Pro:
Wahrer Klassiker basierend auf einem Roman von Harper Lee
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wer die Nachtigall stoert basiert auf dem Roman von Harper Lee und erzaehlt die Geschichte zweier Geschwister, die in einer typisch amerikanischen Kleinstadt im Sueden der 30er Jahre aufwachsen . Es geht aber auch um Ignoranz, Luege, Verleumdung, Hass und Rassissmus.
Scout, die eigentliche Erzaehlerin, beginnt mit ihren Kindheitserinnerungen, an denen sie uns teilhaben laesst.
In diesem Film sind mehrere Handlungsstraenge miteinander verwoben:
- Da ist die teilweise unbeschwerte Kindheit von Scout und Jem, die aber mit dem fruehen Tod der Mutter fertig werden muessen. Sie haben noch ihren ueber alles geliebten Vater, einen Rechtsanwalt, der in der Stadt sehr gut angesehen ist. Calpurnia, die schwarze Hausangestellte, hat ein sehr freundschaftliches Verhaeltnis zu den Kindern. Im Gegenzuge stehen diese wie selbstverstaendlich zu ihr.
- Dem Vater Atticus, hier dargestellt durch Gregory Peck, wird ein Fall angetragen, der sich um eine vermeintliche Vergewaltigung dreht, begangen von einem Schwarzen (Tom) and einer Weissen (Mayella). Der Vater von Mayella ist einer dieser verarmten Suedstaatler, der seinen tiefsitzenden Hass ueber seine eigene Situation auf die Schwarzen projiziert. Dass er eine leichtfuessige Tochter hat, die auch gern mit Schwarzen anbaendelt, kommt ihm nicht in den Sinn.
- Und da ist Arthur, der Boo genannt wird und noch von niemanden gesehen wurde. Einge meinen, er sei gemeingefaehrlich, andere behaupten, er wird vom Vater hinter Schloss und Riegel gehalten. Scout und Jem sind neugierig und versuchen, hinter das Geheimnis von Boo zu kommen.
Die Handlung spitzt sich zu und erreicht einen dramatischen Hoehepunkt mit der Gerichtsverhandlung, in der Atticus verzweifelt mit der Stimme der Vernunft in einer Umgebung aus Angst, Gewalt, Dummheit und Hass um Tom kaempft. Obwohl er die Argumente, die gegen Tom gerichtet sind auseinanderbrechen kann, kann die weisse Jury nicht gegen ihr Weltbild stimmen und so wird Tom fuer schuldig befunden. Spaeter wird er bei einem Fluchtversuch erschossen.
Die Entlarvung von Mayella und ihrer Falschaussage vor Gericht, bringt ihren Vater dazu, eines Tages die Kinder von Atticus taetlich anzugreifen. Bei diesem Versuch wird er von Boo, der wie aus dem Nichts auftaucht, erstochen. Um Boo vor einer Lynchjustiz zu schuetzen, wird behauptet, dass Mayellas Vater bei einem Gerangel in sein eigenes Messer gefallen sei. Dieses koennte man als ausgleichende Gerechtigkeit ansehen.
Die Autorin verbindet Maerchenhaftes mit der Realitaet. Bis auf die Gerichtsverhandlung wird die Perspektive der Kinder beibehalten. Auf der einen Seite die Gerechtigkeit, verkoerpert durch Atticus sowie auch teilweise durch Boo, der sich als Beschuetzer und Retter in der Not erweist. Neben der Rolle des Vaters hat mich auch die Rolle von Boo in meiner Kindheit sehr beschaeftigt, wie sie mich heute noch als Erwachsene fasziniert. Boo ist zwar zurueckgeblieben und von seinem Vater, der es nicht anders wusste, unter Verschluss gehalten worden, doch er weiss genau zwischen Recht und Unrecht, Gut und Boese zu unterscheiden. Er verlaesst seine gewohnte und beschuetzende Umgebung und setzt sich mutig fuer andere ein, obwohl er von den meisten Mitmenschen verachtet wird.
Leider wird der deutsche Titel dem englischen Original To kill a Mockingbird" nicht gerecht. Mockingbird steht fuer Spottdrossel und nicht fuer die Nachtigal. Es heisst: It is a sin to kill a mockingbird", also es ist eine Suende eine Spottdrossel zu toeten. Der Hintergrund hierzu kommt aus einer der in den Suedstaaten entstanden Maer, wonach eine Spottdrossel die farbigen kleinen Augen der Babies auffrisst" und somit sind Babies nicht mehr in der Lage, die Milchquellen ihrer Muetter zu finden und werden Hungers sterben. Somit verhelfen Spottdrosseln die Bevoelkerung der Schwarzen niedrig zu halten.
Wie auch immer, fuer mich treten in diesem Stueck die Abgruende eines Einzelnen, wie auch einer Gesellschaft hervor, erschreckend und abstossend. Die Zwaenge, denen wir alle in einer gewissen Form unterlegen sind, koennen nur durch mutige Handlungen aufgebrochen werden. weiterlesen schließen
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