Pro:
Thema, Schauspieler, authentisch, Musik
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Der ewige Gärtner ist ein Spielfilm des brasilianischen Regisseurs Fernando Meirelles aus dem Jahr 2005. Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Roman von John le Carre. Die DVD ist seit etwa 2 Jahren in meinem Besitz. Ich schreibe jetzt darüber, weil eine Fernsehzeitung die DVD als Beilage anbietet. Das riefmir den Film ins Gedächtnis und so habe ich ihn mal wieder am Wochenende geschaut.
.
Angaben zum Film
Originaltitel: The Constant Gardener
Land / Jahr: Deutschland / Großbritannien 2005
Medien-Typ: DVD
Darsteller: Ralph Fiennes (Justin Quayle), Rachel Weisz (Tessa Quayle), Hubert Koundé (Arnold Bluhm), Danny Huston (Sandy Woodrow), Daniele Harford (Miriam), Damaris Itenyo Agweyu (Journo's Frau),
Regie: Fernando Meirelles
Drehbuch: John Le Carré, Jeffrey Caine
.
Klappentext
Justin Quayle, Diplomat im britischen Hochkommissariat in Nairobi, ist ein besonnener Mann, der Konflikten eher aus dem Weg geht und sich mit Hingabe seinem Hobbygarten widmet. Sein beschauliches Leben endet mit dem Tag, an dem seine Frau Tess bestialisch ermordet wird. Auf der Suche nach ihrem Mörder findet Justin heraus, dass Tess den illegalen Machenschaften eines britischen Pharmakonzerns auf der Spur war, in die selbst Vertreter aus höchsten Regierungskreisen verwickelt zu sein scheinen.
Je intensiver Quayle die Nachforschungen seiner Frau fortführt, desto mehr bröckelt auch seine diplomatisch-beherrschte Fassade. Er entdeckt nicht nur posthum die grenzenlose Liebe zu seiner Frau, sondern übernimmt auch Stück für Stück ihr leidenschaftliches, bedingungsloses Engagement.
.
Die Story (DVD1)
Während einer Vorlesung lernt Justin Quayle seine spätere Frau Theresa, genannt Tess, die sich hitzig mit ihm auf eine Diskussion einlässt. Bei einer Tasse Kaffee kommen die beiden sich näher. Sie bittet ihn, sie mit nach Afrika zu nehmen. Egal in welcher Eigenschaft, als Freundin, Geliebte oder Ehefrau. Ziemlich kurz entschlossen heiraten sie. Justin, ein stiller, besonnener Mensch, der liebevoll in seiner Freizeit seine Pflanzen pflegt und die quirlige, engagierte Tess machen sich auf die Reise ohne Wiederkehr nach Afrika.
Schon bald wird Tess schwanger. Justin geht seiner Arbeit als Diplomat nach, während Tess sich einer Hilfsorganisation anschließt, die die arme Bevölkerung Kenias mit Medikamenten versorgt. Hier freundet sie sich mit dem farbigen Arzt Dr. Blum an. Doch auch hier kann es Tess nicht lassen anzuecken. Sie stellt Fragen, die nicht gestellt werden sollten. Ihre „Opfer“ sind besonders die Unternehmer von Pharmakonzernen.
Während ihrer Arbeit stößt Tess auf einige zweifelhafte Vorgehensweisen bei der Medikamentenausgabe an die Bevölkerung. Warum müssen alle eine Speichelprobe abgeben, warum wird dies mit einer Wohltätigkeit des Konzerns Hippo abgetan?
Leider verliert Tess ihr Baby. Das löst bei ihr ein noch größeres Bedürfnis, gerade den Kindern in Kenias, zu helfen, während sich Justin wieder seinem Garten zuwendet. Tessa beginnt nachzuforschen unterstützt wird sie von ihrem Freund Dr. Blum. Schnell entdecken sie, dass die Hilfe der Pharmaindustrie nicht selbstlos ist. Dabei gerät sie ins Kreuzfeuer. Agenten werden auf sie angesetzt, um sie im Auge zu behalten, denn ihr Wissen könnte für die Industrie gefährlich werden. Ein privates Schreiben , das ihr in die Hände „fällt“ bestätigt ihre Ahnung. Sie macht sich mit Dr. Blum auf eine Fahrt nach… von der sie nicht zurückkehrt. Tessa und ihr Begleiter werden getötet. Bluhms Leiche wurde in Kenia mittlerweile auch gefunden, er war bestialisch zu Tode gefoltert worden
Justin glaubt nicht an einen zufälligen Mord und macht sich auf die eigene Suche nach den Mördern. Dabei kommt auch er dem Pharmakonzern in die Quere. Nun ist auch er auf die Abschussliste gekommen.
.
Meine Meinung
Ich habe versucht, so wenig wie möglich zu verraten, aber trotzdem genug Stoff zu bieten, damit der Leser den Handlungsablauf einordnen kann.
Ich habe den Film anfangs gar nicht mit so großem Interesse geschaut. Mich störte der ständige Szenen- und Zeitwechsel. Doch dann fesselten mich das Thema und somit auch diese Geschichte. Wie sehr, dass habe ich erst nach dem Film und in den Stunden danach gemerkt.
Es sind gar nicht mal so sehr die Schauspieler, die einen in den Bann ziehen, sondern die Bilder an den Originalschauplätzen. Es sind erschreckende Bilder. Besonders hart sind die Kontraste zwischen der Armut der Bevölkerung und dem Luxus der weißen Elite. Hier ist das Bildmaterial sehr aussagekräftig. Während die Szenen die das Kenia und ihr Volk zeigt, farbenfroh und mit viel Licht gehalten sind, erscheinen die Golfplätze und Villen eher in gräulichen Farben.
Ralph Fiennes alias Justin ist die optimale Besetzung für diese Rolle. Eher verträumt, etwas schüchtern und linkisch wirkt er als Justin. Er hat Charme, wirkt aber trotzdem zurückhaltend. Ich glaube deshalb, wird der Zuschauer auch so in Justins Bann gezogen. Sein wachsender Wille, die Erkenntnisse und die aufbäumende Wut, sind fast fühlbar. Leise begleitet uns aber auch seine unendliche Liebe und Trauer zu Tessa. Die Gefahren, denen er sich aussetzt, drücken auf den Schultern.
Wut kam bei mir langsam auf, weil mir klar wurde, wie viel Wahrheit in dieser Geschichte liegt. Das es mehr wahrscheinlich als eine Lüge ist, dass die Medikamente, die im tiefen Kenia verteilt werden, abgelaufen sind. Das es durchaus möglich ist, dass diese Menschen als Versuchskaninchen skrupelloser Unternehmen, missbraucht werden. Das viele Ärzte ein geweiht sind und Gegner beseitigt werden. All das ist gar nicht so weit hergeholt. Im Film ist es ein Mittel gegen eine Tuberkulose-Pandemie, dass der ahnungslosen Bevölkerung zugeteilt wird. Die Toten, die das Mittel nicht vertrugen, wurden heimlich verscharrt. Alle wichtigen Unterlagen vernichtet. Offiziell haben sie nie existiert, bis auf den Brief, den Tessa bei sich hatte.
Obwohl es eigentlich ein leiser Film ist, der auf große Effekte und Schießereien fast verzichtet, kommt eine große Spannung auf. Geschickt werden dem Zuschauer die Machenschaften und der Gewalt der mächtigen Pharmabosse aufgeführt, die auch vor der Politik keinen Halt macht.
Mich hat der Film sehr mitgenommen. Er zeigte mir, was ich ganz im inneren auch vermute und Gleichzeitig, die Hilflosigkeit des Einzelnen. Ich hatte richtig Wut im Bauch, die durch den Schluss noch richtig gestärkt wurde. Es ist gewiss kein leichter Film. Deswegen sind die Rückblicke auf die glückliche Zeit von Tessa und Justin zwischendurch auch sehr entspannend, jedoch nicht anlenkend.
Inzwischen habe ich den Film schon 3mal gesehen und er begeistert mich immer wieder. Zwar ist die Wut nicht mehr so schrecklich gewaltig, aber das Thema immer noch sehr brisant. Jedes mal blicke ich mehr durch, weil mir immer wieder kleine, neue Details auffallen, die der Aussage des Films noch mehr Kraft und Wahrheit gibt.
Ich empfehle den Film mit 5 Sternen.
.
Features (DVD 2)
Making of, Entfallene Szenen, TV-Spots, Featurettes, Interviews, Behind the Scenes, Trailer, Hörfilmfassung für Blinde
Ein sehr umfangreiches, untertitelte Bonusprogramm bietet die extra Disc. Es beginnt mit zwei Trailern in deutscher und englischer Sprache. Es folgen ein Making Of über fast 12 Min., das die Arbeit am Set dokumentiert. Die Darsteller und Mitarbeiter kommen dabei auch zu Wort. Unterstrichen wird es durch weitere Filmausschnitte.
"Eine Hommage an Afrika: Der Dreh in Kenia" (9:27 Min.) zeigt wunderbare und erschreckende Bilder aus dem Land. Dabei kommen auch wieder die Schauspieler zu Wort. Erklärt wird auch die Auswahl der Drehorte. Danach folgen noch einige ausführliche Trailer zu anderen Filmen. Interessante Interviews mit z.B. Ralpf Fiennes, Danny Huston und John Le Carre runden das Programm ab, das mit einem Einblick am Set und Szenen vom Dreh endet.
.
Beurteilung der DVD
Die Bild- und Tonqualität
Das Bild ist wirklich klasse. Hier gibt es nichts zu bemängeln, Es ist scharf, klar und farblich intensiv in einigen Szenen, aber ohne kitschig zu wirken.
Der Ton aber lässt etwas zu wünschen übrig. Am Anfang schwankt er etwas in der Lautstärke, dass man hin und wieder zur Fernbedienung greifen muss. Nach circa einer viertel Stunde hat er sich aber eingependelt. Zum Glück, denn der Film wird mir wunderbarer Musik unterstrichen. Die sanften Klänge von Alberto Iglesias geben dem Film die richtige Stimmung. Ayub Ogada dagegen gibt mit seinen heimischen Klängen, den unbekannten Instrumenten und einer kräftigen und farbenfrohen Stimme, die Mentalität und Kultur des Landes Ausdruck. Über einen guten TV kommt auch dies wunderbar rüber.
• Komponist: Alberto Iglesias
• Format: Dolby, DTS, PAL, Special Edition, Surround Sound
• Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 6.1 ES Discrete), Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Region: Region 2
• Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
• Anzahl Disks: 2
• FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
• Studio: Kinowelt GmbH
• Erscheinungstermin: 21. August 2006
• Produktionsjahr: 2005
• Spieldauer: 123 Minuten weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben