Pro:
solide gemacht, anfangs ganz unterhaltsam
Kontra:
zu teuer, macht nur kurzzeitig Spaß
Empfehlung:
Nein
Vorwort
Es gibt ja viele solcher Sachen die man haben möchte aber immer zu geizig ist sie sich selbst zu kaufen. Solche Wünsche erfüllt man sich am besten indem man den aufmerksamen (sprich: zumeist weiblichen) Verwandten vor Festen ?dezente? Hinweise gibt (Anmerkung: leider hat das mit meinem Wunsch nach einem Porsche Cayenne bislang nicht geklappt). So habe ich also zu Weihnachten von meiner Schwester das lang ersehnte Buzz-Quiz für die Playstation bekommen. Intensive Recherchen haben ergeben, dass sich das Spiel zur Zeit für knapp 60 Euro (bzw. 40 Euro ohne Buzzer) bei einem größeren Onlinehändler käuflich erwerben lässt.
Vor dem Spiel
Das schöne an Konsolenspielen ist ja bekanntlich die einfache Innbetriebnahme. Keine lästige Installation fällt an also einfach Spiel in die Konsole und los geht?s. Hier war das aber gar nicht so einfach .
Normalerweise würde ich bei einem Videospiel kaum die Verpackung erwähnen aber das Spiel aus dieser zu befreien war im wahrsten Sinne des Wortes ein ?einschneidendes? Erlebnis. Das Spiel ist nämlich mitsamt den vier Buzzern in einer Plastikverpackung eingeschweißt und um eben diese zu öffnen Bedarf es einer stabilen Schere (vergesst die Kinderbastelscheren), der Anwendung roher Gewalt und einer gewissen Schmerzunempfindlichkeit falls sich Teile der Verpackung in die zarten Fingerchen bohren sollten. Also endliche die Verpackung geöffnet, Blutung gestoppt, jetzt schnell das Spiel in das Playstationlaufwerk, die Buzzer an den USB (die vier Buzzer sind miteinander verbunden und haben folglich einen gemeinsamen Stecker) angeschlossen und dann kann?s auch wirklich losgehen.
Die Buzzer des Spiels machen einen einigermaßen solide verarbeiteten Eindruck und die Kabel sind lange genug, dass sich die Mitspieler komfortabel vor dem Fernseher verteilen können. Die Buzzer haben zum einen natürlich die roten Buzz Taste an der Oberseite (die auch ganz chic leuchten kann) und zum anderen vier farbig markierte Tasten mit denen Antworten ausgewählt und durch Menüs navigiert werden kann.
Das Spiel, die Fragen und der Moderator
Nachdem wir jetzt also das Spiel gestartet haben und uns das unglaubliche innovative Intro angesehen (oder besser durch den Druck auf einer der Tasten abgekürzt) haben kann man im Hauptmenü zwischen Standard-, benutzerdefiniertem und Einzelspielerspiel wählen. Ersteres und letzteres sollte ja selbsterklärend sein, beim benutzerdefinierten Spiel kann man wählen welche der verschiedenen Runden gespielt und welche eben nicht gespielt werden sollen. Das Einzelspielerspiel ist nur zwei Runden und das Ganze wird auch sehr schnell langweilig aber wer möchte auch ein Partyspiel alleine spielen? Beim Standardspiel kann man (muss man aber nicht) nun seinen Kandidaten wählen (hier hat Marilyn Monroe endlich die Chance es intelligenztechnisch mit Albert Einstein aufzunehmen), das Lieblingsoutfit und dem bevorzugten Signalton beim Drücken des Buzzers bestimmen und sich einen Namen geben (was natürlich in Bezug auf die Highscoreliste durchaus Sinn macht).
Ab zwei und mehr Spielern gibt es acht verschiedene Runden zu spielen was ich nicht gerade als üppig empfinde. Die meisten dieser Runden basieren sowohl auf Schnelligkeit als auch auf Wissen (zu den einzelnen Runden später mehr).
Die Grafik des Spiels ist sehr bunt und wenig spektakulär, also einfach zweckmäßig und auch vollkommen in Ordnung für eine Playstation 2 Spiel. Der Sound ist auch in Ordnung, wenig störendes ?Gedudel? und die Fragen sind gut zu verstehen.
Die Fragen sind zum einen reine Textfragen mit vier vorgegebenen Antworten die mit den farbigen Tasten der Buzzer ausgewählt werden. Zum anderen gibt es auch Fragen bei denen Bilder langsam aufgedeckt und erraten werden müssen oder die Bilder (vor allem Bauwerke) Städte und dergleichen zugeordnet werden sollen. Ebenfalls gibt es kurze Videosequenzen vor allem bei der Kategorie ?Punkteklau? (siehe weiter unten). Musikfragen bei denen man eine auf dem Keyboard vorgespielte, vollkommen unerkennbare Melodie zuordnen muss kommen zum Glück sehr selten vor und sind schlichtweg total misslungen. Meiner Meinung nach (und der Meinung meiner bisherigen Mitspieler) kann man selbst den Refrain von wirklich bekannten und oft gehörten Liedern wie Cyndi Laupers ?Girls Just Wanna Have Fun? oder Madonnas ?Like A Virgin? absolut nicht erkennen.
Der Moderator und auch der Fragensteller fallen leider nur durch eine absolut unscheinbare und monotone Sprechweise auf. Dass man das viel besser machen kann wird vor allem denen schmerzlich bewusst die jemals ?You Don?t Know Jack? gespielt und lieben gelernt haben.
Das Ziel des Spiels ist es natürlich am Ende aller Runden möglichst viele Punkte (und vor allem mehr als die Konkurrenten) zu haben um somit das Spiel und den Hauptpreis der Quizshow z.B. eine Mondlandung zu gewinnen.
Die Runden
Was in der jeweiligen Runde von den Kandidaten verlangt wird zu Beginn jeder Runde kurz und gut verständlich erklärt.
Punktesammler
Eigentlich die Einführungsrunde, aus vier Antwortmöglichkeiten wird von jedem die vermeintlich richtige ausgewählt. Schnelligkeit spielt hier keine Rolle und Punktabzug für falsche Antworten gibt es auch nicht.
Schnipp-Schnapp
Hier wird eine Frage gestellt und anschließend mehrere Bilder hintereinander gezeigt. Bei dem zur Frage passenden Bild muss die Buzz Taste gedrückt werden.
Der schnellste Finger
Derjenige der die Frage am schnellsten (und natürlich richtig) beantwortet bekommt die meisten Punkte, der Zweite etwas weniger, der Dritte noch weniger usw.
Das Bombenspiel
Ein zufällig ausgewählter Spieler muss bekommt die Bombe und muss eine Frage beantworten, falls die Antwort richtig ist wird die Bombe an den nächsten Spieler weitergeleitet bei falscher Antwort wird eine neue Frage gestellt. Nach einiger Zeit explodiert die Bombe und es gibt für den aktuellen Besitzer Punktabzug.
Letztendlich ist das Bombenspiel mehr Glück als Können und oftmals auch recht ärgerlich.
Frag einen Freund
Man kann (bzw. muss) für die Beantwortung der Frage einen Mitspieler auswählen der sie beantwortet, bei richtiger Antwort bekommen beide Punkte, bei falscher Antwort beide Punktabzug. Macht wenn man nur zu zweit spielt natürlich nur bedingt Sinn.
Weidmannsheil
Für das richtige beantworten einer Frage darf man auf einer Mitspieler schießen. Wer dreimal getroffen wurde scheidet aus dieser Runde aus. Derjenige der zuletzt übrig ist bekommt die meisten Punkte usw. Auch eine Runde, die zu zweit nicht sehr sinnvoll ist.
Punkteklau
Hier werden Videoclips mitsamt einer Frage eingespielt und es erscheinen Begriffe. Bei dem zur Frage passenden Antwort die Buzz Taste drücken und falls die Antwort richtig war kann man einem Mitspieler seiner Wahl Punkte abziehen und auf seinen eigenen Punktestand addieren. Diese Runde entscheidet meistens das ganze Spiel weil es einfach um sehr viele Punkte geht und man auch einen großen Vorsprung hier recht schnell verlieren kann.
Denken, dann buzzen
Zu einer Frage werden ein Bild und auch die Antwortmöglichkeiten langsam aufgebaut. Wer als erstes richtig geantwortet hat bekommt Punkte.
Macht das Spiel jetzt eigentlich Spaß?
Diese Frage würde ich mit einem erst mal mit ?Jein? beantworten. Als ich das Spiel ganz neu hatte haben wir uns natürlich begeistert darauf gestürzt und hatten auch wirklich viel Spaß damit (besonders natürlich bei den Runden in denen man gemein zu seinen Mitspielern sein kann) aber letztendlich haben wir nach höchstens einem Monat total das Interesse daran verloren. Leider fangen die Fragen sich bereits nach fünf oder sechs Spielen an sich zu wiederholen was natürlich nicht regelmäßige Mitspieler benachteiligt. Laut der offiziellen Buzz Homepage (www.BuzzTheGame.com) beinhaltet das Spiel über 5.000 Fragen was an sich nicht besonders viel ist und gefühlt sind es noch viel weniger Fragen. Die Fragen sind auch einfach irgendwie langweilig (falls ich hier nochmals auf den großartigen ersten Teil von ?You Don?t Know Jack? verweisen dürfte) es fehlt einfach der Pepp und die Abwechslung.
Positiv hervorheben möchte ich aber doch, dass die Fragen wirklich gut für den deutschen Markt lokalisiert wurden sie also wirklich an die Allgemeinbildung des ?Durchschnittsdeutschen? angepasst wurden.
Der Moderator mit seinem einfach langweiligen, dummen und überhaupt nicht lustigen Kommentaren die man sich nach jeder Runde anhören muss geht einem auch nach kurzer Zeit ziemlich auf die Nerven und die gerade acht verschiedenen Runden sind doch ziemlich dürftig.
Von der Langzeitmotivation her würde ich also sagen ist das Spiel ziemlich schlecht und auch sonst ist das Spiel einfach durchschnittlich und somit bei einem Kaufpreis von 60 Euro mir auch keine Kaufempfehlung wert.
Danke fürs Lesen ich hoffe der Bericht war halbwegs unterhaltsam und informativ. Natürlich freue ich mich auch über Bewertungen, Kommentare und sogar Kritik wenn sie nur irgendwie konstruktiv ist. weiterlesen schließen
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