Pro:
Spannung, gute Darsteller
Kontra:
Logikschwächen, wie bei jedem Thriller
Empfehlung:
Ja
Nichts fasziniert viele Menschen so sehr, wie es Serienmörder tun. Und so verwundert es niemanden, dass sich auch Hollywood immer wieder mit Filmen diesem Thema widmet.
Zwei der wohl erfolgreichsten und auch besten Filme dieses Genres sind wohl "Das Schweigen der Lämmer" mit Jodie Foster und Anthony Hopkins und "Sieben" mit Brad Pitt und Morgan Freeman.
2004 versuchte der Regisseur D. J. Caruss mit seinem Film "Taking Lives", in dem Angelina Jolie und Ethan Hawke die Hauptrollen übernahmen, an den Erfolg dieser beiden Filme anzuknüpfen. Und auch auf der DVD wird "Taking Lives" mit den beiden Kinohits verglichen. Doch kann dieser Film wirklich mit diesen beiden Kultfilmen seines Genres mithalten?
Gliederung
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§1) Inhalt
§2) Schauspieler und Filmcharaktere
§3) Serienmörder in der Realität
§4) Serienmörder im Film
§5) Meine Meinung und Fazit zum Film
§6) Infos zur DVD
§7) Bild- und Tonqualität
§8) Meine Meinung und Fazit zur DVD
§9) Gesamtbeurteilung
§1 >>>Inhalt<<<
1983 St. Jovite, Kanada:
Der 16 jährige Martin Asher (Paul Dano) lernt auf einer Reise den gleichaltrigen Matt kennen. Bei einer Reifenpanne stößt Martin den ahnungslosen Matt vor einen vorbeifahrenden Wagen. Dessen Fahrer stirbt sofort und Martin erschlägt den schwer verletzten Matt mit einem großen Stein. Anschließend übernimmt Martin die Identität von Matt und alle Welt glaubt die Leiche von Matt wäre die von Martin.
2004 Montreal, Kanada:
Bei der kanadischen Polizei taucht eine ältere Dame auf, die sich als Mrs. Asher (Gena Rowlands) vorstellt und dem Beamten erzählt, sie hätte ihren Sohn Martin gesehen, der angeblich seit 19 Jahren tot ist. Nun hat sie Angst, da Martin sehr gefährlich sei.
Zur gleichen Zeit findet ein Arbeiter auf einer Baustelle die Leiche eines Mannes in den 30ern. Die Polizei von Montreal bittet die, durch ihre intuitiven und unkonventionellen Ermittlungsmethoden bekannte, Top- Profilerin Illeana Scott (Angelina Jolie) vom US- amerikanischen FBI um Hilfe. Wovon der ermittelnde Polizeibeamte Paquett (Oliver Martinez) nicht sonderlich begeistert ist.
Dann wird eine weitere männliche Leiche gefunden. Doch diesmal kann der Täter sein Werk nicht vollenden, da er von dem Maler James Costa (Ethan Hawke) überrascht wird.
Bei der Untersuchung der Wohnung des Opfers finden die Ermittler einen weiteren männlichen Toten im ungefähr gleichen Alter, wie das letzte Opfer. Und wie bei dem vorherigen Opfer wurden auch die Kreditkarten von diesem noch nach seinem Tod benutzt.
Illeana vermutet, dass es sich bei dem Killer um Martin Asher handelt, der nach ihrem Täterprofil ein so genannter "Identitätsräuber" ist. Er tötet seine Opfer, um danach ihre Identität anzunehmen, bis ihm dieses Leben wieder zu eng wird und er ein weiteres Mal für eine neue Identität morden muss.
Und es scheint so, als wäre die Identität von James Costa die nächste, die Martin leben will.
Zugleich merkt Illeana, dass sie sich in James verliebt hat und es ihm ganz offensichtlich nicht anders geht. Doch ihre Bitte, sich von dem Fall zurück zu ziehen, wird ihr von ihrem Vorgesetzten in diesem Fall nicht stattgegeben.
Wird Illeana James vor dem Killer schützen können?
Und wird es ihr gelingen den Serienmörder zu fassen?
§2 >>>Schauspieler und Filmcharaktere<<<
Angelina Jolie (geb. 04.06.1975 in Los Angelas, Kalifornien, USA als Angelina Jolie Voight) spielt in "Taking Lives" die FBI Profilerin Illeana Scott, die nach Montreal kommt, um der kanadischen Polizei bei der Suche nach einem Serienkiller zu helfen.
Angelina Jolie (Leben und Lieben in LA [1998], Der Knochenjäger [1999], Durchgeknallt [1999]- Oscar als beste Nebendarstellerin, Tomb Raider [2001], Mr. + Mrs. Smith [2005]) spielt ihre Figur kühl, unnahbar und intelligent Sie wirkt dabei immer glaubhaft.
Angelina Jolie ist immer wieder in anderen Filmgenres und Filmcharakteren zu sehen und kann dabei immer wieder überzeugen. 2000 erhielt die talentierte Schauspielerin ihren ersten Oscar als beste Nebendarstellerin für "Durchgeknallt", wo sie an der Seite von Winona Ryder brillierte. Der Golden Globe für diese Rolle war bereits ihr dritter in Folge (1999: Gia - Beste Hauptdarstellerin in einer TV Serie; 1998: George Wallace - Beste Nebendarstellerin in einer TV- Serie).
Angelina Jolie engagiert sich sehr für die Länder der dritten Welt. Sie spendet jedes Jahr große Teile ihrer Gagen an Hilfsprojekte und reist selbst vor Ort um dort mitzuhelfen. Seit 2001 ist sie "Botschafterin der guten Hoffnung" des UNHCR (UN- Hochkommisar für Flüchtlinge)
Zu ihrem Vater, dem Hollywoodschauspieler Jon Voight, der die Familie verließ, als sie ein Jahr alt war, hat sie bis heute noch keinen engeren Kontakt mehr. 2005 lernte sie bei den Dreharbeiten zu "Mr. + Mrs. Smith" Schauspielkollege Brad Pitt kennen und lieben. Dieser ließ sich wegen ihr von Schauspielerin Jennifer Aniston nach knapp fünf Jahren Ehe scheiden. Im Dezember 2005 adoptierte er ihre beiden Adoptivkinder Maddox und Zahara und ihm Juni 2006 erwarten sie ihr erstes gemeinsames Kind.
Ethan Hawke (geb. 06.11.1970 in Austin, Texas, USA) spielt in "Taking Lives" den Maler James Costa. Dieser hat den Serienkiller bei seinem letzen Mord überrascht und scheint dessen nächstes Opfer zu sein. Er verliebt sich ganz offensichtlich ziemlich schnell in die FBI Agentin Illeana Scott.
Ethan Hawke (Reality Bites- Voll das Leben [1994], Gattaca [1997], Hamlet [2000] Training Day [2001], Lord of war [2005]) spielt seine Rolle sehr gut und die verschiedenen Facetten seines Filmcharakters völlig glaubwürdig.
Ethan Hawke hat trotz schauspielerischen Talents nie den wirklich großen Durchbruch in Hollywood geschafft. Und das, obwohl er bereits mit Größen, wie Denzel Washington, Angelina Jolie und Nicholas Cage zusammen vor der Kamera stand. Für seine Leistung in "Training Day" wurde er für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert, ging aber leer aus.
Ethan Hawke ist seit 1998 mit seiner Schauspielkollegin Uma Thurman, die er bei den gemeinsamen Dreharbeiten zu "Gattaca" kennen lernte verheiratet und hat zwei Kinder mit dieser. Uma Thurman hat nach einem Seitensprung ihres Mannes und dem vergeblichen Versuch der beiden ihre Ehe zu retten, die Scheidung eingereicht.
Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Angelina Jolie und Ethan Hawke in "Taking Lives" stimmt und der Zuschauer spürt regelrecht die Anziehungskraft, die zwischen Illeana und James herrscht.
§3 >>>Serienmörder in der Realität<<<
Als Serienmörder bezeichnet man Menschen, die in zeitlichen Abständen, an unterschiedlichen Orten mindestens drei Morde begehen. (Als Massenmörder hingegen werden Menschen bezeichnet, die mindestens 4 Menschen zur gleichen Zeit ermorden. Z. B. Amokläufer oder auch Kriegsverbrecher wie Hitler, Stalin, usw.) und in deren Tötungen oft eine sexuelle, lustorientierte Bedeutung hineininterpretiert werden kann. Die Taten von Serienmördern sind oftmals sadistisch und können Folter und Vergewaltigung (vor oder nach dem Tod) beinhalten. Zudem haben die meisten bekannten Serienmörder ein gewisses Schema nach dem sie morden. Die meisten Serienmörder morden in den USA und sind dort meist männlich (es gibt auch weibliche Serienmörder, diese sind aber eher selten), und weiß. Das Geschlecht ihrer Opfer entspricht überwiegend, dem ihrer sexuellen Neigung. Zudem sind sie häufig in ihrer Kindheit Opfer sexueller Gewalt geworden. Vielen Serientäter begehen bereits in ihrer Kindheit sadistische Taten, indem sie Tiere und andere Kinder quälen.
Serienmörder kennen kein Mitleid, keine Hemmungen und auch keine Reue. Es ist ihr fehlendes Mitgefühl, das sie zu solch brutalen und monströsen Taten treibt. Denn erst diese geben ihnen das Gefühl, dass sie wirklich leben.
Meist begehen sie ihren ersten Mord unter 30 Jahren und sobald diese Hemmschwelle gefallen ist, ist eine spätere Rehabilitation in die Gesellschaft unmöglich, da sie ihrer Sucht dem Töten nichts mehr entgegensetzen können und immer wieder dann morden, wenn sich die Phase der emotionalen Abkühlung dem Ende zuneigt und der Zwang zum Töten in ihnen zu groß wird.
Das FBI hat Serienmörder in zwei Kategorien eingeteilt.
Zum einen gibt es den Serienmörder der geplant vorgeht. Dieser ist meist intelligent, hat eine feste Arbeit und eine Familie. Er hatte eine gute Kindheit, ist sozial angepasst und Familie, Freunde und Nachbarn beschreiben ihn als äußerst liebenswerten und höflichen Menschen, denen man eine solche Tat niemals zugetraut hätte. Diese Täter verstecken die Leichen ihrer Opfer und der Fundort der Leichen ist nicht der Tatort. Ihre Opfer haben sie vorher ausgewählt und ausgekundschaftet. Zudem verfolgen sie die Ermittlungen der Behörden in den Medien.
Dann gibt es noch die planlosen Serienmörder. Diese haben eine niedrige Intelligenz, keine feste Arbeit und Probleme mit Beziehungen. Sie hatten eine schwere Kindheit und leben zurückgezogen. Sie lassen ihre Opfer offen liegen und der Fundort der Leiche ist meist der Tatort. Ihre Morde geschehen meist spontan. Sie verfolgen die Ermittlungen der Behörde nicht.
Zu den bekanntesten Serienmördern gehören:
Ted Bund (USA), der zwischen 1974 - 1978 mindestens 28 junge Frauen (diese konnten identifiziert, mit ihm in Verbindung und ihm die Schuld nachgewiesen werden. Die Anzahl seiner Opfer wird auf 35-60 geschätzt, gestanden hatte er kurz vor seiner Hinrichtung über 100) in den US- Bundesstaaten Washington, Utah, Colorado, Oregon, Idaho und Florida tötete. 1989 wurde Bundy auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.
Ed Gein (USA), der in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts mindestens zwei Frauen ermordete und Gräber schändete. Er fertigte sich aus Leichenteile Gesichtsmasken, Kleidungsstücke und Sitzbezüge. Ed Gein wurde 1957 als nicht schuldfähig in eine Psychiatrie eingewiesen, in der er bis zu seinem Krebstod 1984 blieb. Die Taten des Ed Gein waren Vorlage für 15 Hollywoodfilme (wie z. B. "Psycho" und "Das Texas Kettensägen Massaker"). Zudem basiert die Figur des Serienmörders "Buffalo Bill" aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer" auf Ed Gein.
Fritz Haarmann (Deutschland), der Anfang des 20. Jahrhunderts mindestens 24 Jungen durch einen Biss in den Hals getötet hat und deshalb auch der Vampir von Hannover genannt wurde. Haarmann wurde 1925 mit dem Fallbeil hingerichtet.1995 wurde der Fall Harrmann als "Der Todmacher" mit Götz George in der Hauptrolle verfilmt.
Jack the ripper (England), der wohl berühmteste Serienmörder tötete von August bis November 1888 fünf Prostituierte. Ob allerdings alle fünf Frauen die Opfer des Rippers waren, ist bis heute umstritten. Zudem wurde bei einem duzend anderer Angriffe auf Frauen Jack the Ripper vermutet. Auch die Identität des Mörders ist bis heute, trotz vieler Untersuchungen und Vermutungen der letzten fast 130 Jahre, ungeklärt.
Charles Manson, der 1968 eine Sekte gründete und den Sieg der Afroamerikaner über die Weißen im Jahre 1969 vorhersagte. Da diese aber auf Grund ihrer Rasse nicht in der Lage wären sich selbst zu führen, würden sie ihn zu ihrem Anführer und den Herrscher der Welt machen. Als die vorhergesagten Rassenunruhen nicht eintraten lässt er seine Sektenmitglieder Morde an den weißen Reichen und Berühmten Hollywood verüben, um diese den Afroamerikanern in die Schuhe zu schieben. Dies sollte von Seiten der Weißen zu Lynchmorden führen, welche wiederum zu Rassenunruhen führen sollte. Der brutalste Mord ist wohl der an der hochschwangeren Sharon Tate (damalige Frau von Regisseur Roman Polanski), der die "Manson Familie" zuerst 37 Mal in den Babybauch stachen und sie dann qualvoll hinrichteten. Bekannt sind auch die mit dem Blut der Opfer an die Wand geschriebenen Worte "Pigs", ""Death to pigs" und "Healter Skelter". Charles Manson, um den in den letzten 30 Jahren ein regelrechter Kult entstanden ist (wie krankhaft sind denn manche Menschen) sitzt seit 1969 im Gefängnis und alle Gnadengesuche wurden bisher abgelehnt.
Aileen Wuornos ist eine der wenigen weiblichen Serienkiller. Die lesbische Prostituierte tötete mindestens sieben ihrer Freier. Als Verteidigung gab sie vor Gericht an, dass sie von diesen vorher vergewaltigt wurde, was ihr aber vor Gericht nicht geglaubt wurde Aileen Wuornos wurde 1992 zum Tode verurteilt und 2002 mit der Giftspritze hingerichtet.
§4) >>>Serienmörder im Film<<<
Sowie viele Menschen von dem Mythos Serienmörder fasziniert sind, so liefert auch Hollywood immer wieder Filme über Serienmörder. Zum Teil Filme über die echten Täter, Figuren die auf diesen basieren oder aber auch komplett erfundene.
Zum einen gibt es die Filme, die man am ehesten noch als "Dokumentationen" ansehen könnte, da sie der Wahrheit wohl noch am nächsten kommen.
So gibt es über das Leben und Morden von Ted Bund u. a. "Alptraum des Grauens" [1986] und "Bundy" [2002].
"John Christie- Der Frauenwürger von London" [1970], "Dahmer" [2002], "Ed Gein" [2001], tragen die Namen der Serienkiller bereits in ihrem Filmtitel.
Der Vampir von Hannover Fritz Haarmann wurde von Götz George 1995 in "Der Totmacher dargestellt.
Und "Helter Skelter- Die Nacht der langen Messer"[1976] handelt von Manson und den Morden seiner Sekte "Manson Family".
Am bekanntesten ist wohl "Monster" über das Leben und Morden der Serienmörderin Aileen Wuornos, aus dem Jahre 2003, mit Charlize Theron in der Hauptrolle. Die Schauspielerin bekam für ihre Leistung den Oscar als beste Hauptdarstellerin.
Dann gibt es Filme, die auf echten Serienmördern basieren und diese entweder selbst benennen oder aber auch diese nur für die Filmfiguren als Vorbild nehmen.
Der Hollywoodfilm "From Hell" mit Johnny Depp als ermittelnder Polizist nimmt sich dem Mythos von Jack the Ripper an. Doch da die Morde nie aufgeklärt und die Identität des Rippers nie gelüftet wurde, ist dieser Film mehr Spekulation, als denn die Wirklichkeit, auch wenn Jack the Ripper wirklich existiert und Morde begangen hat.
In "Das Schweigen de Lämmer" begegnet uns mit "Buffalo Bill" ein Serienmörder, der junge Frauen ermordet, um sie zu häuten und sich damit eine neue Haut zu schneidern, die er über seine alte ziehen kann. Vorbild für ihn war Ed Gein, der sich aus Leichenteilen u. a. Gesichtsmasken machte.
Ed Gein war auch Vorbild für Leatherface in "Das Texas Kettensägenmassaker" und Norman Bates in "Psycho".
Zu guter Letzt gibt es dann noch die Serienmörderfilme, die erfunden sind.
Einer der besten des Thrillergenres ist "Sieben" mit Brad Pitt und Morgan Freeman in den Hauptrollen. Der Serienkiller in dem Meisterwerk von David Fincher ermordet seine Opfer nach den sieben Todsünden.
Ein weiterer Kultfilm dieses Genres ist "Das Schweigen der Lämmer" in dem uns neben "Buffalo Bill" dem Häuter auch noch der Psychiaters Hannibal Lecter begegnet. Dieser tötet seine Opfer und benutzt dann ihre Organe und Fleisch, um ein "leckeres" Essen zu kochen. Dabei ist er von den beiden Serienkillern des Films der intelligente.
Auch in Philipp Noyces Verfilmung des Jeffrey Deaver Romans "Die Assistentin", als "Der Knochenjäger" mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen geht es um einen Serienkiller. Dieser ermordet seine Opfer nach den Morden in einem alten Buch.
Und Ashley Judd muss sich als Profilerin in "Twisted- Der erste Verdacht" mit einen Serienmörder herumschlagen, der einen ihrer ehemaligen Liebhaber nach dem anderen ermordet. Was dazu führt, dass sie Anfangs selbst unter Verdacht gerät.
Zu den Serienmörderfilmen gehören eigentlich auch die Teenieslasher "Scream", "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" und "Düstere Legenden", sowie die "Freitag der 13."-, "Halloween"- und "Nightmare on Elm Street"- Reihen.
5 >>>Meine Meinung und Fazit zum Film<<<
"Taking Lives"ist ein spannender und solide gemachter Psychothriller, der den Zuschauer eineinhalb Stunden gut unterhalten kann, ohne dabei Längen aufzuweisen.
Laut DVD Hülle ist es ein Serienkillerthriller im Stil von "Das Schweigen der Lämmer" und "Sieben". Im Grunde genommen stimmt dies sogar. In allen drei Filmen geht es um Serienkiller, die auf ihre eigene krankhafte Art, den Zuschauer auf eine morbide Art und Weise faszinieren können. Doch leider kommt "Taking Lives" nicht ganz an seine großen Vorbilder heran. Denn bei "Das Schweigen der Lämmer" und "Sieben" ist die jeweilige Atmosphäre des Films viel dichter, sie wirken düsterer, die Taten und Motive des Killers sind in noch tiefere Abgründe der Menschlichen Seele begründet. Und auch die Schauspieler in den beiden anderen Filmen haben eine viel größere Ausstrahlung und ihr Spiel wirkt intensiver, als in "Taking Lives" (auch wenn die Schauspieler auch hier ihre Arbeit gut machen).
Dass der Serienmörder hier ein so genannter "Identitätsräuber" ist, fand ich sehr interessant, da ich dies bisher noch in keinem Film gesehen habe. Und irgendwie war für mich, als psychologischer Laie, die Erklärung,, warum Martin über zwanzig Jahre lang immer wieder Männer in seinem jeweiligen Alter tötete, um ihre Identität anzunehmen, gar nicht mal so unlogisch. Martin, der noch einen Zwillingsbruder hatte, wurde von seiner Mutter nie geliebt. Stattdessen verwöhnte und bevorzugte sie immer seinen Bruder. Dadurch empfand er sich selbst als wertlos und nicht liebenswert. Und deshalb erträgt er es keinen Augenblick er selbst zu sein. Stattdessen sehnt er sich nach dem normalen Leben, das in seinen Augen seine Opfer führen. Und er tötet sie, um ihr Leben zu leben. Dabei wirkt er wie eine Schlange, die sich immer dann häuten muss, wenn ihr das alte Schuppenkleid zu klein geworden ist. Denn genauso wechselt er seine Identität, wenn er es in der vorher genutzten nicht mehr länger aushält. Und wie ein Ritual wirkt es, wenn er die Gesichter seiner Opfer bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Ob er dies nur tut, damit die Polizei seine Opfer nicht identifizieren kann oder etwa, weil er nur dann die Identität vollends übernehmen kann, wenn er demjenigen, den er getötet hat, mit dieser Tat seine Identität auslöscht, weiß wohl nur er selbst.
Doch tief in seinem Inneren scheint er entweder zu wollen, dass ihn jemand davon abhält weiter zu morden oder aber er glaubt auch, durch seine vielen Identitätswechsel, unbesiegbar zu sein. Vielleicht ist er durch seine auf jeden Fall vorhandene Intelligenz und trotz seines Gefühls der Unzulänglichkeit so überheblich, dass er glaubt, dass nichts und niemand ihn aufhalten oder sogar fangen könnte. Hat er vielleicht am Ende einen "Überheblichkeits- Unterlegenheitskomplex"? Denn wieso sollte er sonst sein vorletztes Opfer auf einer Baustelle vergraben? An einem Platz, an dem man durch die dortigen Bauarbeiten mit der größten Wahrscheinlichkeit in kürzester Zeit das Opfer finden wird.
Der Zuschauer erlebt mit, wie Martin sein erstes Opfer, den 16 jährigen Matt tötet. Dieser wechselt bei einer Autopanne den Reifen, während ein Wagen die Landstraße in Richtung des liegen gebliebenen Wagens fährt. Für einen Augenblick scheint Martin ihn warnen zu wollen. Doch dann sagt Matt einen Satz, der wohl Martin dazu bringt die letzte Hemmung, einen Mord zu begehen, zu verlieren. "Die erste (Schraube) ist immer die schwerste. Danach geht es ganz leicht." Und irgendwie ist dieser Satz von Matt wie eine Metapher für den Kampf, den der junge Martin innerlich mit sich auskämpft. Denn für ihn bedeutet dieser Satz wohl eher: Der erste (Mord) ist der schwerste. Die (Morde) danach gehen ganz leicht. Und so stößt Martin, den völlig ahnungslosen Matt vor das vorbeifahrende Auto und erschlägt den Schwerverletzten dann mit einem großen Stein.
Martin auf der Ferse ist die ebenso intelligente, wie auch attraktive und kühle FBI Profilerin Illeana Scott. Diese wird von ihren kanadischen Kollegen, wegen ihrer unkonventionellen Ermittlungsnethoden (so finden die beiden ermittelnden Beamten sie in der Grube liegen, in der das letzte Opfer des Killers vergraben war. Damit versucht sie den Täter zu verstehen.) belächelt. Doch gerade diese Arbeitsweisen und ihre Intuition sind es, die sie so erfolgreich machen.
Dabei ist sie in jeder Lage professionell. Als sie schließlich merkt, dass sie sich in den Zeugen James Costa verliebt hat, will sie sich deshalb aus dem Fall zurückziehen. Doch dies lehnt Leclaire, der Chef der Polizei von Montreal, ab. Und so versucht sie ihre Arbeit weiterhin gut zu machen, ohne sich von ihren Gefühlen (die Angst, dass James das nächste Opfer des Killers sein könnte und das es wirklich passieren kann, dass sie ihn durch seine Ermordung verliert) beeinflussen zu lassen.
Gut gemacht fand ich in "Taking Lives" auch die Auflösung über die Identität des Serienmörders, sowie das nicht ganz so typische Finale. Leider wirkt beides, so wie auch bei anderen Thrillern, nur beim ersten Sehen so gut, da später der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden ist.
Schauspielerisch wurde mit Angelina Jolie und Ethan Hawke eine gute Wahl getroffen. Sie können zwar keine Glanzleistung wie Jodie Foster und Anthony Hopkins in "Das Schweigen der Lämmer" abliefern, machen ihre Sache aber gut. Angelina Jolie spielt ihre Rolle mit einer Mischung aus Kühle und Verletzlichkeit und kann dabei immer überzeugen. Ethan Hawke spielt James Costa, wie man sich einen Künstler vorstellt. Ein klein wenig schüchtern und sensibel. Dabei kann er in den verschiedenen Facetten seines Filmcharakters überzeugen. Auch stimmt die Chemie zwischen den beiden. Der Zuschauer kann die unterschwellige erotische Anziehungskraft zwischen den beiden Hauptfiguren spüren. Aber auch die prominenten Nebendarsteller Oliver Martinez (Untreu [2002], S.W.A.T. [2003]), als kanadischer Polizist Joseph Parquet, Jean- Hugues Anglade (Nikita [1991], Killing Zoe [1994], Maximum Risk [1996]), als dessen Kollege Duval, Tcheky Karyo (Der Patriot [2000], Blade II [2002], The Core- Das Innere des Kerns [2003]), als dessen Vorgesetzter Hugo Leclaire und Kiefer Sutherland (Young Guns [1988], Flatliners [1990], Die Jury [1996], Nicht auflegen [2003] und Fernsehzuschauern bekannt als Jack Baur in der TV-Serie "24"], als undurchsichtiger Hart können in ihren jeweiligen Rollen überzeugen.
Die Musik von "Taking Lives" besteht aus instrumentalen Stücken von Philip Glass und U2´ s "Bad" Diese wirken immer passend zu den jeweiligen Filmszenen und können so zur Spannung und der Atmosphäre des Films beitragen.
Die Schauplätze des Films sind sehr unterschiedlich, haben aber zum größten Teil eines gemeinsam. Sie wirken trostlos und düster und können so zur Atmosphäre und Spannung von "Taking Lives" beitragen.
"Taking Lives"kann ich jedem empfehlen, der Psychotriller mag. Er ist spannen und gut, auch wenn er es nicht ganz schafft an seine Vorbilder "Das Schweigen der Lämmer"und "Sieben"heran kommt.
§6 >>>Infos zur DVD<<<
Originaltitel: Taking Lives
USA: 2004
FSK: 16
Spieldauer: 99 Minuten
Studio: Warner Bros.
Kapitel: 28
Preis: ca. 9,99 - 12,99 Euro
Darsteller:
Illeana Scott (Angelina Jolie)
James Costa (Ethan Hawke)
Hart (Kiefer Sutherland)
Paquett (Oliver Martinez)
Leclair (Tcheky Karyo)
Duval (Jean- Hugues Anglade)
Mrs. Asher (Gena Rowlands)
Young Asher (Paul Dano)
Regie: D. J. Caruso (Drop Zone [1994], Gegen die Zeit [1995])
Drehbuch: Jon Bokenkamp (Blairwitch Project 2 [2000])
Buch: Michael Pye
Produzenten: Mark Canton (Red Planet [2000], Godsend [2004])
Bernard Goldmann (Der Chaoten- Cop [1990], Corinna, Corinna [1994])
David Heyman (Harry Potter 1-4)
Musik: Philip Glass (Candyman [1992], Das geheime Fenster [2004])
Schnitt: Anne V. Coates (Erin Brockovich [2000], Untreu [2002])
Kamera: Amir Mokri (Auge um Auge [1996], Bad Boys II [2003])
Bildformat:
16:9 Widescreen
2.40:1 anamorph
Tonformat:
Dolby Digital 5.1
Sprachen:
Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Italienisch, Hebräisch
Untertitel für Hörgeschädigte:
Deutsch, Englisch, Italienisch
Extras:
Alle Extras sind in Englisch mit deutschem Untertitel
I. DNA-Labor (4 Original Dokumentationen)
Die Dokumentationen können an einem oder aber auch getrennt abgespielt werden.
1) Die Kunst der Zusammenarbeit (ca. 5:00 Minuten)
Hierbei handelt es sich um Interviews mit Cast und Crew, sowie Aufnahmen von den Dreharbeiten von "Taking Lives".
Der Zuschauer erfährt unter anderem, dass es bei dem Film weniger um die Frage ging wer der Serienmörder ist, sondern, warum er die Morde überhaupt begeht. Zudem haben die Macher von "Taking Lives" eng mit Profilern und Polizeiberatern zusammen gearbeitet, um die Untersuchungen im Film so real wie nur möglich wirken zu lassen.
Dieses Extra fand ich ganz interessant, dass man einige Informationen zu den Dreharbeiten von "Taking Lives" erhält.
Interessant
2) Die Profilerstellung eines Regisseurs (ca. 6:30 Minuten)
Dieses Extra beinhaltet Interviews mit Cast und Crew, sowie Aufnahmen von den Dreharbeiten. Dabei wird versucht dem Zuschauer die Arbeit eines Regisseurs, sowie die Schwierigkeiten, die dieser für die Realisierung eines solchen bewältigen muss, näher zu bringen. Zudem erfährt der Zuschauer, welche Symboliken der Regisseur verwendet hat, um die unterschiedlichen Gefühle der Filmcharaktere zu zeigen.
Dieses Extra war sehr interessant, da der Zuschauer hier einiges über die Regiearbeit, die Metaphern dieses Films und die Bedeutung der Großaufnahme der Augen der Filmcharaktere, erfährt.
Interessant
3) Zeugenaussagen (ca. 6:30 Minuten
Bei diesem Extra handelt es sich um Interviews mit Cast und Crew, sowie Aufnahmen von den Dreharbeiten von "Taking Lives".
Dabei erfährt der Zuschauer einiges über die unterschiedlichen Figuren des Films. So übernimmt hier die Figur der Profilerin Illeana den Part, den in den meisten Filmen von Männern übernommen wird. Und der Stellenwert der Figur des Malers Costa ist zu vergleichen mit dem, die normalerweise von Frauen übernommen wird.
Auch dieses Extra bietet wieder interessante Informationen. Diesmal über die verschiedenen Filmcharaktere.
Interessant
4) Teile eines Puzzles (ca. 3:40 Minuten)
Hierbei handelt es sich um Interviews mit Cast und Crew, Aufnahmen von den Dreharbeiten, sowie Filmausschnitt aus "Taking Lives". Der Zuschauer erfährt, warum Anne V. Coates als Cutterin engagiert wurde und wie diese arbeitet.
Ich empfand es als interessant einmal zu sehen wie ein/e Cutter/in arbeitet (denn es kommt auch viel auf den Schnitt an, ob ein Film nun im Gesamtbild gut ist oder nicht).
Interessant
II. Nicht verwendete Szenen (ca. 11:50 Minuten)
Hierbei handelt es sich um Erweiterungen schon vorhandener Szenen.
Das Fehlen dieser fällt während des Sehens des Films "Taking Lives" nicht weiter auf. Außerdem sind sie auch nichts wirklich Besonderes und ihr Belassen im Film hätte keine positiven Auswirkungen auf dessen Gesamtbild gehabt.
Durchschnitt
III. Original US- Kinotrailer (ca. 2:20 Minuten)
Der obligatorische Kinotrailer, der fast auf jeder DVD zu finden ist. Für mich ist er mehr Werbung für den Film, denn ein wirkliches Extra. Zudem ist dieser hier auch noch in Englisch, ohne deutschen Untertitel.
Durchschnitt
IV. Verpatzte Szenen (ca. 2:50 Minuten)
Hierbei handelt es sich um die Aufnahmen von Versprechern und anderen Patzern der Schauspieler bei den Dreharbeiten von "Taking Lives".
Diese Aufnahmen sind lustig und haben mir gut gefallen. Ich sehe immer wieder gerne solch Aufnahmen, da sie den Zuschauer immer wieder (Ausnahmen gibt es auch hier) zum schmunzeln und lachen bringen können. Hier hätten es auch ruhig ein paar mehr sein können.
Lustig
§7 >>>Bild- und Tonqualität<<<
Die Bildqualität der DVD zum Film "Taking Lives" ist sehr gut und scharf. Der Kontrast ist, auch in dunkleren Szenen, von denen es hier thrillertypisch einige gibt, sehr gut. Auch die Farbintensität ist nicht zu beanstanden. Beim Sehen des Films fielen keine Bildfehler auf.
Die Tonqualität der DVD zum Film "Taking Lives" ist sehr gut und glasklar. Die Dialoge und die Filmmusik sind (bis auf eine Szene in einem Club) ungefähr gleichlaut, so dass eine ständige Lautstärkenregulierung während des Sehens des Films nicht notwenig ist. Die vorderen und hinteren Boxen sind gut aufeinander abgestimmt.
§8 >>>Meine Meinung und Fazit zur DVD<<<
Die DVD zum Film "Taking Lives" verfügt über eine sehr gute Bild- und Tonqualität und einiges interessantes Bonusmaterial. Hierbei gefiel mir das "DNA- Labor" mit den vier Original- Dokumentationen am Besten. Lustig fand ich die "Verpatzen Szenen", von denen es ruhig ein paar mehr hätten sein können. Nur Durchschnitt empfand ich die "Nicht verwendeten Szenen" und den "Original US- Kinotrailer".
Die DVD ist zudem noch fast überall günstig zu erwerben.
§9 >>>Gesamtbewertung<<<
Der Film "Taking Lives" selbst erhält von mir, wegen der Spannung und er guten Darsteller, sowie der guten Atmosphäre des Films 3,5 von 5 Punkten.
Die DVD zum Film "Taking Lives" selbst erhält von mir, wegen der sehr guten Bild- und Tonqualität, dem teilweise interessanten Bonusmaterial, sowie dem günstigen Preis 4 von 5 Punkten.
Dies ergibt in der Gesamtbewertung 4 von 5 Sternen.
Den Kauf der DVD kann ich für unter 10 Euro empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Euch allen noch einen schönen Tag. weiterlesen schließen
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