Pro:
Umsetzung der Story, Schauspieler, intelligente Dialoge, Zeitlos,
Kontra:
für mich nichts,
Empfehlung:
Ja
Nachdem es nach Abschluss der "Matrix" Trilogie etwas ruhig um die Wachowski wurde, melden sie sich nun mit "V for Vendetta" zurück. Mit ihren Drehbuch zu diesen, legen sie den Grundstein für eine weitere Comic Verfilmung. Doch ist dieser Film mit Sicherheit eine Ausnahme in der breiten Masse der Comic Verfilmungen. Warum? Das erfahrt ihr wenn ihr meinen Bericht lest. Viel Spass dabei.
Story:
Die einstige Weltmacht USA ist zusammengebrochen, Weltweit wüten Seuchen und in England ist ein faschistisches Regime an der Macht, welches Minderheiten wie Homosexuelle oder Muslime nicht duldet. An der Spitze dieses Regimes steht Kanzler Sutler (John Hurt), welcher keine Gnade zeigt und mittlerweile sogar die Medien unter Kontrolle hat. Eines Tages, in der Nacht des vierten auf den fünften Novembers, taucht plötzlich eine maskierte Gestalt (Hugo Weaving) auf und jagt in Begleitung orchestralischer Musik den Old Bailey in London in die Luft. Der Maskierte der sich selbst V nennt, überfällt am nächsten Tag eine Fernsehanstalt und sendet eine Nachricht an die Menschen das in genau einen Jahr das englische Parlament brennen wird, wie es einst Guy Fawkes machen wollte. Ausserdem ruft er zur Revolution gegen das Regime auf. In dem Fernsehstudio trifft V auch wieder auf Evey (Natalie Portman), die er eine Nacht zuvor vor der Regime Polizei gerettet hat. Nun rettet sie ihn. Daraufhin nimmt er Evey mit in sein Versteck. Der verrücktwirkende V will Evey nun für ein Jahr in seinem Versteck, zu ihrer eigenen Sicherheit, gefangen halten, bis die Revolution und somit das Ende des Regimes beginnen soll. Doch bis dahin hat V noch einige Racheaktionen zu begehen, die seine Vergangenheit betreffen.
Meine Kritik zu "V for Vendetta":
In England ist Guy Fawkes bekannt wie ein bunter Hund. Denn am fünften November 1605 wollte er mit einigen Mitstreitern, aus politischen Gründen das englische Parlament in die Luft jagen, ist allerdings gescheitert da es Verschwörer in den eigenen Reihen gab. Seine Gesichte gehört im vereinten Königreich mittlerweile zur Standart Schulbildung. Doch was hat das mit dem Film "V for Vendetta" zu tun? Ganz einfach, denn die von Alan Moore geschaffene Comic Vorlage zum Film bedient sich zum Teil an der Geschichte von Guy Fawkes. Denn der Hauptprotagonist des Comics wie auch des Filmes, V, trägt eben jene Guy Fawkes Maske, die man in England zur Zeit des fünften Novembers auf vielen Straßen sieht. Ausserdem kämpft auch V für freie Meinungsäußerung, wenn auch der Gegner im Film bzw. Comic wohl ein härterer ist als ihn Fawkes im 17. Jahrhundert gegenüber sah.
Doch V kämpft mehr als nur gegen einen Staat. Er kämpft nicht gegen England wie man es heute kennt, er kämpft gegen ein faschistisches Regime, welches im Film so aufgezogen wird wie einst das Regime Hitlers. Tatsächlich gibt es auch zum dritten Reich im Film einige Verbindungen, zumindestens was das Regime unter Kanzler Sutler angeht. Doch dazu später mehr. Tatsächlich beginnt der Film auch mit der Geschichte von Fawkes. Dann schickt der Film den Zuschauer in eine nahe Zukunft, in der die Welt am Abgrund zu stehen scheint. In dieser Zeit kämpft V gegen das faschistische Regime in England. Der von Rache besessene Kämpfer trifft in der Nacht zum fünften November auf Evey, welche von Regime Schlägern bzw. Polizisten bedroht wird. V rettet sie und nimmt sie mit zu einem, wie er sagt, Konzert. Bei diesem jagt der maskierte Widerstandskämpfer das Old Bailey in die Luft. Am nächsten Tag werden Medien berichten das die Regierung das Gebäude, wenn auch auf eine ungewöhnliche Art, abgerissen hat. Am gleichen Tag noch sendet V eine Botschaft an die Engländer in der er aufruft in genau einem Jahr gegen das Regime zum Kampf anzutreten. V selbst will dann, wie einst Guy Fawkes, das englische Parlament in die Luft jagen. In der Zeit bis zu diesem Schlag kämpft er weiter gegen verschiedene Menschen die dem Regime angehören, die anscheinend etwas mit dem Grund zu tun haben warum V sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Evey steht ihm Anfangs Skeptisch gegenüber, wird aber schon bald auf seiner Seite stehen.
"V for Vendetta" erzählt eigentlich zwei Geschichten, die zu Beginn aus einer herausgehen. Zum einen die von V. Warum V sich hinter einer Maske versteckt, er alleine gegen das Regime antritt und von Rache, förmlich, zerfressen ist, ist zu Beginn ungewiss. Der Zuschauer erfährt nur Stückweise die Gründe für das Handeln des Maskierte, der ebenso wenig Gnade zeigt wie das Regime und seine Anhänger. Die andere Gesichte ist die von Evey. Auch sie ist nicht wirklich eine Anhängerin des Regimes, hält sich jedoch sehr im Hintergrund, traut sich nicht wirklich etwas für die Freiheit zu tun. Beide Charaktere scheinen sehr verschieden zu sein, doch bald erkennen sie wie auch die Zuschauer dass sie mehr gemeinsam haben als sie gedacht hätten. V setzt alles daran Evey´s Persönlichkeit zu ändern, sie Belastbarer, Stärker zu machen. Doch der Kernpunkt der Story bleibt die Geschichte von V und sein Rachefeldzug. Die Inszenierung der Story erweist sich als sehr Klug und geschickt Umgesetzt. Zwar hat der Film hier und da mal eine kurze Durststrecke, jedoch siegt die Qualität und eine aufrechtgehaltene Spannung.
Wie bereits erwähnt, hat sich der Film bzw. das Comic viele Ideen aus der Geschichte genommen. Die Parallelen von Guy Fawkes und V sind klar Erkennbar. Zudem bediente man sich auch an der Grundidee des "Grafen von Monte Christo", der Rache an seinen Feinden nimmt und dabei die Liebe vergisst. Im Film ist der Graf aus dem Film sogar ein Vorbild für V. Auch Ähnlichkeiten zum Nazi Regime lassen sich kaum abstreiten. So ist das Regime im Film nicht nur Faschistisch sondern handelt auch ähnlich wie einst die Nazis. Etwa gibt es eine geheime Schlägerpolizei die wohl von der Gestapo inspiriert wurde. Die Verbindungen vom Comic und Film zu wirklich geschichtlichen Hintergründen hat mir sehr gut gefallen, es gibt dem Film irgendwie das besondere Etwas, sodass man die Geschichte gut nachvollziehen kann.
Wer bei "V for Vendetta" einen Actionfilm erwartet wird enttäuscht werden, da der Film in dieser Hinsicht wenig bietet. Zu Beginn gibt es einige nette Explosionen, am Ende ebenso und man darf einen hübsch anzusehenden Fight ansehen, welcher den Wachowski Stil nicht verleugnen kann. Auch in Sachen direkter Gewalt hält sich der Film relativ zurück, es ist mehr das Denken des Zuschauers, der ja weiß was sich in dem Regime abspielt, welches die Gewalt klar macht. Doch es gibt auch einige heftige Szenen, etwa einen Leichenberg der sehr an die Bilder deutscher Konzentrationslager erinnert, wo wir wieder bei den geschichtlichen Parallelen wären. Was jedoch sehr Auffällig ist, sind die Dialoge, welche oftmals aus Zitaten bestehen und den Eindruck vermitteln keinen 08/15 Popcorn Film zu sehen. Denn das ist "V for Vendetta" keinesfalls.
In Sachen Schauspieler kann der Film eine recht gute Cast Liste aufweisen. Als Hauptakteur sieht man Hugo Weaving, bzw. man sieht ihn nicht da er als V ja immer eine Maske trägt. Jedoch ist Weaving´s Darstellung so Perfekt, so Präsent, so Lebendig das man fast die Maske hinter dem Mann schon nicht mehr sieht. Weaving hat es gut verstanden den undurchsichtigen, von Rache getrimmten Charakter in Szene zu setzen. Evey ist zu Beginn des Filmes eher das Gegenteil von V. Zwar hat sie ihre Eltern an das Regime verloren, beide waren Widerstandkämpfer, jedoch ist sie im Gegensatz zu ihren Eltern nicht Aktiv gegen die Unterdrückung zu kämpfen. Auch Natalie Portman überzeugt, mich so sehr wie seit Jahren nicht mehr. Fast will ich meinen das die Rolle der Evey sogar ihre beste ist, die sie bisher gespielt hat. John Hurt spielt den Diktatur Adam Sutler, welcher an der Spitze des Regimes steht und gleichzeitig der Führer der faschistischen "Nordfeuer" Partei ist. Auch Hurt kann überzeugen, auch wenn man ihm im Film nicht allzu oft zu sehen bekommt. Stephen Rea spielt den Regime Polizisten Finch, der jedoch irgendwie zwischen Faszination für V und seiner Pflicht steht. Leider wirkt Rea gelegentlich ein wenig Blass, ansonsten hat er aber eine gute Arbeit abgeliefert, wenn sie auch hinter den anderen Darstellern zurück bleibt.
Original Filmtitel:
V for Vendetta(2005)
Länge des Filmes:
Ca. 132 Minuten
Schauspieler:
Natalie Portman (Evey)
Hugo Weaving(V)
Stephen Rea (Finch)
Stephen Fry (Deitrich)
John Hurt (Adam Sutler)
Tim Pigott-Smith (Creedy)
Regisseur:
James McTeigue
FSK:
Ab 16 Jahren
Verleiher:
Warner Bros.
Fazit:
"V for Vendetta" ist zwar Mainstream Kino, jedoch beweisen die Wachowski Brüder das auch dieses sehr anspruchsvolle und gut durchdachte Kost bieten kann. Die Story ist klasse Umgesetzt worden, besonders die Parallelen zu geschichtlichen Hintergründen gefallen mir gut. Die Darsteller machen ihre Sache zum großen Teil recht gut, besonders Natalie Portman hat mir hier so gut gefallen wie schon Lange nicht mehr. Zwar mangelt es dem ein oder anderen sicherlich an krachender Aktion, doch die teils pompös wirkenden Szenen und die klugen Dialoge sind mir da schon wichtiger. Daher wird der Film sicherlich nicht für jeden etwas sein, mir hingegen hat das Zeitlos wirkende Werk aber sehr zugesagt. Und somit gebe ich der ungewöhnlich guten Comic Umsetzung auch die vollen fünf Sterne und eine absolute Sehempfehlung.
9 Punkte für den Film "V for Vendetta" und somit fünf Ciao Sterne als Wertung
Homepage des Filmes:
http://www.warnerbros.de/
Homepage des Verleihers :
http://vforvendetta.warnerbros.com/
IMDB Link mit weiteren Informationen:
http://imdb.com/title/tt0434409/ weiterlesen schließen
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