Pro:
schöner Film für Kinder bis 8, detailreich gemacht
Kontra:
für ältere Kinder und Erwachsene nicht vielschichtig genug, DVD noch ziemlich teuer
Empfehlung:
Ja
Die Story:
(Achtung: ausführliche Inhaltsangabe für Eltern, einschließlich Schluss!)
Hühnchen Junior (englisch: Chicken Little) hat eine Massenpanik in seiner Heimatstadt Oakey Oaks ausgelöst, als er Alarm schrie, weil er sah, wie sich ein Stück vom Himmel löste und auf die Erde fiel und ihn am Kopf traf. Als das "Stück vom Himmel" nicht auffindbar ist, glauben alle, ihn hätte nur eine Eichel getroffen, und machen sich über ihn lustig. Sogar ein Film über "das verrückte Hühnchen" soll gedreht werden. Hühnchens alleinerziehender Vater Bruno schämt sich für seinen Sohn.
Hühnchen Junior setzt nun alles daran, seinen Fehler vergessen zu machen. Nur wie? In der Schule halten nur die uncoolen Verlierer zu ihm: Ferkel Ed von Speck, das hässliche Entlein Susi Schnatter und Luigi Forello, die von allen anderen terrorisiert werden. Als Hühnchen Junior nach einer Attacke der coolen Schüler versehentlich die Sprinkleranlage in der Sporthalle auslöst und sein Vater vor den Schulrektor zitiert wird, scheint das Verhältnis von Vater und Sohn völlig zerstört.
Da beschließt Hühnchen Junior, im Baseballteam der Schule mitzuspielen, um seinen Vater endlich zu beeindrucken. Der Trainer würde ihn am liebsten gar nicht aufs Feld lassen, doch schließlich kommt Hühnchen Junior in spielentscheidender Situation zum Schlag - und gewinnt wieder erwarten für sein Team. Nun ist er der große Star, sein Vater ist endlich stolz auf ihn. Das Desaster mit dem "Stück vom Himmel" scheint vergessen.
Ausgerechnet da beobachtet Hühnchen Junior wieder, wie ein Stück vom Himmel runterfällt. Und diesmal weiß er ganz genau, dass er recht hat, denn er findet das "Stück vom Himmel", eine achteckige Scheibe, die ihre Farbe immer schnell dem Hintergrund anpasst. Doch diesmal alarmiert er nicht die ganze Stadt und auch nicht seinen Vater, sondern weiht nur seine Freunde, Ed von Speck, Susi Schnatter und Luigi Forello, ein. Als Luigi Forello mit der Scheibe herumspielt, hebt sie mit ihm ab. Die drei anderen eilen ihm nach und finden ein Raumschiff (von dem eine Wärmeschutzkachel abgefallen war - das "Stück Himmel", das Hühnchen Junior gesehen hat) und drinnen Luigi. Die furchterregenden Aliens jagen sie, aber die vier können entkommen.
Die vier alarmieren die ganze Stadt, doch wieder glaubt ihnen niemand. Erst als die Aliens die Stadt angreifen, wird deutlich, dass die vier Freunde die Wahrheit gesagt haben. Doch Hühnchen Junior hat inzwischen herausgefunden, warum die Aliens die Stadt angreifen: Ihr Kind, ein kleines orangefarbenes Kuschelmonster, ist beim Zwischenstop des Raumschiffs in der Stadt zurückgeblieben. Die Aliens glauben nun, Hühnchen Junior hätte ihr Kind entführt.
Gemeinsam mit seinem Vater bringt Hühnchen Junior das Alienkind zu seinen Eltern zurück, die daraufhin die Schäden, die sie in der Stadt angerichtet haben, wieder in Ordnung bringen. Es stellt sich heraus, dass auch sie gar keine Monster sind, sondern in Wirklichkeit genauso knuddelig wie ihr Kind.
Nun gibt es wirklich einen Film über Hühnchen Junior und seine Freunde - diesmal natürlich nicht über "das verrückte Hühnchen", sondern über den Helden, der die Aliens zurückschlug, und auf den alle stolz sind.
Meine Erfahrung mit diesem Film ist, dass Erwachsene ihn meist zwar nicht schlecht, aber auch nicht gerade genial fanden. Kindern der Kernzielgruppe, die ich so zwischen 6 und 8 Jahren ansiedeln würde, gefiel er dagegen durchweg ganz hervorragend, und auch jüngere haben, trotz gelegentlichen Verständnisproblemen, viel darüber gelacht.
Ich denke, Erwachsene stört, dass dem Film ein wenig der Zusammenhang fehlt. Man hat den Eindruck, dass nacheinander verschiedene Geschichten erzählt werden, die gar nicht unbedingt zusammengehören. Da ist erst die Vorgeschichte, als Hühnchen Junior die Massenpanik in der Stadt auslöste und niemand ihm glaubte. Dann folgt die Geschichte in der Schule, wo alle coolen Schüler Hühnchen Junior mobben und nur die Loser zu ihm halten. Dann der Baseballtriumph. Und schließlich die Aliengeschichte, die man auch noch einmal in zwei Abschnitte unterteilen könnte: Erst die Rettung von Luigi Forello aus dem Raumschiff und dann der Angriff der Aliens auf die Stadt.
Kleineren Kindern scheint diese episodische Erzählstruktur meiner Erfahrung nach sehr entgegen zu kommen. Die Konzentrationsphase muss einfach nicht so lang sein wie bei einer durchgängig erzählten Geschichte. Es bleibt alles verständlich, auch wenn ein Kind vielleicht in einer kurzen Episode mal nicht so aufgepasst hat. Und so ist meine Erfahrung mit kleinen Kindern bis sechs oder sieben Jahren, dass sie bei dieser Art von Filmen mehr Spaß haben und üblicherweise auch nicht anfangen zu quengeln, weil ihre Aufmerksamkeit von jeder neuen Episode immer wieder neu angeregt wird.
Gleichzeitig bedeutet das natürlich auch, dass die Geschichte vielen Erwachsenen zu wenig komplex und vielschichtig erscheint. Aber wer mit Kindern rein geht, der kann sich daran trösten, wie viel Spaß die daran haben!
Was an dem Film besonders positiv auffällt, ist die Liebe zum Detail. Im Hintergrund des Bilds gibt es oft komische Szenen und Gimmicks, die zwar nichts zur Geschichte beitragen, die aber durchaus komisches Potential haben. Auch das ist wieder so ein Punkt: Kinder sehen das und lachen darüber, Erwachsene, die sich auf den Fortgang der Geschichte konzentrieren, merken davon teilweise gar nichts.
Sowohl unter den Originalsprechern wie auch unter den deutschen Synchronsprechern gibt es einige bekannte Namen. In der Originalversion ist da vor allem Patrick Steward als Mr. Woolensworth (dem Lehrer), in der deutschen Version sind vor allem Verona Pooth als Susi Schnatter und Boris Becker als Sportlehrer zu nennen. Während ich mich an Verona Pooths Stimme erst gewöhnen musste, hat Boris Becker seine Sache wirklich prima gemacht!
Der Film ist ohne Altersbeschränkung freigegeben, was mir völlig in Ordnung erscheint. Meine Erfahrung war, dass selbst die unheimlicheren Alienszenen für alle Kinder, mit denen ich den Film gesehen habe, lustig, nicht gruselig waren. Nur mit ganz kleinen Kindern (bis 4) würde ich den Film nicht ansehen, denn für sie ist er erstens mit über 80 Minuten zu lang und außerdem könnten die Aliens sie anfangs doch erschrecken.
Die DVD-Ausstattung:
Die DVD beginnt mit DVD-Trailern zu "Susi und Strolch", "Die Bärenbrüder" und "Arielle, die Meerjungfrau", einem Werbespot übers "Disneyland Resort Paris" und Kinotrailern zu "Bambi 2" und "Tierisch wild", die sich aber problemlos überspringen lassen.
Die DVD enthält den Film auf Englisch, Deutsch und Österreichisch (wobei ich zwischen den letzteren beiden keinen Unterschied feststellen kann). Untertitel gibt es zusätzlich für Französisch, Italienisch und Spanisch.
Es ist übrigens interessant, den Film sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zu sehen, denn für beide Sprachen konnten prominente Sprecher gewonnen werden (u.a. Patrick Steward für die englische, Boris Becker und Verona Pooth für die deutsche Fassung).
"Extras":
"Zusätzliche Szenen": Diese im endgültigen Film nicht mehr vorkommenden Szenen kann man wahlweise einzeln oder komplett, letzteres wahlweise mit und ohne Einführungskommentar abspielen. Die Einführungskommentare und der Text der Szenen sind auf Englisch, aber untertitelt. Die Szenen sind teilweise nicht fertig, sondern liegen stellenweise nur in Schwarzweiß oder sogar nur als Storyboard vor. Normalerweise ist so etwas eher fachlich interessant (wobei hier die Kommentare nicht besonders ausführlich und aufschlussreich sind), aber insbesondere der 2. alternative Filmanfang scheint mir auch zum so Ansehen geeignet, ich finde ihn ziemlich lustig.
"Musik & Mehr":
Hier finden sich zwei Musikvideos von Songs aus dem Film (in der englischsprachigen Originalversion), außerdem der eine von beiden als Karaokeversion (Begleitung mit deutschem Text zum Absingen untertitelt) und als Mitsingversion (Gesang, Begleitung und deutschem Text in Untertiteln).
"Spiel & Spaß":
Hier gibt es ein Spiel, das ein Merkspiel mit einem Quiz vermischt und leider nicht besonders gelungen ist - weder in der Kombination der beiden unterschiedlichen Spiele noch im Spielspaß der beiden Varianten für sich. Selbst kleinen Kindern wird es schnell langweilig - wie bei den meisten DVD-Spielen, die man so in Extras findet.
"Backstage Disney":
Hier kommt schließlich das Making Of, das man komplett ansehen kann oder einzelne Teile auswählen. Es ist natürlich auf Englisch, aber deutsch untertitelt.
In "Himmel und Huhn - ausgebrütet" erzählen Produzent Randy Fullmer und Regisseur Mark Dindel von der Entwicklung der Geschichte von frühen Versionen bis zur verfilmten Fassung.
"Vorstoß in neue Gefilde": Achtung: Auch wenn es nicht so aussieht, ist das ein eigener Programmpunkt und einzeln aufrufbar. In diesem Feature geht es um die Gestaltung in Bezug auf Disney-Design und neue Ideen dazu, wie dieser spezielle Film aussehen sollte. Dann geht es weiter zu den neuen Möglichkeiten die 3D-Animation den Trickfilmern bietet.
"Ähnlichkeiten beabsichtigt" behandelt die Original-Synchronstimmen und stellt einige der Schauspieler vor, die die Figuren für diesen Film gesprochen haben. Man erfährt auch ein wenig darüber, wie bei Trickfilmsynchronisation vorgegangen wird.
"Rock-A-Doodle-Doo" handelt von der Filmmusik.
"Der Hahn im Hühnerhaus" ist ein Feature über den Regisseur und seine Aufgaben. Dabei kann man einen Eindruck davon gewinnen, wie sich die Aufgaben eines Regisseurs bei einer Trickfilmproduktion von denen bei einem normalen Spielfilm unterscheiden.
Insgesamt ist das Making Of ca. 18 Minuten lang, führt also nicht besonders tief und ist daher fachlich nicht besonders interessant. Was ich besonders schade finde, ist, dass dieses Making Of überhaupt nicht kindgerecht gemacht ist. Gerade die Hauptzielgruppe des Films wird also überhaupt nicht davon bedient.
Fazit:
Auch wenn der Film bei Erwachsenen meist nicht so gut ankommt, finde ich ihn doch für Kinder zwischen 6 und 8 Jahren sehr gut geeignet. Für ältere Kinder und Erwachsene hätte ich wohl nur drei Sterne vergeben, da gibt es bessere Filme. Für Eltern von Kindern bis 8 lohnt sich aber die Anschaffung der DVD. weiterlesen schließen
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