Pro:
spannend, nervenaufreibend, nicht ganz so heftig wie Saw, Hostel o.ä., sehenswerte Extras
Kontra:
sadistische, grausame Szenen
Empfehlung:
Ja
warum mir der sadistische Horrorstreifen, von dem es auch schon einen zweiten Teil gibt, immer wieder einfällt, wenn ich an Wolf Creek denke von dem dieser Bericht handelt, und warm sich der Zusatz Anfänger in den Titel geschlichten hat, dass und noch mehr wirst du in dieser Abhandlung erfahren.
=ALLGEMEINES===
Vom Film Wolf Creek hatte ich schon des öfteren gehört. Immer wieder kam auch der Streifen Hitcher der Highwaykiller in einem Atemzug ins Gespräch. Ich meine durchwegs gute Kritiken über den Film gelesen zu haben, und so landete er auch bald auf meiner To-Watch-Filmliste. Übers Internet habe ich dann auch eine gebrauchte DVD des Streifens gefunden und um günstige 6,50 Euro (inkl. Versand) ergattert. Von Wolf Creek gibt es FSK16 Versionen (zb. bei Amazon um ca. 14 - 17 Euro) und FSK18 Versionen, welche ich hier vor mir liegen habe.
=STORY===
Der Film handelt von 2 englischen Tramperinnen und einem australischen Typen aus Sydney, die gemeinsam per Auto aufbrechen zu einem Trip durch Australien. Ziel der Reise soll ein riesiger Krater Namens Wolf Creek sein, dass sie schliesslich auch erreichen. Auch der Auf- und Abstieg zum Krater verläuft problemlos. Die Probleme beginnen erst als deren Auto nicht mehr anspringen will und sie sich schon auf eine Nacht in selbigem einstellen.
Sie scheinen doch noch mal Glück gehabt zu haben, als der etwas sonderbar aber freundlich wirkende Australier Mick auftaucht und ihnen anbietet sie in sein Camp zu schleppen, da er dort ihren Wagen reparieren kann.
Sie willigen ein und begehen damit einen schlimmen Fehler, wie sich wenig später herausstellt ...
=DVD===
Am Cover ist eine der beiden jungen Frauen abgebildet, wie sie blutüberströmt entlang einer Strasse kriecht. In gelb-roten Lettern lesen wird den Titel des Filmes - Wolf Creek. Die Rückseite bietet ein paar Infos zur Story, sowie 3 Screenshots, die schon etwas auf das bevorstehende Filmereignis einblicken lassen. Die gewohnten Infos zum Film selbst fehlen natürlich ebenso wenig wie die Altersfreigabe.
Greg Mclean führte Buch und Regie zum Film, der von Dimension Film präsentiert wird. Die wenigen Schauspieler, die im Film vorkommen, sind mir allsamt völlig unbekannt und ich habe mir leider auch keinen gemerkt. Wichtige Infos sind vielleicht noch die Filmlänge von ca. 95 Minuten.
Beim Ton kann man wählen zwischen Deutsch (DD5.1 + dts5.1) und Englisch (DD5.1). An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich bei Wolf Creek um einen Low-Budget Film handelt, wobei man ihm dieses selten ankennt. Beim Ton gibts auf jeden Fall nichts zu meckern. Klar und verständlich und meiner Meinung nach gut synchronisiert kann man sich nicht beklagen. Ebenso wenig über die Musik, die zusätzlich verdeutlicht, wann es mit dem Happy-Trip zu Ende geht und Ernst wird.
Das Bildformat wird angeboten in 1,78:1 (anamorph) und leider nicht im Widescreen-Format 16:9, dass sich so schick auf meiner Leinwand macht. Viele Einstellungen und Scenen sind etwas holprig und wirken freihändig gefilmt, Gedanken an Blair Witch Projekt drängen sich sofort auf. Dennoch ist die Qualität eine saubere. Wie wir aus den Extras erfahren, wurde der Regiesseur hier überredet den Film auf hochwertiges, digitales Material zu bannen.
Erfreulicherweise wurden auch einige Extras auf DVD gepackt. Ein paar gelöschte Szenen, Making Of, Audiokommentare von Regiesseur und Schauspieler, Spots und Trailer. Vor allem im Making Of erfährt man ein paar interessante Infos zum Film. Ich sehe mir Extras immer gerne mal nach dem Film an und bei einer guten DVD gehören diese für mich auch zwingend dazu.
=EINDRUCK/MEINUNG===
Obwohl ich schon ein paar Berichte zum Film gelesen hatte und auch ein paar Infos zur Story wusste, war ich relativ voreingenommen und lies mich überraschen, als ich den Film meinem DVD-Player zum Fraß vorwarf, damit er das digitale Material weiter an meinen Beamer sendet.
Die Handlung startet mit einer Textinfo über vermisste Personen in Australien. Wie viele Leute als vermisst gemeldet werden innerhalb eines Jahres und wieviele davon wieder gefunden wurden. Der Film basiert übrigens auf einer wahren Begebenheit, darf man dem Coveraufdruck und den Hinweisen Glauben schenken. Wie viel Wahrheit dann aber wirklich im Film steckt und was alles hinzu erfunden wurde, dass muss wohl jeder selbst entscheiden.
Los gehts dann mit dem Autokauf für die Reise, den der junge Australier mit einer kurzen Unterschrift abschliesst. Die beiden jungen englischen Frauen werden mit einer kurzen Szene vorgestellt in der sie noch am Strand liegen und über den Jungen quatschen bzw. Postkarten in die Heimat schreiben. Etwas aufgeregt auf den bevorstehenden Trip, lassen sie es sich dennoch nicht nehmen noch einmal kräftig zu feiern im Zuge einer Pool-Party.
Leicht verkatert gehts dann am nächsten Tag los und der Zuseher darf ein paar tolle Eindrücke der australischen Weiten auf sich wirken lassen. Das ca. erste Drittel des Filmes verläuft happy. Party, Musik, Alk und Rauchen, endlose Weiten und auch eine kleine Romanze bahnt sich an. Die 3 jungen Leute werden im Zuge dieser Szenen etwas vorgestellt, wobei man sich hier natürlich keinen Tiefgang erwarten sollte.
Die Stimmung schlägt dann kurzzeitig um als sie in einer Tankstellen-Bar im Niemandsland von ein paar optisch nicht angenehmen Zeitgenossen blöd angequatscht werden. Doch diese Stimmung legt sich wieder und bis zum Krater scheint alles happy.
Ab dann erlebt man einen klaren Umbruch im Film. Das Wetter schlägt um und statt Dauersonne gibts nun Regen, Dämmerung und Dunkelheit. Auch die Partymusik ist längst vergessen als die passenden Hintergrundklänge und Musik entsprechende düstere Stimmung erzeugt.
Ab diesem Zeitpunkt sollte man etwas Nervenstärke mitbringen. Anfangs kommen einige spannende Momente, vor allem als sie auf den Australier Mick treffen, später aber schlägt der Film deutlich in die Folter-Horror Ecke um, was sicherlich nicht jede/r verträgt. In dieses Genre fallen für mich auch klar Filme wie Saw, Hostel oder Haus der 1000 Leichen, wobei Wolf Creek in dieser Reihe sicher der harmloseste ist. Wem also Saw oder Hostel zu heftig ist, aber dennoch in die Folter-Horror-Kammer etwas reinschnuppern will, der liegt mit Wolf Creek wahrscheinlich richtig. Wem Hitcher schon zu hart ist, der sollte von Wolf Creek (und allen anderen oben erwähnten Streifen) die Finger lassen.
So wird der Zuseher in der zweiten Halbzeit des Streifens mit einigen Grausamkeiten eines Sadisten konfrontiert, der in den dreien nicht seine ersten Opfer gefunden hat. Scheinbar verursacht der Krater gewisse Ausfälle an den Autos die Mick gnadenlos ausnutzt um seine Opfer zu locken.
Dieser Sadist spielt gerne mit seinen Opfern und auch seine Zeit als Jäger auf australischen Farmen dürfte Mick noch nicht ganz abgeschlossen haben. Da fallen schon mal ein paar Finger und auch Torso seiner vorgehenden Opfer werden gezeigt, wobei die Intensität sicherlich wesentlich weniger ist als bei Hostel beispielsweise. Wolf Creek ist im Vergleich zu Hostel/Saw auch wesentlich harmloser, wenn man das Wort hier verwenden kann, die ungeschnittene Version verdient die FSK18 Beschränkung meiner Meinung nach dennoch gerechtfertigt.
Es spielt hier wahrscheinlich auch die Tatsache mit, dass das ganze absolut vorstellbar ist. Genau so könnte es sich in den Weiten des australischen Landes (oder wo anders) auch abgespielt haben bzw. abspielen. Niemand hört dich schreien, und wenn du noch gar nicht als vermisst gilst, sucht dich auch keiner. So treiben sicherlich einige kranke Typen deren Unwesen.
Der Zuseher als solches nimmt diese Gedanken und Möglichkeiten sicherlich mit auf und lässt sich so zu mehr Nervenkitzel treiben. Die Filmart und die Musik tut übrigens ihr übriges dazu. Ich finde vor allem die teils unruhige Kameraführung sehr gelungen und passend.
Der Film kommt fast ausschliesslich mit den 4 Schauspielern aus, gedreht wurde laut Making Of sehr viel (oder alles?) in den realen Weiten des australischen Landes. Mit wetterbedingten, ungeplanten Ereignissen wie starker Regen, kam das Team gut zurecht. Es werden ein paar Geldzahlen genannt mit denen der Film gedreht wurde. Im Vergleich zu Filmen wie Fluch der Karibik oder Herr der Ringe richtig lächerlich. Dennoch lässt es sich der Low-Budget Film in keinster Weise anmerken, und wirkt absolut professionell. Bemerkenswert ist auch der Hinweis im Making-Of, dass das Storyboard aus Zeitdruck teilweise erst am Set gezeichnet wurde. Das Making Of sollte man sich sowieso ansehen, da es wirklich eine Ergänzung zum Film ist und einige zuvor gesehene Szenen vielleicht auch nicht mehr so schlimm wirken lassen. Alle Schauspieler machten ihre Sache gut, wobei sicherlich Mick und die resolutere der beiden Engländerinnen am besten herausstechen und wohl die Hauptrolle führen.
In Summe hat mir Wolf Creek gut gefallen. Wolf Creek fällt so wie einige in letzter Zeit aufgekommenen Folter-Horror-Streifen in eben diese Kategorie, wobei er nicht ganz so heftig ist wie Saw oder Hostel. Dennoch darf man ihn nicht unterschätzen, die Altersbeschränkungen von FSK16 bzw. 18 sind absolut berechtigt.
Ich bin eher ein Fan von normalen Horrorstreifen oder Filmen die auf die Psyche wirken wie Thriller. Doch ab und zu erlauben es meine Nerven mir auch einen Folter-Horror-Film anzusehen. Wer dieses Genre mal austesten und seine Nerven nicht zu sehr strapazieren möchte, der findet mit Wolf Creek wahrscheinlich einen guten Einstieg - Wolf Creek = Hostel für (Folter-Horror)Anfänger!
So bedanke ich mich fürs Lesen dieses längeren Berichtes und wünsche viel Spannung ...
... heute schon geMOFFt? weiterlesen schließen
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