Scream 2 (DVD) Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Recht günstig im Handel erhältlich!Die Schauspieler, allen voran Neve Campbell!Komplexere Handlung als der erste Teil!Undurchsichtig und dadurch recht spannend!
Nachteile / Kritik
- Ein Making Of wäre ganz schön gewesen!Leider kein DTS, sondern "nur" Dolby Digital!
Tests und Erfahrungsberichte
-
Scream 2 (DVD)
4Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
***Story***
Zwei Jahre nach den Morden in der Kleinstadt Woodsboro scheint für Sidney (Neve Campbell), eine der wenigen Überlebenden, die Welt wieder ein Stück in Ordnung zu sein. Sie ist jetzt Studentin und raus aus der Kleinstadt, ihre Angstpsychosen halten sich in Grenzen und ihr neuer Freund scheint auch geistig in Ordnung zu sein.
Doch nachdem zwei Studenten im örtlichen Kino regelrecht abgeschlachtet wurden, wiederholt sich die Geschichte wieder.
Wohl nicht rein zufällig war der Film, in dem die zwei Studenten ermordet worden waren, die Sneak-Vorstellung (muss wohl mittwochs in Gießen gewesen sein *g*) der Verfilmung der ?Woodsboro Murders? einem Buch einer weiteren Überlebenden, der karrieresüchtigen Reporterin Gale Weathers (Corteney Cox).
Nachdem die Presse von den neuen Morden Wind bekommen hat, wird das beschauliche New-England-College zum Sammelplatz für Kameras und Sidney wieder zum Medienobjekt. Doch das hält den Mörder nicht auf, weiterhin mit Köstum und Messer ausgestattet, mit Sidney und ihren Freunden Katz und Maus zu spielen?
*** Kritik ***
Teil 1 der legendären Neo-Slasher-Trilogie ist gerade mal nach einem halbes Jahrzehnt nach seiner Veröffentlichung ein berechtigter Klassiker, den jeder kennt. Mit Ironie und einer Menge Überraschungen nahm er das sich selbst durch unzählige Billigproduktion totgelaufene Genre des Teenslashers als Grundlage, um dessen ungeschriebene Gesetze sowohl zu erfüllen, als auch zu unterlaufen und somit Fans des Genres einen wohligen, humorvollen Schauer über den Rücken laufen zu lassen.
Eins dieser ungeschriebenen Gesetzt ist aber auch, dass ein erfolgreicher Horrorfilm mindestens 2 Fortsetzungen braucht, wenn?s 8 werden ist?s aber auch nicht schlimm.
So kam dann kaum ein Jahr nach dem ersten Teil die Fortsetzung ins Kino und die Horrorlaufbahn des kleinen, vorher unbelasteten Andrés nahm seinen Lauf.
### Als Scream 2 am 23.04.98 in die Kinos kam war ich gerade mal eine Woche 16 Jahre alt, Teil 1 kannte ich noch nicht und den einzigen Slasher den ich bis dahin gesehen hatte, war ?Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast? (da war ich noch 15 *böselach* *harharhar*) der einige Monate (Januar, war?s glaub ich) früher gestartet war.
Somit ging?s dann in die Double-Feature-Sneak-Vorstellung und als ich dann um 3 Uhr morgens aus dem Kino kam, war ich nicht nur müde sondern als perfekte Zielgruppe (männlich, notgeil, zwischen 14 und 18 *g*) auch infiziert vom überflutenden Horrorevival ###
Auch wenn diese Einführung vielleicht nicht wirklich die Qualitäten des Films beleuchtet, muss das wohl gesagt werden, da ich so zeigen wollte, warum ich einer der wenigen bin, der Scream 2 genauso gerne und oft gesehen hat wie Teil 1, ich hab beide Filme das erste Mal als Einheit gesehen, das prägt *g*
Auch wenn er nicht wirklich viele neue Aspekte einbringt, verfällt er doch nicht den typischen Sequel-Fehlern und behält zudem die positiven Eigenschaften des ersten Teils bei und fügt den ungeschriebenen Horrofilmgesetzen, die ungeschriebenen Sequelgesetze (z.B. höherer Bodycount, immer schlechter als das Original) zu.
***Humor vs. Blut***
Anders als die sich viel zu ernst nehmenden Horrorfilmchen, die vor Scream und nach Scream kamen, ist die größte Stärke dieser ?Duologie? (Teil 3 ignoriere ich gerne) die konsequent durchgezogene Ironie des Streifens, die auch in Teil 2 nicht verloren gegangen ist.
Man schaut sich einfach Milliarden von Slasherfortsetzungen (mit der Halloween und Freitag der 13.-Reihe hätte man schon mal die Hälfte) an, guckt was die alles gemeinsam haben, welche Stereotypen und Klischees es gibt baut die in den Film ein, erfüllt sie offensichtlich nur um wenige Szenen später wieder gegen diese Regeln aufs gröbste zu verstoßen. So einfach geht?s wenn man sich mit einem Film nur Mühe gibt.
Die Referenzen und Anspielungen zu anderen Horrorfilmen machen dann den Rest und die zu Genüge informierte Fangemeinde zu unterhalten.
***?Willst du heute Abend sterben, Cici??***
Wenn zum Beispiel Sarah Michelle Gellar ganz alleine in einem großen Haus wartet, ist das nicht einfallslos und stereotyp, sondern überzogen und mit Absicht so inszeniert, damit der Horrorkenner ahnt wie es weitergeht und rumprotzen kann, dass er weiß, dass das Opfer gleich die Treppe anstatt hoch nach draußen läuft. So etwas macht einfach Spaß, vor allem weil es trotzdem noch überraschend ist und vor genialsten Dialoge nur so strotzt. Also, dass Cici (so Sarah Michelle Gellars? Charaktername) am Anfang der Szene am Telefon über Sarah, Bailey und Gwen redet ist für viele wahrscheinlich nur eine schnell überhörbare Zeile wie jede andere aus dem Film, für mich als Film-Junkie ist es eine wunderbar erheiternde Anspielung auf ?Party of Five? eine Serie in der Jennifer Love-Hewitt, die zusammen mit Sarah Michelle Gellar in ?Ich weiß, ?? gespielt hat, eine Hauptrolle übernahm und wenn?s dann später in der Szene weitergeht und die nette Dame am Telefon mit ihrem ?Erstechen, erstechen, erstechen, tot, tot, tot? Cici Angst macht, ist das für viele makaber, für mich eine lustiges Zitat, diesmal an Freitag der 13. Und dieses Zitateraten zieht sich wirklich durch den ganzen Film, genauso wie Logiklöcher, die hier mit überspitzer Darstellung den Leuten die Empörung ins Gesicht treibt mit Kommentaren ? Ja klar, so dumm ist kein Mensch, ich würde sofort weglaufen und auf einmal funktioniert das Telefon nicht mehr, wie lächerlich? aber trotzdem sind es genau diese Leute, die sich trotzdem erschrecken und gegruselt fühlen. Das liegt nicht nur an dem wieder mal vor Ideen strotzenden Drehbuch von Kevin Williamson, das dieses Genre diesmal auch noch um den Film-im-Film-Aspekt erweiter, sondern an der erneut einfallsreichen Regie von Wes Craven, der hier wieder auf dunkle, verwackelte Bilder verzichtet hat, und anstatt dessen auch in Verfolgungsjagden und Spannungsmomenten den Überblick bewahrt und das macht weiterhin den Reiz für mich von Scream aus. Was ist an Verfolgungen so spannend, wenn man nichts erkennt und einem schlecht dabei wird? Nicht viel. Aber Scream ist eine der Ausnahmen, die in durchweg erhellten Szenen spielt und mit ausgefallenen statt unruhigen Bildern aufwartet und somit viel origineller fesselt. Wen man sieht wie nah der Mörder dem Opfer kommt und wer da überhaupt wohin läuft ist das spaßiger, als dass man nur laufende Füße und blinkende Messer vorbeifliegen sieht.
Apropos blinkende Messer, ein weiteres Scream-Phanomen ist das ?eintönige? Morden. Konnte z.B. Düstere Legenden mich hauptsächlich dafür begeistern, dass die Morde sehr einfallsreich und abwechslungsreich waren, wird hier nur das Messer gezückt und zugestochen, aber durch den vorangegangen Spannungsaufbau der Todesszenen könnten die Opfer sogar von Margit Tetz zu Tode gequatscht werden ohne das es an Kult verliert. Das liegt zudem auch daran, dass gerade der Killer, gegen sämtliche Genreregeln verstößt. Nicht nur, dass er fast mehr erleiden muss, als seine Opfer und man ihn eigentlich an all seinen blauen Flecken erkennen müsste, sondern er ist kein Übermensch wie üblich, d.h. dass er auch läuft und nicht gemütlich geht und die rennenden Opfer trotzdem einholt. Und das er manchmal anscheinend doch überall ist liegt lediglich daran, dass auch hier wieder gegen eine altbekannte Regel vorgegangen wurde, die da festlegt, dass es immer nur einen Killer gibt. Denkste, auch in Teil zwei wird wieder im Kollektiv gemeuchelt. Weiterhin ist eine Regel, die die Mörder immer überleben lässt, um ein offenes Ende zu gewährleisten schon im ersten Teil mal wieder aus den Angeln gehoben worden, so dass auch im Sequel geraten werden kann, wer diesmal der Mörder ist, während z.B. in Halloween das auftauchen von Michael Myers nicht mal ein ungeborenes Baby überrascht.
***#Dieser Abscnitt enthält zwar keine Spuren von Erdnüssen, aber einige dezente Spoiler#***
Einige Schönheitsfehler muss dieser Film aber trotzdem einstreichen, zum einen hat er nicht mehr die von mir so geliebte auf wenigen Raum beschränkte Kleinstadtatmosphäre des Vorgängers , dafür aber die gnadenlos schlechte Laurie Metcalf, die in ?Roseanne? durchaus zu einem Sitcomklassiker wurde, hier aber nur peinlich, mit zuviel Kajal, überfordert wirkt. Schade eigentlich, denn der immer als so schlecht dargestellte Showdown, hat meiner Meinung nach zwar nicht mehr die umwerfenden, unerreichbaren Qualitäten des Pendants aus Teil 1, aber immer noch Dialoge, die zum auswendig lernen und mitsprechen anregen (nicht das ich das jemals gemacht hätte *räusper*) und einige schöne Schock- und Goreeffekte. Was mir neben oben erwähnter Schauspielerin aber weiterhin nicht daran gefällt ist der wahllos ausgesuchte Schauplatz, der einfach zu weiträumig ist, ein verwinkelter, abgeschlossener Raum hätte wohl für mehr Atmosphäre gesorgt. Aber egal, dafür gab?s ja wenige Sekunden vorher zwei der spannendsten Szenen der Filmgeschichte ? Gale im Tonstudio und Sidney im Auto. Der Wahnsinn und für mich immer noch spannend auch wenn ich diesen Film schon an die zwei Dutzend male gesehen hab. Ehrlich!!!
Apropos Gale und Sidney, anders als in ?Stirb doch endlich?-Filmen ist das ein Horrorflick bei dem einen die Story nicht gänzlich kalt lässt. Die Nebendarsteller können ruhig draufgehen, dass ist nicht das Problem, aber doch nicht die ins Herz geschlossenen Hauptcharaktere. Aber was Kevin Williamson mit denen macht, weiß man nie, denn das ungeschriebene Gesetzt von Fortsetzungen ist, dass Überlebende aus dem Original nicht draufgehen dürfen. Man erinnere sich nur mal an die Proteste bei Alien³ als Fincher die Kultcharaktere direkt am Anfang des Films dahinraffen ließ. Und wenn die Regel nun mal ist, das solche Leute nicht sterben dürfen, ist das natürlich ein gefundenes Fressen für einen intelligenten Drehbuchautor und das dieses Gesetzt eingehalten wird, grenzt an Blasphemie *g*
***?Nette Strähnchen!? ? oder - Die Schauspieler im Überblick***
Gab?s in den 80ern und am Ende der von Scream ausgelösten Horrorwelle massige Filme die nicht nur mit Einfallslosigkeit protzten, sondern auch von 08/15-Gesichtern besiedelt waren (ich vertrete ja, die Ansicht, dass Düstere Legenden nur mit einer Schauspielerin gedreht wurde, die immer nur anders geschminkt wurde), zeigt Scream 2 wieder alle bekannten Gesichter des ersten Teils, die weder der Schere noch dem Messer zum Opfer gefallen sind :-)
Neve Campbell ? Warum sie als neue Screamqueen tituliert wurde, konnte ich nie verstehen, da sie im Verlauf der Trilogie zur selbstbewussten Kämpferin wird, anstatt zu Kreischkönigin. Wie so üblich für Slasherdamen kommt sie vom Fernsehen, genauer gesagt hatte sie ihre Anfänge in der Serie ?Party of Five? (die hatten wir doch heute schon mal), nach und während der Scream-Trilogie sah man sie noch in der netten, aber nicht weltbewegenden Komödie ?Three to Tango?.
Cortney Cox ? Ja, da hieß sie noch Cortney Cox, mittlerweile und sogar noch immer heißt sie Cortney Coy-Arquette, denn bei Scream 1 begegnete sie ihrem Schauspielerkollegen David Arquette, bei Teil 2 verliebten sie sich und bei Teil drei waren sie schon verheiratet. So kann?s gehen. Anders als ihr Friends-Alter Ego Monica Gellar (auch Gellar hatten wir heute schon mal *g*) spielt sie Gale Weathers als karrieregeile Reporterin, bei der man nie weiß, ob sie auch über Leichen gehen würde.
David Arquette ? Da hätten wir ja Herrn Cox. Einer der vielen Schauspieler aus dem Arquette-Clan (Rosanna, Patricia, Alexis, Lewis und noch einige mehr) der neben der Scream-Trilogie mit einem zu Recht in Vergessenheit geratenen Wrestling-Movie und Eight Legged Freaks aufwarten kann. Nicht zu vergessen seinen lustigen Gastauftritt bei Friends. David ist als Ex-Deputy, das Highlight aller drei Teile. Etwas dümmlich, aber genauso lieb und des Öfteren mit einem Messer im Rücken.
Jamie Kennedy ? Mittlerweile hat er sogar seine eigene Show im US-Fernsehen, dazwischen sah man in z.B. in Three Kings mit George Clooney. Die ewige Jungfrau aus Teil eins ist derjenige der den Zuschauer mit den Regeln des Films bekannt macht und er ist auch derjenige der ihnen verfällt :-(
Sonst noch ? Nicht näher aufzählen möchte ich die netten Cameos von der wahren Screamqueen Sarah Michelle Gellar, von der lebenden Dawson?s Creek Anspielung Joshua Jackson, Heather Graham, Tori Spelling, die eine menschgewordene Referenz zu einem Zitat aus Teil 1 geworden ist und Jada Pinkett aka Mrs. Will Smith, die es nicht ganz schafft, in die kultigen Fußstapfen von Drew Barrymore zu treten.
***BACKSTAGE***
Wes Craven (Regie) ? Ich bin eigentlich kein großer Fan von seinen Horrorfilmen, bis auf die Scream Trilogie konnte er mich wenig begeistern. Immerhin ist er der Schöpfer einer weiteren Horrorikone ?1, 2, 3, Freddie kommt vorbei?. Auch wenn der erste ?Nightmare on Elmstreet? Teil nicht zu meinen Lieblingsfilmen gehört, ist er doch ganz nett und auch in Scream 2 hat sich wieder Mr. Krügers Pullover geschlichen. Das ist doch schon mal was :-)
Marco Beltrami (Musik) ? wie schon beim ersten Teil ist Beltrami auch hier wieder dafür zuständig, die bedrohende Musik zum richtigen Zeitpunkt anschwellen zu lassen, um die gut dosierten und platzierten Schockeffekte richtig zur Geltung kommen zu lassen, Diese Musik kann mit ?Halloween? und dem ?weißen Hai? mithalten, auch wenn es mit mehr als einem Ton etwas komplexer ist *g*
Kevin Williamson (Drehbuch) ? Mein Meister, der mittlerweile von der Bildfläche verschwunden ist, dabei hat er nicht nur die Drehbücher zu Scream 1 und 2, Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, Halloween H20 (obwohl er hier nur seinen Namen dazu gegeben haben soll) und Faculty geschrieben, sondern hat mit Dawson?s Creek eine der erfolgreichsten Serien geschaffen, mit der er seine Jugend in einer Kleinstadt verarbeitet hat und hat mit ?Tötet Mrs. Tingle? einen erstaunlich blutleeren Film gemacht, der leider zur falschen Zeit rauskam und so etwas in der Versenkung verschwunden ist, obwohl er mit bissigen, makabren Dialogen aufwarten kann.
Bei Scream 3 hat er das Drehbuch nicht mehr verfasst, sondern gab das Zepter Ehren Kruger (Arlington Road) in die Hand, der daraus einen humorlosen, einfallslosen, überraschungsarmen Brei machte, was zeigt, dass nicht Craven sonder Williamson das Genie hinter dem Scream-Phänomen war.
Und noch was: Wer sagt, dass Horrorfilme nur was für starke Männer wären ? Kevin Williamson ist stockschwul. Tja, ich hoffe ich hab jetzt keinem die Illusionen geraubt *fg*
*** Fazit ***
Zwar wird das Konzept von Teil 1 nicht um viele neue Ideen erweitert, aber das Sequel ist trotzdem noch genauso spannend, humorvoll, selbstironisch und anspielungsfreudig wie Teil 1 und diesmal wird sogar Hitchcock die ein oder andere Referenz gewidmet. Nur der Showdown kränkelt ein wenig, ist aber doch noch besser als sein Ruf. Das die Trilogie aber nicht konsequent abgeschlossen wurde, schmälert leider das Gesamtbild aller Teile zusammen.
*** DVD ***
Es gibt mindestens genauso viel Auflagen dieser DVD, wie Plagiate des Films. Mein Bericht bezieht sich auf die Neuauflage (erkennbar durch das ?Remastered?-Etikett auf der Vorderseite unter dem Schriftzug) in ungeschnittener FSK 18-Version (versteht sich ja von selbst, schon alleine wegen der fiesen Stange-durch-Kopf-Szene *g*)
*** Bildqualität ***
Durchaus Akzeptabel. Besser als das etwas grieselige Bild von Teil 1, könnte das hier in Widescreen 1:2,35 vorliegende Format einen Tick mehr Schärfe und Details gebrauchen, ist aber schön farbenfroh, ruhig und erstaunlich ordentlich remastered.
*** Tonqualität ***
Ein guter Horrorfilm ohne guten Sound ist wie André ohne Gel in den Haaren. Nicht nur die atmosphärische Score verteilt sich schön räumlich, sondern auch Türenknarren, Knacksen und die Schocktöne lassen einen mehr als einmal im Raum umschauen, ob man auch wirklich alleine ist. Vor allem die Cici-Sequenz hat mich tonal begeistert. Sowohl Deutsch als auch Englisch liegen in Dolby Digital 5.1 vor und sogar bei der Originalversion sind die Untertitel optional, also ausblenbar. Geradezu ein Wunder, und mehr als erfreulich, denn die Originalstimme des Mörders am Telefon ist mindestens genauso genial wie die sehr gute deutsche Stimme.
*** Menü ***
Anders als das nicht animierte Menü der Erstauflage, wurde die Neuauflage auch in dieser Hinsicht bereichert. Ein Mix aus Filmsequenzen zieht sich durch alle Untermenüs, die auch genau wie das durchgängig animierte Hauptmenü musikuntermalt sind. Wirklich nett.
*** Booklet ***
Naja, Bookletchen wäre wohl eine bessere Bezeichnung. Denn ein einziges Blättchen, dass auf einer Seite vom Cover verziert ist und auf der anderen Seite die Kapitelliste und die Auflistung der Extras hat, das war?s.
*** Extras ***
Im Gegensatz zur lediglich mit Trailern bestückten Erstauflage finden sich hier einige nette Extras ein.
- Trailer (Scream 2 und 3, Angel Heart, Resurrection, Final Destination, Chucky und seine Braut)
- mehrere TV-Spots zu Scream 2 (insgesamt 6:17 Minuten)
- geschnittene Szenen (4:07) Nicht spektakulär, aber immerhin mit zuschaltbarem Audiokommentar von Wes Craven. Die erste Szene ist eine komplett andere Version der Unterhaltung über Sequels und die zweite eine Szene zwischen Neve Campbell und Mr. Ich-spiele-nur-noch-in-billigen-Teenie-Sex-Klamotten Jerry O?Connell.
- Musikvideos von Master P ?Scream? (3:11) in Stereo und guter Bildqualität und Kottonmouth Kings mit ?Suburban Life? (3:39) ebenfalls in Stereo und mit gutem Bild.
- Behind the Scenes (7:05) entpuppt sich wie so oft als kurzes Werbe Making of mit B-Roll-Material und Selbstlobenden Interviews.
- Outtakes (8:53) ? Ne ganze Menge recht witziger Outtakes, das Highlight der Extras
- Audiokommentar ? nicht nur die geschnittenen Szenen, sondern der ganze Film hat einen Audiokommentar mit Wes Craven und seiner Crew zu bieten, manchmal etwas träge, aber schon interessant.
*** Fazit ***
Unbedingt zur ungekürzten Neuauflage greifen, die zwar nirgendwo Refernzcharakter hat, aber technisch durch eine ordentliche Umsetzung überrascht (war man bei Teil 1 ja nicht gewohnt) und wenigstens ein paar Interessante, wenn auch knappe, Boni besitzt. weiterlesen schließen -
-
Wer steckt hinter der berühmten Maske?
25.06.2003, 17:45 Uhr von
Skywalkeratwork
Hauptsächlich bei Ciao zu finden, aber auch hier werden meine Berichte natürlich gepostet und mei...Pro:
Recht günstig im Handel erhältlich!Die Schauspieler, allen voran Neve Campbell!Komplexere Handlung als der erste Teil!Undurchsichtig und dadurch recht spannend!
Kontra:
Ein Making Of wäre ganz schön gewesen!Leider kein DTS, sondern "nur" Dolby Digital!
Empfehlung:
Ja
Vorwort
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Heute schreibe ich über einen Film aus dem Horrorgenre, welchen mit Sicherheit die Mehrzahl von euch kennen werden. 1997 war er nämlich in aller Munde, doch ich muss ehrlich dazu sagen, das ich den ersten Teil nicht gesehen habe. Einzig allein den dritten Teil hatte ich mir mal im Kino zusammen mit meiner Frau angesehen. Daher kann ich leider nicht vergleichen zum ersten Teil, aber es geht in meinem Bericht ja auch nur hauptsächlich um den zweiten Teil und zwar genauer gesagt um die DVD. Ihr werdet aber wie gewohnt alles in meinem Bericht darüber erfahren, ob sich der Kauf dieser DVD lohnt oder nicht!
Kurze Infos zum Film
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Bei meiner Version handelt es sich „nur“ um die 16er Version und diese dauert insgesamt genau 115 Minuten. Auch hier hat man die Möglichkeit sich den Film im Widescreen-Modus anzuschauen und im Tonformat Dolby Digital 5.1. Außerdem gibt es einige Special-Features, wozu ich aber noch später kommen werde. Bezahlen würde man mit Sicherheit nicht mehr als 10 € und im E-Bay bekommt man die 16er Version auch sehr billig und wenn man Glück hat sogar für ca. 5 €. Laut den Zuschauerzahlen stand der zweite Teil dem Original in nichts nach, denn immerhin gab es 1,5 Mio. Kinozuschauer. Unterteilt ist der Film übrigens in ganze 27 Kapitel!
Die Schauspieler
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Neve Campbell spielt Sidney
Corteney Cox spielt Gale Weathers
Jamie Kennedy spielt Randy
David Arquette spielt Dewey Riley
Liev Schreiber spielt Cotton Weary
Timothy Olyphant spielt Mickey
Laurie Metcalf spielt Debbie Salt
Jerry O´Connel spielt Derek
Elise Neal spielt Hallie
Duane Martin spielt Joel
Die Schauspieler haben teilweise bei Horrorfilmen dieser Art nur eine kurzlebige Überlebensrate, aber Neve Campbell spielt schon im ersten Teil mit und soviel ich weiß auch später noch im Dritten. Sie ist eigentlich die Hauptperson um die sich alles dreht und sie macht das auch hervorragend. Sidney Prescott ist nämlich diejenige, auf die es der Killer abgesehen hat. Dabei tötet er wieder einmal viele ihrer Freunde und jagt ihr Todesängste ein. Zu den Schauspielern kann man eigentlich nur sagen, das man hier nie richtig weiß, wer denn jetzt der Killer ist und deshalb ist der Film auch so spannend. Immer wieder gibt es neue Wendungen und die Schuld wird des öfteren auf jemand anderen „geschoben“. Alles in allem sind es aber grundsätzlich eher unbekannte Schauspieler, bis auf einen kurzen Auftritt von Torri Spelling von Beverly Hills 90210!
Die Handlung
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Nach den Ereignissen in der Kleinstadt Woodsboro beginnen genau zwei Jahre später wieder seltsame Morde und alles deutet auf eine Wiederholung hin. Inzwischen wurde von ein Buch über den sogenannten „The Woodsboro Murders“ geschrieben und auch noch verfilmt. Es scheint ein Bestseller zu werden, doch leider wehrt der Frieden nur von kurzer Dauer. Während einer Sneak-Preview nämlich, werden auf seltsame Art und Weise zwei Menschen getötet…
Seit dem ist die Polizei wieder hinter dem Serienmörder her, denn er hat es wieder speziell auf Sidney abgesehen. Doch damit nicht genug das sie in Todesängsten leben muss, denn immer mehr ihrer Freunde oder Bekannten werdet getötet auf seiner „Jagd“. Dazu telefoniert er meist noch mit seinen Opfern, bevor er sie mit seinem Messer umbringt. Eine blutige Jagd beginnt und Sidney braucht immer mehr den Schutz zwei Leibwächtern. Doch auch diese beiden leben nicht lange und deshalb kommt es am Ende zum Showdown…
Alles in allem würde ich die Handlung sehr undurchsichtig sehen und immer wieder ist es schwer für den Zuschauer die genauen Zusammenhänge zu verstehen. Dazu wird der Zuschauer immer wieder auf eine falsche Fährte gelenkt und selbst am Ende weiß man nicht genau, wer denn jetzt eigentlich der Serienkiller ist!
Die Special-Features
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Also erst mal kann man wählen zwischen den Sprachen Deutsch und Englisch und beides sogar in Dolby Digital 5.1. Zusätzlich kann man sich von beiden Sprachen auch die Untertitel anzeigen lassen und wie schon erwähnt ist auch der Widescreen-Modus wählbar. Dann gibt es wie gewohnt ein paar nette Trailer, wozu unter anderem der neue „Scream 3“ zugehört und „Angel Heart“, „Resurrection“, „Final Destination“ und „Chucky und seine Braut“. Bei allen Trailern handelt es sich grundsätzlich um dasselbe Genre wie Scream. Bei den Extras hatte ich dann eigentlich schon viel erwartet, doch als erstes gab es da den Trailer zum Film. Danach kommen dann die beiden Musik-Videos von Master P. mit „Scream“ und Kottonmouth Kings mit „Suburban Life“. Als letztes Special gibt es dann noch „Behind the Scenes“ welches genau 7 Minuten geht und einige lustige Showeinlagen hinter den Kulissen bietet. Alles in allem würde ich sagen recht annehmbar für diese Version, denn hierbei kommt es ja hauptsächlich auf den Film an. Wer mehr Wert auf Bonus-Material legt, der wird hier sehr wahrscheinlich enttäuscht werden!
Meine Meinung
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Alles in allem fand ich ihn für dieses Genre ganz gelungen und auch das Bonus-Material reicht mir eigentlich, auch wenn vielleicht ein ausführlicheres Making-Of ganz interessant gewesen wäre. Aber dafür kostet er derzeit nicht mehr sehr viel und es lohnt sich sogar ein Kauf der gesamten Trilogie. Der zweite Teil scheint auf jeden Fall etwas komplexer und für meine Meinung auch undurchsichtiger. Der Zuschauer weiß nie so richtig, wer nun der Serienkiller ist und das hält die Spannung doch immer aufrecht. Anfangs beginnt alles noch sehr ruhig und es werden erst mal die neuen Charaktere eingeführt, aber bis zum Schluss wird es immer spannender bis zum eigentlichen Showdown. Dazu ist er teilweise sehr blutig, die Freigabe ab 16 Jahren ist aber gerechtfertigt. Wer also nicht unbedingt auf Horrorschocker steht, der sollte Scream besser nicht anschauen und wer solche Filme gerne mag, der wird ihn wohl als „Gut“ bewerten. Das ist auf jeden Fall mein Urteil, denn er ist teilweise recht spannend, aber richtig überzeugen kann er mich nicht, da die Handlung nicht sonderlich neu ist. Aber im Grunde sind Handlungen ja immer ein wenig schwach bei diesen Filmen, aber zumindest die Hauptcharaktere können hier überzeugen, allen voran Neve Campbell. Somit empfehle ich diesen Film, aber jeder sollte für sich entscheiden, ob diese seine Art von Filmen ist oder nicht!
Damit kann ich nur hoffen, das ich euch ein wenig weitergeholfen habe mit meinem Bericht und ich wünsche allen Lesern noch einen schönen Tag. Vielen Dank im Voraus fürs Lesen und Bewerten und ich bin wie immer für Kommentare und Verbesserungen zu haben. Bis zu meinem nächsten Bericht, euer Sky! weiterlesen schließen -
Jedes Opfer schreit nur zweimal… - Remastered DVD
29.01.2003, 20:36 Uhr von
Kuhli
Hauptsächlich bzw. sogar fast ausschließlich schreibe ich hier über Filme quer durch alle Genres,...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
† STORY †
Zwei Jahre nach den Morden in der Kleinstadt Woodsboro scheint für Sidney (Neve Campbell), eine der wenigen Überlebenden, die Welt wieder ein Stück in Ordnung zu sein. Sie ist jetzt Studentin und raus aus der Kleinstadt, ihre Angstpsychosen halten sich in Grenzen und ihr neuer Freund scheint auch geistig in Ordnung zu sein.
Doch nachdem zwei Studenten im örtlichen Kino regelrecht abgeschlachtet wurden, wiederholt sich die Geschichte wieder.
Wohl nicht rein zufällig war der Film, in dem die zwei Studenten ermordet worden waren, die Sneak-Vorstellung (muss wohl mittwochs in Gießen gewesen sein *g*) der Verfilmung der „Woodsboro Murders“ einem Buch einer weiteren Überlebenden, der karrieresüchtigen Reporterin Gale Weathers (Corteney Cox).
Nachdem die Presse von den neuen Morden Wind bekommen hat, wird das beschauliche New-England-College zum Sammelplatz für Kameras und Sidney wieder zum Medienobjekt. Doch das hält den Mörder nicht auf, weiterhin mit Köstum und Messer ausgestattet, mit Sidney und ihren Freunden Katz und Maus zu spielen…
† KRITIK †
Teil 1 der legendären Neo-Slasher-Trilogie ist gerade mal nach einem halbes Jahrzehnt nach seiner Veröffentlichung ein berechtigter Klassiker, den jeder kennt. Mit Ironie und einer Menge Überraschungen nahm er das sich selbst durch unzählige Billigproduktion totgelaufene Genre des Teenslashers als Grundlage, um dessen ungeschriebene Gesetze sowohl zu erfüllen, als auch zu unterlaufen und somit Fans des Genres einen wohligen, humorvollen Schauer über den Rücken laufen zu lassen.
Eins dieser ungeschriebenen Gesetzt ist aber auch, dass ein erfolgreicher Horrorfilm mindestens 2 Fortsetzungen braucht, wenn’s 8 werden ist’s aber auch nicht schlimm.
So kam dann kaum ein Jahr nach dem ersten Teil die Fortsetzung ins Kino und die Horrorlaufbahn des kleinen, vorher unbelasteten Andrés nahm seinen Lauf.
### Als Scream 2 am 23.04.98 in die Kinos kam war ich gerade mal eine Woche 16 Jahre alt, Teil 1 kannte ich noch nicht und den einzigen Slasher den ich bis dahin gesehen hatte, war „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (da war ich noch 15 *böselach* *harharhar*) der einige Monate (Januar, war’s glaub ich) früher gestartet war.
Somit ging’s dann in die Double-Feature-Sneak-Vorstellung und als ich dann um 3 Uhr morgens aus dem Kino kam, war ich nicht nur müde sondern als perfekte Zielgruppe (männlich, notgeil, zwischen 14 und 18 *g*) auch infiziert vom überflutenden Horrorevival ###
Auch wenn diese Einführung vielleicht nicht wirklich die Qualitäten des Films beleuchtet, muss das wohl gesagt werden, da ich so zeigen wollte, warum ich einer der wenigen bin, der Scream 2 genauso gerne und oft gesehen hat wie Teil 1, ich hab beide Filme das erste Mal als Einheit gesehen, das prägt *g*
Auch wenn er nicht wirklich viele neue Aspekte einbringt, verfällt er doch nicht den typischen Sequel-Fehlern und behält zudem die positiven Eigenschaften des ersten Teils bei und fügt den ungeschriebenen Horrofilmgesetzen, die ungeschriebenen Sequelgesetze (z.B. höherer Bodycount, immer schlechter als das Original) zu.
Humor vs. Blut
Anders als die sich viel zu ernst nehmenden Horrorfilmchen, die vor Scream und nach Scream kamen, ist die größte Stärke dieser „Duologie“ (Teil 3 ignoriere ich gerne) die konsequent durchgezogene Ironie des Streifens, die auch in Teil 2 nicht verloren gegangen ist.
Man schaut sich einfach Milliarden von Slasherfortsetzungen (mit der Halloween und Freitag der 13.-Reihe hätte man schon mal die Hälfte) an, guckt was die alles gemeinsam haben, welche Stereotypen und Klischees es gibt baut die in den Film ein, erfüllt sie offensichtlich nur um wenige Szenen später wieder gegen diese Regeln aufs gröbste zu verstoßen. So einfach geht’s wenn man sich mit einem Film nur Mühe gibt.
Die Referenzen und Anspielungen zu anderen Horrorfilmen machen dann den Rest und die zu Genüge informierte Fangemeinde zu unterhalten.
„Willst du heute Abend sterben, Cici?“
Wenn zum Beispiel Sarah Michelle Gellar ganz alleine in einem großen Haus wartet, ist das nicht einfallslos und stereotyp, sondern überzogen und mit Absicht so inszeniert, damit der Horrorkenner ahnt wie es weitergeht und rumprotzen kann, dass er weiß, dass das Opfer gleich die Treppe anstatt hoch nach draußen läuft. So etwas macht einfach Spaß, vor allem weil es trotzdem noch überraschend ist und vor genialsten Dialoge nur so strotzt. Also, dass Cici (so Sarah Michelle Gellars’ Charaktername) am Anfang der Szene am Telefon über Sarah, Bailey und Gwen redet ist für viele wahrscheinlich nur eine schnell überhörbare Zeile wie jede andere aus dem Film, für mich als Film-Junkie ist es eine wunderbar erheiternde Anspielung auf „Party of Five“ eine Serie in der Jennifer Love-Hewitt, die zusammen mit Sarah Michelle Gellar in „Ich weiß, …“ gespielt hat, eine Hauptrolle übernahm und wenn’s dann später in der Szene weitergeht und die nette Dame am Telefon mit ihrem „Erstechen, erstechen, erstechen, tot, tot, tot“ Cici Angst macht, ist das für viele makaber, für mich eine lustiges Zitat, diesmal an Freitag der 13. Und dieses Zitateraten zieht sich wirklich durch den ganzen Film, genauso wie Logiklöcher, die hier mit überspitzer Darstellung den Leuten die Empörung ins Gesicht treibt mit Kommentaren „ Ja klar, so dumm ist kein Mensch, ich würde sofort weglaufen und auf einmal funktioniert das Telefon nicht mehr, wie lächerlich“ aber trotzdem sind es genau diese Leute, die sich trotzdem erschrecken und gegruselt fühlen. Das liegt nicht nur an dem wieder mal vor Ideen strotzenden Drehbuch von Kevin Williamson, das dieses Genre diesmal auch noch um den Film-im-Film-Aspekt erweiter, sondern an der erneut einfallsreichen Regie von Wes Craven, der hier wieder auf dunkle, verwackelte Bilder verzichtet hat, und anstatt dessen auch in Verfolgungsjagden und Spannungsmomenten den Überblick bewahrt und das macht weiterhin den Reiz für mich von Scream aus. Was ist an Verfolgungen so spannend, wenn man nichts erkennt und einem schlecht dabei wird? Nicht viel. Aber Scream ist eine der Ausnahmen, die in durchweg erhellten Szenen spielt und mit ausgefallenen statt unruhigen Bildern aufwartet und somit viel origineller fesselt. Wen man sieht wie nah der Mörder dem Opfer kommt und wer da überhaupt wohin läuft ist das spaßiger, als dass man nur laufende Füße und blinkende Messer vorbeifliegen sieht.
Apropos blinkende Messer, ein weiteres Scream-Phanomen ist das „eintönige“ Morden. Konnte z.B. Düstere Legenden mich hauptsächlich dafür begeistern, dass die Morde sehr einfallsreich und abwechslungsreich waren, wird hier nur das Messer gezückt und zugestochen, aber durch den vorangegangen Spannungsaufbau der Todesszenen könnten die Opfer sogar von Margit Tetz zu Tode gequatscht werden ohne das es an Kult verliert. Das liegt zudem auch daran, dass gerade der Killer, gegen sämtliche Genreregeln verstößt. Nicht nur, dass er fast mehr erleiden muss, als seine Opfer und man ihn eigentlich an all seinen blauen Flecken erkennen müsste, sondern er ist kein Übermensch wie üblich, d.h. dass er auch läuft und nicht gemütlich geht und die rennenden Opfer trotzdem einholt. Und das er manchmal anscheinend doch überall ist liegt lediglich daran, dass auch hier wieder gegen eine altbekannte Regel vorgegangen wurde, die da festlegt, dass es immer nur einen Killer gibt. Denkste, auch in Teil zwei wird wieder im Kollektiv gemeuchelt. Weiterhin ist eine Regel, die die Mörder immer überleben lässt, um ein offenes Ende zu gewährleisten schon im ersten Teil mal wieder aus den Angeln gehoben worden, so dass auch im Sequel geraten werden kann, wer diesmal der Mörder ist, während z.B. in Halloween das auftauchen von Michael Myers nicht mal ein ungeborenes Baby überrascht.
Einige Schönheitsfehler muss dieser Film aber trotzdem einstreichen, zum einen hat er nicht mehr die von mir so geliebte auf wenigen Raum beschränkte Kleinstadtatmosphäre des Vorgängers , dafür aber die gnadenlos schlechte Laurie Metcalf, die in „Roseanne“ durchaus zu einem Sitcomklassiker wurde, hier aber nur peinlich, mit zuviel Kajal, überfordert wirkt. Schade eigentlich, denn der immer als so schlecht dargestellte Showdown, hat meiner Meinung nach zwar nicht mehr die umwerfenden, unerreichbaren Qualitäten des Pendants aus Teil 1, aber immer noch Dialoge, die zum auswendig lernen und mitsprechen anregen (nicht das ich das jemals gemacht hätte *räusper*) und einige schöne Schock- und Goreeffekte. Was mir neben oben erwähnter Schauspielerin aber weiterhin nicht daran gefällt ist der wahllos ausgesuchte Schauplatz, der einfach zu weiträumig ist, ein verwinkelter, abgeschlossener Raum hätte wohl für mehr Atmosphäre gesorgt. Aber egal, dafür gab’s ja wenige Sekunden vorher zwei der spannendsten Szenen der Filmgeschichte – Gale im Tonstudio und Sidney im Auto. Der Wahnsinn und für mich immer noch spannend auch wenn ich diesen Film schon an die zwei Dutzend male gesehen hab. Ehrlich!!!
Apropos Gale und Sidney, anders als in „Stirb doch endlich“-Filmen ist das ein Horrorflick bei dem einen die Story nicht gänzlich kalt lässt. Die Nebendarsteller können ruhig draufgehen, dass ist nicht das Problem, aber doch nicht die ins Herz geschlossenen Hauptcharaktere. Aber was Kevin Williamson mit denen macht, weiß man nie, denn das ungeschriebene Gesetzt von Fortsetzungen ist, dass Überlebende aus dem Original nicht draufgehen dürfen. Man erinnere sich nur mal an die Proteste bei Alien³ als Fincher die Kultcharaktere direkt am Anfang des Films dahinraffen ließ. Und wenn die Regel nun mal ist, das solche Leute nicht sterben dürfen, ist das natürlich ein gefundenes Fressen für einen intelligenten Drehbuchautor und das dieses Gesetzt eingehalten wird, grenzt an Blasphemie *g*
„Nette Strähnchen!“ – oder - Die Schauspieler im Überblick
Gab’s in den 80ern und am Ende der von Scream ausgelösten Horrorwelle massige Filme die nicht nur mit Einfallslosigkeit protzten, sondern auch von 08/15-Gesichtern besiedelt waren (ich vertrete ja, die Ansicht, dass Düstere Legenden nur mit einer Schauspielerin gedreht wurde, die immer nur anders geschminkt wurde), zeigt Scream 2 wieder alle bekannten Gesichter des ersten Teils, die weder der Schere noch dem Messer zum Opfer gefallen sind :-)
Neve Campbell – Warum sie als neue Screamqueen tituliert wurde, konnte ich nie verstehen, da sie im Verlauf der Trilogie zur selbstbewussten Kämpferin wird, anstatt zu Kreischkönigin. Wie so üblich für Slasherdamen kommt sie vom Fernsehen, genauer gesagt hatte sie ihre Anfänge in der Serie „Party of Five“ (die hatten wir doch heute schon mal), nach und während der Scream-Trilogie sah man sie noch in der netten, aber nicht weltbewegenden Komödie „Three to Tango“.
Cortney Cox – Ja, da hieß sie noch Cortney Cox, mittlerweile und sogar noch immer heißt sie Cortney Coy-Arquette, denn bei Scream 1 begegnete sie ihrem Schauspielerkollegen David Arquette, bei Teil 2 verliebten sie sich und bei Teil drei waren sie schon verheiratet. So kann’s gehen. Anders als ihr Friends-Alter Ego Monica Gellar (auch Gellar hatten wir heute schon mal *g*) spielt sie Gale Weathers als karrieregeile Reporterin, bei der man nie weiß, ob sie auch über Leichen gehen würde.
David Arquette – Da hätten wir ja Herrn Cox. Einer der vielen Schauspieler aus dem Arquette-Clan (Rosanna, Patricia, Alexis, Lewis und noch einige mehr) der neben der Scream-Trilogie mit einem zu Recht in Vergessenheit geratenen Wrestling-Movie und Eight Legged Freaks aufwarten kann. Nicht zu vergessen seinen lustigen Gastauftritt bei Friends. David ist als Ex-Deputy, das Highlight aller drei Teile. Etwas dümmlich, aber genauso lieb und des Öfteren mit einem Messer im Rücken.
Jamie Kennedy – Mittlerweile hat er sogar seine eigene Show im US-Fernsehen, dazwischen sah man in z.B. in Three Kings mit George Clooney. Die ewige Jungfrau aus Teil eins ist derjenige der den Zuschauer mit den Regeln des Films bekannt macht und er ist auch derjenige der ihnen verfällt :-(
Sonst noch – Nicht näher aufzählen möchte ich die netten Cameos von der wahren Screamqueen Sarah Michelle Gellar, von der lebenden Dawson’s Creek Anspielung Joshua Jackson, Heather Graham, Tori Spelling, die eine menschgewordene Referenz zu einem Zitat aus Teil 1 geworden ist und Jada Pinkett aka Mrs. Will Smith, die es nicht ganz schafft, in die kultigen Fußstapfen von Drew Barrymore zu treten.
BACKSTAGE
Wes Craven (Regie) – Ich bin eigentlich kein großer Fan von seinen Horrorfilmen, bis auf die Scream Trilogie konnte er mich wenig begeistern. Immerhin ist er der Schöpfer einer weiteren Horrorikone „1, 2, 3, Freddie kommt vorbei“. Auch wenn der erste „Nightmare on Elmstreet“ Teil nicht zu meinen Lieblingsfilmen gehört, ist er doch ganz nett und auch in Scream 2 hat sich wieder Mr. Krügers Pullover geschlichen. Das ist doch schon mal was :-)
Marco Beltrami (Musik) – wie schon beim ersten Teil ist Beltrami auch hier wieder dafür zuständig, die bedrohende Musik zum richtigen Zeitpunkt anschwellen zu lassen, um die gut dosierten und platzierten Schockeffekte richtig zur Geltung kommen zu lassen, Diese Musik kann mit „Halloween“ und dem „weißen Hai“ mithalten, auch wenn es mit mehr als einem Ton etwas komplexer ist *g*
Kevin Williamson (Drehbuch) – Mein Meister, der mittlerweile von der Bildfläche verschwunden ist, dabei hat er nicht nur die Drehbücher zu Scream 1 und 2, Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, Halloween H20 (obwohl er hier nur seinen Namen dazu gegeben haben soll) und Faculty geschrieben, sondern hat mit Dawson’s Creek eine der erfolgreichsten Serien geschaffen, mit der er seine Jugend in einer Kleinstadt verarbeitet hat und hat mit „Tötet Mrs. Tingle“ einen erstaunlich blutleeren Film gemacht, der leider zur falschen Zeit rauskam und so etwas in der Versenkung verschwunden ist, obwohl er mit bissigen, makabren Dialogen aufwarten kann.
Bei Scream 3 hat er das Drehbuch nicht mehr verfasst, sondern gab das Zepter Ehren Kruger (Arlington Road) in die Hand, der daraus einen humorlosen, einfallslosen, überraschungsarmen Brei machte, was zeigt, dass nicht Craven sonder Williamson das Genie hinter dem Scream-Phänomen war.
Und noch was: Wer sagt, dass Horrorfilme nur was für starke Männer wären – Kevin Williamson ist stockschwul. Tja, ich hoffe ich hab jetzt keinem die Illusionen geraubt *fg*
† FAZIT †
Zwar wird das Konzept von Teil 1 nicht um viele neue Ideen erweitert, aber das Sequel ist trotzdem noch genauso spannend, humorvoll, selbstironisch und anspielungsfreudig wie Teil 1 und diesmal wird sogar Hitchcock die ein oder andere Referenz gewidmet. Nur der Showdown kränkelt ein wenig, ist aber doch noch besser als sein Ruf. Das die Trilogie aber nicht konsequent abgeschlossen wurde, schmälert leider das Gesamtbild aller Teile zusammen.
### DVD ###
Es gibt mindestens genauso viel Auflagen dieser DVD, wie Plagiate des Films. Mein Bericht bezieht sich auf die Neuauflage (erkennbar durch das „Remastered“-Etikett auf der Vorderseite unter dem Schriftzug) in ungeschnittener FSK 18-Version (versteht sich ja von selbst, schon alleine wegen der fiesen Stange-durch-Kopf-Szene *g*)
*Bildqualität*
Durchaus Akzeptabel. Besser als das etwas grieselige Bild von Teil 1, könnte das hier in Widescreen 1:2,35 vorliegende Format einen Tick mehr Schärfe und Details gebrauchen, ist aber schön farbenfroh, ruhig und erstaunlich ordentlich remastered.
*Tonqualität*
Ein guter Horrorfilm ohne guten Sound ist wie André ohne Gel in den Haaren. Nicht nur die atmosphärische Score verteilt sich schön räumlich, sondern auch Türenknarren, Knacksen und die Schocktöne lassen einen mehr als einmal im Raum umschauen, ob man auch wirklich alleine ist. Vor allem die Cici-Sequenz hat mich tonal begeistert. Sowohl Deutsch als auch Englisch liegen in Dolby Digital 5.1 vor und sogar bei der Originalversion sind die Untertitel optional, also ausblenbar. Geradezu ein Wunder, und mehr als erfreulich, denn die Originalstimme des Mörders am Telefon ist mindestens genauso genial wie die sehr gute deutsche Stimme.
*Menü*
Anders als das nicht animierte Menü der Erstauflage, wurde die Neuauflage auch in dieser Hinsicht bereichert. Ein Mix aus Filmsequenzen zieht sich durch alle Untermenüs, die auch genau wie das durchgängig animierte Hauptmenü musikuntermalt sind. Wirklich nett.
*Booklet*
Naja, Bookletchen wäre wohl eine bessere Bezeichnung. Denn ein einziges Blättchen, dass auf einer Seite vom Cover verziert ist und auf der anderen Seite die Kapitelliste und die Auflistung der Extras hat, das war’s.
*Extras*
Im Gegensatz zur lediglich mit Trailern bestückten Erstauflage finden sich hier einige nette Extras ein.
- Trailer (Scream 2 und 3, Angel Heart, Resurrection, Final Destination, Chucky und seine Braut)
- mehrere TV-Spots zu Scream 2 (insgesamt 6:17 Minuten)
- geschnittene Szenen (4:07) Nicht spektakulär, aber immerhin mit zuschaltbarem Audiokommentar von Wes Craven. Die erste Szene ist eine komplett andere Version der Unterhaltung über Sequels und die zweite eine Szene zwischen Neve Campbell und Mr. Ich-spiele-nur-noch-in-billigen-Teenie-Sex-Klamotten Jerry O’Connell.
- Musikvideos von Master P „Scream“ (3:11) in Stereo und guter Bildqualität und Kottonmouth Kings mit „Suburban Life“ (3:39) ebenfalls in Stereo und mit gutem Bild.
- Behind the Scenes (7:05) entpuppt sich wie so oft als kurzes Werbe Making of mit B-Roll-Material und Selbstlobenden Interviews.
- Outtakes (8:53) – Ne ganze Menge recht witziger Outtakes, das Highlight der Extras
- Audiokommentar – nicht nur die geschnittenen Szenen, sondern der ganze Film hat einen Audiokommentar mit Wes Craven und seiner Crew zu bieten, manchmal etwas träge, aber schon interessant.
† FAZIT †
Unbedingt zur ungekürzten Neuauflage greifen, die zwar nirgendwo Refernzcharakter hat, aber technisch durch eine ordentliche Umsetzung überrascht (war man bei Teil 1 ja nicht gewohnt) und wenigstens ein paar Interessante, wenn auch knappe, Boni besitzt.
† DATEN †
Scream 2 USA’97
Von Wes Craven
Drehbuch: Kevin Williamson
Musik: Marco Beltrami
Mit Neve Campbell, David Arquette, Cortney Cox, Liev Schreiber, Jada Pinkett, u.a.
FSK 16 (ca. 113 Minuten)
FSK 18 (115:30 Minuten) weiterlesen schließen
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