Heute nun schaute ich mir mit meinem Mann zusammen einen Film an, der schon vom Titel her "An deiner Schulter" recht sentimental und rührselig klingt, darin Kevin Costner die Hauptrolle spielt, den ich als Schauspieler sehr schätze. Denn wieder einmal tritt er als Mann auf, der sehr einfühlsam auf Frauen zugeht, und sie zu verstehen versucht, was natürlich nicht immer leicht für ihn ist, zumal er es gleich mit fünf Frauen zu tun hat.
Nun ja, Kevin Costner spielte unter anderem auch 1989 in Feld der Träume und 2002 in Im Zeichen der Libelle die Hauptrolle, wobei ich nur die Filme erwähnen möchte, darüber ich schon einen Bericht geschrieben habe. Insgesamt ist er im Zeitraum von 1981 bis 2013 in 43 Filmen aufgetreten, wobei er in 4 Filmen Regie führte und bei 12 der Produzent war.
Doch nun, um was handelt sich der Film "An deiner Schulter" aus dem Jahre 2005
Der Film fängt mit einer Beerdigung an, und endet so auch wieder, wobei die Geschichte im Rückblick von drei Jahren erzählt wird. Na ja, erzählt wird sie im Off von der Jüngsten Tochter der Familie Wolfmeyers, die es bis jetzt nicht versteht, warum ihr Vater von heute auf morgen einfach verschwunden ist, zumal ihre Mutter Terry (Joan Allen) den Verdacht hegt, dass er seiner viel jüngeren Angestellten nach Schweden folgte. In ihrem Kummer und ihrer Verzweiflung vergrabt sie sich in ihr Zuhause und greift zum Alkohol, um das geschehene so schnell wie möglich hinter sich zu lassen und zu vergessen. Bis ihr Nachbar Denny Davies (Kevin Costner),ein ehemaliger Profi-Baseballspieler, eines Tages vor ihrer Tür steht und mit ihrem Mann reden will, wegen eines Bebauungsgrundstücks.
So ganz verstehen kann er es nicht, dass er seine attraktive und durchaus ansehnliche Frau, wegen einer Jüngeren verlassen hat, zumal auch er sie selber als eine Augenweide betrachtet.
Und da auch er allein ist, und einen Verlust, den Verlust seiner Baseball-Karriere zu ertränken versucht, schließen sich die zwei zusammen um mit Bier und Hochprozentigem, das alles zu vergessen. Nur bei Denny liegt der Verlust seiner Karriere schon Jahre zurück, sodass man vom Schein her sagen kann, dass er sich damit abgefunden hat, nicht mehr die Nummer eins zu sein, wobei es Terry noch unbegreiflich ist, warum sie ihr Mann so Hals über Kopf verlassen hat. Ihre Wut und ihren Hass auf ihren Mann bekommen die vier erwachsenen Töchter zu spüren, die gerade im Begriff sind ihre eigenen Wege zu gehen. Immer wieder gibt es massive Reibereien zwischen ihnen und ihrer Mutter, die sich nicht weiter zu helfen weiß, als wie zum Alkohol zu greifen.
Im Grunde ist es ja klar, dass sich ihre Kinder nichts mehr von ihrer Alkoholabhängigen Mutter sagen lassen, die Andy (Erika Christensen) gern auf der Hochschule gesehen hätte. Statt dessen, vielleicht auch nur um ihre Mutter zu ärgern, nimmt sie eine Stelle bei einem Radiosender an, die ihr Denny verschafft, der selbst bei diesem Sender angestellt ist. Und dort lernt sie den wesentlich älteren Adam (Mike Binder) kennen, der keine Gelegenheit auslässt, eine ins Bett zu kriegen.
Aber auch Emily (Keri Russell) macht einen Strich durch Mamas Pläne mit ihr. Ihre Mutter möchte, dass sie etwas "Bodenständiges" lernt, und nicht Balletttänzerin wird.
Und auch zu Hadley (Alicia Witt) hat sie so-gut-wie, den Draht schon verloren. Denn ihr ist es ganz entgangen, dass sie schwanger ist und einen Freund hat, den sie bald Heiraten wird.
Und die Jüngste, Popeye (Evan Rachel Wood) setzt der ganzen eine Krone auf. Denn sie versucht einen etwa gleichalterigen Jungen zu verführen, der sie entjungfern soll.
Mehr möchte ich dazu nicht verraten, obwohl sich die ganze Geschichte bis jetzt so vorausschauend entpuppt, kommt dennoch das dicke Ende erst zum Schluss. Wenn es nämlich an den Tag kommt, wo Terrys Mann ist, bzw. war.
Nun also gleich zur eigenen Meinung
Wie schon erwähnt, hat mein Mann diesen Film ausgewählt, obwohl ich mir lieber einen anderen angeschaut hätte, nachdem ich die kurze Beschreibung des Films las, dass ein Mann seine Frau plötzlich verlässt, womit sie nicht fertig wird. Und dann gerät sie immer öfters mit ihren vier Töchtern in Streit. Und zur guten Letzt findet sie in ihrem Nachbarn Denny einen Leidensgenossen, der einmal ein Profi Baseball-Spieler war, aber jetzt sein Geld als Radio-DJ verdient.
Oh Gott, als ich diese paar Sätze las, stellten sich bei mir all meine Haare zu berge, weil diese Geschichte doch so vorhersehbar erscheint, wie diese Enden wird.
Da kapseln sich die Kinder von der Mutter ab, weil sie ja als Schuldige abgestempelt wird. An ihr muss es gelegen haben, dass ihr Mann sie verlassen hat. Nach dem wieso und warum wird nicht gefragt. Sie ist der Meinung, dass er der wesentlich jüngeren folgte, die sie schon lange im Verdacht hat, das da irgendwas läuft, weil ihre Ehe so gut wie schon eingeschlafen ist. Aber dennoch kommt keine richtige Eifersucht in ihr hoch, sondern nur Wut und Hass, den sie im Alkohol zu ertränken versucht.
Und dann findet sich noch ein netter Nachbar, der sie zu trösten versteht, indem sie anfangs zusammen auf der Couch ganz schön bechern, bis sie schließlich im Bett landen.
Okay, das passiert nicht gleich, sondern so nach und nach.
Ganz bedächtig, und rücksichtsvoll geht Kevin Costern dabei vor, wobei er ihr das Tempo angeben lässt.
Aber auch ihre Kinder mögen ihn, da er irgendwie mehr Verständnis zeigt, in Situationen, bei denen es ihre Mutter zum Ausrasten war.
Jedoch denke ich, dass dies ganz sicher nicht immer so war, dass sie gleich überreagierte. Erst als ihr Mann sie verlassen hat, und sie mit ihrem Kummer und Schmerz allein war, wurde ihr das alles zu viel, Verständnis gegenüber ihren Kindern aufzubringen.
Na ja, wenn man ganz ehrlich ist, sind auf dieser Basis der verlassenen Ehefrau und Mutter, recht viele Filme aufgebaut. Deshalb langweilte ich mich auch auf recht vielen Strecken des fast zweistündigen Films hindurch, was aber nun nicht heißt, dass ich ihn total uninteressant gefunden hätte.Aber mir kam er so unendlich in die Länge gezogen vor, weil das was kommt oder kommen wird, im Grunde schon auf der Hand lag.
Aber warum ich ihn dennoch interessant fand, war, weil dieser Film zeigt, wie ein Mensch, der so bitter von einem Menschen enttäuscht wird, die Kraft verliert, Verständnis gegenüber anderen aufzubringen. Im Gewissen Maß sitzt in solch einer Person Wut und Verzweiflung. Wut, dass der Mann weg ist und Verzweiflung, weil sie mit ihren Problemen allein dasteht. Niemand hat, mit dem sie reden kann. In dieser Situation wächst einem schnell alles über den Kopf wächst. Sie weiß, dass ihre Kinder sie noch brauchen, was sie ihnen zeigt, als sie ihnen die Schulbrote wieder packt. Das geschieht jedoch erst, als sie in Denny einen Freund gefunden hat, der sie versteht. Versteht was sie durchmacht.
Aber auch die Kinder haben unter dem Verlust des Vaters zu leiden, auch wenn sie in Denny so etwas wie einen Ersatzvater gefunden haben, den sie sehr lieben. Denn eins der Kinder wird unerklärlich schwerkrank, sodass sie sogar das Essen verweigert.
Im Gewissen Sinn kann man diesen Film in die Sparte der Liebesfilme stecken, aber in die der schwer verdaulichen. Denn einen gewissen Tiefgang hat dieser Film, wenngleich darin auch Komik verankert ist.
Komik jedoch ganz besonderer Art, die sich jedoch nicht so schnell in einem anderen Melodrama findet. So hat z.B. Terry eine ganz absonderliche Version am gedeckten Abendbrottisch, als sie Andys Freund Adam, den sie sowieso nicht leiden kann und der beim Essen laut schmatzt, den Kopf explodieren lässt, sodass das Blut über die ganze Wand spritzt. Das ist so schön geschauspielert von ihr, wie in ihr zunächst die Wut hochsteigt, sodass sie beinahe am Explorieren ist, aber am Ende Adams Kopf explodiert. Und dann das erleichterte grinsen von ihr. Einfach einmalig diese Szene.
Ich finde sowieso, dass Kevin Costner seine Rolle sehr gut spielte. Zunächst als guter Nachbar und dann als verständnisvoller und einfühlsamer Freund. Aber auch die Rolle der verlassenen Ehefrau die Joan Allen spielte, spielte sie so überzeugend, sodass man mit ihr, ihre Wut ihren Kummer um den Verlust, mitfühlen konnte. Überhaupt spielten alle ihre Rollen gut.
Aber dennoch kostete es mich doch etwas an Überwindung die fast zwei Stunden vor dem Fernseher durchzuhalten, weil diesem Film irgendwie der Schwung fehlt, was sich jedoch dem Ende zu ändert, als das für fast alle Zuschauer unfassbare geschieht, dass das Rätsel gelüftet wird, wo Terrys Mann ist.
Dazu kann ich nur sagen: Durchhalten, es lohnt sich.
Daten zum Film "An deiner Schulter" Originaltitel: The Upside of Anger
Darsteller: Joan Allen, Kevin Costner, Erika Christensen
Regisseur(e): Mike Binder
Komponist: Alexandre Desplat
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 13. März 2006
Produktionsjahr: 2004
Spieldauer:"" 112 Minuten
Extras: Audiokommentar, Bonusmaterial, Behind the Scenes, Interviews mit Cast & Crew, Deleted Scenes, Featurette ,Creating The Upside of Anger, Making Off, Trailer & TV-Spots, Cast & Crew, Bildergalerie, Trailershow.
Schlecht finde ich, und deshalb auch einen Sternabzug dieser DVD, weil alle gesprochenen Extras des Bonusmaterials - eine Ausnahme stellt der Kinotrailers dar - auf Englisch sind, und deutsche Untertitel hierfür gänzlich fehlen.
Auch der Film selber hat aus meiner Sicht die volle Punktezahl nicht verdient, weil dieser mir doch etwas zu-viel Klischee-behaftet erscheint, und doch überwiegend recht langatmig herüberkomme. Trotz des Tiefgangs im Film. Drei Sterne sehe ich dafür angemessen.
Fazit: Keine leichtverdauliche Romantik-Komödie
Bewerten / Kommentar schreiben