Pro:
günstig, mit Status-LED ausgestattet, ordentliche Akku-Laufzeit
Kontra:
kleiner Speicher, kein NFC, kein LTE, maue Kamera, mäßige Verarbeitung, langsame Performance
Empfehlung:
Nein
Preiswerte Smartphones auf Basis von Android 4.1 zu finden, ist heutzutage kein großes Problem mehr. Schwierig kann es aber werden, wenn das Telefon auch mit einer halbwegs ordentlichen Ausstattung daher kommen soll. Huawei versucht genau diesen Spagat mit dem Ascend Y300 zu schaffen. Ich habe mir das Einsteiger-Smartphone genauer angesehen.
*** Alternative für Einsteiger ***
Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Ascend Y300 verfolgt nicht den Anspruch, ein topausgestattetes Mobiltelefon zu sein. Ziel ist es vielmehr, ein attraktives Gesamtpaket für Einsteiger bzw. Personen mit einem etwas kleineren Geldbeutel zu schnüren. Und das gelingt. Denn auch wenn das Telefon in Sachen Performance und Ausstattung nicht mit Top-Geräten mithalten kann, lässt das Ascend Y300 seinen Nutzer nur selten im Stich.
Es ist natürlich nicht wegzudiskutieren, dass Huawei an vielen Ecken und Enden gespart hat. Das betrifft nicht nur die integrierten Komponenten, sondern auch die Verarbeitung. Denn wer das Telefon in den Händen halten darf, wird sofort feststellen, dass es ungewohnt dick ausfällt. Während viele Telefone inzwischen dünner als acht Millimeter sind, bringt es das Ascend Y300 auf immerhin rund elf Millimeter. Das ist nicht weiter störend, für verwöhnte Smartphone-Nutzer aber eben doch ungewohnt. Hinzu kommt, dass es recht schwer wirkt - obwohl nur 130 Gramm auf der Waage sichtbar werden.
*** Knarzende Rückseite ***
Schade ist auch, dass der Akkudeckel nicht richtig fest mit dem Gehäuse verbunden werden kann. Wird zum Beispiel mit dem Daumen auf die Rückseite gedrückt, ist ein Knarzen unüberhörbar. Spätestens hier wird deutlich, dass Huawei an mancher Stelle die vielleicht notwendige Liebe zum Detail vermissen lässt.
Umso erfreulicher ist, dass für die Navigation durch das Android-Menü unter dem Touchscreen auf drei beleuchtete Sensortasten zurückgegriffen werden kann. Der Bildschirm selbst ist hingegen eher keine Augenweide. Zwar ist die diagonale Abmessung von 4 Zoll (10,2 Zentimeter) völlig ausreichend, die Auflösung von 800 x 480 Pixeln lässt aber zumindest für das geschulte Auge viele Wünsche offen. Farben wirken blass und auch einen starken Kontrast sucht man vergebens. Hinzu kommt, dass das Display sehr stark spiegelt.
*** Pluspunkt Status-LED ***
Wiederum als Pluspunkt erweist sich die Tatsache, dass Huawei seinem Einsteiger-Smartphone eine Status-LED spendiert hat. Sie informiert auf der Vorderseite über verpasste Anrufe, Termine oder Nachrichten. Ein durchaus sinnvolles Extra, das selbst vielen Top-Smartphones heutzutage noch fehlt.
Um das Huawei Ascend Y300 überhaupt nutzen zu können, muss unter der Akkuabdeckung eine SIM-Karte in Standardgröße eingelegt werden. Das funktioniert auch mit einem Adapter problemlos, sollte nur eine Micro- oder Nano-SIM vorhanden sein. Gefunkt wird in GSM- (Quadband) und UMTS-Netzen (900/2.100 Mhz.). LTE wird hingegen nicht unterstützt.
*** Maximal 7,2 Mbit/s bei mobilem Internet ***
Abstriche müssen auch bei mobilen Datenverbindungen in Kauf genommen werden. Denn die maximal mögliche Downloadgeschwindigkeit liegt bei 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Down- und 5,8 Mbit/s im Upstream. Wer schneller surfen möchte, muss auf die integrierte WLAN-Schnittstelle zurückgreifen, die die WLAN-Standards b, g und n unterstützt. NFC-Kompatibilität ist nicht gegeben, DLNA hingegen schon.
Mitunter der größte Kritikpunkt ist der nur sehr kleine Speicher. Er ist gerade einmal 4 Gigabyte groß und es wird nicht einmal 1 Gigabyte für die Installation von Apps zur Verfügung gestellt. Das ist in Zeiten, wo auch Apps häufig 20 oder sogar 30 Megabyte groß sind, zu wenig. Zwar ist eine Speichererweiterung per MicroSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte möglich, allerdings lassen sich viele Apps nur direkt vom Gerät aus starten.
*** Engpässe bei der Performance ***
Herzstück des Ascend Y300 ist ein Dual-Core Prozessor, dessen beiden Kerne mit immerhin 1 Gigahertz getaktet sind. Auf Basis des inzwischen stark aufgeblähten Android 4.1 ist das allerdings auch das Mindeste, was erwartet werden muss. Trotzdem kann es bei der Bedienung immer mal wieder zu Rucklern kommen. Gerade dann, wenn das Telefon an seine Belastungsgrenze getrieben wird. Und die ist recht schnell erreicht, denn mit nur 512 Megabyte Arbeitsspeicher kommt es vergleichsweise schlecht ausgestattet daher.
Mit an Bord ist natürlich auch eine Digitalkamera samt Auto- und Touchfokus. Sie löst im Fotomodus mit bis zu 5 Megapixeln auf, was für ein Einsteigertelefon durchaus ansehnlich ist. Doch wieder einmal zeigt sich, dass eine hohe Megapixelzahl allein noch lange nicht bedeutet, dass die Aufnahmen auch wirklich ansehnlich sind. Mögen die Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen noch einigermaßen gut ausfallen, lässt die Bildqualität bei Dämmerung oder schummrigen Licht deutlich nach. Ein gewisses Bildrauschen begleitet nahezu jede Aufnahme. Klar betonen möchte ich aber auch: Für alle, die in erster Linie Bilder bei Facebook oder Twitter hochladen möchten, ist die integrierte Digicam mehr als nur ausreichend. Eine separate Kamerataste fehlt, die Bedienung erfolgt komplett über das Display.
*** Videomodus maximal mit VGA-Qualität
Alles andere als überzeugend ist hingegen der Videomodus. Denn während bei vielen Telefonen zumindest ein einfacher HD-Modus (720p) zum Standard gehört, kann das Ascend Y300 eine maximale Videoauflösung von 640 x 480 Pixeln vorweisen. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Aufnahme von Bewegtbildern macht so keinen Spaß. Etwas überraschend ist, dass dem Telefon auch eine Frontkamera für Videochats spendiert wurde – wenngleich auch hier die Auflösung von 0,3 Megapixeln sehr schwach ausfällt.
Ungewohnte Patzer musste ich im Rahmen meines Tests auch bei der Gesprächsqualität feststellen. Vor allem ein Hall ist unüberhörbar. Deutlich mehr Lob kann das Ascend Y300 für den im Lieferumfang enthaltenen Akku mit einer Kapazität von 1.950 mAh einheimsen. Selbst bei dauerhaft aktivierter Daten- und WLAN-Schnittstelle kam ich locker 24 Stunden ohne neue Stromzufuhr aus. Schwieriger wird es, wenn häufig Spiele gespielt, Bluetooth oder GPS-Empfänger zugeschaltet werden. Dann reicht eine Akkuladung auch schnell mal nur noch für acht bis zwölf Stunden.
*** Fazit: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ***
Auch wenn das Huawei Ascend Y300 in Sachen Ausstattung und Performance nicht mit Top-Smartphones mithalten kann, so muss es sich dennoch nicht verstecken. Denn für die Zielgruppe, für die es angeboten wird, stellt es eine mehr als nur sinnvolle Alternative dar. Wird es zum Beispiel für Kinder zusammen mit einer Prepaidkarte gekauft, kann spielend die Smartphone-Welt erkundet werden.
Erfreulich ist, dass zum Beispiel auf kleine Extras wie eine Status-LED, einen Helligkeitssensor beim Display und einen Autofokus bei der Kamera zurückgegriffen werden kann. Weniger Spaß machen der nicht mehr marktgerechte Videomodus, das knarzende, recht dicke Gehäuse und der zu kleine Speicherplatz für Apps.
*** Ab 89 Euro zu haben ***
Nichts zu meckern gibt es aber beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Online-Fachhandel wird das Huawei-Einsteigersmartphone momentan schon zu Preisen ab 89 Euro angeboten. Das ist für das, was das Telefon bietet, schlicht und ergreifend sehr gut. Amazon verkauft das Telefon ohne zusätzliche Versandkosten für 99 Euro. Angeboten wird es in Weiß und Schwarz, wobei bei beiden Produktvarianten die Front komplett in Schwarz gehalten ist. Im Lieferumfang übrigens nicht inklusive: ein Headset.
--> HINWEIS: Dieser Testbericht ist unter meinem Namen auch bei www.onlinekosten.de zu finden. weiterlesen schließen
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