Pro:
ungewöhnliche Geschichtsstunde, schön erzählt, gut dargestellt, ordentliche DVD-Ausstattung
Kontra:
ein paar klitzekleine Fehler
Empfehlung:
Ja
***************************
Die Story:
***************************
In den Schützengräben entlang der deutsch-französischen Front im Dezember 1914. Deutsche, französische und schottische Truppen liegen hier verschanzt. Der Krieg ist grausam, der Tod allgegenwärtig. Und selbst wenn gerade einmal nicht geschossen wird, ist das Leben in den Schützengräben armselig, dreckig und kalt.
In den Schützengräben der Schotten verliert ein junger Soldat, Jonathan, fast den Verstand: Er hat sich gemeinsam mit seinem älteren Bruder begeistert an die Front gemeldet, doch der Bruder gehört zu den ersten Toten. Man konnte ihn nicht einmal beerdigen, da im Niemandsland ständig scharf geschossen wird und niemand an seinen Leichnam herankommt. Wenn Jonathan nun nach Hause schreibt, so tut er es immer noch nicht nur im eigenen Namen, sondern auch in dem seines Bruders William. Ein schottischer Pfarrer, Palmer, der sich gemeinsam mit den jungen Rekruten aus seiner Heimat an die Front gemeldet hat, kann ihn nicht trösten.
In den französischen Schützengräben führt ein junger Leutnant das Kommando. Sein Vater ist General und versucht, ihm einen besseren Posten zu verschaffen, einen zum Karrieremachen. Doch der junge Offizier sorgt sich mehr um das Wohlergehen seiner Männer, außerdem hat er von seiner hochschwangeren Frau seit Monaten keine Nachricht, sie lebt in dem Gebiet, das von den Deutschen besetzt ist. Er weiß nicht einmal, ob er Vater eines Sohns oder einer Tochter geworden ist, geschweige denn, ob es seiner Frau und seinem Kind gut geht.
Der junge deutsche Tenor Nikolaus Sprink ist einzogen und an die Front geschickt worden. Nachdem die erste Kompanie, der er zugeteilt war, fast völlig aufgerieben wurde, wird er ebenfalls in die Schützengräben geschickt. In seiner neuen Kompagnie ist er nicht sehr willkommen, der Kommandeur hätte lieber einen zupackenden Handwerker als einen Künstler gehabt.
Die Lebens- und Bühnenpartnerin von Nikolaus Sprink, die Dänin Anna Sörensen, will ihn unbedingt wieder sehen. Dazu setzt sie alle Hebel in Bewegung und erreicht schließlich, dass sie gemeinsam mit Nikolaus zu Weihnachten im Hauptquartier des preußischen Kronprinzen, nicht weit hinter der Frontlinie, ein Konzert zu geben.
Nikolaus bekommt frei, doch viel lieber als vor den „hohen Tieren“, die den Krieg aus der Sicherheit hinter der Front heraus führen und das elende Leben und Sterben in den Schützengräben nicht kennen, will er für die Männer an der Front zu Weihnachten singen. Anna begleitet ihn. Und als Nikolaus im Schützengraben „Stille Nacht“ anstimmt, geschieht das Wunder: Die schottischen Dudelsäcke von der anderen Seite des Niemandslands fallen mit ein.
Bald werden zwischen den Schützengräben Nachrichten ausgetauscht, „schießt ihr nicht, dann schießen wir auch nicht“, ein Weihnachtsfrieden, der zwischen den Frontsoldaten geschlossen wird, ohne dass die hohen Offiziere hinter der Front an der Entscheidung beteiligt werden. Man trinkt zusammen, singt zusammen, feiert eine gemeinsame Messe, ja, es kommt sogar zu einem freundschaftlichen Fußballspiel. Und natürlich begräbt man auch die Leichen aus dem Niemandsland. Die Soldaten merken plötzlich, dass „der Feind“ auch nur aus Männern besteht, die viel lieber daheim bei ihren Familien Weihnachten feiern würden, als in den Schützengräben zu verrecken … Der deutsche Kommandant forscht nach dem Verbleib der Frau seines französischen Kollegen, einfache Soldaten tauschen Adressen aus, um sich „nach dem Krieg“ wiederzutreffen. Und als die deutsche Artillerie den Feind bombardieren will, warnt der deutsche Kommandant die Franzosen und Schotten und gewährt ihnen Unterschlupf in den eigenen Schützengräben, und Franzosen und Schotten revanchieren sich kurz danach.
Aber natürlich kann das nicht endlos so weitergehen. Die Offiziere hinter der Front erfahren von der Verbrüderung …
(*** Achtung: Spoiler! ***
Der Film ist kein Spannungsfilm, der auf ein (überraschendes) Ende hinerzählt ist, und ich denke, dass wohl jedem bekannt ist, dass der 1. Weltkrieg noch fast vier Jahre weiterging, deshalb erzähle ich hier das Ende. Es zeigt die Dimension und Aussage des Films, deshalb finde ich wichtig, es zu erzählen. Wer aber das Ende nicht erfahren will, sollte die nächsten paar Zeilen überspringen und erst in meinen „Anmerkungen zur Story“ weiterlesen.)
Das ganz große Weihnachtswunder bleibt aus. Die Generäle und hohen Offiziere hinter der Front haben nicht wie die einfachen Soldaten bemerkt, dass auch auf der anderen Seite nur Menschen sind.
Wären nicht so viele Soldaten an der Verbrüderung beteiligt gewesen, so hätte man sie wohl auf allen Seiten wegen Hochverrats hingerichtet. Doch ganze Kompanien kann man nicht so einfach hinrichten, so vertuschen die hohen Offiziere und Generäle den Vorfall lieber. Die Kompanien allerdings werden in andere Gebiete versetzt, in die gefährlichsten Kampfgebiete des Krieges …
***************************
Anmerkungen zur Story:
***************************
„Merry Christmas“ ist einer der ungewöhnlichsten Kriegsfilme, den ich je gesehen habe. Was gleich zu Beginn des Films ins Auge sticht, ist, dass der Film durchaus Position bezieht, allerdings nicht die übliche (und bis zu einem gewissen Grade natürlich auch nachvollziehbare Position) gegen die Deutschen und für alle anderen, sondern eine Position für die einfachen Soldaten und gegen die Kriegsführer, die Mächtigen, die andere in den Krieg und den Tod schicken. Zu Beginn des Films wird diese Verurteilung gleich anhand dreier kleiner Szenen deutlich gemacht, in denen drei Kinder – ein französisches, ein britisches und ein deutsches – aufwieglerische Kriegsreden vortragen.
Von den historischen Ereignissen, die für diesen Film Pate standen, habe ich erstmals im Zusammenhang mit der Berichterstattung zum Kinostart dieses Films erfahren. Das zeigt schon, wie gut die Vertuschung gelungen ist. Der Kern des Films ist daher überraschend, aber gleichzeitig zutiefst menschlich.
Auch in einer anderen Hinsicht hat dieser Film mir die Augen geöffnet: Man lernt immer im Geschichtsunterricht, dass der 1. Weltkrieg noch anfing wie die Kriege der Jahrhunderte zuvor, bevor er dann von „moderner“ Kriegsführung abgelöst wurde. Die Tatsache, dass sich feindliche Soldaten im ersten Jahr des Kriegs plötzlich zu Weihnachten verbrüderten und den Krieg über das gemeinsame Fest für ein paar Tage vergessen wollten, ist sicher ein Indiz dafür. Es gibt aber auch noch weitere Details, die mir der Film in diesem Zusammenhang eindrucksvoll deutlich gemacht hat, etwa dass Sprachkenntnisse und Kenntnisse über fremde Länder damals längst nicht so selbstverständlich waren wie heute. Genauso ist die anfängliche Kriegsbegeisterung, dargestellt anhand der beiden schottischen Brüder, hauptsächlich durch die Tatsache zu erklären, dass die Bilder und damit das Grauen des Kriegs nicht übers Fernsehen in jedes Wohnzimmer getragen wurden.
Der Film gehört natürlich zur anspruchsvollen Kategorie. Er läuft nicht auf eine Pointe, ein überraschendes Ende hinaus, sondern verläuft eher leise, trotz den unerhörten Ereignisses, das er beschreibt, und das Ende ist natürlich absehbar, da uns die weitere Geschichte ja bekannt ist. Trotzdem möchte man nach dem Film sagen: Hätten sich doch die Heerführer, die Generalstäbe in den Schützengräben befunden. Wer weiß, ob der 1. Weltkrieg dann noch so lange gedauert hätte …
Insgesamt war ich von dem Film begeistert. Er packt einen, selbst wenn man, wie ich, ansonsten eher auf „zielgerichtetere“, spannendere Filme steht. Die Darstellung und die Bilder, aber auch die interessanten historischen Fakten, die er erzählt, ziehen einen einfach in den Bann. Daher kann ich ihn nur jedem ans Herz legen, der bereit ist, sich auf so etwas einzulassen. Auch für den Geschichtsunterricht in der Schule möchte ich ihn empfehlen – er dürfte den Schülern auf menschlicher Ebene mehr über den 1. Weltkrieg erzählen als in irgendeinem Geschichtsbuch steht.
Inhaltlich habe ich nur einen Kritikpunkt: Über Opernsängern haben die Macher des Films offenbar nicht wirklich gut recherchiert. Es gibt eine Szenen, in der Anna sich wundert, weil Nikolaus raucht, wie das Soldaten eben tun. Nun sollten Sängern natürlich noch weniger rauchen als alle anderen, weil der Rauch neben allen anderen gesundheitlichen Risiken auch Lunge und Stimmbänder angreift und darüber hinaus anfälliger für Erkältungen macht, die für einen Sänger natürlich noch hinderlicher sind als für andere. Trotzdem gibt es – leider – viel mehr Opernsänger, die rauchen, als man gemeinhin denkt. Ich erinnere mich an zahlreiche Premierenfeiern in Stuttgart, wo die Luft in der Kantine so zum Schneiden war, dass man an einen Giftgasangriff glauben konnte, und es waren längst nicht nur die bösen Besucher und Mitglieder des Produktionsteams, die diesen Mief verursacht haben … Sänger haben eben einen stressigen Knochenjob.
Da ist den Filmemacher ein Klischee dazwischen geraten. Aber da diese Geschichte nicht den Kern des Films ausmacht, ist das wohl zu verschmerzen.
In Deutschland ist der Film ab 12 Jahren freigegeben. Ich finde diese Einstufung korrekt. Gewalt wird zwar hier nicht verherrlicht, eher im Gegenteil, aber die Brutalität des Krieges, die immer wieder gezeigt wird, ist nichts für Kinder.
***************************
Die wichtigsten Mitwirkenden:
***************************
Christian Carion ist ein junger französischer Regisseur, dem allerdings noch eine große Karriere vorausgesagt wird. Ich muss gestehen, dass ich mit „Merry Christmas“ erstmals einen Film von ihm gesehen habe. In Deutschland ebenfalls gelaufen ist wohl auch „Eine Schwalbe macht den Sommer“ von 2001, aber der ist mir entgangen.
Normalerweise halte ich wenig von Autorenfilmen (also Drehbuch und Regie aus einer Hand), aber in diesem Fall ist es gut gelungen, was mutmaßlich auch mit der engen Zusammenarbeit mit Produzent Christophe Rossignon zusammenhängt.
Unter den Darstellern muss ich mich leider ebenso wie später die Extras auf die Deutschen konzentrieren, einfach weil ich die französischen und britischen Hauptdarsteller vor diesem Film leider nicht gekannt habe.
Anna wird gespielt von Diane Kruger, eine der weniger deutschsprachigen Schauspielerinnen, die ganz groß internationale Karriere machen. In französischen Filmen hat sie schon mehrfach gespielt, den allermeisten, auch deutschen Zuschauern dürfte sie aber vermutlich durch ihre Rolle als Helena in der Hollywoodverfilmung „Troja“ bekannt geworden sein.
In „Merry Christmas“ spielt sie eine Rolle, in der sie zwar auch gut aussehen muss (was ihr problemlos gelingt – Helena lässt grüßen), aber in der sie auch darstellerisch einiges zu leisten hat. Was mir besonders schwierig erscheint, sind die Gesangseinlagen, die sie aber glaubwürdig darstellt (wenn auch natürlich nicht selbst singt; siehe unten).
Nikolaus Sprink wird gespielt von Benno Fürmann. Er ist vor allem aus dem deutschen Kino sowie überwiegend anspruchsvollen deutschen Fernsehproduktionen bekannt. Ich finde ihn manchmal gut, manchmal auch gar nicht, aber seine Rolle in „Merry Christmas“ scheint ihm sehr gelegen zu haben. Er ragt heraus aus den deutschen Soldaten – aber das tut seine Figur ja auch in der Geschichte, und so passt es hervorragend.
Daniel Brühl spielt Oberstleutnant Horstmeyer, den Offizier im deutschen Schützengraben. Bekannt geworden ist er vor allem mit „Good bye, Lenin“. Ich muss gestehen, dass ich ihn in „Merry Christmas“ im ersten Moment gar nicht erkannt habe, nur ein vages Gefühl, dass ich das Gesicht kenne, kam rüber. Das liegt vor allem daran, dass er hier viel älter wirkt als in jeder anderen Rolle, in der ich ihn bisher gesehen habe. Aber das tut seiner Darstellung sehr gut, ich habe ihn nämlich auch noch nie vorher in einer Rolle gesehen, in der er ganz ohne den jugendlichen Charme, mit dem er sonst punktet, auskommen muss und doch gleichzeitig in seiner Rolle überzeugen kann.
Nennenswert sind natürlich auch die beiden Opernsänger, die den Sängern im Film ihrer Stimmen geliehen haben:
Auch wer sich nicht für Oper interessiert, könnte den Namen Rolando Villazón schon gehört haben. In aller Munde ist er vor allem wegen seiner gemeinsamen Auftritte mit Anna Netrebko.
Und die Arien von Anna werden gesungen von Nathalie Dessay. Ihr Name ist in Kreisen von Opernfans ebenfalls gut bekannt, ich selbst habe einige Opernmitschnitte mit ihr. Gesanglich dürfte sie sogar noch höher einzuschätzen sein, als Rolando Villazón. Also einfach genießen – die Gesangseinlagen sind auf höchstem Niveau!
***************************
***************************
***************************
DVD-Ausstattung:
***************************
Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
FSK 12
Spieldauer: 111 min.
Film-Veröffentlichung: 2005
DVD-Veröffentlichung: 20.11.2006
***************************
Anmerkungen zur DVD:
***************************
Der Film liegt auf der DVD in der äußerst interessanten Originalsprachfassung Deutsch/Englisch/Französisch vor (die ich allen gut Sprachkundigen sehr ans Herz legen möchte!) und in einer deutschen Fassung. Es ist anzumerken, dass auch in der deutschen Fassung vereinzelt Englisch und Französisch zu hören ist, allerdings nicht an Stellen, die für das Verständnis des Films essentiell sind.
Untertitel gibt es für Deutsch sowie eine als „Originalfassung (engl./franz.)“ bezeichnete Variante. Was das soll, weiß ich nun nicht so genau, ich finde die Originalsprachfassung (Audio) mit deutschen Untertiteln da im Zweifel sinnvoller.
Außerdem findet sich auch der „Audiokommentar von Christian Carion und Christophe Rossignon“ im Menü der Sprachauswahl, ebenso die Untertitel dazu, die man extra auswählen muss.
„Audiokommentar“:
Der Audiokommentar wird gesprochen von Regisseur Christian Carion und Produzent Christophe Rossignon.
Der Kommentar ist stark auf die Regie ausgerichtet. Mit vielen der angesprochenen Themengebieten kann ich daher nicht so sehr viel anfangen, etwa wenn es ganz zu Beginn um Erläuterungen zu den Bildern aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg geht oder kurz darauf das Licht besonders gewürdigt wird. Auch umfassende Ausführungen zum Casting finde ich weniger interessant. Dramaturgische Fragestellungen kommen meines Erachtens ein wenig zu kurz.
So blieb für mich vor allem das, was an diesem Kommentar auch für die Normalzuschauer interessant sein dürfte, nämlich weitere Ausführungen zu den historischen Hintergründen, die hier und dort eingestreut werden.
„Bonusmaterial“:
„Making Of“:
Das Making Of beginnt mit Informationen über die Entstehung des Films, erzählt vom Regisseur Christian Carion und dem Produzenten Christophe Rossignon. Später kommen dann die verschiedensten Darsteller zu Wort, die über ihre Rolle und auch über ihren Bezug zur Story reden. Im letzten Teil des Films erfährt man dann mehr über die Dreharbeiten, die Vorarbeiten und die Ideen für die optische Umsetzung des Themas. Nicht zuletzt wird auch über das Sprachenchaos am Set gesprochen. Das ganze Making Of wird immer wieder durchzogen von Informationen über die historischen Vorfälle, die Vorbild für den Film waren.
Am Ende schließlich kommt noch ein kurzer Abschnitt über die Filmmusik und die Aufnahmen dazu.
Auch wenn man wenig über dramaturgische Fragestellungen erfährt, denen normalerweise mein Hauptaugenmerk bei den Extras gilt, finde ich das Making Of sehr gelungen, insbesondere auch für Normalzuschauer, die nicht so sehr mit fachlichen Fragestellungen an die Hintergründe des Films herangehen.
„Deleted Scenes“:
Hier gibt es insgesamt zehn Szenen, die es nicht in die endgültige Schnittfassung des Films geschafft haben bzw. von den in der endgültigen Fassung verwendeten Szenen inhaltlich abweichen. Man kann diese Szenen einzeln oder komplett abspielen sowie mit oder ohne Kommentar von Regisseur Christian Carion und Produzent Christophe Rossignon. Anzumerken ist, dass es für diese Szenen keine deutsche Synchronfassung gibt, deutsche Untertitel stehen aber zur Verfügung.
Der Kommentar erklärt, warum diese Szenen nicht so in den Film kamen.
Auch ohne den Kommentar war meine Einschätzung bereits, dass die Schnitte begründet waren. Lediglich die eine Szene, in der der deutsche Generalstab die Vertuschung planen, wäre meines Erachtens durchaus sinnvoll gewesen, weil das noch einmal deutlich darauf hinweist, wie die Überlieferungslage zu solchen Vorfällen über Jahrzehnte war, eine Bedeutung, die noch über die Darstellung im Film hinausgeht. Bei einer anderen Szene, der Hinrichtung der Katze, die „Hochverrat“ begangen hatte, war ich dagegen froh, dass sie nicht im Film vorkommt.
„Interviews“:
Hier finden sich Interviews mit den deutschen Hauptdarstellern Diane Kruger, Benno Fürmann und Daniel Brühl, außerdem mit dem Franzosen Guillaume Canet, der den französischen Leutnant spielt, sowie Regisseur und Drehbuchautor Christian Carion, die letzten beiden auf Französisch mit deutschen Untertiteln.
Die Interviews sind leider relativ kurz. Sie handeln vor allem davon, wie die Darsteller ihre Figuren und die Geschichte insgesamt sehen bzw. im Fall von Christian Carion darüber, wie er die Figuren und ihre Darsteller insgesamt einschätzt. Damit gleiten seine Aussagen allerdings dann auch in einen häufig zu beklagenden Fehler in DVD-Extras ab, nämlich in Lobhudelei. Wenn alle unterschiedslos gelobt werden, dann verliert das einzelne Lob einfach an Gewicht und auch an Glaubwürdigkeit.
Ein wenig schade finde ich, dass von den ausländischen Hauptdarstellern nur Guillaume Canet in den Interviews zu Wort kommt. Gerade bei einer internationalen Coproduktion wie dieser, die zudem auch noch ein Thema wie dieses behandelt, wären meines Erachtens gerade auch die ausländischen Darsteller interessant gewesen – sowohl weil man sie in Deutschland sicherlich weniger kennt als die deutschen Darsteller, als auch um festzustellen, ob die Einstellungen und Aussagen der Darsteller der unterschiedlichen Nationalitäten voneinander abweichen.
„Kinotrailer“:
Hier finden sich der deutsche und der französische Kinotrailer. Mal ein Fall eines gelungenen Kinotrailers, finde ich, der recht gut den Ton des Films trifft und deshalb ziemlich genau die Zielgruppe ansprechen dürfte, der dann später auch der Film gefällt.
„B-Roll“:
Ich mag B-Rolls (Kameras, die beim Dreh mitlaufen und häufig Pannen und Versprecher zeigen) sowieso nicht besonders. Schon bei Komödien finde ich die Pannen im Vergleich zum Film meist nicht sehenswert (zumindest wenn der Film gut ist), bei einem Drama wie diesem finde ich es noch unpassender. Aber wer das lieber mag als ich, der wird hier wohl ganz gut bedient.
„Cast & Crew“:
Hier finden sich kurze filmografische Angaben (in Auszügen) für Diane Krüger, Benno Fürmann, Guillaume Canet, Daniel Brühl, Gary Lewis sowie Drehbuchautor und Regisseur Christian Carion und Produzent Christophe Rossignon.
Auch wenn hier mit Gary Lewis immerhin einer der Darsteller der Schotten und mit Christophe Rossignon der französische Produzent hinzugekommen ist, kann ich meine Kritik von den Interviews nur wiederholen: Gerade Informationen zu den ausländischen Darstellern wären besonders interessant gewesen, das sie hierzulande ja eher unbekannt sind.
Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass man die Auszüge aus den Filmografien um mindestens kurze biografische Angaben ergänzt hätte.
„Trailershow“:
Hier finden sich Trailer zu „We feed the World“, „Das geheime Leben der Worte“, „Wie in der Hölle“, „Wide Awake“ und „Stage Beauty“, die man einzeln oder komplett aufrufen kann. Die Auswahl ist nur insofern auf die Zielgruppe von „Merry Christmas“ abgestimmt, als es sich auch dabei durchweg um mehr oder weniger anspruchsvolle Filme handelt, ansonsten ähneln sie „Merry Christmas“ aber kaum.
Das ist die ganze Ausstattung der DVD. Trotz Kritik zu einigen der enthaltenen Extras ist sie für eine DVD zu einem anspruchsvollen Film, der nicht das ganz breite Massenpublikum anspricht, doch recht umfangreich und insgesamt auch ganz gut. Der Preis liegt derzeit bei knapp 15 Euro, wird aber sicherlich noch fallen, da die DVD ja noch recht neu ist.
***************************
Fazit:
***************************
„Merry Christmas“ ist ein überaus sehenswerter Film, der hoffentlich in diesem Jahr das Weihnachtsprogramm im Fernsehen bereichern wird, aber auch außerhalb der Weihnachtszeit sehenswert ist.
Die DVD ist für einen anspruchsvollen Film recht ordentlich ausgestattet und nicht einmal übertrieben teuer. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben