Capote (DVD) Testberichte

Capote-dvd-drama
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Pro & Kontra

Vorteile

  • Besetzung, Überzeugungskraft, Authentizität, Tiefgang, Gefühl, Nachwirkung, hohes Maß an "Echtheit"

Nachteile / Kritik

  • winzige Längen

Tests und Erfahrungsberichte

  • Pass auf was du tust, um zu kriegen was du willst.

    5
    • Action:  wenig
    • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
    • Romantik:  sehr niedrig
    • Humor:  wenig humorvoll
    • Spannung:  durchschnittlich
    • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
    • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

    Pro:

    Besetzung, Überzeugungskraft, Authentizität, Tiefgang, Gefühl, Nachwirkung, hohes Maß an "Echtheit"

    Kontra:

    winzige Längen

    Empfehlung:

    Ja

    „Oh, das ist das schwerste. Weißt du, wenn jemand ein Bild von dir hat und es unmöglich ist, ihm vom Gegenteil zu überzeugen. Seit ich ein Kind war, da haben die Leute geglaubt, sie hätten mich durchschaut weil ich.. weil ich... weil ich so bin. Weißt du, die Art, wie ich rede. Und sie liegen immer daneben. Weißt du, was ich meine?“

    Der Namen Truman Capote dürfte meines Erachtens nach zumindest ein jeder zweite bereits einmal gehört haben. Auch wenn dieser mit seinem letzten Buch _„In cold blood“_ seinen größten Erfolg erzielte, wird _„Breakfeast at Tiffanys“_ hierzulande vielen

    Um sein Ziel zu erreichen, machte der Schriftsteller nicht nur diversen Mitmenschen etwas vor, sondern konnte sich weiterhin nicht davor schützen, selbst persönlichst von den Ereignissen vereinnahmt zu werden und Zuneigung zu jenen zu entwickeln, was der egoistischen Sache selbst nicht dienlich sein konnte.
    Ich persönlich wurde auf eben jenen Tatsachenroman seinerzeit inmitten des Filmes _„8mm“_ aufmerksam, da Joaquin Phoenix eben jene Lektüre in einer durchweg interessanten Szene in den Händen hält. Nachdem ich mich sodann ebenfalls von dem hierzulande als „Kaltblütig“ publik gemachten Werkes überzeugen ließ, dauerte es nicht lang, bis ich mir den 110min Film rund um jene Buchentstehung ansah. Ich muss gestehen, bei erstmaliger Sichtung manche Details in


    ldquo;Capote&ldquo zweifellos verpasst zu haben, viel mir erst nach neuerlicher Sichtung viel eher ins Auge, wie sehr Truman Capote (Philip Seymor Hoffman) schlussendlich gegen sich selbst kämpfte. Zweifellos stellt _„Capote“_ im Grunde genommen durchaus einen kleinen autobiografischen Blick auf das Leben des Autoren Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre dar, konzentriert sich jedoch vorrangig auf die Idee seitens Capote, über einen vierfachen Mord in Kansas zu berichten. Kaum in der Stadt angekommen, fasziniert ihn die Geschichte sowie das ganze Drumherum so sehr, dass aus dem anfänglich geplanten Artikel alsbald ein Buch werden soll ~ ein Buch, von dem sich der Autor seinen fulminanten Durchbruch als Schriftsteller erhofft.


    Während es eingangs noch völlig unwichtig erschien, ob die Mörder je gefasst werden, wendet sich alles zum persönlichen Untergang: tatsächlich werden alsbald Perry Smith (Clifton Collins Jr.) und Dick Hickcock (Mark Pellegrino) vor Gericht gestellt und dort von einem durchweg unmotivierten Anwalt vertreten. Das Urteil der Todesstrafe folgt auf dem Fuße, woraufhin Capote sich bemüht, den beiden zu einem besseren Anwalt zu verhelfen, um Berufung einzulegen.

    Was eingangs als schlichte, manipulative Recherche beginnt, lässt Truman Capote über die Jahre hinweg weniger kalt, es ihm lieb sein dürfte. Der Titel „Kaltblütig“ stellt somit nicht lediglich den Namen für das Buch dar, sondern beschreibt ebenfalls sein eigenes Vorgehen, um möglichst detailliert Einblick in sämtliche Geschehnisse des jeweiligen Lebens der Täter zu erhalten. Knackpunkt ist weiterhin der, dass Capote sein Werk nicht vollenden kann, bis das Urteil zu guter Letzt vollstreckt wurde....

    ===Die Umsetzung=== des einfühlsamen Dramas ist durchweg brilliant. Während mich persönlich anfangs noch die doch recht plakativ tuntige Synchronisation des Hauptakteurs störte, ist spätestens bei Sichtung der Extras erkennbar, wie überaus authentisch jene Darstellung tatsächlich gewesen ist. Selbst die Optik von Philip Seymour Hoffman ist ~ bis auf den doch recht gravierenden Größenunterschied ~ durchweg passig. Gestik wie Mimik sitzt; der Oscar für den besten Hauptdarsteller wurde somit meines Erachtens nach nicht umsonst vergeben.

    Generell läuft _„Capote“_ ruhiger Natur ab; von dem Mord an sich ist eher am Rande die Rede, während man stattdessen immer wieder teilnehmen darf an Capotes Partyleben, seiner schillernden Persönlichkeit wie der gewissen Selbstverliebheit, die jedoch markanterweise kaum negativ ins Gewicht fällt.
    Erst nach der ungefähren Filmhälfte sticht dem Zuschauer ins Auge, wie sehr Truman selbst bei seiner besten Freundin Nelle Harper Lee (Catherine Keener) in Ungnade fällt, lässt sich der Aspekt, wie sehr er die beiden Verurteilten schlicht und ergreifend ausnutzt wie auch belügt, förmlich in Ungnade fällt.
    Als Paradebeispiel sei hierfür der nachfolgende Dialog genannt:

    ~ „Ich will auch, dass sie überleben. Ich brauche ja noch ihre Geschichte.“
    ~ „Pass auf, was du tust, um zu kriegen, was du willst.“

    Als Zusammenhang hierfür sei der Umstand erwähnt, dass Capote scheinbar einzig und allein aus dem vorgenannten Grund den zum Tode verurteilten einen neuen Anwalt beschafft, damit er sich noch länger mit den beiden unterhalten und sein Meisterwerk zu Papier bringen kann.

    Detective Chris Cooper (Alvin Dewey), der anfänglich alles andere als von dem Besuch des Autoren angetan ist, verfällt ebenfalls alsbald dem eigentümlichen Charme des Schriftstellers. In der Tat könnte man sich fragen, ob dieser Aspekt für den Film generell wichtig gewesen sein mag, könnte man ferner den Vorwurf erheben, dass sich Regisseur Bennett Miller respektive die Drehbuchautoren Dan Futterma nebst Gerald Clarke kaum mit sich selbst einig darüber gewesen zu sein scheinen, wo der genaue Schwerpukt der Geschichte liegen soll.

    So kam _„Capote“_ für mich selbst um einen winzige Langatmigkeit nicht herum, hätte mich persönlich das Gespräch zwischen Truman und Perry mehr interessiert als weiterem Party-Palaver beiwohnen zu dürfen.
    Nichtsdestominder reizt auch dieser Einblick, rundet die sich-in-den-MIttelpunkt-Rückung des Autoren seine Charakterisierung durchweg ab ~ wie sehr Truman fast schon eher heimlich leidet, versucht er nach außen hin stetig zu verbergen.

    Insbesondere der Textabspann nach Filmende geht tief unter die Haut, manifestieren sich hier all jene Befürchtungen, die der Zuschauer zwischen den Zeilen zu entdecken spürte. Generell liegt die Tragik des Filmwerks nicht nur in dem Mordfall selbst, sondern verstärkter Natur darauf, was die sechsjährige Recherchearbeit an Schattenseiten nach sich zog.

    Der ein oder andere wird wissen, dass Truman Capote nach dem Erfolg von _„In cold blood“_ nie wieder ein Buch oder gar „nur“ eine Kurzgeschichte zu Ende brachte, stattdessen mit seinen Worten _„Ich werde nie darüber hinwegkommen.“_ Recht behielt: 1984 starb Truman Capote an den Folgen seiner zu guter Letzt erlittenen Alkoholsucht.

    ===Die DVD selbst=== gibt in einem durchweg sehenswerten Bonusmaterial Aufschluss über weitere Merkmale der einstig so schillernden Persönlichkeit. Die '''Filmdokumentationen''' „Erhörte Gebete“, „Vom Konzept zum Drehbuch“ sowie „Die Inszenierung“ dauern jeweils nur wenige Minuten, liefern wissenswerte Hintergrunddetails und wurden ebenfalls sensibel zusammengefasst.

    Die beiden '''Audiokommentare''' wie die Sichtung diverser '''Trailer''' habe ich mir auch in diesem Fall gespart.

    Über Bild und Ton gibt es meiner Erfahrung nach nichts zu beanstanden; als Vertonung bietet die Silberscheibe die deutsche wie die englische Tonspur an, während es immerhin drei Untertitel (deutsch, englisch, türkisch) auszuwählen gibt.

    Über die FSK12 Freigabe kann man trotz kleiner Szenen, in denen die Erschossenen via Großaufnahme wie mitunter als Fotografie zu sehen sind, an für sich nicht meckern. Empfehlen würde ich das Drama dennoch zweifelsfrei eher älteren Zuschauern.

    ===Summa summarum=== handelt es sich bei _„Capote“_ um einen durch die Bank ernsthaften Film, in dem zwar vereinzelt durchaus mal aufgrund diverser Verbalitäten geschmunzelt werden darf, die ergreifende, tiefergehende Nachwirkung jedoch nicht unterschätzt werden sollte.

    Ein hohes Aufmerksamkeitspotential stellt eine weitere Guckvoraussetzung dar, liegt der Teufel abermals im nebensätzlichen Detail ~ die neuerliche Wandlung des Autoren liefert durchaus Ansatz zum Diskussionsstoff.
    Oder zum einfach nur berührt-traurig-fassungslos sein.

    Zu guter Letzt bleibt festzuhalten, dass jeder, der diesen Film gesehen hat, den zum Thema gemachten Roman mit andern Augen sehen wird. Die Melodramatik, die hier auf die Leinwand gezaubert wurde, dürfte meines Empfindens nach kaum von dem potentiell anschließenden Leseprozess zu trennen sein, während man weiterhin Sätze wie „Er hat kein Recht,s ich umzubringen. Das ist das Recht dieses Staates“ niemals wieder vergessen wird.

    Kommentare & Bewertungen

    • joelovesyou

      joelovesyou, 16.12.2012, 10:43 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      Sh & einen schönen Adventssonntag, lG

    • XXLALF

      XXLALF, 15.12.2012, 16:36 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      ...und liebe grüße

    • Jewels00

      Jewels00, 15.12.2012, 15:46 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      Lieben Gruß *-*

    • Jagannatha

      Jagannatha, 15.12.2012, 14:50 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      Liebe Grüße :)

  • Ein Meisterwerk

    Pro:

    s. Bericht

    Kontra:

    s. Bericht

    Empfehlung:

    Ja

    Vorwort:
    Dieser Film ist eigentlich keine Biografie des Autors sondern die Darstellung eines bedeutenden Abschnittes im Leben des berühmten Autors. Es geht um sein Engagement im Fall eines vierfachen Mordes 1959 in der amerikanischen Provinz.
    Truman Capote war mir vor diesem Film eigentlich nur als Autor von Kurzgeschichten bekannt, u.a. durch seine Novelle Novelle "Frühstück bei Tiffany" oder "Grasharfe")
    Sein Werk In Cold Blood welches von diesem Mord handelt war mir vor diesem Film unbekannt.
    Nach dem Film muss man es einfach lesen und bekommt damit genauso ein Meisterwerk vorgesetzt wie diesen Film der in jeglicher Hinsicht interessant

    Kommentare & Bewertungen

    • Baby1

      Baby1, 16.07.2008, 00:35 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

    • profesohr1

      profesohr1, 18.05.2008, 07:16 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      Ein supertoller Bericht!

    • KatzeMaus

      KatzeMaus, 16.05.2008, 21:18 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      lg katzemaus

    • frankensteins

      frankensteins, 09.05.2008, 10:47 Uhr

      Bewertung: sehr hilfreich

      ich meine ich kenne den Film, lief der nicht auch im Fernsehen?? Jedenfalls kommt mir die Handlung sehr bekannt vor lg