Pro:
Val Kilmer
Kontra:
DVD-Ausstattung, Parodie nicht gelungen, Voice Over, abstruse Story
Empfehlung:
Nein
Die Story:
Harry Lockhart ist ein kleiner Gauner. Nach einem misslungenen Kaufhauseinbruch gerät er auf der Flucht vor der Polizei ins Casting für einen Hollywoodkrimi. Aufgewühlt und außer Atem, wie er ist, bringt er genau die richtige Stimmung rüber, um das Produktionsteam zu überzeugen.
So kommt Harry nach Los Angeles. Zur Vorbereitung auf die Rolle, die er in Aussicht hat, soll er mit dem Privatdetektiv Gay Perry herumziehen. Dabei trifft er Harmony wieder, eine Freundin aus Kinderzeiten, die nach Los Angeles ging, um Filmstar zu werden, es aber nicht weiter gebracht hat als bis zu einem albernen Werbespot. Harry gibt sich ihr gegenüber als Privatdetektiv aus.
Und dann überschlagen sich die Ereignisse: Harry und Perry werden bei einer Beschattung Zeugen eines Mordes.
Harmonys kleine Schwester ist tot! Dabei wusste Harmony noch nicht einmal, dass sie nach LA gekommen ist. Da liegt es nahe, dass sie Harry, den angeblichen Privatdetektiv, engagiert. Und Harry, immer noch oder schon wieder in Harmony verliebt, gesteht ihr nicht, dass er nur ein Schauspieler, genauer gesagt: ein Kleinganove mit der Ambition Schauspieler zu werden, ist.
Dann erfährt Harry von Gay Perry auch noch, dass das ganze Rollenangebot an ihn nur ein großer Fake ist, um den Schauspieler, der die Rolle eigentlich übernehmen soll, im Preis zu drücken. Aber immerhin hat Harry jetzt Zeit, sich richtig in den Fall mit Harmonys Schwester reinzuhängen ...
Was soll ich sagen? Der Film hat mich leider absolut kalt gelassen. Die Figuren sind Klischees, und zwar so sehr, dass mich ihre Geschichte völlig kalt lässt. Nicht einmal über die Klischees lachen, kann ich da.
Rein analytische sehe ich natürlich, dass der Film eine Parodie auf die Film noir-Krimis sind, von denen ich einige gerne sehe und auch schon den einen oder anderen hier besprochen habe. Eine gute Film-Parodie trifft aber in Bild und Erzählton, in den Dialogen und in vielen Szenendetails das parodierte Vorbild (was dann bei den Kennern der Vorlage üblicherweise zumindest ein Schmunzeln auslöst) - und das gelingt hier nur äußerst selten. Man kann gerade noch erkennen, was parodiert werden soll und dass das nicht besonders gut gelungen ist. Das einzige Merkmal des Film noir, was hier wirklich konsequent parodiert wird, ist der überaus komplexe, verwickelte Kriminalfall, der der Geschichte zugrunde liegt. Aber da die Parodie ansonsten nicht gelingt, bleibt davon nur die überkomplexe, größtenteils unglaubwürdige Handlung hängen.
Wenn man vom parodistischen Anspruch des Films absieht, ist er leider noch weniger zu genießen, denn die Story ist einfach abstrus, klischeehaft, sprich: nicht sehenswert.
Darüber hinaus besonders nervig finde ich das Erzähler-Voice-Over (die Erzählerstimme von Harry Lockhart aus dem Off). Sie bringt weder den angestrebten Humor noch die persönliche Dramatik für die Figur Harry (was ebenfalls komisch wirken könnte) herüber. Ich hatte den Film erst auf Deutsch gesehen und habe zunächst angenommen, es läge vielleicht an schlechter Sychronisation bzw. einer unpassenden, unsexy Sychronstimme. Auf Englisch waren die Voice Overs aber auch nicht packender oder witziger, sondern ebenso nervig wie auf Deutsch.
Trotzdem hat man für dieses Machwerk einige sehr erfolgreiche Hollywoodschauspieler gewinnen können:
Harry Lockhart wird gespielt von Robert Downey Jr. Obwohl er verdammt gut aussieht - in diesem Film vielleicht noch besser als sonst -, schätze ich ihn als Schauspieler bisher nicht besonders. Auch hier gelingt es ihm weder, das Klischee seiner Rolle so zu überspitzen, dass die Parodie herauskommt, noch das Klischee zu brechen, so dass seine Rolle an Tiefe und Eigenständigkeit gewinnen könnte.
Gay Perry wird gespielt von Val Kilmer. Über ihn habe ich in diesem Film wenigstens einmal herzlich gelacht, was hier schon bemerkenswert war. Immerhin gelingt es ihm, seiner Figur ein wenig Profil zu geben. Er ist mit Sicherheit der beste Schauspieler des Films.
Harmony wird gespielt von Michelle Monaghan. Vor diesem Film kannte ich nicht ihren Namen, nur ihr Gesicht aus kleinen Rollen in einigen anderen Hollywoodfilmen der letzten Jahre. Ich fürchte, dass ich mir ihren Namen auch nicht merken werde, denn außer wirklich gut auszusehen, leistet sie nicht allzu viel.
Der Film ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. Diese Altersfreigabe ist deutlich niedriger als in den meisten anderen Ländern, und da es einiges an Gewalt zu sehen gibt, fände ich eine Freigabe ab 16 Jahren angemessener.
Aber auch über 16jährigen kann ich den Film nicht empfehlen, daher bleibt die Altersfreigabe sowieso gleichgültig.
Die DVD-Ausstattung:
Die DVD beginnt mit einem Anti-Raubkopiererspot und einem Trailer zu "V wie Vendetta".
Der Film liegt auf der DVD in englischer Originalsprachfassung und deutscher Synchronfassung vor. Untertitel gibt es ebenfalls für beide Sprachen, sowie spezielle Untertitel für Hörgeschädigte ebenfalls in beiden Sprachen.
Und das war es leider schon mit der DVD-Ausstattung! Bei einer DVD, die derzeit knapp 20 Euro kostet, ist das geradezu unverschämt.
Fazit:
Mag sein, dass einige Fans von speziellem schrägem, schwarzem Humor ihre Freunde an dem Film haben. Mich hat er leider nicht gepackt, die Figuren und ihre Geschichte lassen mich einfach kalt, als Parodie ist er nicht gelungen. Noch dazu ist die DVD unverschämt teuer und unverschämt schlecht ausgestattet! weiterlesen schließen
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