Pro:
Charaktere, Einfühlungsvermögen, fürwahr überraschende Wendungen, gelungene Gags, nicht zu albern
Kontra:
Bonusmaterial enttäuscht; kaum jemand wird den kleinen filigranen Witz nach dem Abspann entdecken
Empfehlung:
Ja
Seinerzeit vom Film „Die Monster AG“ im Kino positiv überrascht, liebäugelte ich seit Wissen, dass es eine Fortsetzung des ganzen geben würde, welche im Grunde eher ein Prequel darstellt, also die Studienjahre der Pixar-Helden beinhaltet, mit eben jener Publikation.
==“Die Monster Uni“== lief im Juni diesen Jahres im Kino und ist bereits jetzt auf DVD wie BluRay zu haben. Eine Schnellebigkeit, der ich persönlich immer weniger abgewinnen kann, stellt der Besuch des Kinosaals somit immer weniger Pluspunkte in den Vordergrund.
Gewiss ist Kennern der „Monster AG“ bereits bewusst, dass Mike Glotzkowski (dt. Stimme: Ilja Richter) nebst James Sullivan zu guter Letzt ihr Ziel, an den Traumjob in vorgenannter AG zu gelangen, erreichen werden ~ die Hürden, die es bis dahin zu bewältigen gibt, wurden seitens des Regisseurs Dan Scanlon umso überraschender, wendungsreicher wie auch emotionaler vorgebracht, als ich anfänglich mit ihnen gerechnet hätte.
Bereits die erste Szene, in denen sich der kleine Mike als Außenseiter seiner Schulklasse entlarvt, ging mir persönlich spürbar unter die Haut. Dank seiner Körpergröße und dem eher putzigen Aussehen nehmen in seine Schulkameraden kaum ernst, übersehen ihn buchstäblicherweise und wecken mit ihren verletzenden Sprüchen umso mehr den Wunsch in Mike, es allen zu zeigen und eines schönen Tages auf der Monster Uni seinem Ziel, Erschrecker zu werden, mit großen Schritten näher zu kommen.
Kaum auf der Uni angekommen, ändert sich jedoch nicht viel. Nach mehreren Zusammenstößen mit dem recht selbstüberzeugten James „Sulley“ Sullivan werden beide schließlich von der Uni verwiesen ~ die einzige Möglichkeit, doch wieder Schreckologie studieren zu dürfen, räumt die Dekanin Hardscrabble der gesamten Omega-Kreischma Team ein, sofern dieses bei dem studentischen Wettbewerb „Die Schreckensspiele“ gewinnen werden. Mike ergreift die Gunst der Stunde und meldet sich rasch freiwillig bei der Bruderschaft ~ dass die komplettierten Außenseiter jedoch nur eine Chance haben, wenn sie tatsächlich zur Teamarbeit fähig werden, müssen insbesondere Mike und James allzu schnell lernen...
'''Die Umsetzung''' gestaltet sich ohne jeden Zweifel dadurch als zugkräftiger, dass man Mike und James bereits aus „Die Monster AG“ als eingeschworenes Team kennt, während man nunmehr in der „Monster Uni“ erleben darf, wie wenig sich beide anfänglich grün sind.
Dialoge wie
~ „Anders als für dich war es für mich ein hartes Stück Arbeit, hier aufgenommen zu werden“
~ „Ja, weil du einfach nicht hierher gehörst!“
schmerzen diejenigen Zuschauer, die entweder mit genügend Mitgefühl ausgestattet wurden und / oder die gar ähnliche Erfahrungen in ihrer Vergangenheit wie Gegenwart sammeln mussten.
Im Grunde genommen erfüllt „Die Monster Uni“ durchaus etliche Klischees, die man von einem Campus erwartet, erinnert kurzzeitig mehr oder minder unfreiwillig sogar an die berühmt-berüchtigte Abschlussballszene in „Carrie“. So sehr man (vorrangig als erwachsener) Zuschauer auch ahnen mag, in welche Richtung sich der Plot entwickeln wird, schließt man ohne jeden Zweifel die Studienabbrecher aus dem Omega-Kreischma allesamt Dank ihrer jeweiligen Art spontan ins Herz, während mein absoluter Lieblingscharakter ~ trotz ihres eher kurzzeitigen Auftritts ~ zweifelsfrei Scott's Mutter Sherrie sein durfte. Ob nun der ältliche Don, das doppelköpfige Brüderpaar Terri und Terry Perry oder gar der wuselige Art ~ eine jede Figur wirkt auf den ersten Blick eher unbeholfen, während der Zuschauer rasch bemerkt, dass die Außenseiter allesamt die liebenswertesten Charaktere überhaupt sind, die man während des gesamten Filmes näher kennen lernen darf.
Spannend wird es gewiss inmitten der einzelnen Herausforderungen während der Schreckensspiele, alldieweil „Die Monster Uni“ ohne jeden Zweifel selbst bei mehrfacher Sichtung immer noch neue Details zu entdecken bereithält. Schrullige Figuren, ausgekochte Fieslinge, knallbunte Farben nebst den unerwarteten Eintritt in die Menschenwelt, welche seltsam grau und nicht zuletzt eben doch ein wenig gruselig wirken durfte sorgen für einen anhaltenden Guckspaß, wenngleich man sich neben der stereotypen Handlungsbedienung hier und dort eben doch noch ein echtes tieferschürfendes Highlight gewünscht hätte.
So wirklich amüsant wird „Die Monster Uni“ meines Empfindens nach immerfort vorrangig durch Situationskomik, schlagkräftige Dialoge, Äußerungen oder gar unüberlegte Äußerungen wie
„Sieh mich einfach als deinen Bruder, der deine Mutter heiratet. Nein... warte kurz... wir sind Brüder und haben die selbe Mutter Schrägstrich Frau.... oh.... Noch schlimmer.“
die sparsam dosiert zielgenau platziert wurden und das Gesamtwerk mitnichten zu albern werden lassen. Großer Pluspunkt meines Empfindens nach definitiv einerseits das Erzähltempo, Dank dessen man andererseits durchaus dem Irrglauben auferliegen könnte, dass der Abspann nach einem gewissen Punkt nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. Umso erstaunter war ich persönlich somit, dass der Film hier eine erneute Wendung nahm, die durchaus ans Herz geht wie auch vollkommen unvorhersehbar für mich war. Mag sein, dass etliche Filmbeschreibungen auf eben jenen Aspekt eingehen... da ich mich vor der Sichtung des Leinwandspektakels jedoch mit keiner einzigen Kritik befasst habe, war der Spannungsbogen wie auch der Überraschungseffekt für mich umso höher, so dass ich mich hier auch nicht weiter dazu äußern möchte.
===Die DVD selbst=== startet mit dem Hinweis, dass diese mit der „Fast play“ Funktion ausgestattet ist. Soll heißen: bevor der Inhaber der Silberscheibe das Menü erreicht, werden automatisch ein paar Trailer abgespielt. Will man diese jedoch umgehen und stattdessen direkt auf den Film zugreifen, reicht der Knopfdruck auf die Menü-Taste, woraufhin man direkt zum Start des Hauptfilm landet.
Sprachlich hat der potentielle Interessent die Wahl zwischen Deutsch, Englisch wie Türkisch, während die Untertitel zusätzlich den englischen Untertitel für Hörgeschädigte bereithält.
Wie bedauerlicherweise üblich gehen demjenigen, der auf Untertitel angewiesen ist, etliche Verbalfinessen verloren, während der deutsche Untertitel ferner darauf verzichtete, die Bruderschaft, die im Original „Oozma Kappa“ heißt, mit dem parallel dazu gesprochenen „Omega-Kreischma“ zu „übersetzen.“
Tatsächliche '''Extras''' liefert die DVD lediglich im äußerst bedingten Sinne. Man hätte sich so einiges vorstellen können, was die Macher an sehenswerten Hintergrundmaterial hätten dem Käufer zur Verfügung stellen können.. stattdessen kann sich, wer mag, den 6:29minütigen Kurzfilm „Der blaue Regenschirm“ anschauen. Eine Idee, der ich lediglich im Schnellvorlauf gefolgt bin, konnte ich für mich schon auf den ersten Blick erkennen, dass ich dafür schlicht und ergreifend nicht in Stimmung war.
Die '''Trailershow''' indes lässt sich ausschließlich gebündelt abspielen, auf einzelne Filmtipps kann man sonit nicht zugreifen.
In Bezug auf die FSK0 Freigabe geriet ich persönlich doch ein wenig ins Staunen, besticht „Die Monster Uni“ zwar durch liebevolle Charaktere, die trotz ihrer tendenziellen Gruseligkeit immerfort (recht) harmlos agieren dürfen, verblüfft eine vorfinalen Szene hingegen anhand ihrer Anlehnung an x-beliebige Erwachsenen-Schockerfilme. Da mein imaginärer Nachwuchs grundsätzlich nicht vor Erreichen des 6ten Lebensjahrs Televisionen konsumieren darf, könnte mir das Ganze zwar einerseits völlig egal sein, komme ich zugleich allerdings dennoch nicht umhin, den altbackenen Ratschlag zu geben, dem Nachwuchs nicht alleine vor die Mattscheibe zu setzen.
===Summa summarum=== habe ich „Die Monster Uni“ durchaus ins Herz geschlossen, kann Dank meiner fragmentarischen Erinnerung hingegen nicht ausführen, ob und inwieweit dieses Prequel an „Die Monster AG“ heranreicht. Den Verdacht, dass das Pixar-Erlebnis vorrangig durch Optik statt durch Inhalt punktet, kann ich gewiss nicht völlig von der Hand weisen, lehrt das Szenario zugleich dennoch, wie sehr man im Leben durch einen festen Willen, Fleiß, Mut und nicht zuletzt Teamarbeit seinen Träumen ein Stück näher kommen kann. weiterlesen schließen
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