Pro:
Elche, Filmmusik
Kontra:
extreme Ungereimtheiten, dürftige DVD-Ausstattung bei derzeit noch hohem Preis
Empfehlung:
Nein
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Die Story:
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(Achtung: Spoiler! Da es sich um einen Kinderfilm handelt, fasse ich die ganze Story einschließlich Schluss zusammen, damit Eltern entscheiden können, ob der Film für ihre Kinder schon geeignet ist. Wer den Inhalt nicht erfahren will, sollte erst im nächsten Abschnitt weiterlesen.)
Die beiden Bärenbrüder Kenai und Koda sind aus dem Winterschlaf erwacht und stellen zu ihrer Überraschung fest, dass alle anderen Tiere Frühlingsgefühle entwickeln. Sogar die beiden Elche Benni und Björn versuchen – zunächst mit wenig Erfolg – zwei Elchdamen zu imponieren. Kenai und Koda wollen dagegen als erste den Krähenbeerenkamm erreichen.
Doch Kenai träumt in der Nacht von seiner Freundin Nita aus (menschlichen) Kindertagen, mit der er früher einmal einen Treueschwur abgelegt hat.
Nun will Nita heiraten, doch als sie ihrem Bräutigam das Jawort geben will, schicken die Geister ein Zeichen. Die Schamanin des Stammes erklärt, Nita könne nicht heiraten, solange ihr Schwur sie an Kenai bindet. Um den Schwur zu lösen, muss sie gemeinsam mit Kenai zur Tag-und-Nachtgleiche an einem bestimmten Ort das Amulett verbrennen, das sie damals ausgetauscht haben. Damit Nita ihre Aufgabe erfüllen kann, gibt die Schamanin ihr die Fähigkeit, die Sprache der Tiere zu verstehen.
Nita findet Kenai tatsächlich und kann ihn schließlich überreden, mit ihr zu kommen. Zunächst möchte Kenai nicht, er ist gekränkt, dass Nita den Schwur lösen will, doch Koda überredet ihn. Bald aber wird Koda eifersüchtig, denn Kenai schwelgt in Erinnerungen mit Nita und hat gar keine Zeit mehr für ihn.
Nachdem Koda sogar weggelaufen ist und Nita und Kenai ihn retten mussten, entscheidet sich Kenai aber, den Schwur mit Nita wirklich zu lösen und bei Koda zu bleiben. Koda merkt aber, dass Kenai mit der Entscheidung nicht glücklich ist.
Nita kann nach der Auflösung des Schwurs die Sprache der Tiere nicht mehr verstehen, nachdem der Schwur gelöst ist, und kehrt in ihr Dorf zurück. Dort soll sie nun endlich ihren Bräutigam heiraten, aber eigentlich will sie das nicht mehr.
Da erscheint plötzlich Koda im Dorf, er will Nita zu Kenai zurückholen. Doch die Dorfbewohner jagen Koda und auch Kenai, der ihm zu Hilfe kommt, und auch Nita kann die Jagd nicht verhindern. Nitas Bräutigam stellt Kenai schließlich. Doch Nita geht dazwischen. Sie hat sich entschieden: Sie will bei Kenai bleiben, und da er wegen Koda nicht wieder ein Mensch werden will, will sie eine Bären werden.
Die Geister verwandelt Nita also in eine Bärin. Im Dorf wird doch noch gefeiert – Menschen und Bären feiern gemeinsam Nitas und Kenais Hochzeit.
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Anmerkungen zur Story:
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Fortsetzungen sind ja sowieso eine heikle Angelegenheit, nur selten gelingen sie gut. Bei „Bärenbrüder“ kommt noch dazu, dass mir schon der erste Film nicht wirklich gefiel.
Bei „Bärenbrüder 2“ hat sich Disney allerdings wirklich eine abstruse Geschichte geleistet. Selbst wenn man nicht danach sucht, fallen einem Widersprüchlichkeiten en masse auf, viele davon sind sogar den Kids aufgefallen, mit denen ich den Film gesehen habe.
Nur mal ein paar Beispiele dafür:
Koda ist immer noch ein Mini-Bär, ein halbes Jahr Winterschlaf hat daran nichts geändert. Nun kann ich verstehen, dass man diese Figur unbedingt klein und mit ihrem Niedlichkeitsfaktor behalten wollte. Wenn allerdings gleichzeitig Kenais Kinderfreundin schon eine erwachsene Frau geworden ist, die heiraten will, dann hat man da die Realität doch ganz erheblich verbogen.
Weiter geht es mit einer Stelle, wo Kenai, Koda und Nita einen Fluss überqueren müssen, um die Stelle zu erreichen, an der sie ihr Versprechen lösen können. Nita hat Angst vor dem Wasser und schlägt deshalb vor, stattdessen über die Berge zu gehen, was die ganze Nacht dauern würde. Hallo? Wie kann man mit einem Umweg über die Berge den Fluss umgehen? Da müsste man schon bis zur Quelle zurückgehen – und das würde bei dem breiten Fluss, um den es geht, wohl eher Wochen als eine Nacht dauern!
Und schließlich erreichen sie zur Tag-und-Nachtgleiche die Stelle, wo sie das Versprechen lösen können. Frage: „Ist das die Tag-und-Nachtgleich?“ – Antwort: „Ja.“ Und was man dazu sieht, sind Nordlichter … Die Kids, mit denen ich das gesehen habe, haben das durch die Bank falsch verstanden. Aber zu erklären und richtig zu stellen, hat man nach diesem Film sowieso viel.
Oder Koda, der gegen Ende des Films einfach in Nitas Dorf läuft. Er weiß, dass Nita ihn nicht mehr verstehen kann. Er war bisher auch immer der Bär, der die Regeln des Bärenlebens kannte – ganz im Gegensatz zu Kenai. Warum ist also er plötzlich der, der nicht mehr weiß, dass die Menschen ihn höchstwahrscheinlich töten, wenn er ins Dorf geht? Das wäre wohl eher ein typisches Verhalten für Kenai!
Und schließlich fragt man sich bei der Figur Nita und ihrem Verlobten Atka, was das alles soll. Warum will Nita ihn erst heiraten? Warum will sie das dann nach dem Treffen mit Kenai nicht mehr? Viel kann ja da nicht drangewesen sein!
Schlimmer noch: Nita schreit Atka hinterher, er soll Kenai nichts tun. Zögert Atka einen Augenblick? Denkt er auch nur daran, den Wunsch zu erfüllen? Pustekuchen! Das kann man wohl nur so erklären, dass er entweder stocktaub oder ein Idiot ist!
Jede einzelne dieser Ungereimtheiten wäre wohl nicht so gravierend, man könnte sie zugunsten einer schönen Story durchaus verschmerzen. Wenn die Storyprobleme sich aber so häufen wie in diesem Film, dann wird es einfach nur noch ärgerlich. Selbst für Kinder, die sicher größtenteils nicht jede einzelne dieser widersprüchlichen Stellen erkennen, ist das nicht hinnehmbar, und als Erwachsener hat man hinterher extrem viel zu erklären und richtig zu stellen.
Natürlich gibt es auch ein paar positive Elemente im Film. So sind die Figuren natürlich immer noch wirklich süß, gerade die Tiere. Auch die beiden Elche, die in diesem Film tragendere Rollen haben als im ersten Film und insbesondere zum Themengebiet der „Frühlingsgefühle“ viel beitragen, bekommen sicher wieder viele Lacher.
Die Musik ist zwar Disney-typisch ein wenig kitschig und entspricht auch nicht meinem Musikgeschmack, aber als Filmmusik ist sie durchaus gelungen.
Die Animation lässt sich zwar nicht mit dem aktuellen Stand der Computeranimation vergleichen, sondern erinnert eher an alte Disneyzeiten, aber auch das ist durchaus hübsch gemacht.
Alle diese positiven Punkte reichen aber längst nicht aus, um mich über die Kritikpunkte hinwegzutrösten. Insgesamt habe ich mich vor allem geärgert.
Der Film ist in Deutschland ohne Altersbeschränkung freigegeben. Obwohl der Film sich insgesamt sicher eher an kleinere Kinder wendet und für ältere nicht mehr so interessant ist, finde ich das nicht okay. Eine Altersfreigabe ab 6 Jahren wäre sicher angemessener gewesen, denn es gibt einige Szenen, in denen es für einen Kinderfilm schon recht gewalttätig zugeht. So klaut beispielsweise ein Waschbär Nita ihr Amulett, das sie braucht, um das Versprechen zu lösen. Im Kampf gegen die Waschbärenbande schleudert sie dann kurz darauf unzählige Waschbären mit ihrem Speer von den Ästen eines Baumes. Ist das die Art, wie wir unseren Kindern beibringen wollen, ihre Probleme zu lösen?
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DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
FSK 0
Spieldauer: 74 min.
Film-Veröffentlichung: 2006
DVD-Veröffentlichung: 17.08.2006
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Anmerkungen zur DVD:
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Die DVD beginnt mit Trailern zu „Tierisch wild!“, „Leroy & Stitch“, „Arielle, die Meerjungfrau Special Edition“, einem Sammeltrailer zu Disney-DVDs, Trailern zu „Cars“ und „Disney Animal Friends“, die sich aber problemlos abbrechen lassen.
Der Film liegt auf der DVD in englischer Originalsprachfassung sowie italienischer, deutscher und türkischer Synchronfassung vor. Untertitel stehen für dieselben Sprachen zur Auswahl sowie zusätzlich für Englisch für Hörgeschädigte.
„Extras“:
„Interaktives Spiel: Spiel ,Der volle Durchblick’“:
In diesem Spiel geht es darum, den beiden Elchen zu helfen, die Elchdamen zu beeindrucken. Dazu muss man Fragen in drei verschiedenen Kategorien, „Geschichte“, „Frühlingsgefühle“ und „Der Ruf der Wildnis“, beantworten. Auch wenn die Fragen Erwachsenen relativ einfach erscheinen – teils einfach aus dem Film, teils aus einfachsten Allgemeinwissen heraus zu beantworten -, aber für die Kinder der Zielaltersgruppe dieses Films (unteres Grundschulalter), sind sie doch ganz passend. Außerdem sind die Sprüche der Elche, die das Quiz mitmoderieren, zumindest zum einmal Anhören auch ganz nett. Hat man das Quiz geschafft, gibt es auch noch einen kleinen Elchdialog. Nur leider macht das Spiel nicht lange Spaß, weil sich die Fragen immer wiederholen.
„Bonus Video: Hinter den Kulissen: Die Musik aus ,Bärenbrüder 2’“:
Hier geht es um die Entstehung der Filmmusik, wobei insbesondere die Sängerin und Songwriterin Melissa Etheridge zu Wort kommt, die die Songs des Films geschrieben und (in der englischen Originalfassung) größtenteils selbst eingesungen hat. Nun gehört auch Melissa Etheridge unbedingt zu meiner Art von Musik, und außerdem sind die Songs Disney-typisch stellenweise doch arg kitschig, aber insgesamt finde ich vor diesem Hintergrund die Filmmusik doch gut gelungen.
Das Feature ist interessant, insbesondere, wenn man sich deutlich machen will, welche Rolle die Filmmusik bei so einem Film spielt (nämlich das sie ein gutes Stück Story miterzählt). Allerdings ist die Erzählweise des Features leider nicht kindgerecht, spricht also nicht die Zielgruppe des Films an.
Leider ist das schon die ganze DVD-Ausstattung. Nun war ich schon beim ersten „Bärenbrüder“-Film mit der DVD-Ausstattung nicht wirklich zufrieden, aber immerhin war sie umfangreich, man hatte sich bemüht, dem Käufer der DVD etwas zu bieten.
Bei „Bärenbrüder 2“ ist die Qualität der beiden Extras an sich besser, aber bei einem DVD-Preis von derzeit noch rund 15 Euro ist einfach zu wenig drauf!
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Fazit:
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Die Figuren bleiben auch in der Fortsetzung süß, aber für die Story hat man so extrem die Wirklichkeit verbogen, dass es keinen Spaß macht.
Die DVD-Ausstattung ist außerdem zum derzeitigen Preis viel zu dürftig. weiterlesen schließen
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