte ihn, sondern auch ihr Sohn und ihr Mann. Im Grunde war somit Dudley für Julia nur ein wunderschöner wenn auch kurzer Traum, den sie kurz vor Weihnachten träumen durfte.
Ein blödes Ende für die zwei, wenn ich es so mal ausdrücken darf. Da finden zwei Menschen zueinander, wobei die Frau verheiratet ist, was jedoch nichts zur Sache tut, zumal die Liebe rein platonisch und nur auf geistiger und seelischer Ebene abläuft. Da hätte und kann ja im Grunde nichts passieren, wobei wiederum eine Art Sprichwort aussagt: Gerade wenn´s am schönsten ist soll man gehen, wobei die schönen Momente und Stunden, die sie diesem Mann verbracht hat, einfach so aus Julias Gedächtnis gelöscht werden. Das würde ja einer Amnesie gleich kommen, jedoch nicht allein in Julias Leben, sondern in allen Erwachsenen, mit welchen er Kontakt hatte. Da ist zunächst die glanzvolle und viel Applaus erntende Weihnachtspredigt, die nicht der Pastor schrieb, sondern dieser besagte „Engel“, wobei der Pastor wiederum der Meinung war, dass er diese Predigt verfasst hat.
Okay, belassen wir es dabei, dass dieser Film ein recht unlogisches Ende hat, wobei, wenn ich diesen Film mit weiteren „Engelsfilmen“ vergleiche wie zum Beispiel „Ein Engel auf Erden“ bei welchen der Engel in den Gedächtnissen der Menschen weiterhin existiert, wobei sich nur seine Identität ändert, ist dieses Ende für uns sterblichen nicht nachvollziehbar.
Auch was die Szene mit dem Immobilienhai Gregory Hines anbelangt, da wäre ein bisschen mehr Spannung drin ganz gewisse nicht fehl am Platz gewesen. Und als der beschuldigte Nachbarjunge am Heilig Abend doch noch mit Hilfe des Pastors, der als Verteidiger fungierte frei gesprochen wurde, endete somit dieser Anschnitt in einem schönen Happyend. Na ja, und als der Engel Dudley mit Jeremia Autos spielt, stellt er fest, dass das Dach des Spielzeugkrankenwagen kaputt ist und keine Sirene hat. Im Nullkommanichts hat nun dieses Auto eine Sirene, obwohl es noch nie eine gehabt hat. Wie das zugegangen ist, ist für Jeremia ein Rätsel, wobei dieses auch nicht weiter hinterfragt wird. Das Kind freut sich und damit Basta. Ein wirklich großer Lacher in diesem Streifen war, als sich bei der Jesus Puppe beim Krippenspiel die Pipifunktion einstellt, worauf Maria mit nassem Kleid die Vorstellung empört verlässt und sich weigert wieder auf die Bühne zurückzukehren. Da musste nun Whitney Houston mit ihrer überaus glanzvollen klaren Stimme einspringen, was für uns ein wahrer Ohrenschmaus war, und das Stück zu Ende bringen. Auf diese Weise zieht sie die Blicke aller Leute, die sich in der Kirche befinden auf sich, wobei auch Courtney B. Vance sich Mühe gibt und eine prachtvolle Predigt hält. Und auch Denzel Washington hat es verstanden, Liebe ohne Sinneslust und Wollust zu entwickeln, sowie Güte und Liebeswürdigkeit ohne Schmalz und Schmach. Okay, dieser romantische Film „Rendezvous mit einem Engel“ ist so wie alle weihnachtlich-romantische Streifen im Grunde richtig seicht und total ohne Aktion, aber dafür mit sehr viel Gefühl, was auch in verschiedenen Szenen wunderschön zum Ausdruck und auch rüber kommt.
Nun die Daten zum Film:
Darsteller:
Dudley (Denzel Washington)
Julia Biggs (Whitney Houston)
Henry Biggs (Courtney B. Vance)
Joe Hamilton (Gregory Hines)
Regisseur: Penny Marshall
Komponist: Hans Zimmer
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Ungarisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1), Tschechisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugiesisch, Hebräisch, Griechisch, Isländisch, Kroatisch, Ungarisch.
Untertitel Deutsch nicht vorhanden
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Extras: Keine
Erscheinungstermin der DVD: 11. Juli 2002
Produktionsjahr: 1996
Spieldauer: 119 Minuten
Fazit: Na ja, so ganz toll habe ich diesen Film nicht gefunden, zumal ich nicht sagen könnte, dass das Happy End wirklich so hinreißend war. Denn ich zumindest empfinde so etwas als traurig, wenn mir schöne gemeinsame Erinnerungen, die ich mit einer geliebten Person verbrachte, einfach so aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Und so endet dieser Film. Sie treffen wohl diesen besagten „Engel“ auf der Straße, aber keiner der Erwachsenen kann sich mehr an ihn erinnern. Ein recht sonderbares Ende von diesem Film, welchem ich nur 3 Sterne gebe. Die Schauspieler waren schon große Klasse, nur die Story lässt zu wünschen übrig. Romantisch ist dieser Streifen schon, aber doch am Ende ganz schön traurig. So empfand ich wenigstens diesen Film. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben