Pro:
Spezialeffekte sind gut gemacht
Kontra:
alles andere
Empfehlung:
Nein
Eigentlich wollte ich mir Tal der Wölfe gar nicht ansehen. Zu sehr war mir über Freunde (ein Österreicher, ein Kurde, ein Türke) schon klar wie polemisch und miserabel der Film ist. Dann aber lobten ihn Schüler von mir so in die Höhe das ich es einfach als meine pädagogische Pflicht ansah ihn mir anzutun.
Antun ist das richtige Wort den wer ein Gehirn hat wird bei diesem Film leiden.
Der Film ist in kurz gefasst alles andere als ein Antikriegsfilm wie yopi hier meint. Er ist übelste Kriegspropaganda mit rassistischem Hintergrund. Hätte ein österreichischer Regisseur einen solchen Film mit Österreichern und Juden/Türken/Arabern (austauschbar) gemacht so hätte er in ersterem Fall ein Gerichtsverfahren am Hals (und das zu Recht) und in letzterem Fall wäre er der Ober... der Nation.
Tal der Wölfe ist an sich eine Serie.
In der Türkei selbst ist Tal der Wölfe durchaus umstritten. So wurde die Serie durch die türkische Regulationsbehörde für Hörfunk- und Fernsehsender RTÜK abgesetzt, um eine „Provokation“ der in der Türkei lebenden Kurden zu vermeiden. Eine löbliche Einstellung. Ein Freund von mir der Türke ist bezeichnete den Film als rechtsextreme Propaganda (!) die Kommentare eines kurdischen Freundes erspare ich euch lieber, sonst würde der Bericht noch gesperrt.
DVD:
Darsteller: Necati Sasmaz, Billy Zane, Gary Busey
Regisseur(e): Serdar Akar
Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 6.1 ES Discrete), Deutsch (Dolby Digital 6.1 EX), Türkisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Koch Media GmbH - DVD
Erscheinungstermin: 26. Januar 2007
Produktionsjahr: 2006
Spieldauer: 118 Minuten
Preis: 6,99 Euro
Inhalt:
Hat der Film Inhalt? Ja, ein wenig. Im Film lässt Regisseurs Serdar Akar den türkischen Superagenten Polat Alemdar, Geheimagent des fiktiven türkischen Geheimdiensts KGT, in den Irak reisen.
Hintergrund ist das türkische Soldaten von amerikanischen Soldaten wie Terroristen behandelt wurden und mit Säcken über den Köpfen demütigend vorgeführt wurden. Einer dieser Soldaten, ein Offizier, verlangt im Feuertod gegen die Amerikaner sterben zu dürfen. Das wird ihm (wie gemein ;-) nicht erlaubt und so begeht er Selbstmord.
Da hat mir der Film eigentlich schon gereicht. Was für eine dümmliche Handlung. Meine Ehre ist angekratzt und schon begehe ich Selbstmord. herje.
Und schon ist Polat Alemdar als Rächer im Irak, genauer gesagt im Grenzgebiet welches die Kurden des Irak kontrolieren. Und gleich zu Beginn müssen drei kurdische Soldaten die Begegnung mit dem James Bond Verschnitt mit dem Leben bezahlen. Anschließend erzwingt Polat Alemdar das Erscheinen des Verantwortlichen für die "Entehrung" - Sam William Marshall. Dies mit einer Sprengstoffladung in einem Hotel! Sam William Marshall kann aber entkommen da ihm das Schicksal von Kindern im Hotel egal ist, dem mitfühlenden Polat Alemdar aber nicht.
Weiter gehts mit einem lächerlichen Attentatsversuch auf Sam William Marshall (mit einem Flügel vom Saddam), aber am Schluss erwischt Polat Sam William Marshall dann doch und - Überraschung - erledigt ihn.
In Nebenhandlungen töten die Amerikaner wahllos Mitglieder einer Hochzeitsgesellschaft, betätigt sich ein jüdischer Arzt wie ein KZ Arzt und entnimmt Gefangenen Organe die er dann verkauft, Sam William Marshall ist ein christlicher Eiferer der alle Muslime töten will
Wenigstens wird im Film betont das Selbstmordattentate eine zweifache Sünde seien. Das dient aber nur dazu um den Islam als moralisch überlegen darzustellen.
Mit der Realität im Irak hat dies alles nichts zu tun. Klar hätte es da genug Ansatzpunkte zur Kritik und klar sind auch US Soldaten Kriegsverbrecher gewesen. Die Darstellung von allen Kurden und Amerikanern als klischeehafte Bösewichten ist allerdings lächerlich.
Der Film vermixt dutzende Klischees und spritzt noch ne gehörige Portion Antisemitismus hinzu. Kurden sind nie ernsthafte Gegner sondern nur unrasierte Kollaborateure der Amerikaner.
Das entspricht nicht der Realität im Irak. Dort ist das Kurdengebiet die nun friedlichste Region im Irak und gänzlich frei von amerikanischen Truppen.
Der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten der der Kernpunkt der Morde im Irak ist wird nicht dargestellt. Es geht um ein Schwarz/Weiß das so gar nicht existiert.
Das konnte ich meinen Schülern dann mit Irak Filmen und Dokumentationen gut rüberbringen. Den Film zu zerpflücken viel mir leicht.
Die Bezeichnung Anti-Kriegsfilm regt mich hier aber wieder auf. Der Film ist im Gegenteil übelste rechtsextreme Propaganda. Die Macher sind auch Mitglieder der rechtsextremen türkisch-nationalistischen Partei MHP. Die hat in der Türkei keine Chance die Regierung zu stellen. Da sind die Türken zu klugt aber der Film hat dennoch leider viele (vor allem jugendliche) Anhänger gefunden. Bedenklich ist dann aber wenn Parlamentspräsident Bülent Arinc den Regisseur fragte, ob das Drehbuch denn der Wirklichkeit entspreche und der „Eins zu eins" antwortet. (sueddeutsche.de: "Wir haben unseren Rambo gefunden", 17. Januar 2006)
Kritischer waren hier die Türken und vor allem die Kurden in Deutschland. Cem Özdemir, Europaabgeordneter der Grünen meinte: „Wer diesen Film gut findet, sollte zu den veröffentlichten Mohammed-Karikaturen besser schweigen.“ (Quelle Wikipedia) Auch türkische Zeitungen gaben dem Film schlechte Kritiken. Die Zeitung Milliyet wirft dem Film vor, den Zuschauer „mit didaktischen und schwülstigen Dialogen und haltlosen Szenarien bestimmte Meinungen“ aufzuzwingen. (Quelle wikipedia)
Betrachten wir den Film mal ohne den politischen Hintergrund so ist er eigentlich nicht der Rede wert.
Er ist extrem schlecht gespielt. Necati ÅžaÅŸmaz ist komplett talentfrei und Billy Zane, der hier wieder beweist das er in jedem Scheiß mitspielt, hat null Ausstrahlung oder Facetten zu bieten. Die Nebendarsteller sind eine Katastrophe.
Inhaltlich langweilt der Film ziemlich schnell und ist mit dem US-Actionschrott a la Bronson und Co vergleichbar.
Inhalt: nicht der Rede wert, oberflächlich und langweilig. Schauspielerische Leistungen - eine Katastrophe. Spannung - null. Realitätsgehalt - null. Lediglich die Spezialeffekte sind gut gemacht.
Allerdings schürt er dazu noch Vorurteile und erhält daher das Prädikat schlechtester Film den ich jemals sah (ex equo mit Kids, der ist auch miserabel).
Man soll den Film aber auch nicht überschätzen. Ein bischen Info und schon nahm ihn niemand mehr ernst. Und zudem mögen ihn intelligente Türken genausowenig wie ich die Van Damne Filme mag (schrecklich .-)
Kurzum - schaut ihn euch nicht an, ihr verpasst absolut gar nichts. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben