Day, Silvia Crossfire. Versuchung - Band 1 (Taschenbuch) Testberichte
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2013
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Pro & Kontra
Vorteile
- gute Ansätze sind vorhanden, interessante Story, anfängliche Erotik
- Detailliert erzählt, man spürt die Spannung, Missverständnisse zwischen Mann/Frau nachvollziehbar
- flüssig zu lesen, lebendige Figuren, erotisch, charmant und sexy
Nachteile / Kritik
- zig Wiederholungen, Story erstickt zwischen den ganzen Nicht - Ereignissen, widersprüchlich, platt
- das Buch sollten wirklich nur Erwachsene lesen - Bisserl zuviel Sex : P, Schreibfehler beim eBook
- Cover, Vergangenheit der Hauptfiguren
Tests und Erfahrungsberichte
-
"Komm für mich, Eva", befahl er. "Jetzt".
Pro:
gute Ansätze sind vorhanden, interessante Story, anfängliche Erotik
Kontra:
zig Wiederholungen, Story erstickt zwischen den ganzen Nicht - Ereignissen, widersprüchlich, platt
Empfehlung:
Nein
„Ich habe dir gesagt, was ich brauche, Eva – Kontrolle.“ Er ließ seinen halboffenen Mund über den meinen wandern. „Du bittest mich darum, dich an schmerzhafte Orte zurückzubegleiten, und das werde ich tun, wenn es das ist, was du brauchst. Aber dabei müssen wir extrem vorsichtig sein.“
„Ich weiß.“
„Es fällt uns beiden schwer zu vertrauen. Wenn wir unser Vertrauen missbrauchen, könnten wir alles verlieren. Denke dir ein Wort aus, das Macht für dich verkörpert. Dein Safeword, Engel. Wähle es.“
Der Druck seiner Fingerspitze wurde beharrlicher.
(Zitat, S. 291)
An eben jene Buchstelle gelangte ich nach viertägiger ~ und für meinige Verhältnisse somit langer ~ Herumleserei an Silvia Days internationalen Bestseller, der meines Erachtens nach der Beweisführung dessen dient, dass etwas, das sehr häufig verkauft wird, nicht zwangsweise auf Begeisterung stoßen muss.
Während mich die ersten Seiten des 413Seiten umfassenden Taschenbuchs“Crossfire“
noch recht fesselten, dauerte es dementgegen nicht allzu lange, bis es auch jenen, die eher zufällig auf dieses Buch gestoßen sind, klar sein sollte, auf welchen Handlungsschwerpunkt die Autorin allzu oft kommen (ha-ha) wollte.
Ich für meinen Teil las den Klappentext mit gewisser Vorfreude, habe generell nichts gegen erotisch angehauchte (oder gar durch und durch durchtriebene) Werke, sofern diese denn auch gut geschrieben sind. Inmitten von „Crossfire“ jedoch fragte ich mich allzu oft, wo ich um alles in der Welt hier gelandet sein mag. Die arrogante Äußerung seitens des männlichen Hauptakteurs Gideon Cross zu seinem weiblichen Pendant Eva Trammel
„Weil ich Sie ficken will, Eva. Deshalb muss ich wissen, wer mir im Weg steht, falls es denn jemanden gibt.“
(Zitat, S. 39)
ließ mich erstmal konsterniert blinzeln ~ vorrangig aus dem Kontext heraus, dass die weibliche Heldin sich in der Tat erst einmal empört, sodann jedoch derartig beeindruckt zeigt, dass ich als Leser im Geiste eine Strichliste für die folgende Häufigkeit des Wörtchens „Möse“ anlegen wollte. Ob jenesGeschlechtsteil nun pocht, vorfreudig zieht, feucht wird oder sich sonstwie meldet... im Grunde genommen ist dies nur der Gipfel der mannigfaltigen Wort- wie Tatwiederholungen, die sich derartig durch das Gesamtwerk ziehen, so dass man sich zu Recht fragen darf, wo eigentlich die wirkliche Handlung geblieben ist, die um das schnöde – pardon – Herumgeficke hätte platziert werden müssen.
Die Autorin Sylvia Day beschränkt die„Handlung“
darauf, dass Eva Tramell in ihrem neuen Job auf Gideon Cross trifft, zu dem sie sich von Anfang an sexuell stark hingezogen fühlt. Dieser erwidert ihr Verlangen, und so kommt es, wie es kommen muss, und beide allzu oft zu jeder Gelegenheit auf die fast identisch formulierte Art und Weise. Sofern man von der Wandlung des Wortes "Möse" in "Fotze" mal absieht.
Um dem Buch ein wenig versuchten Tiefsinn zu verleihen, trägt Eva eine schmerzhafte Vergangenheit inne, die jedoch so oft und plakativ angedeutet wird, dass die Offenbarung jenes Aspekts den Leser ohnehin schon längt klar ist, als Eva diese schließlich vollumfänglich ausspricht.
Somit ist der dramaturgische Aspekt vollends verschenkt, so dass man sich lediglich an die Ausartung der Überfürsorge seitens Evas Mutter klammern kann ~ was mit Gideon hingegen los ist, hat sich mir offen gestanden bis zuletzt nicht wirklich erklären können. Möglicherweise darf der potentielle Leser in dem Fortsetzungsband hier näheres erfahren; eine Gruppierung, zu der ich mich keineswegs zählen wollen werde und somit diesbezüglich dumm sterben muss.
Tragisch wäre anders.Die Umsetzung
von „Crossfire“ trägt zweifellos diverse anregende Passagen inne, die sich jedoch derartig häufig en detail wiederholen, dass ich persönlich aus dem Buch die Information gezogen habe, wie sehr die Verfasserin auf Oralverkehr zu stehen scheint.
Ebenfalls wurde Sylvia Day nicht müde zu erwähnen, wie überaus gut gebaut die männliche Hauptfigur ist, wie „steinhart“ seine Muskeln sind, wie viele Frauen ihm hinterherschauen und wie toll er generell überall ankommt.....
~ Jene Über-Huldigung ging mir für meinen Teil bereits zur Hälfte der Lektüre derb auf die Nerven, so dass ich mich selbst darüber wundere, das Buch überhaupt zu Ende gelesen zu haben.
Nicht genug damit, dass es absolut übertrieben wie unglaubwürdig erscheint, dass Gideon quasi die halbe Stadt gehört ~ und zwar exakt die Hälfte der Stadt, in der Eva sich aufhält. Er arbeitet nicht nur im selben Gebäude, sondern stellt sich weiterhin als möglicher Auftraggeber für Evas Boss heraus; ihm gehört der Wohngebäudekomplex, in dem Eva haust; der Club, in dem Eva mit ihrem Mitbewohner den Abend verbringt; das Fitnessstudio, in dem Eva trainiert sowie das Hotel, in dem beide nächtigen... immerfort begegnen sich die Akteure scheinbar zufällig, zelebrieren ihren Akt und füllen die Momente des Nicht-Koitus durch Gespräche, wie sie aus einem Drehbuch einer verloren gegangenen RTLII-Doku-Soap stammen könnten.
So weit, so schlecht ~ was mich allerdings durchweg in Rage brachte, ist die Art und Weise, in der die Autorin ihre Heldin mit ihrem einstigen sexuellen Missbrauch umgehen lässt:
An für sich ist es für mich durchaus glaubwürdig, dass Eva sich vor Dingen scheut, die sie an die Art Sex erinnert, die sie seinerzeit unfreiwillig erlebte. Auch empfinde ich es als vorstellbar, dass Eva im weiteren Verlauf Analverkehr praktizieren möchte, um die dunkle Erinnerung an eben jenes erzwungene Erlebnis mit einer freiwilligen zu überdecken.
Nicht glaubhaft hingegen, wie überstürzt Eva diesen Schritt zu gehen bereit ist und förmlich aus heiterem Himmel heraus von überbordenden Vertrauen zu Gideon erfüllt ist.
Hierzu muss ich ausführen, dass inmitten von „Crossfire“ mehrfach Evas Vertrauen auf eine harte Probe gestellt wie auch wiederholt derbe enttäuscht wird. Die in die story eingeflochtene versuchte Rechtfertigung, dass Eva ihrem Muskelmann immerhin hörig ist... die reicht mir in diesem Fall einfach nicht.
Wirklich zu knabbern habe ich an dem Umstand, dass Eva sich nach ihren Trennungsversuchen mehrfach gegen Gideons körperliche Avancen zu wehren versucht. Sie will ihn wegschubsen, schlägt wild, wütend und panisch auf ihn ein, beißt ihn sogar blutig, hat gegen ihn jedoch keine Chance, bis sie schließlich seiner Überwältigung nachgibt und sich – tada tada tada – zumindest oral befriedigen lässt.
Ich bin mir nicht einig, ob diese Schilderungen Marke „eigentlich will sie es ja auch“ erotisch oder doch eher fataler Natur sind.Summa summarum
habe ich „Crossfire“ von einem meiner liebsten Mitmenschen geschenkt bekommen, freute mich wie gesagt bei der Lektüre des Klappentextes auf einen erotisch-verstörenden Thriller, wie ich in ihn beispielsweise (wenn auch in sehr harter Form) bereits in „Zähme mich“ von Emily Maguire vorfand.
Die Autorin Sylvia Day hingegen konnte mich mit ihrer Story nur anfänglich erwärmen. Nicht zuletzt stimmte mich die Figur des bisexuellen Mitbewohners Cary missmutig, da diese ebenfalls den plakativen „beziehungsgestört“ Stempel aufgedrückt bekam. Wenn mich nicht alles täuscht, widerspricht sich die tatsächliche Gegebenheit, dass er mit Männlein wie Weiblein schläft, einer früheren Aussage, dass er eben nicht bisexuell sei. Mag sein, dass ich mich hier schlicht und ergreifend verlesen habe ~ die Muße, noch einmal nachzublättern, verspüre ich hier in der Tat nicht.
Die letzten Kapitel setzen dem Szenario erneut die Krone der gefühlten Lächerlichkeit auf, vergätzen nachträglich das, was man zuvor eventuell an gelungen empfundenen gelesen haben mag und schaffen es in meinem Fall keineswegs, mich für die Fortsetzung zu interessieren.
Es ist mir in diesem Augenblick fürwahr völlig schnuppe, ob bei der „Beichte“ Gideons, in seinem Hotelzimmer vor Eva „noch keinen einvernehmlichen Sex“ gehabt zu haben, um eine versucht-schockierende Beichte oder gar bloß um einen Wortlauts- bzw. Übersetzungsfehler gehandelt haben mag.
Tief im Kern schien Sylvia Day eine durchaus gelungene Idee für ihr Buch gehabt zu haben, während es mit der Vorhaben, diese gekonnt zu Papier zu bringen, nicht so recht funktionieren wollte.
„Crossfire“ brilliert weder mit Tiefgang, noch mit einem sanften Prickeln, welches der versuchten Annäherung der beiden innewohnen könnte... vielmehr stürzt Gideon derartig mit der Tür ins Haus respektive mit seinem pochenden betonharten Schwanz in Evas feucht-pochende Möse, dass nicht nur ein jeder, der aufgrund meiner Formulierung irritiert sein mag, einen wahrhaftigen Eindruck erhalten haben dürfte, was ihn inmitten des angeblichen Erotik-Thrillers erwarten wird, sondern darüber hinaus die Lektüre sich meinerseits insgesamt als „holterdiepolter“ wie „bumsfallera“ titulieren lassen darf.
Ergo des Ergos: ironischerweise gelang es meiner Meinung nach der Autorin in ihrer Lektüre selbst am besten aufzuzeigen, dass mein seine Finger statt auf dieses Buch auf weitaus verführerische Gegenstände legen kann.
Wegen guter Ansätze und der vor der zehnten Wiederholung funktionierenden erotischen Atmosphäre ein funkelndes gerechtfertigtes Sternchen, jedoch keine Empfehlung.Kommentare & Bewertungen
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