Pro:
gute Rasurergebnisse ohne zu reizen
angenehm in der Hand
extrem pflegeleicht
Kontra:
eigentlich nichts
Empfehlung:
Ja
Ja, ja, als Teenager stand man vor dem Spiegel und zählte stolz jedes einzelne Barthaar. Dieser Stolz schlägt dann recht schnell in Frust um, wenn das Rasieren dann zur täglichen Pflicht wird, weil z.B. die bessere Hälfte nicht auf „Schenkelbürsten“ steht. Eigentlich bin ich ja der „Typ Nassrasierer“. Dennoch bin ich auch Besitzer eines Trockenrasierers der Marke Braun TriControl 4740, der mich während der letzten beiden Jahre meines vergangenen Fernfahrerdaseins begleitet hat. Diesen Rasierer möchte ich euch heute vorstellen (vorstellen im Sinne von erklären, da ich nie dazu gekommen bin ihm einen Namen zu geben).
Hersteller und Preis
Was soll man da groß sagen, da der Name „Braun“ eigentlich schon alles sagt. Das 1921 gegründete Unternehmen ist weltweit für qualitativ hochwertige Produkte bekannt und dürfte mitverantwortlich für das Gütesiegel „Made in Germany“ sein. In den Jahre 1967 bis 2005 gehört Braun zum Gilette Konzern bevor dieser von Procter & Gamble übernommen wurde. Dennoch stellt Braun seine Produkte weiterhin in Eigenverantwortung her, nutzt aber das engmaschige Vertriebsnetz von P&G um weltweit vertreten zu sein. Der Preis betrug seinerzeit satte 99,98 Euro bei Real, aber mittlerweile gibt es ihn vielerorts auch billiger
Die Verpackung
Leider habe ich den Karton nicht mehr. Aber der Akku-Rasierer wurde geliefert mit einer schwarzen Kunstoffbox die unten flach ist, aber oben so abgerundet, dass sie sich der Form des Rasierers anpasst. Mit in diese Box passen das mitgelieferte Ladekabel sowie die obligatorische Reinigungsbürste. Auf diese Weise lässt sich Rasierer samt Zubehör gut mit auf Reisen nehmen, ohne wirklich viel Platz in Anspruch zu nehmen.
Der Rasierer
Das Gerät ist an Vorder- und Rückseite in schwarz gehalten, während die Seiten dunkelblau sind. Hellblau abgesetzt sind dort auch der Schalter um das Gerät einzuschalten sowie die Knöpfe zum Entfernen des Scherblattes. Neben dem eigentlichen Scherblatt verfügt der Braun TriControl noch über einen Langhaarschneider (manche sagen auch Bartrimmer). Direkt dort befindet sich auch die Kontrollleuchte, welche nur brennt, wenn das Gerät zum Laden am Netz hängt.
Aufladen und Akkuleistung
Da man sich grundsätzlich nur über Akku-Betrieb rasieren soll, um eine lange Haltbarkeit des Akkus zu gewährleisten, natürlich ein recht wichtiges Thema. Um das Neugerät in Betrieb zu nehmen war eine Ladezeit von 8 Stunden nötig. Nun reichen im allgemeinen 1,5 bis 2 Stunden (bis die Kontrolllampe grün leuchtet) um den Akku wieder voll aufzuladen. Voll aufgeladen reicht die Leistung nach Hersteller ca. 30 Minuten. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass ich auch locker 40 bis 45 Minuten damit klar komme, obwohl ich ziemlich hartes Barthaar habe. Also hat er mich nie im Stich gelassen, wenn ich denn die ganze Woche unterwegs war.
Die Rasur
Da habe ich ihn nun also in der Hand. Durch ein den Fingern angepasstes Wellenprofil an den Seiten hat man ihn sicher und bequem im Griff. Wie gerade erwähnt habe ich recht störrisches Barthaar. Trotzdem reicht ein 2 – 3 maliges drüberfahren um Herr über die Wangenhaare zu werden. An schwierigeren Stellen, wie Kinn, Oberlippe und Hals kommt man mit 4 bis 5-maligem darüber gleiten zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Der Langhaarschneider nimmt (so man ihn den ausgefahren hat) gnadenlos alles was ihm in den Weg kommt. Hautirritationen bleiben bei mir nach der Rasur aus, allerdings habe ich auch nicht das, was man eine empfindliche Haut nennt. Leider fühlt man, wie wohl bei den meisten Trockenrasierern, bereits um die Mittagszeit, dass sich vorwitzige Stoppel wieder durch die Haut drücken wollen. Wer also abends noch mal auf die Rolle möchte, wird um eine erneute Rasur nicht herum kommen.
Die Reinigung
Die Reinigung des Rasierers ist völlig problemlos. Durch drücken der beiden hellblauen Knöpfe entfernt man das Scherblatt und hält den eingeschalteten Rasierer (wichtig: NUR IM AKKU-BETRIEB) und das Scherblatt unter warmes fließendes Wasser. Vor dem erneuten Zusammensetzen sollte man beide Teile wieder trocknen lassen. Alternativ kann natürlich auch die mitgelieferte kleine Bürste verwendet werden. Das wars dann auch schon.
Entsorgung
Die Akkus des Rasierers enthalten Nickel-Cadmium, wodurch das Gerät im Falle einer Entsorgung zu Sondermüll (Elektroschrott) wird. Also bitte nicht in den Hausmüll.
Fazit
Nachdem ich dieses Gerät nun bereits fast 4 Jahre in Betrieb habe (wobei er in den ersten 2 Jahren täglich 2 mal benutz wurde), habe ich noch nie das Scherblatt oder den Scherkopf erneuert. Dennoch rasiert der Braun wie am aller ersten Tag. Nicht vergleichbar mit einer Nassrasur, aber ich habe bereits bedeutend schlechtere Trockenrasierer besessen. Die Akkulaufzeit ist mit bis zu 10 Tagen (dann lässt die Scherkopfgeschwindigkeit nach) für meine damaligen (und auch heutigen) Bedürfnisse mehr als ausreichend. Er zeigt bis heute keinerlei Gebrauchsspuren, weder optisch noch von der Funktion. Obwohl der damalige Preis von fast 100 Euro sich ziemlich happig anhört, war dieser waschbare Trockenrasierer jeden Cent wert. Wenn ich 6 Sterne vergeben könnte, würde er 7 bekommen. Ich kann ihn mit ruhigem Gewissen jedem empfehlen.
PS: Zwar hat das Teil keinen Namen, aber von eventuellen Namensvorschlägen solltet ihr absehen J weiterlesen schließen
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