Pro:
3 - 4 gute Schauspieler, die Gesellschaftskritik, gute Splater Effekte, die Maske der Zombies,
Kontra:
der Großteil der Darsteller, öde Story, kaum Spannung, kaum neue Ideen, keine Horrorstimmung sondern mehr Action,
Empfehlung:
Ja
Welcher Horrorfan kennt ihn nicht? George A. Romero. 1968 schuf er den Klassiker namens "The Night of the Living Dead" welcher eine regelrechte Zombiefilmwelle auslöste. Die Horrorfans liebten den Film da er zur damaligen Zeit etwas völlig Neues war, andere mochten den Film vor allem wegen seinen Sozialkritischen Anspruch. Das gleiche Prinzip führte Romero weiter mit dem 1978 erschienen "Dawn of the Dead" und dem Abschluss "Day of the Dead" von 1985. Dann wurde es vorerst Still um Romero´s Zombies. Nun schreiben wir das Jahr 2005 und Romero´s "Land of the Dead" findet seinen Weg in die Kinos. Als Liebhaber der alten Romero Filme wollte ich mir den neun Teil natürlich auch ansehen. So hatte ich nun das Glück fast eine Woche vor dem offiziellen Deutschlandstart den Film in einer Sneakvorstellung zu erwischen. Wie mir "Land of the Dead" gefallen erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen. Beim Lesen wünsche ich euch viel Spaß.
Die Story:
Nachdem die Welt von den Untoten, gerade zu, Überrannt wurde leben nur noch wenige lebende Menschen. Die noch lebenden Menschen verschanzen sich verstreut über der ganzen Welt in isolierten Städten. So ist es auch in Pittsburgh. Die Stadt wird vom reichen Geschäftsmann Kaufmann beherrscht welcher Pittsburgh, so zu sagen, regiert seit die Untoten auf der Erde wandeln. Er lebt mit der restlichen reichen Gesellschaft von Pittsburgh in Fiddler's Green - Turm einem ehemaligen Einkaufszentrum für Reiche. Die Menschen die sich den Aufenthalt im Green - Turm nicht leisten können leben auf der Straße. Zwischen Dreck, Drogen und Aussichtslosigkeit.
Zur Mittelklasse gehören wohl die Soldaten welche die Gegend um den Green - Turm beschützen und dafür sorgen das die Untoten keinen Weg in den abgeriegelten Teil der Stadt finden. Andere Soldaten haben wiederum die Aufgabe außerhalb der Stadt nach Nahrung und sonstigen Luxusgütern zu suchen. So auch Riley (Simon Baker) und dessen Rivale Cholo (John Leguizamo). Während sie alles mitnehmen was sie tragen können gehen sie nebenbei auch noch auf Zombiejagd und knallen alles Untote ab was sie zu sehen bekommen. Viel Mitleid haben sie nicht mit den Untoten. Vielmehr machen sie sich einen Spaß aus der Jagd. Was aber niemand ahnt ist das die Untoten allmählich lernen mit anderen Toten zu kommunizieren und sie lernen sogar Werkzeuge zu nutzen. Es scheint so als ob sie sich langsam an alte Gewohnheiten erinnern. Während einer der Jagdtouren von Riley und dessen Kollegen sieht ein Zombie mit an wie andere Zombies gnadenlos Abgemetzelt werden. Teilweise versucht er andere Zombies vor ihrem endgültigen Tod zu retten. Es scheint fast so als ob dieser Untote nun Gefühle entwickelt. So versammelt er immer mehr Untote um sich und nimmt Kurs auf Pittsburgh wo sich die Menschen noch sicher fühlen. Doch das soll nicht mehr lange so sein. Zum einen da sich die arme Bevölkerung nun wehren will und Cholo Kaufmann bedroht das er den gesamten Green - Turm in die Luft jagd falls dieser nicht 4 Millionen Dollar zahlt. Zwischen all diesen Problemen kommen die Untoten der Stadt immer näher...
Meine Meinung zu Land of the Dead:
Es hat wirklich lange gedauert bis Romero seine Zombies wieder wandeln lässt. Um eins aber mal gleich Vorwegzunehmen: "Land of the Dead" ist nicht der Film den man sich nach den ersten drei Teilen der Romero Filme erwartet hätte und schon gar nicht kommt er auch nur Ansatzweise an die alten Filme heran. Anfangs hat man noch das Gefühl das sich die Story ziemlich gut Entwickeln könnte. Leider kommt es dazu aber nicht. Am interessantesten ist aber wohl das die Zombies diesmal zu Denken lernen und untereinander Kommunizieren, lernen Gegenstände zu benutzen und sogar Gefühle entwickeln. Das fällt besonders bei einen Zombie im Blaumann auf welcher die "Revolution" der Untoten anführt. Man kann also sagen das die Untoten in "Land of the Dead" sehr viel Menschlicher sind als in den Vorgänger Filmen. Wobei ja bereits in "Day of the Dead" ein Untoter lernte Gefühle zu entwickeln und scheinbar auch Denken konnte. Aber man muss ja auch sagen das Romero´s Zombies schon immer menschliche Züge hatten. Diese Idee das die Zombies nun menschlicher Handeln und auch Wirken als in den alten Filmen ist sicherlich für einige Ungewohnt. Allerdings ist es mal etwas halbwegs Neues und wurde auch ganz Gut im Film ungesetzt. Trotzdem entwickelt sich die Story nicht wirklich weiter obwohl man, wie bereits erwähnt, sehr viel mehr hätte Rausholen können. Etwas hat sich aber nun Stark geändert im Bezug zu den alten Filmen. Nämlich das diesmal die Zombies komplett die Sympathieträger des Filmes sind. Das liegt wohl daran das die Menschen mit den Untoten machen was sie wollen. Fast scheint es sogar das die Zombies nicht zwingend auf die Jagd nach Menschen gehen sondern sich mehr Verteidigen als Anzugreifen. Um es Kurz zu sagen: Die Menschen sind im Film einfach Scheiße. Was aber noch immer so ist wie in den klassischen Zombiefilmen ist das die Zombies noch langsam umhertorkeln und nicht rennen wie es in "28 Days Later" oder der Neuauflage von "Dawn of the Dead" der Fall ist. Das kann man zum einen Gut oder Schlecht finden. Was mich immer an den schnellen Zombies stört ist das bei solchen Filmen keine richtige Gruselstimmung aufkommt. Daher bevorzuge ich lieber den "klassischen" Zombie. Nur leider hat es Romero diesmal völlig verpasst auch nur Ansatzweise eine gelungne Gruselstimmung aufkommen zu lassen. Vielmehr wirkt "Land of the Dead" wie ein Post Apokalyptischer Actionfilm in welchem es Zombies gibt.
Was sich aber nicht geändert hat ist der Sozialkritische Aspekt. Waren es in den alten Teilen noch die Trennung zwischen Weißen und Schwarzen, das Motto "Hauptsache ich Überlebe, die anderen sind mir völlig egal" und die Unterdrückung der Schwächeren die Romero angefochten hat sich die Kritik an der Gesellschaft nun ein bisschen verändert und bezieht sich auf aktuellere Themen. Vor allem kritisiert Romero wohl in "Land of the Dead" die Stärke der Reichen welche die Armen unterdrücken. Denn, während die Reichen im Film in einen Luxuseinkaufszentrum leben und es sich mit Dienern gut gehen lassen, leben die anderen Menschen auf der Straße in katastrophalen Zuständen. Statt das die letzten lebenden Menschen zusammenhalten bekämpfen sie sich im Prinzip selbst. Solche Szenen im Film erinnern den Zuschauer immer wieder an aktuelle Geschehnisse in der realen Welt. Es werden unnötige Kriege geführt, die Armen werden immer Ärmer und, und, und. ..
Diesen Punkt wusste Romero schon immer Gut umzusetzen. Mein Nachbar im Kino hat zu seiner Begleitung auch gesagt das der Film mehr ein Gesellschaftsdrama ist als ein Horrorfilm. Und da kann ich auch Ansatzweise zustimmen. Aber Romero hat es natürlich nicht verpasst auch für die nötige Portion Splatter zu sorgen. So sieht man abgetrennte Köpfe, regelrechte Kopfschussorgien und natürlich Menschen die von den Untoten regelrecht Zerfleischt werden. Daher hat der Film in Deutschland auch die Freigabe ab 18 Jahren. Allerdings fand ich die alten Teile sehr viel Brutaler. Aber das ist ja oft so bei älteren Filmen das dort mehr Splatter zum Einsatz kommt wie in den heutigen Filmen. Die Maske ist in "Land of the Dead" übrigens ziemlich Gut geworden. Zwar sehen die Zombies nicht mehr sehr Angsteinflößend aus aber wenn ich mich noch an "Dawn of the Dead" zurückerinnere, in welchen die Zombies eigentlich nur Grau - Grün angeschminkt waren was sicherlich auch Kultcharakter bei einigen hat, ist die Maskenarbeit wirklich klasse geworden. Anders wie in "Day of the Dead" stammen die Make - Up Effekte aber leider nicht von Tom Savini. Auf Tom ganz verzichten muss man allerdings nicht da er im Film einen Zombie verkörpert. Sehr schön ist auch das Romero vollkommen auf de Einsatz von Computer Effekten verzichtet hat. So wirkt der Film in dieser Hinsicht wenigstens nicht Unglaubwürdig.
Da auch "Land of the Dead" ein relativ kleines Budget aufweist kann man nicht wirklich mit den Größen des amerikanischen Filmes rechnen. Als Hauptdarsteller sehe ich Riley an welcher von Simon Baker gespielt wird. Riley ist wohl einer der wenigen der Mitleid mit der armen Bevölkerung von Pittsburgh hat und auch nicht unbedingt darauf aus ist die Zombies zu töten. Simon Baker hat seine Rolle den Hauptteil des Filmes über sehr gut Gespielt. Leider wirkt er aber bei manchen Szenen etwas Unbeholfen und Lasch. Cholo, gespielt von John Leguizamo, ist da fast schon das genaue Gegenteil von Riley. Eigentlich hat er vor auch in den Green - Turm einzuziehen, dies wird ihm aber von Kaufmann verweigert. Daher will er an Kaufmann Rache nehmen und droht ihm den Green - Turm, mit allen Menschen, in die Luft zu jagen. Auch John Leguizamo konnte seine Rolle ganz gut Verkörpern wie ich finde. Im Gegensatz zu Simon Baker, wirkt John Leguizamo viel Sicherer in seiner Rolle. Sehr gut Besetzt wurde auch die Rolle vom skrupellosen Kaufmann. Dennis Hopper wirkt in seiner Rolle noch Krasser wie John Leguizamo. Denn Kaufmann ist bei weitem der skrupelloseste Charakter im ganzen Film. Er ist so ziemlich nur auf Geld aus. Selbst seine Freunde würde er für ein bisschen mehr Reichtum, in einer völlig zerstörten Welt, umbringen. Auch Dennis Hopper hat, meiner Ansicht nach, seine Rolle ziemlich gut Gespielt. Und nun reißt auch die Liste der guten Darsteller ab. Da währe zum einen Asia Argento welche ihre Rolle als Slack einfach Grauenhaft spielt. Total Langweilig und völlig Sinnfrei für die, ohnehin schon nicht so tolle, Handlung. Und dies verhält sich mit so ziemlich jeden anderen Darsteller in diesem Film. Einzig Robert Joy als Charlie, einem Freund von Riley, ist gelegentlich noch ein Lichtblick und kann ansatzweise Überzeugen. Die wichtigsten Darsteller im Film sind natürlich die Zombies. Aber zu denen kann man nicht so wirklich viel sagen da sie ja sowieso die meiste Zeit nur durch die Gegend torkeln.
Original Filmtitel:
George A. Romero's Land of the Dead (2005)
Länge des Filmes:
Ca. 93 Minuten
Regisseur:
George A. Romero
Schauspieler:
Riley (Simon Baker)
Cholo (John Leguziamo)
Kaufmann (Dennis Hopper)
Slack (Asia Argento)
Charlie (Robert Joy)
FSK:
Ab 18 Jahren
Fazit:
Sicherlich ist nicht alles Schlecht an "Land of the Dead". Einen weiteren Klassiker der so Gut wie "Dawn of the Dead" ist hätte ich sowieso nicht erwartet, trotzdem hat mich der neueste Romero Film doch sehr Enttäuscht. Das liegt, meines Erachtens, besonders an der laschen Umsetzung. Zwar ist der Film recht kurzweilig aber sobald der Abspann beginnt bekommt man das Gefühl das irgendetwas gefehlt hat. Zwar sind die Splatter Effekte, die Gesellschaftskritik und die Zombies selbst ziemlich Gut geworden. Aber die Story, der Grossteil der Schauspieler und vor allem die Atmosphäre können kaum überzeugen. Der Film ist sicherlich nichts Schlecht aber er ist einfach völlig hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Daher bekomm der Film von mir drei Sterne. Fans der alten Romero Filme werden sicherlich auch Enttäuscht sein aber trotzdem wird wohl kaum einer von ihnen daran vorbeikommen sich diesen Film anzusehen. Ich empfehle aber lieber auf die DVD zu warten denn man muss den Film nicht zwingend im Kino sehen. Sicherlich werden die Meinungen zu dem Film sehr Weit auseinander gehen. Für mich steht aber fest das "Land of the Dead" der schwächste Film der ganzen Romero Reihe ist und fast schon Unnötig wirkt.
Offizielle Homepage von Land of the Dead:
http://www.landofthedeadmovie.net/ weiterlesen schließen
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