Pro:
Cage und Caine, auch die restlichen Darsteller können überzeugen, die ganze Art des Filmes,
Kontra:
kein großer Spannungsaufbau,
Empfehlung:
Ja
Nachdem Nicholas Cage mir vor einiger Zeit bereits in "Lord of War" sehr gut gefallen hat, bin ich auf den Geschmack nach seinen Filmen gekommen und wollte mir auch seinen aktuellen Film "The Weather Man" nicht entgehen lassen. Und so geschah es das ich mir auch diesen Nicholas Cage Film gestern Abend zur Gemüte führte und erneut gut unterhalten wurde. Was mir an "The Weather Man" so gut gefallen hat, könnt ihr nun im Bericht über den Film erfahren. Viel Spass beim lesen.
Story:
David Spritz (Nicholas Cage) ist seit einiger Zeit Wetterfrosch in einer amerikanischen Nachrichtensendung. Zwar ist er kein ausgebildeter Meteorologe, jedoch macht er seinen Job so gut, das eine Fernsehsendung aus New York Interesse zeigt. Doch Dave gibt nur vor den Kameras den glücklichen Mann, denn Privat sieht sein Leben ganz anders aus als in der Scheinwelt Fernsehen. Scheine Ehe ist geschieden, sein Sohn hatte Kontakt mit Drogen und seine übergewichtige Tochter wird in der Schule gehänselt und beginnt schon mit dem Rauchen. Und zudem muss Dave erfahren dass sein Vater (Michael Caine) schwer Krank ist und nicht mehr lange zu leben hat. Irgendwann entscheidet sich Dave zu handeln. Er will es endlich seinem Vater recht machen, er will versuchen seine Ehe noch einmal zu kippen und vor allem will er seinen Kindern mit ihren Problemen helfen.
Meine Meinung zu "The Weather Man":
Die Story von "The Weather Man" hört sich auf den ersten Blick recht lasch an. Das liegt auch daran das es gar nicht mal der Plot des Filmes ist, auf den es Größtenteils ankommt. Vielmehr ist "The Weather Man" ein Tragikfilm um das Leben von Dave Spritz. Dave will nicht wirklich Wahr haben, dass sein privates Leben zerstört ist. Zerstört durch ihn selbst, wie er auch im Film andeutet. Was genau zum Split zwischen ihn und seiner Frau Noreen (Hope Davis) geführt hat erfährt man daher nicht direkt. Denn im Film zählt eigentlich das Jetzt und die Zukunft von Dave. Und in der Gegenwart ist sein Leben nun mal ziemlich im Arsch, um es auf gut Deutsch zu sagen. Denn nicht nur das seine Noch-Frau mit einen anderen Liiert ist, auch seine Kinder zweigen sich allmählich ab von Dave. Sein Sohn hat anscheinend Bekanntschaft mit Drogen gemacht und befindet sich in einer Therapie. Eines Tages wird sein Therapeut versuchen sich an ihn zu vergehen. Dave´s Tochter hingegen wird in der Schule als "Kamelzehe" gehänselt, ohne zu wissen was damit gemeint ist. Ausserdem findet sie keine vernünftige Beschäftigung. Das Balletttanzen ist für das übergewichtige Mädchen jedenfalls nicht das richtige. Auch mit Bogenschießen konnte sie sich nicht anfreunden.
Doch Dave hat auch selber Probleme, übersieht dabei fast die Sorgen seiner Familie. Zwar verkündet er nur die Wettervorhersagen, doch viele glauben anscheinend er sei auch für das schlechte Wetter verantwortlich. So wird Dave oftmals mit Fast Food Produkten beworfen. Erst als er hört das sein Vater nicht mehr lange zu Leben hat, beginnt Dave mehr über sein Dasein nachzudenken. Als erstes versucht er sich wieder mit seiner Frau zu versöhnen. Dies misslingt jedoch. Bei seinen Kindern klappt das schon besser. Die Story an sich ist es also gar nicht mal, die den Film so interessant macht. Es ist halt so wie es sich anhört: Ein Film über einen Wetterfrosch. Doch das besondere ist wirklich das die Fassade des Menschen behandelt wird, wobei der Charakter eigentlich nicht wirklich besonders ist. Denn Tragödien erleben auch viele "normale" Menschen. Jedoch hat Dave etwas leicht Faszinierendes an sich, was man nicht so richtig erklären kann. Im Laufe des Filmes entwickelt sich Cage´s Charakter weiter, er nimmt sein Leben selbst in die Hand und lässt sich nichts mehr gefallen.
Doch die Figur des Dave Spritz hat etwas ziemlich tragisches an sich, wie man vielleicht schon bemerkt hat. Er wird im Film als Einzelgänger dargestellt, er scheint keine wirklichen Freunde zu haben denn man sieht ihn oftmals alleine, wenn er durch die Straßen von Chicago geht und plötzlich einen Milchshake an den Kopf geworfen bekommt. Dave scheint wirklich nur seine Familie zu habe. Es wird auch viel auf seine Beziehung zum Vater eingegangen. Dieser begreift nicht warum Dave nicht endlich das Wort ergreift und sich gegen seine Probleme stellt. Denn Dave scheint der Typ zu sein der darauf wartet das sich die Welt von alleine bessert. "The Weather Man" fordert den Zuschauer das Gehirn einzuschalten, denn er ist ein recht nachdenklicher Film. Und so lebt der Film von seinen Gedanken und der Entwicklung der Charaktere, besonders der Entwicklung von Dave. Unbedingt Spannend ist das nicht, da kein großer Spannungsbogen aufgebaut werden kann. Trotzdem ist man gleich von den ersten Minuten, auf irgendeine Art, fasziniert, was sicherlich auch an den grandiosen Darstellern liegt.
"The Weather Man" kann man eigentlich in das Genre der Tragikfilme einordnen, fast hat der Film schon etwas von einer Familientragödie. Jedoch hat der Film auch seine lustigen Augenblicke. Der meist trockene Humor ergibt sich aber aus recht unspektakulären Szenen. Jedoch verfehlen die kleinen Gags ihre Wirkung nicht. Auch Running Gags, etwa mit die Fast Food Attacken gegen Dave, können ein Schmunzeln beim Zuschauer hervorzaubern. Aber der Film erzeugt keine großen Lacher. Freunde von anspruchsvoller, nachdenklicher Kost wissen die gelungene Mischung jedoch zu schätzen. Ein wenig ist "The Weather Man" auch eine Satire auf den American Dream. Immerhin müsste Dave seine ganze Familie verlassen, um in New York mehr beruflichen Erfolg zu haben, um mehr Respekt zu bekommen.
Bereits in "Lord of War", bewies Nicholas Cage einmal mehr das er ein fantastischer Schauspieler ist. Doch mit seiner Charakterdarstellung in "The Weather Man" hat er mich so sehr Fasziniert, wie er es noch in keinen Film zuvor geschafft hat. Er verleiht dem Charakter David "Dave" Spritz so viele Emotionen, so viele nachdenkliche Augenblicke die sehr Bewegend auf den Zuschauer wirken. Cage beweist dass er als Charakterdarsteller seine Berechtigung in der Filmwelt hat. Ich hoffe man darf ihn demnächst wieder vermehrt in solch brillianten Rollen sehen. Oft an Dave´s Seite ist dessen Vater Robert, gespielt von Michael Caine. Robert ist so ein wenig der Ruhepol des Filmes. Zwar merkt man ihm seine Krankheit an, jedoch kann er immer noch klar Denken und versucht seinen Sohn auf die richtige Bahn zu lenken. Er war anscheinend nicht immer der Vater den sich Dave gewünscht hätte, doch er ist seinem Vater keinesfalls egal. Michael Caine spielt seine Rolle außerordentlich gut und gibt ihm ebenfalls die nötige Tiefe. Doch nicht nur die beiden bekannten Namen Cage und Caine machen den Film, auch aus schauspielerischer Sicht, zu etwas besonderen. Auch die Kinderdarsteller können überzeugen. Allen voran Gemmenne de la Peña als Shelly. Die übergewichtige Shelly wird in der Schule oftmals gehänselt und scheint ihren Frust nun auf gleiche Art weitergeben zu wollen. Gemmenne de la Peña spielt das zurückgezogene Mädchen sehr Glaubwürdig und sorgt an der Seite von Cage für einige emotionale Szenen. Dave´s Sohn Mike, von Nicholas Hoult gespielt, ist in dem Alter in dem man sich von Zuhause abgrenzen will. Dies hat er in Form von Drogen gemacht, weshalb er nun zu einer Therapie gehen muss. Jedoch scheint einer seiner Therapeuten eine ganz bestimmte Interesse an den Jungen zu haben. Hoult´s Darstellung ist ihm ziemlich gut gelungen, auch wenn er zu Beginn nicht ganz so Wichtig, als Charakter, erscheint. Noreen, Dave´s Frau, wird von Hope Davis verkörpert. Sie macht ihre Rolle ebenfalls gut und überzeugt vor allen in den Streitszenen mit Cage. Genannt werden sollten noch Gil Bellows, als pädophiler Therapeut Don, und Michael Rispoli, als Russ, dem neuen Freund von Noreen. Auch diese beiden können auf voller Linie überzeugen.
Original Filmtitel:
The Weather Man (2005)
Länge des Filmes:
Ca. 101 Minuten
Schauspieler:
Nicholas Cage (David Spritz)
Michael Caine (Robert Spritz)
Hope Davis (Noreen)
Gemmenne de la Peña (Shelly)
Nicholas Hoult (Mike)
Michael Rispoli (Russ)
Gil Bellows (Don)
Regisseur:
Gore Verbinski
FSK:
Ab 6 Jahren
Verleiher:
UIP
Fazit:
"The Weather Man" ist durch und durch ein Film wie ich ihn mag. Zwar glänzt der Film nicht unbedingt durch große Handlung, jedoch durch seine fantastischen Darsteller. Besonders Nicholas Cage und Michael Caine zeigen beide ihr Können. Doch auch die anderen Darsteller können Durchweg überzeugen. Ich gebe dem Film letztendlich fünf Ciao Sterne da er genau nach meinem Geschmack ist. Jedoch werden einige kritisieren das der Film keine große Spannung aufweist. Mir hat das jedoch nicht soviel ausgemacht. Und so gebe ich dem Film nicht nur seine verdienten fünf Sterne sondern auch eine Sehempfehlung, besonders für Fans von ruhigeren, intelligenten Filmen.
9 Punkte für den Film "The Weather Man" und somit fünf Ciao Sterne als Wertung
Homepage des Filmes:
http://movies.uip.de/theweatherman/
Homepage des Verleihers :
http://www.uip.de/
IMDB Link mit weiteren Informationen:
http://imdb.com/title/tt0384680/ weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben