Pro:
sehr coole Action - und Stunteinlagen, Cyril Raffaelli , kurzweilige Unterhaltung,
Kontra:
Schauspieler sind nicht besonders gut, Story kommt zu kurz,
Empfehlung:
Ja
Vor einiger Zeit sah ich eine Dokumentation zu der neuen Trendsportart Parkour, welche mich sofort Begeistern konnte. Unter anderem wurden in der Doku auch Szenen des Filmes "Ghetto Gangz", in Deutschland mit dem Untertitel "Die Hölle vor Paris", gezeigt. Natürlich war mir klar das ich mir den Film auf jeden Fall mal ansehen würde, vor allem da auch viele Kritiken im Internet recht Positiv ausgefallen sind. Warum ich die durchschnittlich gute Meinung zu "Ghetto Gangz" teilen kann, jedoch auch einiges zu bemängeln habe, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Story:
Paris im Jahre 2013. Die französische Hauptstadt wurde durch eine riesige Mauer von den sozialen Brennpunkten, meistens Vorstädte in denen das Gesetz der Straße herrscht, abgegrenzt. In dieser heiklen Zeit wird auch noch eine Bombe gestohlen, welche in der Lage wäre den gesamten Bezirk 13 zu zerstören. Der Polizist Damien (Cyrill Raffaelli) hat die Aufgabe bekommen die gestohlene Bombe aus den Händen von Taha (Bibi Naceri) zu nehmen, damit dieser nicht die Chance hat ein Unglück mit der Bombe heraufzubeschwören. Damien wird der Sträfling Leito (David Belle) an die Seite gestellt, welcher noch eine persönliche Rechnung mit Taha offen hat. Zusammen begeben sich der Cop und der Sträfling in Bezirk 13 um das Schlimmste zu verhindern, denn die Zeit läuft gegen sie...
Meine Kritik zu "Ghetto Gangz":
Der Titel lässt hinter "Ghetto Gangz" etwas anderes Vermuten als er es Tatsächlich ist. Statt dem Zuschauer ein Sozialkritisches Drama a la "Boyz N The Hood" zu servieren, präsentiert der französische Regisseur Pierre Morel einen beinharten Actionfilm, mit einmaligen Stunts, die selbst Genre Freaks gelegentlich den Kiefer weit öffnen lassen, vor lauter Begeisterung. Zu Stande kamen die halsbrecherischen Stunts dank der neuen Trendsportart Parkour. Diese in den Ghettos von Paris entstandene Sportart, ist im Prinzip nichts anderes als von einem Punkt zum anderen zu gelangen und dabei sämtliche Hindernisse, Wände etc, so Spektakulär wie möglich zu bewältigen. Bemerkenswert ist, das die meisten der im Film zu sehenden Stunts von den Schauspielern David Belle und Cyril Raffaell selbst gemacht wurden, welche auch die Pioniere des Parcours sind, und man sich kaum auf den Blue Screen verlassen hat. Seien es waghalsige Sprünge über Hausdächer, wilden Verfolgungsjagden oder rasanten Autofahrten: "Ghetto Gangz" macht auf dem Gebiet der Action nichts falsch.
Doch nicht nur in Sachen Stunts zeigt de Film seine Stärken. Auch die zahlreichen Martial Arts Kämpfe sehen alles andere als Langweilig aus. Da kann selbst ein Jackie Chan einpacken. Die vor Authentizität strotzenden Kampszenen wirken ebenso Rasant und Atemberaubend wie die restlichen Actioneinlagen des Filmes, welche den Vergleich zur Martial Arts Granate "Ong Bak" rechtfertigen. Erstaunlich, das die Actionsequenzen, zumindestens laut den Machern, nicht nachhaltig ein schnelleres Tempo bekommen haben, sondern so über den Bildschirm flimmern wie sie auch aufgenommen wurden. Dabei erweist sich der Film auch als recht brutales Werk. Neben einigen real inszenierten Tötungsszenen, fallen vor allem die vielen Toten im Film auf, als Resultat der rasanten Action- und Ballerszenen. Action Fans werden also mit "Ghetto Gangz" ihre reinste Freude haben.
Da der Fokus eindeutig auf die Action gelegt wurde nicht viel Wert auf eine tiefgründige Story oder klare Botschaft geachtet, wie man es beim Filmtitel vielleicht nicht sofort denken würde. Nach der recht langen Einführung der Hauptcharaktere des Filmes, beginnt die Story um eine gestohlene Bombe, welche in einem der Ghettos zu explodieren droht. Natürlich will die Polizei dies verhindern und setzt ihren besten Mann Damien auf die Gangster an, die die Bombe gestohlen haben. Dabei lässt sich Damien von dem inhaftierten Leïto unterstützen, der noch eine Rechnung mit Gangsterboss Taha offen hat. Nachdem der Plot steht, wird erst mal schön auf Actionfilm gemacht und die Story in den Hintergrund geschoben, bis gegen Ende die beiden Protagonisten entdecken das hinter der Bombe mehr steckt als sie dachten. Ob die fehlende Story allzu Tragisch ist, sei mal dahin gestellt. Jedoch verzichtet der Film auch weitgehend auf Sozialkritik und ernster Botschaft, außer am erwähnten Ende.
Zu den Schauspielern muss man in erster Linie anmerken, dass die meisten im Film zu sehenden Darsteller das erste mal vor der Kamera stehen bzw. vorher nur als Stuntman vor der Kamera aktiv waren. Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf, erwartet man zu Beginn nicht besonders viel von den Darstellern, jedoch machen einige Schauspieler ihre Sache recht gut in "Ghetto Gangz". David Belle gehört nicht unbedingt zu dieser Gruppe, vor allem da er in "Ghetto Gangz" seine erste Sprechrolle hat. Der Stuntman spielt im Film den Hauptcharakter Damien, welcher viel mehr durch seine Actioneinlagen als seinen charakterlichen Tiefgang auffällt. Immerhin schafft es David Belle aber beim Zuschauer Sympathien für sich zu wecken, was dem Verlauf des Filmes ganz gut tut. Überzeugender aus schauspielerischer Sicht ist da Cyril Raffaelli, welcher einige Szenen sehr gut und mit gelungenen Witz gespielt hat. Als Polizist Leïto ist es dem Charakter von Cyril Raffaelli zur Aufgabe gestellt die entführte Bombe sicherzustellen, bevor diese hoch geht. Man merkt Sichtlich die Freundschaft zwischen David Belle und Cyril Raffaelli, da sich beide ziemlich gut ergänzen, wobei Cyril Raffaelli ein bisschen mehr bei den Action Szenen heraussticht als es David Belle tut. Auch Tony D'Amario, spielt den K2, ist ein eher unerfahrener Schauspieler, was man ihm aber nicht so sehr ansieht. Er spielt den Gangster K2 sogar recht gelungen sodass der Zuschauer ihm seine Rolle abnimmt, wobei man natürlich sagen muss das keiner der Charaktere im Film besonders viel Tiefgang besitzt. Erwähnen kann man auch Bibi Naceri, welcher den Gangster Boss Taha verkörpert. Auch dieser kann in seinen wenigen Szenen einen recht guten Eindruck hinterlassen. Dany Verissimo als Lola, Damien´s Schwester, hingegen ist mehr ein Charakter für das männliche Auge. Insgesamt sind die Darsteller eher im unteren Mittelfeld anzusiedeln, was aber bei einen Film wie "Ghetto Gangz", wo gute Schauspieler nicht so wichtig sind, nicht so Schlimm ist.
Original Filmtitel:
Banlieue 13 (2004)
Länge des Filmes:
Ca. 85 Minuten
Schauspieler:
Cyril Raffaelli (Damien)
David Belle (Leïto)
Tony D'Amario (K2)
Bibi Naceri (Taha)
Dany Verissimo (Lola)
François Chattot (Krüger)
Nicolas Woirion (Corsini)
Regisseur:
Pierre Morel
FSK:
Ab 18 Jahren
Verleiher:
UFA
Fazit:
"Ghetto Gangz" ist französisches Actionkino in seiner Perfektion. Zwar hat man gänzlich auf einen inhaltlichen Plot verzichtet, dafür aber einen Haufen an sehr coolen und atemberaubenden Action Szenen auf die Leinwand bzw. den Fernseher gebracht. Die Schauspieler, hauptsächlich, Stuntmans und unerfahrene Darsteller überzeugen nicht unbedingt mit fantastischem Schauspieltalent, trüben den guten Blick auf "Ghetto Gangz" aber nicht so extrem. Als Action Fan ist "Ghetto Gangz" auf jeden Fall ein Muss und auch der gelegentliche Action Zuschauer sollte sich den Film nicht entgehen lassen. Auf Grund einiger genannter Kritikpunkte bekommt der Film von mir zwar drei Sterne, diese sind aber als sehr gute drei Sterne anzusehen.
6/10 Punkten für den Film "Ghetto Gangz" und somit drei Sterne als Wertung
Homepage des Filmes:
http://www.banlieue13-lefilm.com/
Homepage des Verleihers :
www.ufa.de
IMDB Link mit weiteren Informationen:
http://imdb.com/title/tt0414852/ weiterlesen schließen
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