Pro:
Preis
Kontra:
Nicht für gewellte Klingen geeignet
Empfehlung:
Ja
Die vielen Messer im Haushalt werden immer stumpfer. Die traditionellen Messer- und Scherenschleifer, die von Haus zu Haus zogen, sind vermutlich ausgestorben. Do it yourself, oder deutsch, Selbermachen ist die Parole.
Da kommt das Angebot von Tschibo, der Elektrische Messerschärfer für 9,99 € gerade recht.
Er soll für einfaches Nachschleifen von Küchenmessern, Scheren und Schraubendrehern geeignet sein.
Der Inhalt
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In einem kleinen Päckchen 16,5x10x6,5cm (BxHxT) fand der Messerschärfer und 3 Bedienungsanleitungen Platz. Es gibt neben einer deutschen Bedienungsanleitung, eine holländische und eine tschechische Fassung der Anleitung.
Das Gerät
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Modell: TCM 225 087
Das Gerät ähnelt einer kleinen Videokamera. Statt des Objektivs gibt es die Kappe mit Schlitzen als Schleifführung. Je nach benötigtem Schlitz, muss die Kappe gedreht werden. Seitlich am Kunststoff-Gehäuse befindet sich ein länglicher Schaltknopf. Kabellänge ca. 100 cm. Die Leistung des Gerätes beträgt 20 Watt bei 230 V Netzspannung. Dauerbetrieb bis 3 Minuten.
Die Betriebsanleitung
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Das 7,5x10,5cm Heft enthält neben der Anleitung auch Sicherheitshinweise und eine 3 Jährige Garantie ab Kaufdatum. Ein Service Scheck mit Adressen (Fax und E-Mail) ist dabei. Es fehlt aber die gewohnte Prinzipskizze mit Bezeichnungen der einzelnen Teile. So wird z.B. nur durch Probieren ermittelt, dass die seitliche Leiste ein Druckknopf zum Einschalten ist. Gut sind die Symbolskizzen. Sie zeigen die Hantierung bei Messern mit wellenförmigem Schliff, für Messer mit glattem Schliff sowie Scheren und Schraubendrehern. Die Kappe lässt sich auch abnehmen. Gut für das Schleifen von Kleinwerkzeugen oder Wartung.
Die Praxis
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*** Da lagen über ein Dutzend verschiedener Messer vor mir. Ich betrachtete sie und dachte dabei an die Nacht zum 24. August 1572, dem Namenstag von Sankt Bartholomäus. Damals in Paris begann das Massaker an den Hugenotten in Frankreich, das Katharina von Medici veranlasste. Diese Nacht ist als Bartholomäusnacht oder "Die Nacht der langen Messer" in die Geschichte eingegangen. ***
Aber Konzentration!
Eine holländische "Riesentomate" sollte als Testobjekt dienen. Beginnen wollte ich mit einem langen Messer mit glattem Schliff. Das Probeschneiden der Tomate gelang nur unter Mühe; dabei wurde die Tomate ein wenig gequetscht. Ich nahm das Gerät in die linke Hand und drückte mit dem Daumen an den Druckknopf. Nachdem der Motor angesprungen war, führte ich vorschriftsmäßig das Messer abwechselnd in die linke und in die rechte Führung. Nach dem Schleifen wieder eine "Tomatenprobe". Man konnte ohne Probleme hauchdünne Scheiben schneiden.
*** Gerade ist mir eingefallen, dass die Hugenotten auf der Flucht, den Wein nach Südafrika gebracht haben.
Als "Lange Messer" wurde auch die US-Kavallerie von den Indianern genannt. ***
Ein Messer mit Wellenschliff riss mich aus den Träumen. Es hatte keine glatte, sondern eine gewölbte Schneide. Der Schliff war ziemlich am Ende der Schneide. Dafür musste man das Messer in einen Schlitz einführen, der an der Stirnseite der Kappe war. Das Schleifen war etwas umständlich und das Ergebnis (Tomate) relativ brauchbar. In der Anleitung wird eingeräumt, dass das Nachschärfen dieser Klinge nur bedingt möglich ist.
*** In der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober 1965 begann in Indonesien unter General Suharto ein blutiger Putsch der besonders gegen die Kommunisten gerichtet war. Über eine halbe Million Menschen wurde zum Opfer dieser "Nacht der langen Messer" und der folgenden Monate ***
Mit dem Schärfen der Schere bin ich nicht so gut zu Recht gekommen. Die Form der Führung erlaubt nicht immer einen guten Kontakt Schere - Schleifscheibe. Da hilft das Abziehen der Kappe und das Schleifen direkt an der Scheibe. Schraubendreher habe ich bisher nicht geschärft. Es war auch nie nötig.
*** Am 30. Juni 1934 töteten SS-Kommandos in Hitlers Auftrag die Führer der SA ("Röhmputsch"). Es war Hitlers eigentliche Machtergreifung. Auch dieses Ereignis wird als "Die Nacht der langen Messer" genannt. ***
Fazit
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Für gelegentliches Schärfen eines Küchenmessers mag dieses Gerät wohl ausreichen. Auch der Preis ist fair. Wer aber die Absicht hat, eine Ich-AG zu gründen mit dem Zweck, professionell den Leuten ihre Messer zu schärfen, sollte sich ein anderes Gerät kaufen.
Schlussbemerkung
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Ich meine, dieser Bericht über ein Haushaltsgerät sollte die Leute fesseln, und auch ein wenig gruseln, damit sie neben technischen Informationen auch etwas Unterhaltung bekommen.
Wer dieses nicht mag, sollte Sätze, die mit *** beginnen, einfach überspringen. (Viele tun es auch so).
*** Warum auch die Nachtetappe beim Autorennen Rallye Monte Carlo oder sogar Tarifverhandlungen "Nacht der langen Messer" genannt werden, ist mir schleierhaft. ***
Ich freue mich auf aufklärende Kommentare! weiterlesen schließen
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